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Bienensterben = Bienenvergiftung: Industriegelenktes Bienenmonotoring?

Das zunehmende globale Bienensterben


wird zur immer größeren Bedrohung für Mensch, Natur und Landwirtschaft. "Rund 84% aller Pflanzen des kommerziellen Ackerbaus in der EU sind auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen, weltweit dürfte dieser Anteil sogar noch höher liegen. Auch mehr als 80% aller wild wachsenden Pflanzen in der EU benötigen für ihr Weiterbestehen die Bestäubung durch Bienen. Allein der finanzielle Wert der Pflanzebestäubung durch Bienen für die Landwirtschaftsbetriebe der EU wird jährlich auf rund 22 Milliarden Euro geschätzt." schreibt das EU-Umweltbüro in einer Presseerklärung

"In den USA hat sich der Bestand von vier in diesem Land weit verbreiteten Arten von Bienen in den letzten Jahrzehnten um rund 96% reduziert. Die Zahlen für Großbritannien sind ähnlich alarmierend. Einige Bienenarten sind in den letzten Jahren komplett ausgestorben, andere Arten wurden seit den 70er Jahren um bis zu 70% reduziert" berichtet die britische Tageszeitung Guardian.

Die chemische Industrie,
die großen Hersteller von Agrargiften und Pestiziden und die Agrochemielobby haben ein massives ökonomisches Interesse, die Vergiftung der Bienenvölker durch Agrargifte, gentechnisch veränderte Pflanzen und die Monokulturen einer industriellen Landwirtschaft herunter zu spielen. Die Varroamilbe wird zur hauptsächlichen Ursache des Bienensterbens erklärt. Wissenschaftliche Untersuchungen werden von der Industrie massiv beeinflusst. Die chemische Industrie in Deutschland gehört zu den größten der Welt. Sie neigt dazu, alle gesetzlichen Regelungen, die die Risiken für Menschen, Umwelt und Bienen reduzieren sollen, zu torpedieren. Bei einer aktuellen Studie, einem Bienenmonitoring, wurden 50 Prozent des Projekts von der Industrie (BASF, Bayer und Syngenta) finanziert. Große methodische Mängel, falsch ausgewählte Stichproben, ein unzureichender Untersuchungsrahmen und fehlerhafte statistische Methoden führen das Bienenmonitoring jedoch ad absurdum. Kein Wunder, dass die "objektive" Studie die Varroamilbe als Hauptproblem sieht... (zur Kritik an der Studie) Die Manipulationsmacht der Chemiekonzerne ist ungebrochen.
Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer


Mehr Informationen hier:



Bienensterben = Bienenvergiftung


Anhaltendes Bienensterben durch Pestizide


Grundlegende Reform der Zulassungspraxis gefordert
(Quelle: BUND Hintergrundpapier : Anhaltendes Bienensterben durch Pestizide)

Die Wirkung von Clothianidin auf Bienen zeigte sich im Frühjahr 2008: Das Insektizid aus der Gruppe der Neonicotinoide, hergestellt von Bayer CropScience, bewirkte in der Region Oberrhein in Baden-Württemberg den Tod oder die schwere Schädigung von zehntausenden Bienenvölkern. Die Vergiftung erfolgte über behandeltes Mais-Saatgut und Verwehung des staubförmigen Wirkstoffes durch den Wind auf benachbarte Äcker. Neonicotinoide werden in der Landwirtschaft und im Gartenbau weiterhin eingesetzt. Das von vielen Imkern beobachtete anhaltende und massive Bienensterben ist mit hoher Wahrscheinlichkeit durch diese Nervengifte mitverursacht. In den vergangenen Jahren sterben Bienen weltweit in nicht gekanntem Ausmaß. In Deutschland gingen im letzten Halbjahr etwa ein Viertel bis ein Drittel der Bienenvölker verloren. Zeitgleich verschwinden in den betroffenen Regionen Wildbienen, Schmetterlinge und sonstige Nutzinsekten. Das Bienenvolksterben und das Nutzinsektensterben korreliere mit dem zunehmenden Einsatz von Neonicotinoiden in der Landwirtschaft. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Neonicotinoide, wie das Clothianidin dramatischere Auswirkungen haben, als bisher angenommen:

• Sie sind relativ langlebig, reichern sich im Boden an und können durch Pflanzen und Tiere wieder aufgenommen werden. Dadurch schädigen sie wichtige Elemente der Nahrungskette. Anderslautende Angaben der Industrie werden von unabhängigen Einrichtungen in Frage gestellt.
• Viele Pflanzen, darunter auch junge Maispflanzen, scheiden an den Blatträndern Wassertröpfchen ab, ein Vorgang, den man Guttation nennt. Bei Maispflanzen aus Saatgut, das mit Clothianidin oder Imidacloprid, einem weiteren von Bayer CropScience produzierten Neonicotinoid, gebeizt wurde, lassen sich die Gifte in den Wassertröpfchen in hoher Konzentration nachweisen. Bienen, die ihren Wasserbedarf häufig über das Guttationswasser decken, starben nach Aufnahme dieser Wassertröpfchen.
• Die Neonicotinoide töten nicht nur Bienen, sondern auch andere (Nutz-)Insekten und verringern damit die Artenvielfalt. Vögel und andere Tiere, die von Insekten leben, leiden dann unter Nahrungsmangel.
• Auch für den Menschen gibt es Hinweise auf schwerwiegende Gesundheitsrisiken einschließlich Krebs durch einige dieser Pestizide.
• Die langfristigen Wirkungen sind zum großen Teil unbekannt. Die wenigen Untersuchungsergebnisse, die öffentlich zugänglich sind, zeigen jedoch, dass die Wirkungen offenbar unterschätzt wurden. Bei langer Einwirkzeit reichen sehr geringe Konzentrationen der Gifte, um massive Schäden hervorzurufen.
• Die Belastung mit Neonicotinoiden trifft die Bienen mit besonderer Härte, da sie mit anderen Bedrohungen zusammenwirken: Die Varroa-Milbe, zunehmende Monokulturen in der Landwirtschaft und das Verschwinden von blütenreichen Ackerrandstreifen.

