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Atomkraftwerk Mühleberg: Gefahr für Mensch und Umwelt / Alle Infos zum AKW, KKW, Kernkraftwerk

Gefahrenquelle Atomkraftwerk Mühleberg
Die Nutzung der Atomenergie ist eine Gefahr für Mensch und Umwelt. Umweltbelastend, krank machend und sogar tödlich sind die Folgen des Uranabbaus, der Urananreicherung und die Herstellung der Brennelemente. Im so genannten Normalbetrieb gibt das Atomkraftwerk Mühleberg krebserzeugende Radioaktivität an die Umwelt ab. Ein jederzeit möglicher schwerer Unfall oder Terroranschlag kann das Leben und die Gesundheit von hunderttausenden Menschen in Gefahr bringen und große Gebiete dauerhaft unbewohnbar machen. Atomkraftwerke und Atomwaffen sind "siamesische Zwillinge" und die "zivile" Nutzung der Atomenergie führt zur weltweiten Weiterverbreitung von Atomkraftwaffen. Noch problematischer und unsicherer als das Kernkraftwerk Mühleberg sind die Wiederaufarbeitungsanlagen. Die Macht und der Einfluss der Schweizer Atomkonzerne Axpo und Nagra auf die Politik sind undemokratisch. Mit einer vorgeschobenen Klimapropaganda versuchen sie von ihrer Mitverantwortung für den Klimawandel abzulenken. Der heute im AKW Mühleberg produzierte Atommüll muss eine Million Jahre sicher gelagert werden und gefährdet das Leben zukünftiger Generationen auf dieser Erde.

Aktueller Einschub


Sehenswert:
  • Die falschen Versprechen der Atompolitik Frontal21-Dokumentation | Sendung am 13.07.2010
    hier können Sie den Beitrag sehen

  • 18.September: Berlin/ "Großer" Kanton, AntiAtom-Großdemo mit Umzingelung des Regierungsviertels in Berlin Infos: hier



  • Der mögliche Standort für ein Schweizer Endlager für Atommüll in Benken ist ungeeignet und gefährdet langfristig die Trinkwasserverorgung aller Rheinanlieger.


    Wie funktioniert das Kernkraftwerk / KKW Mühleberg?
    Für eine vergrößerte Version der Grafik hier klicken

    Die Risse im AKW Mühleberg sind offenbar viel länger und tiefer als noch vor zehn Jahren. Doch die Eidgenössische Aufsichtsbehörde sagt, dass diese die Sicherheit des AKWs nicht beeinflussen.

    Insgesamt neun Risse zieren die am stärksten betroffene Schweissnaht der Reaktorhülle des Kernkraftwerks Mühleberg. Der längste ist 91 Zentimeter lang, der tiefste 2,4 Zentimeter tief. Das sind mehr als zwei Drittel der 3,1 Zentimeter dicken Wand, wie der «Beobachter» schreibt.

    Diese Zahlen stammen aus einem unveröffentlichten Sicherheitsbericht aus dem Jahr 2007, der der Zeitschrift vorliegt. Publizieren wollte die Betreiberin des Atomkraftwerks, die BKW, den Sicherheitsbericht jedoch nicht.

    Erstaunlich, da der letzte Bericht anscheinend noch öffentlich zugänglich war. Bei der BKW wollte man gegenüber 20 Minuten keine Stellung nehmen. Die Risse im Atomkraftwerk wurden vor 20 Jahren entdeckt und in den Neunzigerjahren entsprechend saniert. Nur werden die Risse laut «Beobachter» trotzdem immer länger: Vor zehn Jahren waren die Risse erst halb so lang wie heute.

    Derzeit (02.2009) wartet das fast 40-jährige AKW Mühleberg auf eine unbefristete Betriebsbewilligung vom Bund. Diese könnte in den nächsten Monaten erteilt werden. Die besorgten Anwohner des Kernkraftwerks verlangen nun komplette Akteneinsicht

    Quelle:
    20min Schweiz
    04.02.09
    http://www.20min.ch/news/dossier/atomenergie/story/Risse-am-AKW-Muehleberg-immer-laenger-und-tiefer-10683645


    Atomkraftwerk AKW Atomkraftwerk AKW Mühleberg
    Eines der ältesten und gefährlichsten Atomkraftwerke der Welt, das AKW Mühleberg, strahlt auf dem Gemeindegebiet von Mühleberg im Kanton Bern, Schweiz. Es liegt etwa 2 km nördlich von Mühleberg an der Aare direkt unterhalb des Wohlensees, 14 km westlich von Bern. Es ist das einzige, nicht grenznahe AKW der Schweiz.

    Ein problematischer, sehr alter Siedewasserreaktor ohne zweiten Kühlwasserkreislauf der Firma General Electric mit 355 MW elektrischer Leistung dient der Stromgewinnung und das Wasser der Aare wird zur Kühlung verwendet. Betrieben wird das sehr alte und damit noch gefährlichere AKW Mühleberg durch die Bernischen Kraftwerke. Der Bau wurde 1967 begonnen, und 1972 konnte das Werk den kommerziellen Betrieb aufnehmen.

    Schon während des Testbetriebs 1971 ereignete sich ein (bekanntgewordner) grösserer Unfall.. In den 1990er-Jahren wurden Mängel am Containment-Aufbau (Erdbebensicherheit) reklamiert und Risse an Schweissnähten des nicht-druckführenden Kernmantels festgestellt. Diese Risse werden seither immer grösser.

    Aufgrund seiner Nähe zur Bundesstadt Bern und des vergleichsweise hohen Alters sowohl der Anlage als auch der zugrundeliegenden Technik ist das Kraftwerk umstritten. Eine große Gefahr ist die Versprödung des Reaktordruckgefäßes. Im Hinblick auf den gefährlichen längerfristigen Weiterbetrieb des Kernkraftwerkes Mühleberg wurden 2004 - zusätzlich zum Brennelementwechsel - aufwändige Nachrüstungen erfolgreich realisiert. Das AKW Mühleberg arbeitet ohne Kühltürme. Die führt zu einer thermischen Verschmutzung der Aare, die unterhalb des Kernkraftwerkes einen stetigen Temparaturanstieg zu verzeichnen hat. Dies schadet der Fischpopulation erheblich.
    Ein schwerer Atomunfall oder ein Anschlag auf das AKW Beznau würde die Schweiz unbewohnbar machen. Es ist erstaunlich, dass gerade die Atomlobbyisten in den konservativen Parteien der Schweiz vor diesen Gefahren die Augen verschließen. Ansonsten wird "Heimatschutz" ja groß geschrieben.

    Atomunfälle und Reaktorkatastrophen – Die große Gefahr
    In jedem AKW wird in einem Betriebsjahr pro Megawatt elektrischer Leistung die Radioaktivität einer Hiroshima-Bombe erzeugt. Das heißt, dass in Mühleberg mit 355 MW Leistung im Jahr in etwa die kurz- und langlebige Radioaktivität von ca. 355 Hiroshima-Bomben entsteht. Die Freisetzung nur eines kleinen Teils dieser Radioaktivität hätte verheerende Folgen für die betroffene Region. Große Landstriche müssten für lange Zeiträume evakuiert werden. Dies wäre eine menschliche und ökonomische Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes. Alternde, laufzeitverlängerte AKW vergrößern die Unfallgefahr. PolitikerInnen, die vor diesen Gefahren die Augen verschließen, sind apokalypsenblind. Der Unfall von Tschernobyl wird sich so kein zweites Mal wiederholen. Die nächste Katastrophe, ob in Ost- oder Westeuropa, oder eben in Mühleberg wird neue, nicht vorhersehbare und nicht planbare Ereignisabläufe bringen. Überall, wo Menschen arbeiten, gab und gibt es Fehler. Die Atomtechnologie verträgt keine Fehler, insbesondere nicht in einem altersschwachen AKW. Sie ist nicht menschengerecht. Dazu kommt die Gefahr durch jederzeit mögliche Terroranschläge.

    Der Super-GAU in Tschernobyl
    Der Super-GAU im AKW Tschernobyl geschah am 26. April 1986. Während eines Experiments geriet Block 4 des Atomkraftwerkes außer Kontrolle. Noch kurz vor dem Unfall war dieser russische Reaktortyp auch in westlichen Medien als „besonders sicher“ beschrieben worden. Die Hitze verbog Metall und Reaktorstäbe und der Kern konnte nicht mehr gekühlt werden. Es kam zur Explosion, durch die innerhalb des Reaktors 1500 Tonnen Graphit in Brand gerieten. Der Feuersturm riss radioaktive Materialien kilometerhoch in die Atmosphäre, wo sie von starken Winden erfasst wurden. Eine radioaktive Wolke verteilte den Fallout über weite Teile Europas. Millionen Menschen wurden einer starken Strahlenbelastung ausgesetzt. Es gab zehntausende Tote, obwohl Tschernobyl in einer dünn besiedelten Region liegt. Viele Menschen sind schwer erkrankt und die Zahl der Krebserkrankungen nimmt zu. Ein Gebiet, halb so groß wie die Bundesrepublik, wurde in der Ukraine, Weißrussland und Russland verseucht; 375 000 Bewohner mussten umgesiedelt werden. Über die Opferzahlen gibt es einen interessengeleiteten Streit. Die in der IAEO organisierte Atomlobby versucht die Unfallfolgen herunterzuspielen und zu verharmlosen. Wer neue Atomanlagen bauen will, muss Unfälle aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängen.


    Eine mit dem Unfall von Tschernobyl durchaus vergleichbare Katastrophe für die Menschheit ist jedes neue Land, das mit Hilfe der so genannten friedlichen Nutzung der Atomenergie zum Atomwaffenstaat wird.



    Uranabbau tötet
    Die letzten großen abbauwürdigen Uranvorkommen liegen in Australien, Russland, Nordamerika, Südafrika und im Kongogebiet. Für jede Tonne verwertbares Uranerz fallen bis zu 2000 Tonnen strahlender, umweltbelastender Abraum an. Das beim Uranabbau verstärkt entweichende Radongas macht die Bergwerksarbeiter und AnwohnerInnen krank. Ein Beispiel ist der Uranabbau der "Wismut" in Ost-Deutschland: Auf Grund der hohen Strahlenbelastung in diesen Gebieten traten dort verstärkt Krebserkrankungen auf. Allein rund 7.000 Lungenkrebsfälle sind dokumentiert. Insgesamt gehen Schätzungen von mehr als 20.000 Opfern im deutschen Uranabbau aus. Die Sanierung der deutschen Urangruben der Wismut hat die SteuerzahlerInnen 6,5 Milliarden Euro gekostet. Die gesundheitlichen Folgen des Uranabbaus in den Ländern der Dritten Welt sind verheerend.

    Und doch ist Uran endlich: Nach seriösen Schätzungen reichen die Uranvorräte nur noch wenige Jahrzehnte.
    Mehr Infos: Energiereserven und Uran

    Radioaktivität im so genannten Normalbetrieb
    Der Krebskamin und das radioaktive Abwasser
    In der Propaganda der Atomkonzerne werden Atomkraftwerke häufig als "abgasfrei" bezeichnet. Doch Atomkraftwerke geben auch im so genannten Normalbetrieb über den Kamin, das Maschinenhaus und das Abwasser radioaktive Stoffe an die Umwelt ab. Jede noch so geringe radioaktive Strahlung kann Krebs auslösen. In der Umgebung vieler Atomanlagen wurden erhöhte Krebsraten festgestellt. Die Grenzwerte für erlaubte Radioaktivitätsabgabe des Atomkraftwerks Fessenheim zum Beispiel liegen bei 925 Milliarden Becquerel/Jahr für radioaktives Material und 74.000 Milliarden Becquerel/Jahr für Tritium (laut einer dpa-Meldung). Die erlaubte "Entsorgung durch Verdünnung", die schleichende Verseuchung über den Kamin und das Abwasser, ist ein Skandal. Bei Wikipedia heisst der Schornstein der AKW sehr häufig verharmlosend "Abluftkamin".

