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Klima - Klimawandel - Klimaschutz & AKW / Klimalügen und AKW & Klimakonferenz Bonn 2017


Klima - Klimawandel - Klimaschutz & AKW / Klimalügen und AKW & Klimakonferenz Bonn 2017



„Atomkraftwerke schützen das Klima“. Damit werben die weltweit agierenden Atomkonzerne in der Kampagne «Nuclear for Climate» bei jedem Weltklimagipfel und vermutlich auch bei der UN-Klimakonferenz in Bonn 2017. Die geschickte Werbebotschaft der AKW-Betreiber soll nach Fukushima endlich wieder Akzeptanz für alte und neue AKW schaffen. Im Zeitalter der organisierten Desinformation erleben wir hier ein spannendes Exempel. Die Werbeabteilungen der Atomkonzerne bieten den Politikern jetzt eine schöne Illussion, mit der diese sich aus der Verantwortung stehlen wollen. Mit vorgeschobenen Umweltargumenten wird Umwelt- und Klimaschutz verhindert und umweltgefährdente Atomanlagen "grüngewaschen". Die Propaganda der Umweltzerstörer und Atomlobby ist besser geworden. Die Nutzung der Atomenergie ist nicht nur lebensbedrohend, sondern auch die teuerste Art von Klimaschutz.


Unser Klima verändert sich
Wärmere Sommer, abschmelzende Gletscher und extreme Wetterereignisse sind Anzeichen der weltweiten Klimaveränderungen.

Durch die zunehmende Verbrennung von Kohle, Erdgas und Erdöl
seit Beginn der Industrialisierung ensteht das klimaschädliche Kohlendioxid (CO2). Es ist das wichtigste "menschengemachte" Treibhausgas. Der Anteil von CO2 in der Atmosphäre hat sich seit 1850 von 280 ppm (Teile pro Million) auf inzwischen über 400 ppm erhöht. Dazu kommt das klimaschädliche Methan (CH4) aus der industrialisierten Landwirtschaft und aus der Gewinnung sowie dem Transport von Erdgas. Wichtig sind auch andere klimaschädliche Emmissionen, beispielsweise das radioaktives Krypton aus Atomkraftwerken und atomaren Wideraufarbeitungsanlagen. Klimazerstörend ist ebenfalls die weltweite, großflächige Abholzung.

Die Ursache des Klimawandels

ist unsere zutiefst zerstörerische Raubbauwirtschaft, die immer schneller Rohstoffe, Energievorräte und menschliche Arbeitskraft in Müll, Unzufriedenheit und klimaschädliche Abgase verwandelt. Durch den Export dieses Wachstumssystems nach China und Indien wird der Klimawandel noch massiv beschleunigt. Systeme die nur funktionieren wenn sie dauerhaft wachsen sind zwangsläufig zerstörerisch.

Bei einem anhaltenden Wachstum von 3 % verdoppelt sich das Bruttonationaleinkommen (ehemals: Bruttosozialprodukt) alle 23 Jahre, bei 5 % sogar bereits alle 14 Jahre. Und eine Menge, die exponentiell wächst, vertausendfacht sich jeweils nach der zehnfachen Verdoppelungszeit. Dauerhaftes exponentielles Wachstum einer Wirtschaft ist nicht möglich und führt zwangsläufig zur Selbstzerstörung. Der Klimawandel ist eines von vielen Symptomen der ökologischen Krise.


Bisher hat sich seit dem Beginn der Industrialisierung
die globale Durchschnittstemperatur um fast 1 °Celsius erhöht. Am Ende des 21. Jahrhunderts erwartet das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), falls es keinen geeigneten Weg in der weltweiten, gemeinsamen Klimapolitik gibt, einen Anstieg der globalen Mitteltemperatur um 3,7 °C bis 4,8 °C. Die Veränderungen der Zusammensetzung der Atmosphäre und die dadurch hervorgerufene Temperaturerhöhung sind mit zahlreichen und zum Teil schwerwiegenden, unkalkulierbaren Folgen verbunden, zu denen steigende Meeresspiegel, aussterbende Arten und immense Schäden für menschliche Gemeinschaften gezählt werden.



