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Würenlingen & Atomrisiko: PSI, Atommüll, Plasmaofen, Zwischenlager (Zwilag), Atomfabrik, Paul Scherrer Institut

Würenlingen strahlt: Gefahrenquellen PSI - Atommüll, Plasmaofen, Zwischenlager (Zwilag), Atomfabrik, Paul Scherrer Institut

Ständige Probleme mit Atomanlagen in Würenlingen / Schweiz
Im kleinen Schweizer Ort Würenlingen an der Aare häuft sich das atomare Risiko. Direkt neben den beiden Uralt-AKW in Beznau steht das zentrale Zwischenlager für Atommüll (Zwilag), wo in einer Castorhalle der hochradioaktive Schweizer Atommüll zwischengelagert wird und ein Plasma Ofen für Atommüll.

Das Paul Scherrer Institut (PSI) ist die Atomfabrik und das Atomforschungszentrum der Schweiz.
In Würenlingen gibt es eine erhöhte Krebshäufigkeit, insbesondere bei Hirntumoren, wie die Schweizer Weltwoche berichtete, als sie noch eine kritische Zeitschrift war. Radioaktivität als mögliche Ursache der vielen Krebserkrankungen wird gerne verdrängt, denn das atomare Risiko macht Würenlingen zu einem reichen Ort.

Atomrisiko und Krankheit werden von der Atomindustrie reichlich belohnt,
insbesondere vor Abstimmungen über neue gefährliche Projekte in der Gemeinde. Die Badische Zeitung berichtete, dass die Gemeinde mit 3359 Einwohnern 25 Jahre lang jährlich 815 000 Franken alleine für für das Atom-Zwischenlager erhält. Dazu kommen laut BZ jährlich 150 000 Franken Steuergelder, weil die Zwilag Ihren Sitz in Würenlingen hat. Die vier Nachbargemeinden erhalten jährlich 585 000 Franken. Und das sind nur die Gelder für die Zwilag. Die Geld-, Medien- und Manipulationsmacht der Atomindustrie gefährdet die Demokratie. Sie setzt nicht zuletzt auf die „Käuflichkeit“ der Menschen und Gemeinden. Eine kritische Aufarbeitung der massiven Zahlungen an die Gemeinde Würenlingen für das atomare Zwischenlager und die anderen Atomgefahren hat es im Land der direkten Demokratie nicht gegeben. Die Wikipedia Seiten zu den Themen Zwilag, PSI, Plasmaofen und Paul Scherrer Institut werdenvon der Atomindustrie einseitig beeinflusst.



Gefahrenquelle Atommüllzwischenlager (Zwilag) in Würenlingen
Trotz großer technischer Probleme hatte die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) der Betreiberin des Zentralen Zwischenlagers im Juni 2001 die Freigabe für den Betrieb der Lagerhalle für hochradioaktiven Atommüll und Brennelemente erteilt. Wenn eine Autogarage geplant und gebaut und nach dem Bau festgestellt wird, dass bei der Planung von absolut falschen Tatsachen ausgegangen worden war, dann wird der Bau abgerissen. Wenn die gefährlichsten Gifte der Menscheit in Würenlingen"zwischengelagert" werden sollen, dann wird über solche Planungsfehler großzügig hinweg gesehen. Ursprünglich und fälschlicherweise war angenommen worden, dass die Atommüllbehälter in der neuen Atommüllhalle nur 60 Grad heiss werden dürfen. Doch in Wirklichkeit wurden und werden die Atommüllbehälter bis zu 120 Grad heiß. Laut HSK hat die Betreiberfirma mit technischen Berichten nachgewiesen, dass das Lager auch bis zu 120 Grad heiße Behälter verkraftet. In der Berichterstattung über diese skandalöse Genehmigung fiel auf, dass das Gefahrenpotential dieser Castorhalle in der öffentlichen Diskussion absolut keine Rolle spielte. Es geht aber nicht um ein Lager für Reifen, Farben oder Chemikalien. Plutonium, Strontium und andere Ultragifte aus den Atomanlagen der Schweiz entsprechen dem radioaktiven Potential von vielen hundert Hiroshimabomben. Atommüll muss so sicher als möglich gelagert werden. Kompromisse à la Zwilag sind nicht akzeptabel. Die nachträgliche Anpassung der Genehmigung an die Realität der viel zu heißen Behälter findet ihre Entsprechung in der Verringerung der geologischen Anforderungen an das geplante atomare Endlager, das in Benken am Rheinfall realisiert werden könnte. Für die vier Nachbargemeinden von Würenlingen aber hat sich das Lager (und das Abstimmungsverhalten bei den Volksabstimmungen zu diesem Thema) zumindest finanziell ausgezahlt. Sie erhalten für das Zwischenlager (Zwilag) jährlich 1,9 Millionen Franken und das 25 Jahre lang.