    Krebs und AKW
    Aus einer Studie, die das Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) im Dezember 2007 veröffentlichte, geht hervor, dass die Häufigkeit von Krebserkrankungen bei Kindern unter fünf Jahren mit der Nähe zum Reaktorstandort deutlich zunimmt. Im Umkreis von fünf Kilometern um die Reaktoren wurde für den Zeitraum von 1980 bis 2003 ermittelt, dass 77 Kinder an Krebs erkrankten, davon 37 Kinder an Leukämie. Im statistischen Durchschnitt wären 48 Krebserkrankungen beziehungsweise 17 Leukämiefälle zu erwarten. Es ist unerklärlich warum viele Spitzenpolitiker von CDU, CSU und FDP vor dieser Tatsache die Augen verschließen. Der Studie zufolge gibt es also zusätzlich 1,2 Krebs- oder 0,8 Leukämieerkrankungen pro Jahr in der näheren Umgebung von allen 16 untersuchten Akw-Standorten. Die Studie zeigt aber, dass auch im weiteren Radius um AKW die Kinderkrebshäufigkeit zunimmt. Der prozentuale Anteil sinkt zwar, dafür nimmt aber die Anzahl der kranken Kinder zu, denn dort wohnen und leben mehr Kinder als in direkter Nähe des AKW.

    Es ist unerklärlich warum viele Spitzenpolitiker von "liberalen" und "konservativen" Parteien dieses Krebsrisiko nicht sehen wollen. Es ist ebenso unerklärlich warum immer noch Menschen ihren Gefahrstrom von den Atomkonzernen beziehen.


    Der Epidemiologe und Mitglied des Expertengremiums des Bundesamtes für Strahlenschutz Eberhard Greiser sagte dazu in einerm Interview der TAZ vom 18.12.07
    „Im 5-Kilometer-Kreis ist das Risiko um 60 bis 75 Prozent höher, in 5 bis 10 Kilometeren Entfernung um 20 bis 40 Prozent erhöht, weiter entfernt sinkt das Risiko bis auf sehr kleine Werte. Wenn Sie die Zahl der Bewohner nehmen, gibt es in der 50-Kilometer-Zone allerdings deutlich mehr betroffene Kinder“
    „Von allen Krebserkrankungen bei Kindern unter 5 Jahren, die im 50-Kilometer-Umkreis von Kernkraftwerken leben, sind 8 bis 18 Prozent auf das Wohnen in der Nähe des Atomkraftwerkes zurückzuführen.“

    mehr Infos: Krebs, Kinderkrebs und Kernkraftwerk


    Die Gefährdung des AKW Mühleberg durch potentielle Anschläge
    und Terror wird in der politischen Debatte gerne verdrängt und ausgeblendet. Doch die sogenannte friedliche Nutzung der Atomenergie hat die Büchse der Pandora weit geöffnet. Für Atom - Terrorismus gibt es vier denkbare Wege:
    • Aus spaltbarem Material (Plutonium-239, hochangereichertes Uran-235...) könnte ein nuklearer Sprengkörper einfachster Technologie gebaut werden
    • Verwendung einer (gestohlenen) Atombombe aus Beständen regulärer Armeen
    • Radioaktives Material kann mit Hilfe einer geeigneten technischen Vorrichtung in der Umwelt verbreitet werden, um eine radioaktive Verseuchung zu schaffen (Schmutzige Bombe)
    • Direkter Angriff auf ein Atomkraftwerk, einen Castortransport, eine Wiederaufarbeitungs-anlage oder sonstige Atomanlage

    Während die Punkte 1 und 2 technisch extrem aufwändig und sehr unwahrscheinlich (aber nicht ausgeschlossen) sind, müssen die letzten beiden Punkte als konkrete Bedrohungen angesehen werden. Ein Anschlag mit "modernen" panzerbrechenden Waffen auf das AKW hätte verheerende Auswirkungen. Panzer- und bunkerbrechende Waffen aller Art gehören leider schon lange zum gängigen Waffenarsenal im Bereich des Terrorismus. Solange das AKW Mühleberg nicht abgestellt ist, gehört es zumindest besser gesichert als bisher.
    Mehr Infos - Atomterrorismus

    Flugzeugabsturz und das AKW Mühleberg
    Eine geheimgehaltene Studie der deutschen "Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit" über die Terror-Anfälligkeit von Atomkraftwerken wurde vom Nachrichtenmagazin NEWS veröffentlicht.
    Wir zitieren:
    Terroristen sind mit jeder Art von Passagierflugzeug in der Lage, den atomaren Super-GAU auszulösen. Wenn nur ein Triebwerk eine Reaktorgebäudewand durchdringe und einen Brand auslöse, sei die Beherrschung des atomaren Ernstfalls "fraglich". Selbst ein "Treffer des Daches des Reaktorgebäudes durch Wrackteile mit Absturz eines Dachträgers in das Brennelementbecken" führe zu einer "begrenzten Freisetzung" von Radioaktivität aus dem Brennelementlagerbecken. Wird in diesem Fall auch noch Kühlwasser verloren und entsteht ein Treibstoffbrand - wie es beim World Trade Center der Fall war - rechnen die Experten mit "erheblicher Freisetzung aus dem Brennelementlagerbecken".


    Auch Mühleberg ist ein schlecht geschütztes Kernkraftwerk. Es kann nicht angehen, angesichts dieser Gefahren den Kopf in den Sand zu stecken. Nicht einmal die "nächste" Atomkraftwerksgeneration, der Europäische Druckwasserreaktor (EPR), könnte einen gezielten Anschlag überstehen. Nach einem Anschlag mit modernen Waffen oder einem Flugzeug auf das Atomkraftwerk würde das weite Umland aufhören, in der bisherigen Form zu existieren.

    Wie groß die Terrorgefährdung der deutschen Atomkraftwerke ist, belegen interne Dokumente, die der taz seit Juni 2009 vorliegen: "Eine Untersuchung der Internationalen Länderkommission Kerntechnik aus dem Jahr 2002 kommt zu dem Ergebnis, dass nur 3 der damals 19 Atomkraftwerke einem Flugzeugangriff standhalten würden. "Bei allen anderen Kernkraftwerken ist bei einem Aufprall auf das Reaktorgebäude mit schweren bis katastrophalen Freisetzungen radioaktiver Stoffe zu rechnen." Eine Nachrüstung sei technisch und wirtschaftlich nicht machbar."

    Mehr Infos Flugzeugabsturz Terrorgefahr und AKW



    Folgen möglicher Atomunfälle dargestellt am Beispiel des AKW Fessenheim und übertragbar auch auf das AKW Mühleberg
    (aus einer Studie des Ökoinstituts Darmstadt im Auftrag der Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen)
    Hintergrund der Studie war ein angenommener schwerer Atomunfall im französischen EDF-/EnBW-Atomkraftwerk Fessenheim: „Bei lebhaftem Südwestwind mit Regen würde sich eine bis zu 370 km lange Schadensfahne von Fessenheim bis in den Raum Würzburg-Nürnberg erstrecken. In deren Bereich müssten alle Siedlungen auf 50 Jahre geräumt werden, sollten die Richtlinien von Tschernobyl zur Anwendung kommen. Betroffen wären u.a. die Städte Freiburg, Freudenstadt, Tübingen, Stuttgart, Heilbronn und Schwäbisch Hall.“ (Sollte der Wind am Katastrophentag in eine andere Richtung wehen, so wären natürlich andere Städte und Gemeinden betroffen.) Der Atomunfall in Tschernobyl hat gezeigt, dass die bestehenden Katastrophenschutzpläne mit einem vorgesehenen 8-km-Evakuierungsradius Makulatur sind und nur der Beruhigung der Menschen dienen.


    Folgen eines schweren Unfalls oder eines Terroranschlages
    auf das AKW Mühleberg für Sie:
    Nehmen Sie einen Zirkel und ziehen Sie einen Kreis von ca. 300 Kilometer um das AKW Mühleberg. Wenn Sie in diesem Kreis wohnen und es zu einem schweren Unfall oder Terroranschlag kommt, zu einer Katastrophe die unwahrscheinlich ist und die dennoch morgen schon eintreten kann, wenn ein Teil des radioaktiven "Inventars" des AKW austritt und der Wind in Richtung Ihres Wohnortes weht, dann werden Sie diese Ihre Heimat, mit allem was Sie in Jahrzehnten mühevoll aufgebaut haben, schnell und endgültig verlassen müssen und froh sein, einfach nur zu überleben.

    4000 Milliarden Franken
    kann ein schwerer Atomunfall mit radioaktiver Verseuchung in einem Schweizer AKW kosten. Diese Zahl stammt nicht von AKW-Gegnern, sondern vom Bundesamt für Zivilschutz. Diese Zahl stand schön häufiger in den Medien. Das Problem: Niemand kann sich eine solche Zahl “4 000 000 000 000 Franken” vorstellen. Ein schwerer Atomunfall oder ein Terroranschlag auf ein altes oder neues AKW, bedeutet schlicht das Ende der Schweiz, so wie wir sie bisher kannten. Es ist erstaunlich, dass manche Parteien, die sich ansonsten dem “Heimatschutz” verschrieben haben, dies nicht erkennen wollen. Die aktuell diskutierte minimale Erhöhung der Haftpflicht-Versicherung für Atomkraftwerke ist lächerlich und zeigt den Einfluss der Atomkonzerne auf die Politik der Schweiz.

    Wie gefährlich ist Atommüll?
    In einem AKW entsteht in einem Jahr pro Megawatt Leistung ca. die kurz- und langlebige Radioaktivität einer Hiroshimabombe. Das heißt, im AKW Mühleberg entsteht jährlich ca. die Radioaktivität von ca. 355 Hiroshimabomben. Ein Teil dieser Radioaktivität zerfällt nach relativ kurzer Zeit. Manche radioaktiven Stoffe ("Isotope") zerfallen in wenigen Jahren (z.B. das klimaschädliche Krypton-85: 10,76 Jahre Halbwertzeit). Andere radioaktive Gifte haben extrem lange Halbwertszeiten (z.B. Jod-129: 17 000 000 Jahre). Ins Endlager kommt ein "Cocktail" aus vielen gefährlichen Abfallstoffen. Ein atomares Endlager muss also Sicherheit über viele Halbwertszeiten, über mindestens eine Million Jahre(!) geben - über Zeiträume, die unser Vorstellungsvermögen sprengen. Es fällt schwer, sich die Gefahren und Gefährdungszeiträume von Atommüll vorzustellen.

    Mehr Informationen

    Plutonium und der Pharao
    Beim Betrieb eines AKW mit 1000 MW Leistung entstehen pro Jahr ca. 200 - 250 kg hochgefährliches Plutonium. Wenn der bekannte ägyptische Pharao Cheops vor 4550 Jahren nicht die berühmte Pyramide gebaut, sondern ein AKW 4 Jahre lang betrieben hätte, dann wären neben vielen anderen Abfällen ca. 1000 kg Plutonium zusammengekommen. Bei einer Halbwertszeit von 24 110 Jahren (Plutonium 239) wären heute noch 877 kg vorhanden. Nach 10 Halbwertszeiten, also nach 241 100 Jahren müssten immer noch ca. 0,1% der Ausgangsmenge, also 1 kg Plutonium dauerhaft sicher gelagert werden.