Das Insektizid Clothianidin kommt seit Ende der 1990er Jahre in der Landwirtschaft zum Einsatz. Es ist ein Nervengift und wirkt sehr viel giftiger für Bienen als herkömmliche Pestizide. Nachdem es nach dem massenhaften Bienensterben 2008 verboten wurde, sind Pestizide mit diesem Wirkstoff in diesem Jahr wieder im Einsatz.


Die als Konsequenz aus dem Bienensterben 2008 durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) vorgeschlagenen Maßnahmen, wie die Einrichtung von Vorrichtungen an den Traktoren zur Verminderung von Stäuben oder Mittel zur besseren Haftung des Wirkstoffes am Saatgut, sind für eine wirksame Risikoverminderung eindeutig ungenügend. Neonicotinoide stellen ein substanzielles Risiko für Bienen dar. Die Ausnahmeregelungen, Zulassungen für den Kleingarteneinsatz und immer noch vorhandene Datenlücken bei der Bewertung dieser Gifte zeigen, dass ein weiteres Bienensterben mit massiven Folgen für die Imkerei und die Landwirtschaft billigend in Kauf genommen wird.

Einsatzbereiche zweier 2010 bundesweit zugelassenen Neonicotinoide. Die Spritzmittel sind als „bienengefährlich“ eingestuft, für die Saatgutbeizmittel wird angenommen, dass Bienen nicht gefährdet werden. Neben den Haupteinsatzgebieten im Acker-, Obst- und Gemüsebau werden Neonicotinoide auch in Haus- und Kleingärten eingesetzt.

Clothianidin


Anwendung: Spritzmittel, Beizmittel, Ausnahmeregelung des BVL vom 12.03.2010 für Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz
Wirkstoff Anwendung Anwendungsbereiche in Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau: Kartoffel, Zuckerrübe, Futterrübe, Raps, Mais (Einbringen des Granulats bei der Aussaat, nur mit speziellen Geräten)
Produktbeispiele: Dantop, Poncho beta, Janus, Elado, Santana

Imidacloprid


Anwendung: Spritzmittel, Saatgutbehandlung/Beizmittel
Wirkstoff Anwendung Anwendungsbereiche in Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau: z.B. Apfel, Weinrebe, Hopfen, Zierpflanzen, Tabak
Kartoffel, Speisezwiebel, Porree, Zucker und Futterrübe, Gemüsearten, Raps, Lein, Öllein
Produktbeispiele: Warrant 700WG, Kohinor 70WG, Monceren G, Gaucho, Traffic, Imprimo, Antarc, Chinook



Schäden für Imkerei und Landwirtschaft



Für die Landwirtschaft sind Bienen von großer Bedeutung: Sie bestäuben viele Kulturpflanzen wie Obstbäume und Gemüsesorten und tragen so erheblich zum Ernteerfolg bei. 35 % der weltweiten Nahrungsmittelproduktion hängen nach Angaben der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) von Bestäubern ab. Zu diesen gehören neben Bienen auch Vögel, Schmetterlinge, andere Insekten und Säugetiere wie Fledermäuse. Darüber hinaus zeigen die meisten Kulturpflanzen durch Tierbestäubung natürliche Produktionssteigerungen zwischen 5 und 50 %. Der weltweite Rückgang von Bestäubern gefährdet daher die Lebensmittelsicherheit und die Vielfalt an gesunden Lebensmitteln.

In den vergangenen Jahren gingen insgesamt 300.000 Bienenvölker in Deutschland verloren, die Gesamtzahl liegt heute nur noch bei etwa 750.00011. Die ökonomischen Schäden für die Imker gehen in die Millionen. Zahlreiche Imker geben aus wirtschaftlichen Gründen auf.

Das fortwährende Bienensterben hat viele Ursachen:
• Eine zunehmend industrialisierte Intensivlandwirtschaft bringt immer mehr Monokulturen und den Rückgang von artenreichen Ackerrandstreifen und anderen Rückzugsgebieten für Wildpflanzen und Tiere mit sich. Große Flächen, die mit der selben Pflanze bestellt sind, sichern weit weniger eine gleichbleibende Nahrungsgrundlage für Bienen als eine Vielzahl von kleinen Flächen mit unterschiedlichen Pflanzen.
• Monokulturen erfordern einen relativ hohen Einsatz von Pestiziden.
• Der Verzicht auf Fruchtfolgen aus rein ökonomischen Gründen begünstigt die Vermehrung von Schädlingen, was ebenfalls erhöhten Pestizideinsatz nach sich zieht. Beim Mais ließe sich der wichtigste Schädling allein durch Fruchtwechsel unter Kontrolle halten.
Zusammen mit Bienenparasiten wie der Varroa-Milbe führen diese Bedingungen zu einem in den letzten Jahren ständig gestiegenen Stress für die Bienen. Die Hinweise verdichten sich, dass der Einsatz hochwirksamer und bienengefährdender Neonicotinoide eine entscheidende Rolle in dieser katastrophalen Entwicklung spielt.