Eine Billion Euro würde es kosten,
die globale Wirtschaft klimafreundlich umzubauen, hat die internationale Consulting-Firma PricewaterhouseCoopers im Jahr 2006 berechnet. Das klingt nach einer gigantischen Summe, doch der Betrag macht nicht einmal die Hälfte der jährlichen Wirtschaftsleistung Deutschlands aus oder nur etwa ein Fünfzigstel des globalen Bruttonationaleinkommens. Die Autoren der Studie sind der Meinung, dass sich Klimaschutz wirksam betreiben ließe, ohne das Wirtschaftswachstum entscheidend zu verlangsamen. Diese Bestätigung der Wachstumsillusion in den fehl- und überentwickelten Staaten, ist der große Mangel der Studie. Der absehbare mittel- und langfristige Mangel an Energie und Rohstoffen(Erdöl, Gas und Uran reichen nur noch für wenige Jahrzehnte) und die drohende weltweite Energiekrise verunmöglicht die Fortführung des zerstörerischen Wachstumspfades. Nur einen, zugegeben etwas makaberen, positiven Klimaeffekt könnte das beginnende Auslaufen der fossilen Energievorräte haben. Die Klimaveränderungen könnten langfristig weniger verheerend ausfallen als bisher angenommen, wenn zukünftig Erdöl und Gas nicht durch Kohle ersetzt werden.

Klimawandel: was tun?
Die weltweite Förderung alternativer Energiequellen, der Energieeffizienz und des Energiesparens muss im Vordergrund aller Bemühungen stehen. Das Wachstum im Bereich der alternativen Energien, gehört zu den wenigen hoffnungsvollen Zeichen der Zeit. Von 1995 bis 2005 haben sich die Preise für atomar-fossile Energien mehr als verdoppelt, während sie sich für erneuerbare Energien halbiert haben. Windstrom ist global die am schnellsten expandierende Energienutzung. Und genau dieses positive Wachstum der zukunftsfähigen Energien wird von den Anhängern der atomar-fossilen Energiegewinnung massiv bekämpft, denn jede neue Photovoltaikanlage und jedes neu gebaute, privat finanzierte Windrad nimmt den Energieversorgungsunternehmen Anteile an der Stromproduktion weg.

Die erneuerbaren Energien sind klimafreundliche Energiequellen,
die sich durch natürliche Prozesse laufend erneuern. Sie stehen nach menschlichen Zeitmaßstäben unendlich lange zur Verfügung. Erneuerbare Energien haben drei originäre Quellen: Strahlung der Sonne, Kraft der Gezeiten, Wärme des Erdinneren (Geothermie). Sonne, Mond und Erde stellen diese unerschöpflichen Energien umweltverträglich zur Verfügung. Die Sonne strahlt jährlich in Deutschland auf jeden Quadratmeter so viel Energie, wie in 100 Litern Öl enthalten ist. In der Sahara ist es sogar doppelt so viel. Ein Windrad hat sich nach einem halben Jahr (4-7 Monate) Betrieb energetisch amortisiert, d.h. nach diesem halben Jahr erzeugt es „netto“ Strom. Der derzeitige Weltenergiebedarf liegt bei etwa 500 Exajoule (500 Trillionen Joule) pro Jahr. Ein Exajoule entspricht der energetischen Menge, welche die Erde in 6 Sekunden von der Sonne empfängt und den Weltverbrauch an Primärenergie im Jahr innerhalb von 21 Stunden deckt.

Andere wichtige Ansatzpunkte für Klimaschutz
sind Gebäudeheizung, Straßenverkehr und der zunehmende Flugverkehr. Die politisch-ökologische Ignoranz und Dummheit mancher PolitikerInnen, die sich immer noch gegen Flugbenzinsteuern wehren, ist unglaublich.