    Mehr Infos - Atommüll

    Atomkraftwerk + Atomwaffen = Atomkraftwaffen
    Das größte Atomproblem ist die Gefährdung allen Lebens mit der weltweiten Verbreitung von Atomkraftwaffen durch den Bau von Atomkraftwerken, Urananreicherungsanlagen und dem Schwarzmarkt für Plutonium. Wieso haben Länder wie Pakistan und Israel Atomwaffen? Weil sie mit Hilfe der "friedlichen Nutzung der Kernenergie" Mittel und Wege gefunden haben, Atomkraftwaffen zu bauen. Und jedes alte und neue AKW (auch der neue Siemens Euroreaktor EPR) vergrößert die Gefahr für den Weltfrieden. Deutlich wird diese Gefahr auch beim Streit um das iranische bzw. nordkoreanische Atomprogramm und die iranische bzw. nordkoreanische Atombombe. Doch der erhobene Zeigefinger in Richtung Nordkorea und Iran gilt nicht, wenn hinter diesem Zeigefinger eigene Atomwaffen, AKW und Urananreicherungsanlagen stehen.


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    Woher kommt die Anmaßung der Atomstaaten,
    anderen Ländern das verbieten zu wollen, was sie selber haben? Wie der Kolonialismus lässt sich eine weltweite atomare Zweiklassengesellschaft auf Dauer nicht aufrecht erhalten. Wer im eigenen Land Atomkraftwerke betreibt und länger laufen lässt, wer heimlich auf den Bau neuer Siemens Druckwasserreaktoren spekuliert, liefert dem Rest der Welt gute Gründe, neue Atomkraftwerke und Atomwaffen zu bauen, fördert die Proliferation und gefährdet so diesen Planeten und alles Leben. Deshalb fordert der BUND auch den schnellen, nationalen und internationalen Ausstieg aus der Gefahrtechnologie Atomenergie.

    Mehr Infos - AKW, Atombombe, Atomwaffen, Atomkraftwaffen

    Die größte Gefahr für den Frieden in der Welt
    geht zur Zeit vom französischen Staatspräsidenten Sarkozy aus. Er will als "Außendienstmitarbeiter" der französischen Atomkonzerne Atomkraftwaffen in Spannungsgebiete exportieren. Er schreckt nicht einmal davor zurück Atomtechnologie an den libyschen Staatspräsidenten Gaddafi zu liefern, obwohl dieser im Februar 2010 zum Dschihad gegen die Schweiz aufgerufen hat.


    Wenn ein Fremder meinen Nachbarn bedroht
    und ich dem Fremden einen Knüppel oder ein Gewehr verkaufe, dann werde ich vermutlich bestraft. Wenn der Nachbar die Schweiz ist, der Fremde Herr Gaddafi und wenn Herr Sarkozy Herrn Gaddafi (und in andere Spannungsgebiete) Atomkraftwaffen liefert, dann wird das natürlich nicht bestraft und es ist nicht einmal ein Thema für die Mehrzahl der Medien. Der Zusammenhang zwischen heutigem Handeln und zukünftigen Folgen spielt in der Berichterstattung dann keine Rolle, wenn das heutige Handeln Gewinne bringt. Der Philosoph Günter Anders hat diese Art des Denkens und Verdrängens einmal Apokalypsenblindheit genannt. Es wäre gut und wichtig, diese gefährliche Art des Denkens und des Journalismus zu überwinden.


    Wie Herr Sarkozy den Frieden und die Zukunft der Welt gefährdet



    Atomkraft und die Klimakatastrophe
    „Atomkraftwerke schützen das Klima“. Damit werben die Atomkonzerne EnBW, E.ON, Vattenfall, RWE und die Atomparteien für den scheinbar CO2-freien Atom-Kraftwerkspark und für die Gefahrzeitverlängerung von AKW. Diese geschickte Werbebotschaft der AKW-Betreiber soll Akzeptanz für alte und neue AKW schaffen. Im Zeitalter der organisierten Desinformation erleben wir hier ein spannendes Exempel. Die Forderung nach neuen Atomkraftwerken dient auch der psychologischen Entlastung vieler Politiker der Atom- und Kohleparteien. Sie tragen die Hauptverantwortung für die bisherige und zukünftige Verschwendung von Energie, Rohstoffen und für die drohende Klimaveränderung.

    Die Werbeabteilungen der Atomkonzerne
    bieten Ihnen jetzt eine schöne Illussion, sich scheinbar aus der Verantwortung stehlen zu können. Mit vorgeschobenen Umweltargumenten wird Umweltschutz verhindert und umweltgefährdente Anlagen "grüngewaschen". Die Propaganda der Umweltzerstörer ist besser geworden. Die Nutzung der Atomenergie ist nicht nur lebensbedrohend, sondern auch die teuerste Art von Klimaschutz. Der Bau neuer AKW kommt uns wesentlich teurer, als das Energiesparen oder die Errichtung moderner Gaskraftwerke. Umweltforscher haben berechnet, dass sich durch Investitionen im Bereich Energieeinsparung mehr als die doppelte Menge an Kohlendioxid vermeiden lässt, als bei vergleichbaren Investitionen in den Bau neuer AKW. Atomenergie soll angeblich der Schlüssel zum Klimaschutz sein, da sie kein Kohlendioxid (CO2) emittiert. Dies ist nur auf den ersten Blick richtig. Auch Atomenergie ist nicht CO2-frei zu haben! Denn der Betrieb von Uranerzminen und Urananreicherungsanlagen, der Transport von Atommüll und nicht zuletzt der Bau und Abriss von Atomkraftwerken verursachen CO2-Emissionen. Das Freiburger Öko-Institut hat eine interessante Bilanz erstellt: Die CO2-Emissionen eines AKW betragen etwa 25-50 Gramm/Kilowattstunde.
    Stromsparmaßnahmen und regenerative Energien "emittieren" nur 0-20 Gramm/Kilowattstunde. Die Atomkraft zieht also eindeutig den Kürzeren! Mit falschen Argumenten nutzen AKW-Befürworter die berechtigte Sorge der Bevölkerung vor dem Klimawandel, um mehr Akzeptanz für die atomare Technologie zu schaffen. Nur der Dreiklang aus erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Energieeinsparung kann den Klimawandel stoppen. Aus Techinikoptimisten und Förderern in Sachen Atomtechnologie werden Technikpessimisten und Verhinderer, wenn es um Sonnenenergie und Windkraftwerke geht.
    Die ökologische Ärzteinitiative IPPNW hat berechnet, dass bis zum Jahr 2050 1000 neue AKW gebaut werden müssten (bisher gibt es weltweit 442), um 10 % der fossilen Energie zu ersetzen. Die endlichen Uranreserven wären dann in Kürze erschöpft.


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    Klimaschutz und AKW: Mythos und Realität
    Der Beitrag der Atomenergie zur weltweiten Energieversorgung liegt bei lediglich 2% während der Beitrag der erneuerbaren Energien schon 18% beträgt. Mit einer „2%-Technik“ ist das das Klimaproblem nicht zu lösen. Selbst der Neubau von Atomkraftwerke könnte diesem geringen Anteil kaum ändern. Eine Vervierfachung der Atomkraftwerkskapazität bis 2050 könnte nur 6% zur angestrebten Halbierung der CO2-Emissionen beitragen (Szenario der Internationalen Energie Agentur, Juni 2008).
    Mehr Infos - Atomkraft, Atomkraftwerk, AKW, Klima und Klimaschutz

    Energiekrise und das Uran
    Die weltweiten Energievorräte und das Uran nur noch für wenige Jahrzehnte

    Die Erde steuert auf eine gigantische Energiekrise mit massiven ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen zu, wenn der Umstieg auf nachhaltige, regenerative Energien nicht beschleunigt wird. Die Übernahme unseres westlichen Verschwendungs- und Raubbaumodells durch Indien und China beschleunigt die kommende Energiekrise. Der von den Werbeabteilungen der Atomkonzerne ins Gespräch gebrachte Heilsbringer Uran wird ähnlich schnell aufgebraucht sein wie Erdöl und Erdgas.

    Die Fachzeitschrift Politische Ökologie schreibt:
    Bei den Steigerungsraten des Verbrauchs, welche die Internationale Energieagentur des OECD (International Energy Agency, IEA) berechnete, ergibt sich:

    • ein Ende des Erdöls um 2035,
    • von Erdgas vermutlich vor 2040,
    • Kohle reicht bis maximal 2100. Dabei ist jedoch nicht berücksichtigt, dass sie die anderen Energieträger ersetzen muss und gleichzeitig zu einem gesteigerten CO2-Ausstoß führt.
    • Uran reicht bei der heutigen Förderung nur bis 2040.

    Am Ende der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise werden die Energiepreise massiv steigen.

    Fortschritt wohin?
    Nur ein rascher Umbau unserer weltweiten Raubauwirtschaft auf Nachhaltigkeit und die Nutzung regenerativer Energien können die drohende Energiekrise verhindern. Gut leben statt viel haben lautet die Überlebensformel für die Zukunft.
    Mehr Infos - Weltweite Energievorräte/ Energiereserven/ Energieressourcen

    Energiealternativen
    Das Wachstum im Bereich der alternativen Energien gehört zu den wenigen hoffnungsvollen Zeichen der Zeit. Von 1995 bis 2005 haben sich die Preise für atomare und fossile Energien mehr als verdoppelt, während sie sich für erneuerbare Energien halbiert haben. Windstrom ist global die am schnellsten expandierende Energienutzung. In der EU gingen im Jahr 2005 alle zwei Monate 1000 MW neue Windenergie ans Netz. In Kilowatt (Leistung) entspricht dies einem neuen AKW Gösgen (CH), in Kilowattstunden (Produktion) wird damit ein Atomreaktor der Größe Beznau (CH) ersetzt - und dies alle 60 Tage. "Seit 2004 ersetzt der Zubau erneuerbarer Energien in Deutschland jedes Jahr ein Atomkraftwerk" , sagt Milan Nitzschke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energien. Im Jahr 2007 nahm die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland sogar um fast 14 Milliarden Kilowattstunden zu, was der Erzeugung von anderthalb Atomkraftwerken entspricht. Bei etwa 140 Milliarden Kilowattstunden, die im vergangenen Jahr in Deutschland mittels Atomkraft erzeugt wurden, ließe sich bei unvermindert zügigem Ausbau der erneuerbaren Energien der Atomausstieg also binnen zehn Jahren kompensieren. Ende Juni 2008 waren in Deutschland Rotoren mit zusammen gut 23.000 Megawatt am Netz. Das teilten der Bundesverband Windenergie (BWE) und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mit. Die 17 deutschen Atommeiler kommen zusammen auf knapp 21.500 Megawatt . Allerdings muss man berücksichtigen, dass die Windräder nicht so kontinuierlich Strom liefern, wie wie Atomkraftwerke (wenn diese nicht durch Wartungsarbeiten, Stör- und Unfälle abgeschaltet sind).
    “Trotz einer vermeintlichen Atom-Renaissance hat die Windkraft die Atomkraft auch international längst deklassiert, wenn man den Zubau betrachtet. Seit Anfang 2006 wurden weltweit rund 45.000 Megawatt Windkraft neu installiert, wie aus Zahlen der European Wind Energy Association (EWEA) hervorgeht. Zugleich lag die Leistung der neu in Betrieb genommenen Atomkraftwerke laut internationaler Atomenergiebebehörde IAEA bei lediglich 3.347 Megawatt. Rechnet man gegen, dass seither acht Atomreaktoren mit zusammen 2.236 Megawatt abgeschaltet wurden, so stieg die AKW-Leistung weltweit binnen zweieinhalb Jahren nur um 1.100 Megawatt. Im Vergleich dazu wurde 40-mal so viel Windkraft installiert.” berichtete die TAZ am 24.7.2008 Und genau dieses positive Wachstum der zukunftsfähigen Energien wird von den Anhängern der atomar-fossilen Energiegewinnung massiv bekämpft, denn jede neue Photovoltaikanlage und jedes neu gebaute, privat finanzierte Windrad nimmt den AKW-Betreibern und Atomkonzernen Anteile an der Stromproduktion weg. Widerstand gegen Windräder wegen Vögeln, Fledermäusen und Landschaftsschutz? Es geht um Geld und Macht!