Langzeitwirkungen



Die Zulassung von Insektiziden erfolgt auf der Basis von Untersuchungen, die eine akute Schädigung von Bienen bei sachgemäßer Handhabung auszuschließen scheinen. Es gibt bisher jedoch nur wenig öffentlich zugängliche Untersuchungen über die Langzeitwirkungen dieser Gifte auf Nutzinsekten. Zulassungen ohne hinreichende Datenbasis zu Langzeitwirkungen und zu sublethalen, d.h. nicht unmittelbar zum Absterben der Insekten führenden Effekten, scheinen der Regelfall zu sein. Wissenschaftliche Studien geben jedoch eindeutige Hinweise darauf, dass bereits geringste Konzentrationen ausreichen, um etwa Orientierungsverlust bei Bienen zu bewirken, was letztendlich auch zu Verlusten ganzer Völker führen kann.

Hinweise auf ein hohes Schädigungspotential durch Neonicotinoide liegen auch für einen indirekter Belastungspfad vor: Die „Guttation“ genannte Ausscheidung von kleinen Wassertröpfchen an den Blatträndern von zahlreichen Pflanzen, wie etwa jungen Getreide- oder Maispflanzen, wird von Bienen zur Deckung ihres Trinkwasserbedarfs genutzt. In diesen Tröpfchen sind sehr hohe Pestizidkonzentrationen nachweisbar, wenn das Saatgut vorher mit Clothianidin oder Imidacloprid gebeizt wurde. Bienen, die dieses Wasser aufnahmen, zeigten die typischen Symtome eines Nervengiftes, bevor sie verendeten. Der Transport von Neonicotinoid-Wirkstoffen durch die Pflanze erfolgt offenbar sehr viel besser als bei anderen Insektiziden. Eine Berücksichtigung dieser Ergebnisse sollte die Zulassung dieser Wirkstoffe dringend ausschließen.


Auswirkungen auf die Biodiversität



Noch sehr viel größer als die direkten Schäden für die Imkerei dürften die Folgeschäden sein, die mit einer verringerten Bestäubungsleistung sowie mit dem Verlust an Artenvielfalt und der Schädigung von Böden und Oberflächenwasser auf lange Sicht verbunden sind. Neonicotinoide wurden in hohen Konzentrationen in Oberflächengewässern nachgewiesen und schädigen die Larvenstadien zahlreicher Insekten. Dies führt zu einem nachweisbaren Verlust der Artenvielfalt.
Ohne ihre Bestäubungsleistung würde vielen Tieren ein Teil ihrer Nahrungs- und Lebensgrundlage fehlen. Bienen und andere Blütenbestäuber – insgesamt mindestens 300.000 Tierarten - sichern die Vielfalt der in der Natur vorkommenden Pflanzen. Weltweit sinkt die Anzahl der Bestäuberarten alarmierend. Auch hier sind die großen landwirtschaftlichen Nutzflächen mit Monokulturen und hohem Pestizideinsatz als Ursache zu nennen. Die Notwendigkeit, den Schutz und die Vielfalt von Bestäubern zu gewährleisten, wurde international bereits 2002 anerkannt. Wesentliche Maßnahmen sind die Überwachung des Bestäuberrückgangs, die Verbesserung des Schutzes von Bestäubern und das Schließen von Kenntnislücken, die auch in Deutschland noch erheblich sind.


Gesundheitsrisiken für Menschen



Insektizide sind häufig auch für Menschen giftig. Sie können akut giftig, krebserregend, fortpflanzungsschädigend, nervengiftig oder hormonell wirksam sein. Thiacloprid, ein Neonicotinoid, wird von der US-amerikanischen Umweltbehörde als wahrscheinlich krebserregend beim Menschen eingestuft. Auch für andere Wirkstoffe gibt es Hinweise darauf, dass sie krebserregend, akut giftig, fortpflanzungsschädigend, nervengiftig oder hormonell wirksam sind. Ein hohes Risiko besteht für die Landwirte, die diese Pestizide einsetzen. Auch besonders empfindliche Personengruppen wie Kinder oder Schwangere sind überdurchschnittlich gefährdet. Die Gifte wurden in verschiedenen Lebensmitteln nachgewiesen: Clothianidin wurde in Gurken, Paprika, Gewürzen, Pfirsichen, Rucola, Salat, Tee und Tomaten gefunden. Imidacloprid und Metalxyl-M sowie Fludioxonil und Beta-Cyfluthrin wurden ebenfalls in Lebensmitteln nachgewiesen. Diese Pestizide gelangen über die Nahrung in den Körper.

Gesundheitsrisiken von Insektiziden



Beta-Cyfluthrin: akut toxisch, im Verdacht hormonell wirksam zu sein

Imidacloprid: mäßig akut toxisch Thiamethoxam krebserregend, unklar, ob hormonell wirksam, fortpflanzungsschädigend

Fludioxonil: gering akut toxisch, möglicherweise gefährdend für Grundwasser

Metalaxyl-M: mäßig akut toxisch, möglicherweise gefährdend für Grundwasser

Clothianidin: unklar, ob fortpflanzungsschädigend, hormonell wirksam

Methiocarb: akut giftig, nervengiftig, evtl. fortpflanzungsschädigend u. hormonell wirksam