Atomkraft und Klimaschutz - Eine gut gesteuerte Illusion
„Atomkraftwerke schützen das Klima“. Damit werben die Atomkonzerne E.ON, EnBW, Vattenfall, RWE und die Atomparteien FDP, CDU, CSU für den scheinbar CO2-freien AKW-Park. Diese geschickte Werbebotschaft der AKW-Betreiber soll Akzeptanz für alte und neue AKW schaffen. Im Zeitalter der organisierten Desinformation erleben wir hier ein spannendes Exempel.

Mit vorgeschobenen Umweltargumenten wird Klimaschutz verhindert und umweltgefährdente Anlagen "grüngewaschen". Die Propaganda der Umweltzerstörer ist besser geworden. Die Nutzung der Atomenergie ist nicht nur lebensbedrohend, sondern auch die teuerste Art von Klimaschutz. Der Bau neuer AKW kommt uns wesentlich teurer als das Energiesparen oder die Errichtung moderner Gaskraftwerke. Umweltforscher haben berechnet, dass sich durch Investitionen im Bereich Energieeinsparung mehr als die doppelte Menge an Kohlendioxid vermeiden lässt, als bei vergleichbaren Investitionen in den Bau neuer AKW. Atomenergie soll angeblich der Schlüssel zum Klimaschutz sein, da sie kein CO2 emittiert. Dies ist nur auf den ersten Blick richtig aber auch Atomenergie ist nicht CO2-frei zu haben! Denn der Betrieb von Uranerzminen und Urananreicherungsanlagen, der Transport von Atommüll und nicht zuletzt der Bau und Abriss von Atomkraftwerken verursachen CO2-Emissionen. Das Freiburger Öko-Institut hat eine interessante Bilanz erstellt: Die CO2-Emissionen eines AKW betragen etwa 25-50 Gramm/Kilowattstunde. Stromsparmaßnahmen und regenerative Energien "emittieren" nur 0-20 Gramm/Kilowattstunde. Die Atomkraft zieht also eindeutig den Kürzeren! Mit falschen Argumenten nutzen AKW-Befürworter die berechtigte Sorge der Bevölkerung vor dem Klimawandel, um mehr Akzeptanz für die atomare Technologie zu schaffen.
Die ökologische Ärzteinitiative IPPNW hat berechnet, dass bis zum Jahr 2050 1000 neue AKW gebaut werden müssten (bisher gibt es weltweit 442), um 10 % der fossilen Energie zu ersetzen. Die endlichen Uranreserven wären dann in Kürze erschöpft.

Der Anteil der Atomenergie am globalen Endenergieverbrauch liegt bei lediglich 2,5 %, während der Anteil der erneuerbaren Energien schon 19,2 % beträgt. Mit einer „2,5 %-Technik“ ist das Klimaproblem nicht zu lösen.

Datenquelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie


Mit neuen Elektroheizungen wird der Strombedarf gezielt in die Höhe getrieben
„Mit neuen Atomkraftkraftwerken decken wir nur den wachsenden Bedarf“ sagen die Energieversorgungsunternehmen EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall. Gleichzeitig läuft eine bundesweite Werbekampagne für elektrische Direktheizungen und Nachtspeicheröfen.
Für diese teuere, umweltschädliche, für die Konzerne aber gewinnbringende Form der elektrischen Energieverschwendung, wird zur Zeit massiv geworben. So wird gezielt Energie verschwendet und „Bedarf“ für neue Kraftwerke geschaffen, während öffentlich über Energiesparlampen diskutiert wird.

Die Umweltbewegung muss sich in Sachen Klimaschutz fragen,
ob der bisherige, stark individuelle Ansatz: „Du musst Energiesparen. Stell dein Auto an der Ampel ab. Du sollst weniger fliegen. Dreh die Heizung runter...“ tatsächlich zielführend ist. Alle diese Appelle sind gut und wichtig. Gleichzeitig aber werden regional und weltweit neue Straßen, Großraumflugzeuge, Kohle- und Atomkraftwerke gebaut und China und Indien übernehmen mit rasender Geschwindigkeit unser zerstörerisches Verschwendungssystem. Im globalen Maßstab wachsen Ressourcenverschwendung und Umweltprobleme exponentiell. Wenn zum individuellen Ansatz nicht eine massive Veränderung der Politik kommt, wenn Klimaschutz isoliert von den Problemen der Raubbauwirtschaft diskutiert wird, dann nützen die individuellen Ansätze wenig. Die Umweltbewegung muss wieder politischer werden und stärker global agieren, um echte Nachhaltigkeit zu erreichen. Der Klimawandel ist „nur“ ein weiteres wichtiges Symptom der globalen ökologischen Krise.