    Wikipedia & AKW & Atomlobby
    Heftig und leider "erfolgreich" sind die gut organisierten Einflussversuche der Atomlobby auf viele deutsche und schweizer Wikipedia - Seiten. Häufig gibt es keinerlei Infos zur Abgabe von Radioaktivität im "Normalbetrieb" zu Krebsisiken oder zur Unfallgefahr und manchmal sogar orwellsches Neusprech. Ein Link zu unseren BUND AKW-Seiten wurde häufig schnell gelöscht, die einseitigen Links zur Betreiberseite blieben stehen. Wenn die Links zu den Konzernseiten von EnBW, E.ON, Vattenfall und RWE unkritisiert bleiben, die Links zu kritischen Seiten von Nichtregierungsorganisationen aber gelöscht werden, dann ist das ziemlich peinlich für eine freie Enzyklopädie. Um so wichtiger ist Eure sachliche Einmischung in diese Wikipedia Debatte und ein Link von Eurer Homepage zu dieser BUND-Seite.

    Mischt Euch ein! Tragt kritische wissenschaftliche Studien in die Wikipedia Atomseiten.

    Mehr Infos: Einfluss der Atomlobby auf Wikipedia

    Die bezahlten PR-Profis der Atomindustrie manipulieren auch Internetforen, Internetabstimmung und Leserbriefseiten.

    Wichtiger Nachtrag:


    Diese Kritik hat zu ersten positiven Veränderungen bei einigen ersten Atom-Seiten von Wikipedia geführt. Die Informationen sind jetzt teilweise ein wenig ausgewogener. Dennoch gibt es immer noch einige sehr einseitige Pro-Atom Seiten (Stand März 2010)



    Atomkraft? Laufzeitverlängerung? Neue schweizer AKW? Ja Bitte?
    Bei der Debatte um die Gefahren der AKW, um Kinderkrebs und Laufzeitverlängerung verwundert immer wieder die Vehemenz mit der die schweizer Atomlobby, Atomkonzerne und Atomparteien für ein höheres Atomrisiko streiten. Warum werden die Gefahren nicht gesehen? Die Antwort ist einfach. "Its the economy stupid" Es geht ums Geld, um sehr viel Geld. Die gefährliche lange Laufzeit der schweizer AKW bringt uns allen viele Risiken, den Atomkonzernen und vermutlich auch den Lobbyisten aber viel Geld:
    Die Heinrich Böll Stiftung hat für Deutschland die satten Gewinne berechnet, welche die Triebfeder der Atomlobby sind. Diese Zahlen lassen sich auch auf die Schweiz übertragen:
    „Für die älteren (kleineren) – und in den nächsten Jahren zur Stillegung anstehenden – Atomkraftwerke ergeben sich „Zusatz"erträge von durchschnittlich 323 bis 485 Mio. CHF jährlich, für die neueren Anlagen summieren sich die jährlichen Zusatzerträge auf 485 bis 647 Mio CHF pro AKW, wenn diese ein Jahr länger laufen.

    Neue AKW und Geld
    Auch bei den Plänen, neue AKW in Gösgen, Beznau oder Mühleberg zu bauen geht es um schwindelerregende Summen. 5,2 Milliarden CHF soll der erste Europäische Druckwasserreaktor EPR, der gerade zu Dumpingpreisen in Olkiluoto in Finnland gebaut wird, kosten. Realistisch sind nach Expertenansicht eher 6,5 Milliarden CHF. Beim Neubau von zwei neuen Reaktorblöcken in der Schweiz geht es also um die Summe von ca. 13 000 000 000 CHF. Gehen wir von 5% "Werbung" und "baubegleitenden Maßnahmen" zur politischen Akzeptanzgewinnung aus, dann handelt es sich um einen Betrag von 660 Millionen CHF. Aus Überzeugung für alte und neue schweizer Kernkraftwerke? "It's the money, stupid!"

    Axel Mayer, BUND Geschäftsführer und Vizepräsident Trinationaler Atomschutzverband

    Wenn Sie diese Atom-Infos lesen, sich heftig über die Atomkonzerne {ATOMKONZERNE} und die Atomparteien ärgern, "die Faust im Sack ballen", nachts mit den Zähnen knirschen, aber ansonsten nichts tun, dann nützt das recht wenig.

    • Engagieren Sie sich! Für die Stilllegung der Atomkraftwerke und gegen die geplanten neuen AKW.
    • Leben Sie energischer. Werden Sie aktiv beim BUND in Deutschland, beim Atomschutzverband TRAS, Schweiz oder bei den Bürgerinitiativen und der Anti-Atom-Bewegung vor Ort.
    • Wichtig: Wenn Sie eine Homepage haben, dann legen Sie doch bitte einen Link zu dieser Seite
    • Wenn Ihr Energieversorgungsunternehmen Sie mit Atomanlagen bedroht, dann lassen Sie sich das nicht gefallen. Wechseln Sie zu einem "echten" Ökostromanbieter, wie z. B. dem BUND Regionalstrom von den EWS Schönau
    • Bringen Sie das Atomthema zur Sprache: Bei der Arbeit, im Verein, dort wo Sie leben, arbeiten und aktiv sind.
    • Lassen Sie sich nicht gegen Ihre europäischen Nachbarn ausspielen. Die Atomlobby arbeitet grenzüberschreitend. Wir Umweltschützer auch.
    • Setzen Sie sich ein, für Mensch, Natur, Umwelt und für eine nachhaltige, erdverträgliche Entwicklung.
    • Engagieren Sie sich für die Demokratie. Die Dauerregierungsmitglieder der Energiekonzerne verstärken ihren Einfluß auf Politik und Medien und gefährden die Demokratie... Gekaufte Demokratie?
    • Bekennen Sie sich zu Ihrem Engagement. Mit einem Leserbrief, einem Aufkleber im Fenster, am Rad, an der Mülltonne, am Auto oder mit einem Plakat am Hoftor (Materialien gibt's beim BUND: Onlineshop ).
    • Ein neuer Ansatz Atomgefahren abzuwehren wird hier aufgezeigt: Die No-Logo Kampagne
    • Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende Werden Sie aktiv beim BUND in Deutschland, oder beim Atomschutzverband TRAS, Schweiz . Flugblätter und Infoarbeit kosten Geld.
      Sparen Sie Energie und gehen Sie mit uns den Weg ins Solarzeitalter.
    • Überlassen Sie Wikipedia nicht der Atomlobby! Es gibt einige Indizien, die darauf hinweisen, dass gerade in der Schweiz viele Wikipedia Seiten zu den Themen AKW, KKW, Atomenergie und Klimaschutz, von der Atomindustrie massiv manipuliert werden.
    • Elektrisches Heizen ist umweltfeindlich. Die Energiekonzerne werben massiv für diese Form der Energieverschwendung
    • Schreiben Sie mal wieder einen Leserbrief


    Axel Mayer

    Hier finden Sie viele Links und Informationen zu wichtigen Atomthemen:
    Eine umfassende Information zu den Gefahren der Atomenergie finden Sie hier:

    Anti-Atomkraftgruppen Schweiz
    Eine Weblinksammlung der schweizer Anti-Atomkraftgruppen
    Atom Ausstellung
    Mehr Infos: Neue Kernkraftwerke Schweiz?
    Mehr Infos: Zwischenlager für Atommüll und AtomfabrikWürenlingen
    Mehr Infos: AKW und Atomterrorismus
    Mehr Infos: katastrophaler Katastrophenschutz für KKW
    Mehr Infos: Akzeptanzforschung, Greenwash und neue Durchsetzungsstrategien für AKW
    Mehr Infos: Atommüll Schweiz, atomarer R(h)einfall?
    Mehr Infos: AKW, Atombombe, Atomwaffen, Atomkraftwaffen
    mehr Infos: AKW Laufzeitverlängerung ist Gefahrzeitverlängerung
    Mehr Infos: Atomkraft, Atomkraftwerk, AKW, Klima und Klimaschutz
    Mehr Infos: EPR Europäischer-Druckwasserreaktor / Neue AKW und ihre Gefahren
    Mehr Infos: Weltweite Energievorräte/ Energiereserven/ Energieressourcen
    Mehr Infos: Funktionsweise - Druckwasserreaktor Atomreaktor Kernreaktor
    Mehr Infos: Funktionsweise - Siedewasserreaktor Atomreaktor Kernreaktor




    Aktuelles:


    wie immer sehr lesenswert:
    WOZ vom 07.01.2010 - Ressort Schweiz


    Atomkraftwerk Mühleberg
    Bewilligt gefährlich

    Von Susan Boos

    Das Berner AKW erhält eine unbefristete Betriebsbewilligung. Aber erst in einem Jahr wird man wissen, wie der marode Meiler sicher werden soll.

    Es war ein schlauer Schachzug, die Neuig­keit im Festtagstrubel zu versenken: Das Atomkraftwerk Mühleberg erhält eine unbefristete Betriebsbewilligung. Moritz Leuenbergers Umwelt- und Energiedepartement (Uvek) hatte dies am 17. Dezember beschlossen, doch publiziert wurde der Entscheid erst am Montag vor Weihnachten, als viele schon in den Ferien weilten oder hektisch Christbäume suchten.

    Gutes Timing, wenn man vermeiden möchte, dass debattiert wird, wie gemeingefährlich dieses Kraftwerk ist, das so unauffällig neben der Aare steht, seit 38 Jahren Strom erzeugt und kaputter ist als ein betagter Deux-Chevaux.

    Risse im Kernmantel
    Wenn kein politisches Wunder geschieht, darf dieses Atomkraftwerk nun ewig laufen. Und davor sollten wir uns fürchten. Warum? Zum Beispiel, weil das AKW Mühleberg Risse im Kernmantel hat. Viele Betreiber ausländischer AKWs, die mit demselben Problem kämpften, waren vorsichtiger: Sie haben den Kernmantel ausgetauscht, was teuer ist. Oder sie haben, weil man diese Kosten scheute, die Anlagen stillgelegt. In Mühleberg hat man versucht, die Risse mit Klammern, so genannten Zugankern, zu flicken. Das kann nur ein Provisorium sein: Die Risse wachsen weiter, manche gehen schon fast ganz durch die Wand. Je grösser die Risse werden, desto weniger können die Zug­anker den Kernmantel zusammenhalten. Zudem findet man immer wieder neue Risse.

    «Gut möglich, dass bei einem heftigen Erdbeben die Kühlleitungen abreissen, der Kernmantel nicht dichthält, die Brennstäbe freigelegt werden und es zur gefürchteten Kernschmelze kommt», warnt die atomkritische Organisation Fokus Anti-Atom, die sich seit Jahren mit Mühleberg beschäftigt.