Riesengewinne für Chemie-Konzerne



2006 wurden in Deutschland 29.850 Tonnen Pestizide versprüht. Obwohl die Mittel laut Chemie-Industrie immer wirksamer werden, ist die eingesetzte Menge von 2004 – 2006 um 10 % gestiegen. Zum Nutzen der Pestizidhersteller wie Bayer CropScience oder BASF, die Riesengewinne mit dem Verkauf der zum Teil gesundheits- und umweltgefährdenden Mittel erzielen. Die bienengefährdenden Wirkstoffe Clothianidin und Imidacloprid von Bayer CropScience gehören mit einem Jahresumsatz von zusammen 793 Mio. Euro (Clothianidin 237 Mio Euro, Imidacloprid 556 Mio. Euro) zu den „Top 10–Produkten 2007“ des Unternehmens.
Die Ankündigung von Schadensersatzzahlungen durch Bayer CropScience an betroffene Imker des Bienensterbens 2008 wirkt angesichts der Gewinne des Unternehmens und der immensen negativen Auswirkungen bienengefährdender Pestizide für Imkerei, Landwirtschaft und Naturhaushalt geradezu lächerlich. Bayer CropScience betont zudem, dass die Schadensersatzzahlungen keineswegs ein Schuldeingeständnis seien. Der Fehler liege viel mehr bei „fehlerhaft behandelten Mais-Saatgutpartien“.

Absatz von Neonicotinoiden im In- und Ausland (2009)



Thiacloprid
Inlandabsatz in Tonnen: 100-250
Export in Tonnen: 100-250

Imidacloprid
Inlandabsatz in Tonnen: 25-100
Export in Tonnen: 250-1000

Clothianidin
Inlandabsatz in Tonnen: 25-100
Export in Tonnen: 100-250

Thiamethoxam
Inlandabsatz in Tonnen: 10-25
Export in Tonnen: < 1.0


Deutsche Pestizidhersteller exportieren große Mengen zum Teil hochgefährlicher Stoffe. Nicht überprüfbar ist, in welche Länder diese gelangen, da die Hersteller diese Daten nicht veröffentlichen müssen. Gemäß § 19 des deutschen Pflanzenschutzgesetzes sind Hersteller und Vertreiber von Pestiziden jedoch verpflichtet, jährlich die Menge der verkauften Pestizide und die darin enthaltenen Wirkstoffe an das BVL zu melden. Daraus wird deutlich, dass exportierte Mengen zum Teil weit über den in Deutschland verkauften Mengen liegen. Mit dem Export von Pestiziden exportieren deutsche Firmen auch die damit verbundenen Risiken, die bei Transport, Lagerung, Anwendung und Entsorgung entstehen.


Die Zulassungspraxis für Pestizide ist mangelhaft



Die Produkt-Zulassung liegt bei den zuständigen Behörden der EU-Mitgliedsstaaten, in Deutschland beim BVL. Im Zulassungsverfahren für Pestizide werden auch die möglichen Auswirkungen auf Bienen untersucht. Nach Aussagen des BVL konnten bei Tests zur Wirkung der Saatgutbehandlung durch das Mittel Poncho (Wirkstoff: Clothianidin) keine negativen Auswirkungen „auf Mortalität, Volksentwicklung, Brutenwicklung, Flugintensität, Verhalten und das Orientierungsvermögen festgestellt werden. Rückstände von Clothianidin in Materialien, die für Bienen relevant sind, lagen deutlich unter den für Bienen kritischen Konzentrationen.“ Das andauernde Bienensterben belegt, dass die durchgeführten Tests nicht ausreichend waren. Bei näherer Betrachtung der vorliegenden Testergebnisse von Bayer CropScience zu Clothianidin zeigt sich, dass der Versuchsaufbau verschiedener Studien keinen realen Bedingungen entsprach. Zwei Beispiele:
1. Bayer CropScience führt Feldversuche mit Sommerraps, Sonnenblumen und Mais an, um die Ungefährlichkeit von Clothianidin für Honigbienen zu beweisen. Die Ergebnisse dieser Tests lassen sich jedoch nicht auf Winterraps übertragen. Die erstgenannten Kulturen blühen im Juli und August. Winterraps blüht bereits von April bis Juni.
Winterraps ist für die Honigbienenvölker in Deutschland die erste Möglichkeit, Vorräte an Pollen und Nektar für den Rest der Saison anzulegen. Mit diesen Vorräten wird auch die Brut gefüttert. Fütterungsstudien, die keine Effekte finden, jedoch unbelastete Vorräte nicht berücksichtigen, sind nicht aussagekräftig.
2. Den Bewertungen wird eine zu kurze Halbwertszeit zu Grunde gelegt. So beträgt die mittlere Halbwertszeit von Clothianidin im Boden laut Bayer CropScience 120 Tage, laut Aussage der US-Umweltbehörde Environmental Protection Agency (EPA) in oberen Bodenschichten jedoch 277 bis zu 1.386 Tage. Je langsamer der Wirkstoff abgebaut wird, desto schneller kann sich dieser in der Umwelt anreichern.

Generell muss kritisiert werden, dass Zulassungen und zusätzliche Ausnahmeregelungen erteilt werden, obwohl potenzielle Langzeitfolgen von Neonicotinoiden - Imidacloprid, Clothianidin, Thiacloprid und Thiamethoxam – nicht ausgeschlossen werden können.

Weitere unbeantwortete Fragen, die für die Imkerei und für die Artenvielfalt der Insekten von immenser Bedeutung sind:

• Gewähren die technischen Maßnahmen zur Verringerung der Freisetzung von neonicotinoid-haltigen Stäuben beim Säen (v.a. von Mais) einen ausreichenden Schutz der Bienenvölker, in deren Flugradius mit Neonicotinoiden behandeltes
Saatgut gesät wurde? Werden die Maßnahmen konsequent und von allen Landwirten umgesetzt?
• Kann ausgeschlossen werden, dass technische Mängel, Anwendungsfehler der Landwirte und Fehleinschätzungen zu wesentlich anderen Belastungssituationen führen als in Zulassungsverfahren angenommen?
• Welche Bedeutung hat die Pestizidaufnahme über das Guttationswasser bei der Exposition von Bienen?