Axel Mayer / BUND Regionalgeschäftsführer
Erstveröffentlichung: BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein www.bund-rvso.de


Wichtiger Nachtrag:
Der Beitrag der Atomenergie zur Weltenergieversorgung: Nur 2 %


Die so genannte „friedliche Nutzung der Atomenergie“ wurde in den 1960er Jahren begonnen, erreichte ihren Höhepunkt etwa 1985 und ist seitdem rückläufig. Im Jahr 2008 ging weltweit nicht ein einziges Atomkraftwerk ans Netz. Die Atomenergie trägt heute nur rund 2 % zur Gesamt-Energieversorgung der Menschheit bei. Warum eigentlich wird dieser 2 %-Technik in der Politik noch eine so große Bedeutung beigemessen?

Der Beitrag der Erneuerbaren Energien: Schon 18 %
Schon im Jahr 2006 deckten die Erneuerbaren Energien nach internationalen Statistiken 18 % des weltweiten Gesamt- Energiebedarfs (REN 21). Und der weitere Ausbau geht unaufhörlich weiter und kommt mit großen Schritten voran. Die wachsende Konkurrenz um die knappen fossilen Energiequellen zwingt zum raschen Umstieg auf 100 % Erneuerbare Energie. Übrigens: Die bisher in Deutschland installierten Windenergieanlagen produzieren zeitweise schon mehr Strom als alle deutschen Atomkraftwerke zusammen. Hinzu kommt noch der Strom aus Photovoltaik- und Biogasanlagen.

Die Welt-Energieversorgung

Mit einer 2 %-Technik löst man das Klimaproblem nicht
Mit ihrem 2 %-Anteil löst die Atomenergie weder das Energie- noch das Klimaproblem. Auch der Zubau neuer Atomkraftwerke kann an diesem geringen Anteil kaum etwas ändern: Selbst eine Vervierfachung der Atomkraftwerkskapazität bis 2050 – wie von der Atomindustrie in den Raum gestellt – könnte nur 6 % zur angestrebten Halbierung der CO2-Emissionen beitragen (Szenario der Internationalen Energie Agentur, Juni 2008).
Die einzige Alternative: Wir steigen um auf 100 % Erneuerbare Energien. Ein solches Energiesystem ist inzwischen ausgereift und in kurzer Zeit realisierbar.
Quelle: IPPNW, Stand 2010



Aktueller Einschub:



Die Klimakonferenz COP 23 und das Ende von Jamaika in Bonn haben erneut gezeigt:


In Amerika regieren die Öl- & Kohlekonzerne & Klimawandelleugner
In Deutschland bekämpfen sie als Strippenzieher (immer gut getarnt hinter Vorfeldorganisationen, "Bürgerinitiativen" und Kohleparteien) die Energiewende und die zukunftsfähigen Energien.
Klimawandelparteien und Kohleparteien, wie die Klimawandelleugner von der AFD, die CDU & CSU und insbesondere die rechtsliberale FDP, stehen treu und fest auf der Seite der Braunkohle. Nur die "GRÜNEN" waren beim Thema Kohle (fast) standhaft.
Papst Franziskus sagte zurecht: "Die Unterwerfung der Politik unter die Technologie und das Finanzwesen zeigt sich in der Erfolglosigkeit der Weltgipfel über Umweltfragen."

Papst Franziskus sagte zurecht: "Die Unterwerfung der Politik unter die Technologie und das Finanzwesen zeigt sich in der Erfolglosigkeit der Weltgipfel über Umweltfragen."





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Dieser Artikel wurde 9657 mal gelesen und am 18.10.2017 zuletzt geändert.