    Und dann geschähe, was sich niemand vorstellen will: ein Super-GAU – wenn der Wind von Westen bläst, würde alles zwischen Bern, Luzern, Schaffhausen und Bodensee radioaktiv verseucht. Bis zu drei Millionen Menschen müssten ein neues Zuhause suchen.

    Viele gefährliche Pendenzen
    Die Atomaufsichtsbehörde, das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi, das bis vor kurzem HSK hiess) weiss schon seit zwanzig Jahren von Mühlebergs Problemen. 2007 veröffentlichte es eine «Sicherheitstechnische Stellungnahme zur periodischen Sicherheitsüberprüfung des Kernkraftwerks Mühleberg», die letztlich als Basis für den Uvek-Entscheid diente.

    Darin schreibt das Ensi: «Das im Rahmen der Nachweise für den Langzeitbetrieb vom KKM [Kernkraftwerk Mühleberg] eingereichte und hier bewertete Konzept der Klammervorrichtung kann von der HSK nicht als endgültige Instandsetzung des Kernmantels anerkannt werden.» Danach formuliert die Aufsichtsbehörde ihre Forderung: «Um den sicheren Betrieb des rissbehafteten Kernmantels für den Langzeitbetrieb zu gewährleisten, sind neue Sicherheitskonzepte notwendig, die die Anforderungen des nationalen und internationalen Regelwerks berücksichtigen.» Danach folgt allerdings ein Schlusssatz, der alles relativiert: «Das Kernkraftwerk Mühleberg hat der HSK bis am 31. Dezember 2010 ein überarbeitetes Instandhaltungskonzept für den rissbehafteten Kernmantel einzureichen.»

    Das Berner Energieunternehmen BKW, das Mühleberg betreibt, erhält also ein Jahr, bevor es dargelegt hat, wie es die kaputte Anlage sicher machen will, für ebendiese eine unbefristete Betriebsbewilligung. Kruder geht es nicht.

    Fokus Anti-Atom hat den Ensi-Bericht durchgeackert und fand eine lange Liste von offenen Pendenzen, die sicherheitsrelevant sind. Die Liste zeige, wie nachlässig die Behörde mit ihrer Aufsichtspflicht umgehe, sagt Jürg Joss von Fokus Anti-Atom: «Reale Gefahren werden zuerst lange rechnerisch auf ihr Risiko hin überprüft. Echte Sicherheitsmassnahmen bleiben während Jahren aus. Dies betrifft unter anderem die Sicherung gegen Erdbeben, Flugzeugabsturz, interne Überflutung, Brandschutztrennung und anderes mehr.»

    Schabernack mit dem Risiko
    Das alles hielt Leuenbergers Departement nicht davon ab, dem AKW eine unbefristete Betriebsbewilligung zu erteilen. Das Uvek schreibt in seiner Medienmitteilung, es gebe keinen Grund, Mühleberg eine unbefristete Bewilligung zu verweigern, da alle andern Schweizer AKWs bereits über eine solche verfügten. «Kernkraftwerke dürfen in der Schweiz nur so lange betrieben werden, als ihre Sicherheit gewährleistet ist», argumentiert das Uvek. Wenn ein Kernkraftwerk die Bewilligungsvoraussetzungen nicht oder nicht mehr erfülle, «muss es ausser Betrieb genommen werden beziehungsweise ist ihm die Bewilligung zu entziehen». Dafür wäre das Ensi zuständig – aber genau das hat es noch nie getan. Vielmehr verhält es sich seit Jahren notorisch betreiberfreundlich.

    So drückt es sich unter anderem davor, klare Abschaltkriterien zu definieren. Konkret könnte das Ensi zum Beispiel festlegen, dass der Reaktor abgeschaltet werden muss, wenn die Risse im Kernmantel eine bestimmte Länge haben. Das wäre einfach und logisch – passiert aber nicht. Solange es keine Abschaltkriterien gibt, lässt sich die Sicherheit eines jeden Reaktors schönrechnen.

    Eine typische Geschichte ereignete sich im letzten Jahr beim AKW Beznau. Das älteste Atomkraftwerk der Schweiz war im letzten September vierzig Jahre alt geworden. Der Meiler hat Altersbeschwerden: Risse im Reaktordruckbehälter, eine mangelnde Notstromversorgung, abgenutzte Rohrleitungen – womit es auch in Beznau höchst ungemütlich werden kann. Im Herbst wurde bekannt, dass die Axpo, die Beznau betreibt, die dringend notwendigen Nachrüstungen erst 2011 ausführen möchte.

    Das Ensi wusste davon, tat aber nichts. Worauf Fokus Anti-Atom zusammen mit der Organisation Nie Wieder Atomkraftwerke (NWA), der SP und den Grünen beim Uvek eine Aufsichtsbeschwerde einreichte. Darin wurde das Uvek aufgefordert, die «unverzügliche Ausserbetriebnahme zu verfügen», weil Beznau wegen der fehlenden Nachrüstung nicht in der Lage sei, einen schweren Unfall zu meistern. Inzwischen hat das Uvek die Aufsichtsbeschwerde gegen das Ensi entgegengenommen. Dieses muss nun Stellung beziehen. Ein Entscheid wird im Frühling erwartet.

    Ans Bundesverwaltungsgericht?
    Zurück zu Mühleberg. 1900 Personen und Parteien hatten im letzten Sommer Einsprache gegen die unbefristete Betriebsbewilligung von Mühleberg erhoben. Im Kanton Waadt kam es im November sogar zu einer Abstimmung, wobei zwei Drittel der Stimmberechtigten gegen Mühleberg votierten. Das alles half nichts. Wie es weitergeht, ist noch unklar.

    Quelle: WOZ vom 07.01.2010



    Auszug aus einem lesenswerten Artikel im Tagesanzeiger vom 4.5.2009


    Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Was-passiert-da-in-Muehleberg/story/21426692

    Was passiert da in Mühleberg?
    Das AKW Mühleberg strahlt stärker als andere Schweizer Atomkraftwerke. Ist die Radioaktiviät als Ursache von Krebsfällen in der Gemeinde?

    Die meisten der vielen Frauen, die in ihrer Nachbarschaft an Krebs gestorben sind, haben das 60. Altersjahr nicht erlebt; die Mehrzahl der Männer ist nicht älter als 62 geworden. «In meinem Quartier, der Oberei, gibt es 15 Häuser. Allein in den letzten zehn Jahren sind dort zwölf Menschen an Krebs erkrankt oder bereits gestorben», sagt Katharina Heim
  • , die vor 40 Jahren nach Mühleberg zog. Schon seit 20 Jahren sei Krebs in ihrer Umgebung «erstaunlich» häufig. «Das hat mich stutzig gemacht.» Seit Jahren führt Heim deshalb eine Liste, auf der sich Namen und Quartiere aneinanderreihen. Mauss: sieben Fälle in einem Jahr. Dorf Mühleberg: etliche Fälle. Vergleichszahlen zu Orten weiter weg vom AKW Mühleberg kann Heim jedoch nicht vorweisen.
    Auch andere Menschen aus der Gegend, die ebenfalls anonym bleiben wollen, führen Buch über die in ihren Augen häufigen und seltsamen Krebserkrankungen. «Wer sie mit dem Atomkraftwerk Mühleberg in Zusammenhang bringt, wird aber belächelt», sagt Heim. Ohne das AKW wären die Steuern in Mühleberg viel höher, heisse es jeweils.
    Filterpanne als Grund
    Tatsache ist, dass kein Schweizer AKW die Umgebung und die Menschen, die in seinem Innern arbeiten, so stark mit radioaktiven Strahlen belastet wie Mühleberg . 0,0051 Millisievert (mSv) hätte jemand, der am Zaun des AKW wohnt und sowohl Lebensmittel als auch Wasser von dort bezieht, im Jahr 2007 abbekommen. Auf dem zweiten Platz folgt das AKW Leibstadt mit 0,0029 mSv. Die Belegschaft Mühlebergs war 2007 insgesamt 1320 mSv ausgesetzt. Auch hier schafft es Leibstadt mit 612 mSv auf den zweiten Rang. Diese Zahlen finden sich im Aufsichtsbericht 2007 des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (Ensi). Laut einer internationalen Studie müssen AKW-Angestellte zudem nirgendwo auf der Welt so hohe Strahlendosen in Kauf nehmen wie in der Schweiz.
    «Ein Grund für die hohen Werte in der Umgebung ist die Filterpanne von 1986, bei der radioaktiver Staub entwich», sagt Jürg Aerni, Präsident von Fokus Anti-Atom. «Dabei ist vor allem Cäsium, das eine Halbwertszeit von 30 Jahren hat, ausgetreten.» Auch die Tatsache, dass es sich bei Mühleberg um einen Siedewasserreaktor handle, spiele eine Rolle. «In diesen Reaktoren gibt es nur einen Dampfkreislauf. Radioaktivität erreicht deshalb auch Turbine und Kondensator.» In der Schweiz hat nur noch Leibstadt einen solchen Reaktor � allerdings neuerer Generation. Weltweit gehört Mühleberg zu den 17 ältesten Reaktoren. «Beim Bau vor rund 40 Jahren stand die Strahlenbelastung nicht so im Mittelpunkt wie heute», sagt Patrick Miazza, Leiter des AKW. Die höhere Belastung der Belegschaft erkläre sich auch dadurch, dass Mühleberg aus Altersgründen oft umfassend überprüft werde.
    Personal weiss nicht Bescheid
    Gemessen am Grenzwert von 1 mSv sind die Mühleberger Strahlendosen jedoch winzig klein. Zum Vergleich: Schon das einmalige Röntgen des Brustkorbs bringt eine zehnmal höhere Strahlendosis mit sich als Mühleberg . Dasselbe gilt für einen Flug von Zürich nach San Francisco. Jährlich ist jeder Mensch in der Schweiz durchschnittlich 2,5 mSv an natürlicher und 1,5 mSv an künstlicher Strahlung ausgesetzt. Die Strahlung sei denn auch kein Thema für das Personal, sagt ein AKW-Mitarbeiter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Über die höheren Werte in Mühleberg habe er gar nicht Bescheid gewusst. «Die Kernkraft-Branche hat nicht mehr und nicht weniger Schwierigkeiten, Ingenieure zu rekrutieren, als andere Industriezweige», sagt Horst-Michael Prasser, Professor am Institut für Energietechnik der ETH Zürich.
    «Es ist unwissenschaftlich, eine Verbindung zwischen Krebs und AKWs herzustellen», sagt Markus Straub, Sprecher des Ensi. Eine deutsche Studie habe zwar zeigen können, dass Kinder unter fünf Jahren, die im Umkreis von fünf Kilometern eines AKW aufwachsen, eher an Krebs erkranken als andere. Es habe aber kein Zusammenhang zwischen den Erkrankungen und der Strahlendosis nachgewiesen werden können. «Radioaktivität sollte nicht verharmlost werden, aber unterhalb der Grenzwerte besteht kein gesundheitliches Risiko.»
    «Grenzwerte zehnmal zu hoch»
    Ganz anders sieht dies Martin Walter von der Organisation Ärzte für soziale Verantwortung. «Die Behörden müssten den Krebserkrankungen in Mühleberg nachgehen», sagt er. Ein wichtiger Schritt zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Radioaktivität und Krebs sei die Studie des Bundesamts für Gesundheit, die herausfinden will, ob Kinder in der Nähe eines Schweizer AKW ein höheres Krebsrisiko haben. «Dies ist nur dank dem Krebsregister bei Kindern möglich.» Es brauche nun auch für Erwachsene ein nationales Register. «Zudem sollten die Grenzwerte zehnmal tiefer sein als heute.» In den letzten 30 Jahren sei das Gesundheitsrisiko durch radioaktive Strahlung mit jeder Publikation höher eingeschätzt worden. «Eine gering höhere Dosis könnte durchaus einen Unterschied machen; vielleicht auch nur dann, wenn gewisse genetische Gegebenheiten hinzukommen.» Dass Atomkraftbefürworter den Zusammenhang zwischen Krebs und AKWs bestritten, gleiche der Haltung Asbest gegenüber vor 20 Jahren. «Grundsätzlich gilt: je tiefer die Strahlendosis, desto besser», sagt auch Prasser.
    Auch wenn sich die Experten noch lange uneinig sind: Katharina Heim zumindest wird ihr privates Krebsregister weiterführen.