Die bisherigen Erkenntnisse lassen den Schluss zu, dass die Zulassungspraxis keine Sicherheit gegen andauernde Schäden bei Bienen und anderen Insekten bietet und damit gravierende ökologische, gesundheitliche und wirtschaftliche Schäden nicht ausschließen kann. Für Menschen und Umwelt gefährliche Pestizide dürfen keine Zulassung erhalten.



Alternativen zu hochgiftigen Beizmitteln sind vorhanden



Die Insektengift Clothianidin wird u.a. gegen den Maiswurzelbohrer eingesetzt. Eine Bekämpfung ist jedoch auch ohne Pestizide möglich: Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) schreibt, dass "starke Schäden besonders in Gebieten mit intensivem Maisanbau zu erwarten (sind), in denen Mais nach Mais angebaut wird“. Schon wenn Mais im Wechsel mit einer anderen Kultur angebaut wird, kann die Gefahr einer Massenvermehrung des Schädlings erheblich reduziert werden. Bei einer Fruchtfolge mit drei oder mehr Kulturen besteht keine Gefahr von Massenvermehrungen oder dauerhafter Etablierung des Schädlings mehr.
Dass ein Verzicht auf bienengefährdende Beizmittel die Landwirtschaft nicht schädigt, zeigt die landwirtschaftliche Praxis in Frankreich: Auf 2,8 Millionen Hektar wird erfolgreich Mais ohne den Einsatz von Clothianidin- und Imidacloprid-haltigen Beizmitteln angebaut. Die Anbaufläche in Deutschland beträgt ca. 1,8 Mio. Hektar.


Forderungen des BUND und DBIB



1. Verbot bienengefährdender Pestizide


• Sofortmaßnahme: Widerruf der Zulassung aller Neonicotinoide insbesondere Clothianidin und Imidacloprid durch das BVL, solange deren Risiken nicht durch eindeutige Befunde widerlegt sind. Auch Ausnahmeregelungen wie für das clothianidinhaltige Mittel SANTANA für Mais sind aufzuheben.
• Bienengefährdende Wirkstoffe dürfen in der EU nicht zugelassen werden
Die Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, das Kriterium „bienengefährlich“ als Ausschlusskriterium in die EU-Zulassungsverordnung aufzunehmen.

2. Verschärfung des Zulassungsverfahrens


• Zulassungsprüfungen müssen verbessert werden
Es muss eine unabhängige Prüfung der Langzeitfolgen von Pestiziden unter realistischen Bedingungen erfolgen, deren Ergebnisse in die Zulassungsverfahren einfließen müssen. Eckpunkte dieser Untersuchungen müssen sein: Belastung der Bienenvölker durch Pestizide unter Einbeziehung aller Entwicklungsstadien, Einfluss auf die Lebensdauer einer Biene sowie die Überwinterungsfähigkeit eines Volkes.

3. Förderung und Nutzung von Alternativen


• Verbot des Anbaus von Mais in Monokultur ohne Fruchtwechsel
Es müssen verbindliche Vorgaben zum Anbau von Mais in 3-gliedriger Fruchtfolg festgelegt werden. Durch diese pflanzenbauliche Maßnahme kann eine Massenvermehrung bedeutender Schädlinge (Maiswurzelbohrer, Drahtwürmer) vermieden werden.
• Förderung des Ökolandbaus
Die naturnahe Landwirtschaft setzt keine bienengefährlichen Agro-Chemikalien ein. Deshalb ist die Förderung des Ökolandbaus ein entscheidender Schritt bei der Zurückdrängung der Risiken.

4. Der Einsatz von Pestiziden muss generell reduziert werden


• Reduktion des Pestizideinsatzes um 30 % innerhalb von 5 Jahren
Dieses Ziel muss als verbindliche Reduktionsvorgabe im Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) festgeschrieben werden, da das Instrument der Pestizid-Zulassung allein keinen ausreichenden Schutz der Umwelt sicherstellen kann.
• Aufnahme von Biodiversitätsindikatoren
Die Auswirkungen auf andere Insekten und die Artenvielfalt sind zu berücksichtigen. Bestäuber müssen als besonders bedeutsame Gruppe für Ökosysteme als Bioindikatoren in den Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln aufgenommen werden.

5. Chemieindustrie muss Verantwortung übernehmen


• Offenlegung der Pestizid-Exporte
Die Pestizidindustrie muss offenlegen, welche bienengefährdenden Stoffe in welchen Mengen in welche Länder exportiert werden.

V.i.S.d.P.: Manfred Hederer, DBIB, Hofstattstr. 22 a, 86919 Utting am Ammersee; Dr. Heribert Wefers, BUND,
Am Köllnischen Park 1, 10179 Berlin, August 2010





Bienensterben = Bienenvergiftung: Einige Informationen



Presseerklärung der EU zum Bienensterben oben
Rede von Axel Mayer zum Bienensterben am Oberrhein unten



Bienensterben & Bienengesundheit – Kommissionsdokument zeigt Bedarf an mehr Maßnahmen in der EU auf



Gesunde Honigbienen sind sowohl für die Honigerzeugung als auch für die Bestäubung von Pflanzen wie z. B. Obstbäumen wichtig. In den vergangenen Jahren wurde in verschiedenen Ländern der Welt ein erhöhtes Bienensterben beobachtet. Um die Gründe dieses Bienensterbens besser zu erforschen, hat die Europäische Kommission heute ihre Ideen zu einer Reihe von spezifischen Maßnahmen vorgestellt. Wissenschaftliche Studien konnten bisher weder die Ursache noch das genaue Ausmaß des Problems ermitteln. Die Kommission hat bereits einige Initiativen gestartet, um den Anliegen des Bienenzuchtsektors gerecht zu werden, und weitere Maßnahmen sind in Vorbereitung. Die Bienenzucht ist in der Europäischen Union weit verbreitet: Es gibt etwa 700 000 Imker, von denen die Mehrzahl die Bienenzucht als Hobby betreibt. Mit der heute angenommenen Mitteilung werden die Anstrengungen unterstützt, Lösungen für die Problematik zu finden.