    Auszug aus einem lesenswerten Artikel im Tagesanzeiger vom 4.5.2009


    Quelle:  http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Was-passiert-da-in-Muehleberg/story/21426692

    Was passiert da in Mühleberg?
    Das AKW Mühleberg strahlt stärker als andere Schweizer Atomkraftwerke. Ist die Radioaktiviät als Ursache von Krebsfällen in der Gemeinde?

    Die meisten der vielen Frauen, die in ihrer Nachbarschaft an Krebs gestorben sind, haben das 60. Altersjahr nicht erlebt; die Mehrzahl der Männer ist nicht älter als 62 geworden. «In meinem Quartier, der Oberei, gibt es 15 Häuser. Allein in den letzten zehn Jahren sind dort zwölf Menschen an Krebs erkrankt oder bereits gestorben», sagt Katharina Heim
  • , die vor 40 Jahren nach Mühleberg zog. Schon seit 20 Jahren sei Krebs in ihrer Umgebung «erstaunlich» häufig. «Das hat mich stutzig gemacht.» Seit Jahren führt Heim deshalb eine Liste, auf der sich Namen und Quartiere aneinanderreihen. Mauss: sieben Fälle in einem Jahr. Dorf Mühleberg: etliche Fälle. Vergleichszahlen zu Orten weiter weg vom AKW Mühleberg kann Heim jedoch nicht vorweisen.
    Auch andere Menschen aus der Gegend, die ebenfalls anonym bleiben wollen, führen Buch über die in ihren Augen häufigen und seltsamen Krebserkrankungen. «Wer sie mit dem Atomkraftwerk Mühleberg in Zusammenhang bringt, wird aber belächelt», sagt Heim. Ohne das AKW wären die Steuern in Mühleberg viel höher, heisse es jeweils.
    Filterpanne als Grund
    Tatsache ist, dass kein Schweizer AKW die Umgebung und die Menschen, die in seinem Innern arbeiten, so stark mit radioaktiven Strahlen belastet wie Mühleberg . 0,0051 Millisievert (mSv) hätte jemand, der am Zaun des AKW wohnt und sowohl Lebensmittel als auch Wasser von dort bezieht, im Jahr 2007 abbekommen. Auf dem zweiten Platz folgt das AKW Leibstadt mit 0,0029 mSv. Die Belegschaft Mühlebergs war 2007 insgesamt 1320 mSv ausgesetzt. Auch hier schafft es Leibstadt mit 612 mSv auf den zweiten Rang. Diese Zahlen finden sich im Aufsichtsbericht 2007 des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (Ensi). Laut einer internationalen Studie müssen AKW-Angestellte zudem nirgendwo auf der Welt so hohe Strahlendosen in Kauf nehmen wie in der Schweiz.
    «Ein Grund für die hohen Werte in der Umgebung ist die Filterpanne von 1986, bei der radioaktiver Staub entwich», sagt Jürg Aerni, Präsident von Fokus Anti-Atom. «Dabei ist vor allem Cäsium, das eine Halbwertszeit von 30 Jahren hat, ausgetreten.» Auch die Tatsache, dass es sich bei Mühleberg um einen Siedewasserreaktor handle, spiele eine Rolle. «In diesen Reaktoren gibt es nur einen Dampfkreislauf. Radioaktivität erreicht deshalb auch Turbine und Kondensator.» In der Schweiz hat nur noch Leibstadt einen solchen Reaktor � allerdings neuerer Generation. Weltweit gehört Mühleberg zu den 17 ältesten Reaktoren. «Beim Bau vor rund 40 Jahren stand die Strahlenbelastung nicht so im Mittelpunkt wie heute», sagt Patrick Miazza, Leiter des AKW. Die höhere Belastung der Belegschaft erkläre sich auch dadurch, dass Mühleberg aus Altersgründen oft umfassend überprüft werde.
    Personal weiss nicht Bescheid
    Gemessen am Grenzwert von 1 mSv sind die Mühleberger Strahlendosen jedoch winzig klein. Zum Vergleich: Schon das einmalige Röntgen des Brustkorbs bringt eine zehnmal höhere Strahlendosis mit sich als Mühleberg . Dasselbe gilt für einen Flug von Zürich nach San Francisco. Jährlich ist jeder Mensch in der Schweiz durchschnittlich 2,5 mSv an natürlicher und 1,5 mSv an künstlicher Strahlung ausgesetzt. Die Strahlung sei denn auch kein Thema für das Personal, sagt ein AKW-Mitarbeiter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Über die höheren Werte in Mühleberg habe er gar nicht Bescheid gewusst. «Die Kernkraft-Branche hat nicht mehr und nicht weniger Schwierigkeiten, Ingenieure zu rekrutieren, als andere Industriezweige», sagt Horst-Michael Prasser, Professor am Institut für Energietechnik der ETH Zürich.
    «Es ist unwissenschaftlich, eine Verbindung zwischen Krebs und AKWs herzustellen», sagt Markus Straub, Sprecher des Ensi. Eine deutsche Studie habe zwar zeigen können, dass Kinder unter fünf Jahren, die im Umkreis von fünf Kilometern eines AKW aufwachsen, eher an Krebs erkranken als andere. Es habe aber kein Zusammenhang zwischen den Erkrankungen und der Strahlendosis nachgewiesen werden können. «Radioaktivität sollte nicht verharmlost werden, aber unterhalb der Grenzwerte besteht kein gesundheitliches Risiko.»
    «Grenzwerte zehnmal zu hoch»
    Ganz anders sieht dies Martin Walter von der Organisation Ärzte für soziale Verantwortung. «Die Behörden müssten den Krebserkrankungen in Mühleberg nachgehen», sagt er. Ein wichtiger Schritt zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Radioaktivität und Krebs sei die Studie des Bundesamts für Gesundheit, die herausfinden will, ob Kinder in der Nähe eines Schweizer AKW ein höheres Krebsrisiko haben. «Dies ist nur dank dem Krebsregister bei Kindern möglich.» Es brauche nun auch für Erwachsene ein nationales Register. «Zudem sollten die Grenzwerte zehnmal tiefer sein als heute.» In den letzten 30 Jahren sei das Gesundheitsrisiko durch radioaktive Strahlung mit jeder Publikation höher eingeschätzt worden. «Eine gering höhere Dosis könnte durchaus einen Unterschied machen; vielleicht auch nur dann, wenn gewisse genetische Gegebenheiten hinzukommen.» Dass Atomkraftbefürworter den Zusammenhang zwischen Krebs und AKWs bestritten, gleiche der Haltung Asbest gegenüber vor 20 Jahren. «Grundsätzlich gilt: je tiefer die Strahlendosis, desto besser», sagt auch Prasser.
    Auch wenn sich die Experten noch lange uneinig sind: Katharina Heim zumindest wird ihr privates Krebsregister weiterführen.




    Bedrohliches Wachstum der Mühleberg-Risse


    Eine wichtige Information von
    Fokus Anti-Atom
    Postfach 6307
    3001 Bern
    www.fokusantiatom.ch
    vom 26.2.08


    Die seit 1990 bekannten Risse im Innersten des Mühleberg-Reaktors,
    dem Kernmantel, haben ein kritisches Mass erreicht. In den letzten 5 Jahren sind sie um mehr als 1 Meter gewachsen, und die risikoreichste Rundnaht ist heute zu 25% gerissen. Die Risstiefen betragen bis zu 90% der Wanddicke. Der Kernmantel ist für die Kernkühlung im Normalbetrieb und in Notfällen unabdingbar und durch nichts zu ersetzen. Er wurde 1996 provisorisch mit vier grossen Klammern stabilisiert. Doch am Risswachstum ändert das nichts. Wäre ein Kernmanteltausch nicht sehr aufwändig und teuer, wäre er schon längst durchgeführt worden. Aber die Atombehörden schreiten nicht ein, das AKW wird weiterhin am Limit betrieben. Dagegen verlangen wir die sofortige Ausserbetriebnahme des AKW.

    Gefährliches Spiel der Behörden
    Dass die Betreiber des AKW Mühleberg, die Bernischen Kraftwerke AG (BKW), die Risse im Kernmantel herunterspielen, ist klar: Nach vierzig Jahren Betrieb läuft die aktuelle Betriebsbewilligung 2012 aus, und die BKW will das Werk bis 60 Jahre laufen lassen. Die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen HSK hingegen bestätigt, dass die Klammern (so genannte Zuganker), welche 1996 zur Stabilisierung angebracht worden sind, nur provisorischen Charakter haben. In der kürzlich veröffentlichten - über 500 Seiten star­ken - Stellungnahme zur Periodischen Sicherheitsüberprüfung des AKW Mühleberg schreibt sie, dass die BKW vor einer Betriebsbewilligung 2012 weitere Sicherheitsmassnahmen treffen müsse. Das mag rigide tönen, verschleiert aber die eigentliche Gefahr:
    Zwischen 1999 und 2005 sind die Risse in einer einzigen Schweissnaht um 1,1 Meter auf 2,5 Meter gewachsen. Ein Viertel der Schweissnaht ist beschädigt. Die Risstiefe beträgt bis zu 90% der Wandstärke. Mindestens drei andere Schweissnähte haben ebenfalls Risse. Sämtliche Prognosen über das Risswachstum und die Wirkung von Gegenmassnahmen sind bisher fehlgeschlagen.
    Niemand kann vorhersagen, wie abrupt sich die Rissentwicklung ändern kann. Vor fünf Jahren wurden zwei neue Risse von je 9 Zentimetern Länge entdeckt. Zum Vergleich: 1995 mass der längste 5 Jahre zuvor entdeckte Riss „erst“ 7,4 Zentimeter. Die Zuganker können beim grössten an­zunehmenden Erdbeben, bei dem eine Kühlleitung abbricht, den Kernmantel mit vollständig durchgerissener Rundnaht nicht mehr zusammen­halten. Die Kühlung des Kerns wird damit unmöglich. Es ist internationaler Standard, dass ein AKW Erdbeben und Rohrrisse überstehen muss. Würde dies die HSK ernst nehmen, müsste sie energische Massnahmen treffen.
    Die HSK kommt dem ökonomischen Druck der BKW zu sehr entgegen und ist mit allfälligen Nachrüstungen vollständig auf das Jahr 2012, dem Ablauf der Betriebsbewilligung fixiert. Die von uns seit langem geforderten Ausserbetriebnahmekriterien fehlen.