John Dalli, Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik, bemerkte hierzu: „Dem Schutz der Gesundheit der Honigbiene wird in der EU hohe Bedeutung beigemessen. Im Sinne des Mottos unser Tiergesundheitsstrategie ‚Vorbeugung ist die beste Medizin‘ muss die EU den bestehenden Rahmen ausbauen und die Mitgliedstaaten und Bienenzüchter bei ihren Bemühungen um eine bessere und nachhaltigere Bienengesundheit unterstützen.“ Abschließend erklärte der Kommissar: „Die heute angenommene Mitteilung wird die Diskussion zur Bienengesundheit mit allen interessierten Kreisen verbessern und könnte den Weg für mehr EU-Maßnahmen ebnen.“

Bekämpfung des Bienensterbens
In der Mitteilung der Europäischen Kommission werden die zentralen Fragen zur Bienengesundheit untersucht und von der Kommission gestartete Initiativen sowie bereits erfolgte Maßnahmen vorgestellt. Folgende spezifische Maßnahmen – die zu einem besseren Verständnis des Bienensterbens und damit auch zu verschiedenen ggf. erforderlichen Abhilfemaßnahmen führen werden – hat die Kommission eingeleitet, abgeschlossen oder geplant:

  • Ernennung eines EU-Referenzlabors zur Bienengesundheit (ANSES - Sophia Antipolis - France)
  • Pilotüberwachungsprogramm, um das Ausmaß des Bienensterbens abzuschätzen
  • Überprüfung der EU-Tiergesundheitsstrategie im Hinblick auf die Bienengesundheit – insbesondere auf wesentliche Elemente wie allgemeine Definitionen, Grundsätze für Seuchenbekämpfungsmaßnahmen und Verbringungen von Tieren
  • Verstärkte Nutzung von Leitfäden zur Bewältigung von Problemen, für die Rechtsvorschriften auf EU-Ebene nicht angemessen wären
  • Fortbildungen zum Thema Bienengesundheit für Beamte der Mitgliedstaaten im Rahmen der Initiative „Bessere Schulung für sicherere Lebensmittel“
  • Berücksichtigung der beschränkten Verfügbarkeit von Tierarzneimitteln für Bienen bei der Überprüfung des EU-Rechts zu Tierarzneimitteln
  • Genehmigung von Pestiziden auf EU-Ebene nur unter der Bedingung, dass diese für Honigbienen unbedenklich sind
  • Schutz von Bienen durch Maßnahmen gegen den Verlust der biologischen Vielfalt
  • Erhöhung der EU-Beteiligung um fast 25 % bei der Finanzierung der nationalen Imkereiprogramme für den Zeitraum 2011-2013
  • Forschungsprojekte, die sich mit der Bienengesundheit und mit dem Rückgang wildlebender und domestizierter Bestäuber in Europa (einschließlich Honigbienenvölker) beschäftigen
  • Verstärkte Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen (z. B. Internationales Tierseuchenamt, OIE)

    Weiteres Vorgehen
    Die Mitteilung soll als Grundlage für weitere Diskussionen mit dem Europäischen Parlament, dem Rat sowie den Behörden der Mitgliedstaaten und den Interessenträgern dienen. Auf diese Weise sollen mögliche weitere Maßnahmen identifiziert werden, die auf EU-Ebene erforderlich sind.

    Bei diesen Erwägungen wird eine weitere Harmonisierung von EU-Maßnahmen unter Berücksichtigung der Grundsätze der Verhältnismäßigkeit und Subsidiarität eine zentrale Rolle spielen. Zu den Maßnahmen könnten auch Initiativen nicht legislativer Natur gehören, mit denen die Imker für Bienenkrankheiten sensibilisiert und ihr Verantwortungsbewusstsein erhöht werden soll.

    Die Problematik

    Die Gesundheit der Bienen wird von verschiedenen Krankheitserregern (z. B. bakterieller, viraler, parasitärer Art) beeinflusst. Weder über die Rolle, die Bienenkrankheiten für das erhöhte Bienensterben spielen, noch über das Zusammenspiel von Krankheitserregern und anderen Faktoren ist viel bekannt und ebenso wenig darüber, wie dies die Bienengesundheit beeinflusst.

    Weitere Faktoren, die die Bienengesundheit beeinflussen, umfassen Imkereimethoden, Umweltbedingungen sowie die beschränkte Verfügbarkeit von Arzneimitteln. Zu den negativen Umweltfaktoren, die zu berücksichtigen sind, gehören neben der Verwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft auch der Klimawandel, Futtermangel und der Verlust von Lebensräumen.

    Der Imkereisektor umfasst viele verschiedene Arten der Bienenzucht (professionell oder als Hobby, stationäre oder mobile Imkereien, Wanderimkereien). Im Hinblick auf das Verhältnis von Bienengesundheit und Technologie bestehen beträchtliche Unterschiede im Vergleich zu anderen Tierarten wie Rindern oder Geflügel, da Bienen als Völker zusammenleben und stärker von ihrer natürlichen Umgebung abhängig sind. Die verschiedenen Regionen (Klima, traditionelle/lokale Herstellung) und die Verbreitung von Krankheiten zählen ebenfalls zu den Faktoren, die eine Rolle für die Imkerei spielen.

    All diese Elemente führen zu vielen verschiedenen Anforderungen, Herangehensweisen, Meinungen und Praktiken.

  • Guardian: Bees in freefall as study shows sharp US decline hier



    Rede von Axel Mayer zur Bienenvergiftung durch Bayer-Gifte am Oberrhein


    Hier könnt Ihr die Rede als Podcast hören: Bienenvergiftung
    (6,94MB groß, zum download: rechtsklick --> Ziel speichern unter)

    (Manuskript) Rede gegen Bienenvergiftung Demo am 28.8.08 in Freiburg


    (Es gilt das gesprochene Wort)


    Kundgebung gegen Bienensterben
    Liebe Freundinnen und Freunde,
    liebe Imker, Umweltschützer, Naturschützer,
    Trinkwassertrinker und Honigesser,


    Warum sind wir heute hier?
    Das Bienensterben geht uns alle an / Doch Bienensterben ist das falsche Wort
    Sterben müssen irgendwann alle Bienen

    Es geht nicht ums Bienensterben / Es geht um die Bienenvergiftung

    Und es geht nicht nur um die Vergiftung der Honigbienen.
    Es geht auch um die Vergiftung der Wildinsekten und der Wildbienen.

    Die Bienenvergifter haben einen Namen: Verantwortlich für die Produktion der Saatgutbeize ist die Firma Bayer CropScience.
    Grund für das Bienensterben ist der im Pflanzenschutzmittel „Poncho“ enthaltene Wirkstoff Clothianidin
    Über die Verursacher des Giftabriebs wird gestritten.

    Von der Bienenvergiftung mit Poncho waren allein im Rheintal über 700 Imker mit knapp 11.500 Bienenvölkern betroffen.

    In der Zeit in der hier am Oberrhein Millionen von Bienen starben, hab ich mal Fernsehen geschaut

    Was lief in der ZDF Werbung?: Ein Bayer Werbefilm
    Die Bienen sterben am Bayer Gift und Bayer wirbt für sich

    Was war der Inhalt der Werbung?
    Bayer: Science for a better life.
    Bayer ist gutes Leben / Bayer ist tolle Umwelt / Bayer ist guter Sex

    Die Bienen sterben und die Bienenvergifter machen Greenwash:
    Sie basteln sich ein grünes Image

    Was lassen wir uns eigentlich alles gefallen?
    Vor 15 Jahren wären in Freiburg bei einer solchen Umweltvergiftung noch 5000 Leute auf die Strasse gegangen

    Und heute?
    Wir erleben eine zutiefst befriedete Umweltbewegung in ihrer Ökokuschelecke

    Ich sage nur:
    Friede, Freude, Ökohauptstadt / Es genügt nicht in einer GREEN City zu wohnen


    Bienensterben = Bienenvergiftung
    Wir müssen uns wieder stärker engagieren
    -Gegen die schleichende Vergiftung der Umwelt
    -für eine nachhaltige umwelt- bienen und damit menschenfreundliche Landwirtschaft
    -Gegen Greenwash

    Die Bienenvergiftung und die verfehlte Bekämpfung des Maiswurzelbohrers sind ein Thema

    Die Bekämpfung des Maiswurzelbohres: Eine Geschichte von Pleiten Pech und Pannen
    “Erster Maiswurzelbohrer” Jahr 2003 im Elsass
    Hubschrauber versprühen 1,5 Tonnen des Gifts "Karate"
    Fische sterben in Gartenteichen

    danach: gigantische chemische Abwehrschlacht am Rhein
    Im Jahr 2007 werden die ersten Exemplare des Maiswurzelbohrers auf der badischen Rheinseite entdeckt
    Bekämfung mit Insektengift Biscaya

    Biscaya wurde erst in einem Notverfahren am 31.7.2007 für den Einsatz gegen den Maiswurzelbohrer zugelassen. Es gibt ein Verbot des menschlichen Verzehrs bei drei Spritzungen.

    Wichtig:
    es geht heute hier nicht nur um die Bienen / Es geht immer auch um die Menschen


    Die Bienenvergiftung in diesem Frühsommer war der negative Höhepunkt der Entwicklung
    Im Elsass in Battenheim wurde vor wenigen Tagen wieder ein einzelner Maiswurzelfiesling gefunden.
    Und wieder läuft eine riesige Vergiftungsaktion
    Die Chemieindustrie verdient / Mensch und Natur leiden

    Der Maiswurzelbohrer lässt sich nicht mehr ausrotten. Er lässt sich sehr erfolgreich mit Fruchtfolgen zurückdrängen


    Fruchtfolge statt Bayergift
    das ist keine grüne Theorie
    das ist die landwirtschaftliche Praxis in der Schweiz
    das sagen auch die Wissenschaftler in Deutschland

    Der BUND fordert:
    Die dumme umweltfeindlich-chemieindustriefreundliche EU Quarantäneverordnung muss fallen


    Ich habe es gesagt:
    Mensch und Natur leidet
    Die Chemieindustrie verdient

    Die Pflanzenschutz-Industrie in Deutschland blickt auf ein gutes Geschäftsjahr zurück,
    Der Inlandsumsatz der Mitgliedsfirmen stieg 2007 gegenüber dem Vorjahr um fast 11 Prozent auf 1,23 Milliarden Euro, die abgesetzte Giftmenge um rund neun Prozent auf 32.213 Tonnen.
    Weltweit wird die chemische Keule wieder hemmungslos geschwungen.
    Global wurden im Jahr 2007 Pestizide im Wert von rund 33,2 Milliarden Dollar verkauft, 7,8 Prozent mehr als 2006. Die Pestizidumsätze der weltgrößten Agrochemie-Konzerne stiegen in diesem Zeitraum zwischen 8 und 15 Prozent
    „Das Geschäft mit Pestiziden macht wieder Spaß", findet Hans Theo Jachmann, Deutschland-Chef von Syngenta, der weltweiten Nummer 2 des Pestizidmarktes, in der Tageszeitung „Die Welt“.
    Uns machen diese giftigen Geschäfte keinen Spass.
    Die "Entschädigung" für die Imker (die mit einem Maulkorb verbunden ist) zahlt Bayer aus der Portokasse.