    Unsere Forderungen
    Die Gefahren, welche der rissige Kernmantel in sich birgt, sind heute deutlich zu gross. Fokus Anti-Atom verlangt die sofortige Ausserbetriebnahme, da im AKW Mühleberg ein grösserer Atom­unfall - wie ihn die Atombehörden für den Sicherheitsnachweis eines AKW unterstellen - nicht mehr beherrscht werden kann. Auch der Normalbetrieb (mit Schnellabschaltungen) wird immer mehr gefährdet, da die Risse unaufhaltsam wachsen.
    Rund 50 AKW der Welt haben dasselbe Problem mit den Kernmänteln wie Mühleberg. Vorwiegend liegt es am Stahl des Mantels. Über zehn haben diesen vorsichtigerweise ersetzt. Alles Andere ist provisorisches Flickwerk. Das AKW Mühleberg allerdings hat aus technischer Sicht dermassen gravierende Mängel - zum Beispiel punkto Erdbebenschutz und Notkühlkapazität oder wegen neuerlichen Rissen in bedeutsamen Komponenten wie der Kernsprühleitung -, dass sich eine solch aufwändige Aktion für die BKW kaum rentieren würde.

    Hintergrund: Bedeutung des Kernmantels
    Der Kernmantel ist ein grosser Blechzylinder, welcher die Kernbrennstäbe und die Steuerstäbe zur Abschaltung des Reaktors umhüllt.
    Der Kernmantel trägt im Inneren das Füh­rungsgitter für die Steuerstäbe, sowie die Halterungen für den Kern­brennstoff. Schon kleine Ver­rückungen oder Verklemmungen können die Abschaltbarkeit des AKW gefährden.
    Er ist notwendig, damit das Kühlwasser gleich­mässig durch den Reaktorkern umgewälzt wird und die Brennstäbe vollständig gekühlt bleiben. Kleine Leckagen im Kernmantel führen zu lokalen Überhitzungen der Brennstäbe.
    Im Fall eines Rohrbruchs federt er die starken Rück­schlagkräfte gegenüber dem Kernbrenn­stoff ab. Bei einem solchen Unfall ist er zugleich das einzige Gefäss, dank welchem die Brenn­stäbe ausreichend gekühlt wer­den können. Hält er nicht, so läuft das Kühlwasser aus.
    Der Kernmantel besteht aus verschiedenen Blechen, welche in 9 Rundnähten und mehreren Längsnähten zusammengeschweisst ist. 1996 wurde der Mantel mit vier so genannten Zugankern – das heisst Klammern über die ganze Mantelhöhe – nachgerüstet.
    Es handelt sich beim rissigen Kernmantel also um eine weit andere Gefahrendimension als zum Beispiel bei einem Generatorschaden. Der Kernmantel ist ein Einbau, mit welchem eine totale Kernschmelze verhindert wird - oder eben nicht verhindert werden kann. Es geht im Extremfall darum, ob einer Katastrophe weit über die Schweiz hinaus vorgebeugt werden kann oder nicht.


    Ausgewählte Literatur
    Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen HSK: Sicherheitstechnische Stellungnahme zur Periodischen Sicherheitsüberprüfung des Kernkraftwerks Mühleberg; 2007
    http://www.hsk.ch/deutsch/infos/start2.htm
    Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen HSK: Beurteilung der HSK zum Thema: Risse im Kernmantel des Kernkraftwerks Mühleberg Sicherheitsüberprüfungen und Massnahmen von 1990 bis heute; 1999
    TÜV Energie Consult: Expertise zur sicherheitstechnischen Bedeutung der Risse im Kernmantel des Kernkraftwerks Mühleberg (KKM); 1998
    Fokus Anti-Atom: Notizen anlässlich der Akteneinsicht vom Februar 1998 bei der Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK); 1998
    Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen HSK: Erfahrungs- und Forschungsbericht; 2004 ff.
    Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen HSK: Neubestimmung der Erdbebengefährdung an den Kernkraftwerkstandorten der Schweiz (Projekt PEGASOS); 2007

    Einige Unterlagen aus dem umfangreichen aktuellen Material
    US Nuclear Regulatory Commission: Diverse Dokumentationen zu Kernmantelrissen und -Nachrüstun­gen, sowie Rissen in anderen Kerneinbauten; http://www.nrc.gov
    Structural Integrity Associates, Inc.: BWR Reactor Internals Cracking Evaluations http://carn7.best.vwh.net/tekbrefs/sib96138/SIB96138r2.htm
    International Atomic Energy Agency IAEA: Diverse Dokumentationen zu Alterungs-Management von Kerneinbauten. http://www-pub.iaea.org/
    Japan Nuclear Energy Safety Organization JNES: Diverse Dokumentationen zu Kernmantelrissen und Kernmanteltausch; http://www.jnes.go.jp/english/
    Die Entdeckung der Risse

    1990 meldete die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen HSK erstmals Risse in einer Schweissnaht des Kernmantels des AKW Mühleberg. In der Folge wurden auch in anderen Nähten Risse festgestellt, welche von Jahr zu Jahr grösser wurden. Andere Atombetreiber begannen daraufhin den Kernmantel ihres AKW zu untersuchen: das „Phänomen“ wurde weltweit in verschiedensten Siedewasserreaktoren mit ähnlichen Stählen gefunden. Obwohl der Kernmantel ein sicherheitstechnisch relevanter Einbau ist und solche Risse ein neues Problem darstellten, wurde General Electric - der Hersteller des AKW Mühleberg - erst nach etwa drei Jahren Verzugszeit angewiesen, das Phänomen zu bewerten und kritische Grössen für Unfälle zu berechnen. Mitte der Neunziger Jahre wurden international auf dem Markt verschiedenste Nachrüstmassnahmen angeboten, wobei die aufwändigste der Austausch des ganzen Kernmantels war. Japan und Schweden entschlossen sich vorwiegend für diese Variante. Im AKW Mühleberg wurden 1996 vier senkrechte Klammern über den ganzen Kernmantel eingebaut, welche den Zylinder stabilisieren sollen. Kurz darauf wurde vom Departement UVEK der Technische Überwachungsverein TÜV Süddeutschland/Rheinland mit einem Gutachten beauftragt, welches im Januar 1998 veröffentlicht wurde.

    Risikopoker der Behörden

    Um die Aussagen der HSK zu bewerten, lohnt es sich, die verschiedenen Gutachten und Stellungnahmen in den letzten fünfzehn Jahren zu verfolgen.

    Vortäuschung wissenschaftlicher Genauigkeit
    Die HSK führt in der Öffentlichkeit immer wieder das Argument ins Feld, dass die kritische Grösse für den Kernmantel ohne Zuganker ein vollständiger Durchriss einer einzigen Rundnaht von 2,8 Metern sei. Diese Länge wurde 1993 von General Electric berechnet. Hierzu gibt es aber einige Fragen:
    Wie kommt die HSK dazu, diese 2,8 Meter so punktgenau zu beziffern? Messungen und erst recht Prognosen sind prinzipiell mit Fehlern behaftet. Zu diesen findet man in keinen Unterlagen der Behörden irgendwelche Hinweise.
    Auch der TÜV hat 1998 Belastungsrechnungen angestellt. Er ist zum Ergebnis gekommen, dass der Kernmantel ohne Zuganker einen Durchriss von 2 Metern Länge aushält. Das bedeutet eine Abweichung von nicht weniger als 30% zu den Resultaten von General Electric.
    Diese massive Differenz wird nirgends diskutiert. Auch der TÜV berechnet den kritischen Wert ohne Angaben einer Fehlerbandbreite. Dies lässt sehr an der Wissenschaftlichkeit des Gut­achtens zweifeln.
    In der HSK-Stellungnahme von 2007 zur PSÜ Mühleberg wird die Summe der Risse in der hauptsächlich betroffenen Rund­­naht (so genannte Naht H11) für heute auf nahezu 2,9 Meter geschätzt. Auch die Kombination der Teilrisse, für welche Ende 2006 erstmals kritische Werte berechnet wurden, hat ein gefährliches Mass erreicht. Doch die HSK macht keine Anstalten, dass jetzt etwas unternommen werden muss.

    Vortäuschung von Sicherheit
    Der TÜV hatte seinerzeit vor allem den Auftrag, die Resistenz des Kernmantels bei einem grossen Unfall - Erdbeben und Rohrleitungsbruch bei voller Reaktorleistung -, durchzu­rechnen.
    Der Kernmantel mit den Rissen von damals würde gemäss Rechnungen diesem Unfall standhalten. Unterstellt wurden aber nur zwei rissige Nähte (Stand 1995), obwohl damals schon Risse in anderen Nähten existierten. Heute sind die Risse um ein Vielfaches länger und wesentlich tiefer. Die Rechnungen sind somit völlig überholt.
    Der TÜV zeigte, dass die Zuganker beim Kernmantel mit einer einzigen vollständig durchgerissenen Rundnaht der Belastung bei einem grossen Unfall nicht mehr standhalten könnte. Die Prognosen gingen allerdings von viel zu kleinen Kräften aus. Im Juni 2007 publi­zierte nämlich die HSK die Kurzfassung einer Erdbeben­studie für die Schweizer AKW-Stand­orte (Risikostudie PEGASOS). Diese zeigte, dass man mit mindestens doppelt so grossen Kräften rechnen müsste.

    Vortäuschung von verlässlichen Prognosen
    Der TÜV musste auch eine Prognose für das Risswachstum machen.
    Dieses sollte maximal 2 Zentimeter pro Jahr und Rissbereich betragen. Für die drei damals bekannten Risse bedeutet das aufsummiert 6 Zentimeter. Heute gibt die HSK an, dass in den letzten Jahren die drei Bereiche durchschnittlich 7,5 Zentimeter gewachsen seien. Damit hat der TÜV die Realität um 25% unterschätzt.
    Die HSK rühmte 2002, dass die besagten Bereiche nur noch 4,3 Zentimeter gewachsen seien und wertet dies als möglichen Erfolg wasserchemikalischer Massnahmen. Aber gleichzeitig sind zwei neue, je 9 Zentimeter lange Risse entstanden. Abgesehen davon ist es naiv, eine Abweichung von einem Jahr zum anderen als Tendenz zu interpretieren. Mitte der Neunziger Jahre beispielsweise schwankte das jährliche Risswachstum zwischen 1 und 10 Zentimetern.
    Die HSK-Angaben sind Augenwischerei: Solange sie die Entstehung neuer Risse nicht zum Wachstum rechnet, handelt sie nicht realistisch und nicht verantwortungsvoll genug. Die Risse in der Haupt-Schweissnaht H11 sind allein zwischen 1999 und 2005 in der Summe 1,1 Meter gewachsen. Das ergibt durchschnittlich 18 Zentimeter pro Jahr, liegt somit weit über dem Wachstum der drei ältesten Risse (7,5 Zentimeter).
    In der TÜV-Studie wurden auch Überlegungen zum Wachstum der Risstiefe angestellt. Es wurde behauptet, dass die Tiefe sich mit den Jahren ungefähr bei der Hälfte der Wandstärke einpegeln würde. Heute gibt die HSK zu, dass es Stellen mit Risstiefen von 90% der Wanddicke gibt und die mittlere Risstiefe schon bei 50% liegt.

    Gefährliches Vorgehen der HSK
    In der jetzigen Stellungnahme der HSK zur PSÜ liest man von verfeinerten Rechnungen und Prognosen. Die Erfahrung lehrt allerdings, dass solche Berechnungen nicht verlässlich sind. Wieder sucht man vergeblich nach Fehlerbandbreiten der Abschätzungen und der Dynamik des Risswachstums. Was noch schwerer wiegt, ist aber der Umstand, dass die HSK seit 2003 nur noch alle zwei Jahre Messungen macht. Aus dem Text geht zudem hervor, dass die kritischen Nähte nur alle drei Jahre im gesamten Umfang gemessen wurden. Je gefährlicher das AKW wird, desto weniger schaut man also hin, um teure Messungen zu sparen.
    In ihrer allgemeinen Beurteilung stellt die HSK zwar eindeutig fest, dass die Zuganker-Nachrüstung keine ausreichende Sicherheit gewährleistet, da laufend Messungen und Risikoeinschätzungen an einem zerstörten Einbau gemacht werden müssen. Dies widerspricht der „Sicherheitsphilosophie“ der Kerntechnik. Trotzdem wartet die Behörde und fordert erst auf das Jahr 2010 ein Konzept für weitere Massnahmen. Bis dieses Konzept umgesetzt ist, werden etliche weitere Monate vergehen.