    In Baden-Württemberg haben wir manchmal den Eindruck
    die Landwirtschaftspolitik des Landes wird nicht im Landwirtschaftsministerium bei Herrn Hauk gemacht
    Die Landwirtschaftspolitik wird bei Bayer und Co. gemacht

    Herr Minister Hauk:
    Lösen sie sich endlich aus der Abhängigkeit der Agrochemielobby!


    Sie vereten nicht nur die Großagrarier sondern auch die Imker

    Wir erwarten von Ihnen, dass Sie das Beizen von Saatgut mit Poncho und ähnlichen Giften und das Spritzen dieser Mittel in Baden-Württemberg verbieten -
    das Pflanzenschutzgesetz gibt den Ländern die Möglichkeit dazu

    Liebe Freundinnen und Freunde,
    liebe Imker, Umweltschützer, Naturschützer, Trinkwassertrinker und Honigesser,

    Die Bienenvergiftung war die Spitze des Eisbergs der Umweltbelastung mit Agrargiften.

    Es ist gut und wichtig Bioprodukte zu kaufen / Der Rückzug in die Kuschelbioecke aber ist verkehrt

    Wir müssen uns auch um die konventionelle Landwirtschaft kümmern

    Darum sagt der BUND:
    -Nein zur Bienenvergiftung
    -Nein zu einer idiotischen EU Quarantäneverordnung
    -Ja, zu einer umweltfreundliche nachhaltigen Landwirtschaft und zur Fruchtfolge
    Ich danke Euch

    Axel Mayer / BUND Regionalverband



    Links


    Mehr Informationen zum Maiswurzelbohrer



    PRESSEDIENST 15.4.2011
    Gentechnik/ Artenschutz


    Pestizide mitschuldig am Bienensterben in der Agrarlandschaft


    NABU und BUND: Agrarlobby verbreitet falsche Informationen

    Berlin - „Keine Entwarnung für Pestizide - sie stehen auch weiterhin im
    Verdacht, wesentlich zum Bienensterben beizutragen“. So fasst
    BUND-Vorsitzender Hubert Weiger die aktuellen Kenntnisse über die
    Auswirkungen synthetischer Pflanzenschutzmittel auf die Artenvielfalt
    zusammen. „Das gewaltige Bienenvölkersterben 2008 in Baden-Württemberg,
    das durch Neonikotinoide ausgelöst wurde, ist dafür Mahnung genug“,
    betont Weiger.

    „Eindeutig widersprechen wir der Fördergemeinschaft für nachhaltige
    Landwirtschaft (FNL), die allein der Bienenmilbe Varroa die Schuld an
    den Völkerverlusten gibt“, unterstreicht NABU-Präsident Olaf
    Tschimpke. Das weltweite Bienensterben habe komplexe Ursachen, wie eine
    neue Studie [1] der UN-Umweltorganisation UNEP belegt: Demnach schwächen der
    Verlust der Biodiversität, ausgeräumte Agrarlandschaften und der Einsatz
    von Pestiziden die Bestäuber ganz erheblich, und zwar sowohl Wildbienen
    und Hummeln als auch Honigbienen. „Statt auf seriöse Fakten zu bauen,
    missbraucht die industrienahe FNL das Deutsche Bienenmonitoring (DEBIMO)
    für ihre tendenziösen Botschaften“, kritisiert Tschimpke.

    Die beiden Umweltverbände fordern die zügige Weiterentwicklung des
    Bienenmonitorings, um die komplexen Zusammenhänge des Bienensterbens
    besser zu erfassen. Das Monitoring von staatlichen Bieneninstituten,
    Imkerbund und Industrie habe nur drei Jahre lang bei lediglich fünf
    Prozent der beteiligten Imker das Bienenbrot auf Rückstände untersucht.
    Obwohl dabei 42 verschiedene Pestizide gefunden wurden, ist mit dieser
    geringen Anzahl an Proben keine verlässliche Aussage zum Einfluss von
    Pestiziden auf die Bienengesundheit möglich. NABU und BUND fordern nun
    dringend die weitere Erforschung, welchen Einfluss die
    Kombinationswirkung einer Vielzahl von Pestiziden auf Bienen habe.

    Synthetische Pflanzenschutzmittel beeinträchtigen die Biodiversität in
    der Agrarlandschaft erheblich. Das belegen nicht zuletzt aktuelle
    Forschungen an der Universität Göttingen. Die Agrarwissenschaftler
    fanden im Rahmen einer Studie [2] in acht europäischen Ländern heraus, dass
    die Hauptursachen für die Verringerung der Tier- und Pflanzenvielfalt
    Spritzmittel wie Insektizide und Herbizide sind.

    Für Rückfragen:
    Tomas Brückmann, BUND, Tel. 030-275 86 -240
    Dr. Steffi Ober, NABU, Tel. 0172-5254198
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    Dieser Artikel wurde 963 mal gelesen und am 15.4.2011 zuletzt geändert.