    Auffällige Häufungen von Rissen
    Der Blick über die Grenzen gibt in der Einordnung des Rissphänomens einigen Aufschluss, denn seit die Atombetreiber genauer hinschauen, wurden weltweit fast in allen Kernmänteln der Siedewasserreaktoren, die Ähnlichkeiten mit dem Typ von Mühleberg haben, Risse entdeckt. Das betrifft rund 50 AKW. Der Vergleich mit diesen AKW zeigt, dass die verwendeten Materialien in allen AKW ähnlich sind. Dass die Betriebszeiten bei der Entdeckung der Risse recht unterschiedlich waren, ist sicher davon abhängig, wie genau die Behörden und Betreiber hinschauten. Diese Prüfungen sind im Übrigen erst gemacht worden, nachdem in etlichen Siedewasserreaktoren die Rohre für die Umwälzung des Kühlwassers („Umwälzschlaufen“) angerissen waren. Mühleberg musste diese 1986 austauschen. Man merkte, dass der verwendete Stahl (vor allem der so genannte SS 304 und 304L) ungünstig war und begann nach­zufor­schen, welche anderen Einbauten aus diesem Stahl von Rissen befallen sein könnten.
    Interessant ist, dass zur Materialphysik und zum Rissphänomen unzählige Studien­programme am Laufen sind, was nur ein Zeichen dafür ist, wie wenig man noch versteht. Andererseits ist es ein Hinweis dafür, dass die Alterung der AKW, besonders der Kern­einbauten, ein akutes Problem darstellt. Kaputte Kernmäntel, das ist heute Allgemeingut, sind ein Killerkriterium für den Betrieb von Altreaktoren. Dies hat die internationale Atomgemeinde tief getroffen, ist sie bis in die Neunziger Jahre doch davon ausgegangen, dass alles in einem AKW austauschbar sei und nur der Reaktordruckbehälter die Lebensdauer begrenze. - Das Problem stellt sich selbstverständlich nicht allein für die bestehenden AKW. Die Gefahr besteht sogar noch akuter bei den neuen AKW. Denn die Risse tauchten bisher in Reaktoren zwischen 355 Megawatt (elektrisch), wie Mühleberg, und rund 1000 Megawatt auf. Das sind „Zwerge“. Es ist zu erwarten, dass sich mit den Reaktorlinien der 1'600 Megawatt Leistungsklasse durch die höhere Bestrahlung auch grös­­sere Rissgefahr ergibt. Bei Investitionen in Milliardenhöhe eine missliebige Angelegenheit.

    Einschätzung der Kernmantelprobleme
    Im Gegensatz zu Materialstudien gibt es wenige Untersuchungen über das Risiko eines angerissenen Kernmantels. Auch die HSK, sonst Verfechterin von Risikostudien, hat nie untersuchen lassen, um wie viel wahrscheinlicher eine Kernschmelze im AKW Mühleberg wegen dem kaputten Kernmantel ist. Bedenkt man, dass bei der Beurteilung der Risse sehr viele Einflüsse mitspielen, wäre das dringend notwendig. Schon Ungenauigkeiten beim Messen oder die Unzugänglichkeit verschiedener Stellen sind bedeutsam. Ein früh in den Neunziger Jahren im AKW Mühleberg entdeckter Riss ist wegen der Nachrüstung mit den Zug­ankern 1996 unerreichbar geworden. Die HSK hat keine Ahnung, was dort vor sich geht und führt in ihrem Gutachten die Risslänge nur noch in Klammern auf.
    Weitere wichtige Parameter sind die (Un-)Reinheit des Materials, die Rissgeometrie, aber natürlich auch die aktuelle Kernbeladung und Neutronenstrahlung. - Risikokritisch ist der Kernmantel nicht nur, wenn er ein Leck hat, sondern auch bei geringsten Verrückungen der Bleche oder bei Absplitterung von Material. Erschwerend für realistische Einschätzungen kommt die Tatsache dazu, dass es sich bei den AKW mit gerissenen Kernmänteln zum Teil um recht unterschiedliche Baulinien und Materialien handelt. Besonders bezüglich Leistungen (und damit Neutronenfluss) und Laufzeiten existieren erhebliche Differenzen. Einzelne AKW desselben Typs wie Mühleberg haben im Kernmantel keine Risse. Verwundert fragt sich der Betreiber, weshalb dies so sei und lässt diesbezüglich Untersuchungen anstellen.

    Stilllegungen und Kernmanteltausch
    Seit der Entdeckung der Risse sind weltweit viele Patente auf dem Markt erschienen. Einerseits betrifft dies die komplexen Messapparaturen. Andererseits sind mehrere Nachrü­stungs­methoden mit Neuverschweissung, kleinen Klammern direkt um die Nähte oder mit gros­sen Klammern, wie sie Mühleberg hat, angeboten worden. Parallel dazu laufen aufgrund von Forschungsresultaten verschiedene wasserchemikalische Programme. Zwei AKW, welche dieselben Probleme hatten wie das AKW Mühleberg, wurden relativ kurz nach der Entdeckung der Risse endgültig ausser Betrieb genommen. Es sind dies das deutsche AKW Würgassen (Erbauer AEG/KWU, Kraftwerksunion) und das amerikanische AKW Millstone 1 (General Electric). Bei beiden hatten die Risse letztlich den Ausschlag gegeben, nachdem mehrere Nachrüstungen von Seiten der Behörden gefordert wurden. Letztlich lohnte sich für den Weiterbetrieb der finanzielle Aufwand für einen Kernmanteltausch oder eine andere Reparatur nicht.
    Mehr als zehn Betreiber von AKW mit kaputten Kernmänteln haben den Zylinder vollständig ausgebaut und durch einen neuen ersetzt. Es sind dies vor allem die Japaner und zwei schwedische AKW (s. nachfolgende Liste). Ein solches Unterfangen ist sehr aufwändig und gefährdet auch die Arbeiter. Innert drei Minuten ist die erlaubte Jahresdosis bereits erreicht. Der Vorgang muss deswegen weitest gehend automatisiert werden.

    AKW
    (alles Siedewasser­reaktoren)
    Leistung (Megawatt)
    Erbauer
    Inbetrieb-nahme
    Land
    Massnahme
    Fukushima Daiichi I-1
    439
    General Electric (GE)
    1970
    Japan
    Tausch 2001
    Fukushima Daiichi I-2
    760
    GE / Toshiba
    1973
    Japan
    Tausch 1999
    Fukushima Daiichi I-3
    760
    Toshiba
    1974
    Japan
    Tausch 1998
    Fukushima Daiichi I-5
    760
    Toshiba
    1977
    Japan
    Tausch 2000
    Hamaoka 1
    1056
    Toshiba
    1987
    Japan
    Tausch geplant
    Hamaoka 2
    1092
    Toshiba
    1993
    Japan
    Tausch geplant
    Shimane 1
    439
    Hitachi
    1973
    Japan
    Tausch 2001
    Tsuruga 1
    357
    GE
    1969
    Japan
    Tausch 2001
    Forsmark 1
    968
    ASEA-Atom
    1980
    Schweden
    Tausch 2000
    Forsmark 2
    969
    ASEA-Atom
    1981
    Schweden
    Tausch 2000
    Oskarshamn 1
    445
    ASEA-Atom
    1994
    Schweden
    Tausch 1998
    Würgassen
    640
    AEG/KWU
    1971
    BRD
    Stillgelegt 1994
    Millstone1
    641
    GE
    1971
    USA
    Stillgelegt 1998
    Kernmanteltausch und Stilllegungen

    Risse in Nachrüstungen

    Die gleiche Nachrüstung, welche in Mühleberg gemacht wurde, wurde von General Electric auch in vielen US-Reaktoren installiert. Aber die Zuganker sind ebenfalls rissanfällig. 2006 wurden im AKW Hatch 1 Risse in Zugankern entdeckt. Diese sind in den Ankern und den Federn vom selben Werkstoff wie diejenigen im AKW Mühleberg. Die Zuganker-Nachrüstung ist nur ein Spiel mit der Zeit. Es ist zu befürchten, dass weltweit in weiteren AKW auch dort Risse gefunden werden.

    Sofortige Ausserbetriebnahme
    Seit 18 Jahren sind die Risse im Kernmantel bekannt, und wie gezeigt nehmen sie bedrohliche Ausmasse an. Beängstigend ist angesichts dieser Tatsache das Verhalten der HSK. Immer wieder hat sie neue Berechnungen anstellen lassen, sei es durch den Her­steller General Electric, sei es durch „unabhängige“ Gutachter. Es wurden Zahlen und Pro­gnosen herumgeboten, welche kaum etwas mit der Realität zu tun haben. Kritische Fragen wurden nicht geklärt. Erst vor zwei Jahren wurde die konkrete Situation, dass nicht ein einziger langer, sondern mehrere grosse Risse in einer Rundnaht vorhanden sind, beurteilt. Auch hier ist die Lage kritisch.
    Noch immer greift die HSK nicht ein. Sie steht im Clinch mit den wirtschaftlichen Interessen der BKW. Diese betrachtet - wie der Stellungnahme der HSK zu entnehmen ist - die Zug­anker als definitive Nachrüstung und will den Reaktor auch nach 2012 am Limit fahren. Dies ist menschenverachtend und zeigt, dass die BKW die Anforderungen, welche international an die Einrichtungen eines AKWs gestellt werden, zu wenig ernst nimmt.
    Würde es sich um eine andere Komponente handeln, welche den Profit nicht dermassen schmälern würde, wäre der Kernmantel schon längst getauscht. Das Hinauszögern notwen­diger Nachrüstmassnahmen hat die HSK immer praktiziert. Die Vorgehensweise läuft unter dem Motto des „gegenseitigen Vertrauens“. Kommt die HSK den Betreibern nicht entgegen, fürchtet sie, dass sie bei Störungen im AKW hintergangen wird. Die oben erwähnten Leitungen zur Umwälzung des Reaktorkühlwassers wurden erst acht Jahre nach der Entdeckung der Risse und bei Risstiefen von 80% der Wanddicke getauscht. Der Tausch kostete 35 Millionen, der Produktionsausfall rund 17 Millionen Franken. Ebenfalls wurde das Notstandsystem SUSAN 1989 erst nach langem Hin und Her mit der BKW „zumutbar“ gebaut: Das System erfüllt nicht einmal die damaligen Anforderungen an einen Flugzeugabsturz. Es kostete 106 Millionen Franken.
    Von offizieller Seite wird immer darauf verwiesen, dass die Bundesexperten eine Atomanlage stilllegen würden, sobald diese die Sicherheitsanforderungen nicht mehr erfüllen würde. Im neuen Kernenergiegesetz wurde eine vorsorgliche Ausserbetriebnahme sogar ausdrücklich in den Text aufgenommen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen. Die HSK soll demonstrieren, dass sie unabhängig vom AKW-Betreiber handeln kann. Es ist zu offensichtlich, dass die Notsysteme des AKW Mühleberg verheerende Auswirkungen bei grösseren Unfällen nicht verhindern können. Fokus Anti-Atom
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    Dieser Artikel wurde 6703 mal gelesen und am 25.8.2010 zuletzt geändert.