Atommüll in einem Plasmaofen verbrennen?
Es geht dabei natürlich nicht um die die extrem radioaktiven Brennstäbe oder um anderen hochradioaktiven Abfall, der sich nicht verbrennen lässt. Im Atommüllofen in Würenlingen wird insbesondere fester und flüssiger, leichtradioaktiver Abfall verbrannt um das Volumen des Atommülls zu reduzieren und so Kosten bei der Enlagerung zu sparen. Die Atommüllmenge (nicht die Radioaktivität) soll um einen Faktor 5 bis 20 reduziert und der Müll gleichzeitig endlagerfähig gemacht werden.
Der neue Atomofen in Würenlingen ist zwar "besser" als die alte Anlage in Würenlingen, aber der radioaktive Kohlenstoff C14 kann vom 5000 Grad heissen Plasmastrahl des Atommüllofens nicht verbrannt und zurückgehalten werden. Weil Pflanzen diesen Stoff aufnehmen, wird die Verbrennung nur in der vegetationsarmen Periode im Winterhalbjahr durchgeführt.

Über einige der bekannt gewordenen technischen Probleme des Plasmaofens für Atommüll berichtete der Schweizer Tages-Anzeiger am 24.02.2005.


Hier einige Auszüge aus dem umfangreichen Bericht des Tages-Anzeiger:
„Er kostet 100 Millionen Franken und läuft auch nach fünf Jahren noch nicht richtig: der Plasmaschmelzofen im Atommüll-Zwischenlager in Würenlingen.

Verarbeiten will die Zwilag in erster Linie die bekannten 200-Liter-Atommüllfässer, welche die Schweizer Kernkraftwerke und andere Atomanlagen nach Würenlingen liefern. Die Fässer werden ganz in den Ofen geschoben, darin vollautomatisch geschmolzen und die radioaktive Schmelze anschliessend in Glas eingegossen. Am Schluss kommen aus dem Ofen statt Betonfässer so genannte Glaskokillen. Diese schliessen die Strahlung sicherer ein als der Beton im traditionellen Verfahren. Die Radioaktivität selber wird dabei allerdings nicht verringert.

Die Freude über den Ofenprototyp hielt allerdings nicht lange an. Die Schweizer Herstellerfirma Moser-Glaser-Technologie hatte sich mit dem Projekt übernommen und konnte den Vertrag mit der Zwilag nicht zu Ende erfüllen. Die Zwilag AG war gezwungen, die Entwicklung des Prototyps in eigener Regie abzuschliessen. Und das erwies sich, trotz Übernahme der Ingenieure von der Vorgängerfirma, als überaus schwierig.

Immer neue Probleme tauchten auf. So mussten selbst zentrale Teile der Anlage völlig neu eingebaut werden. Vier Jahre dauerte es, ehe im März 2004 nach diversen Nachrüstungen und mehreren Tests ohne radioaktive Fracht erstmals 25 Fässer mit sehr schwach radioaktivem Material in den Ofen geschoben und erfolgreich zu vier Glaskokillen verarbeitet wurden.

Wer geglaubt hatte, die Probleme seien damit endlich im Griff, sah sich bald getäuscht: Die erste Testkampagne mit normaler Müllfracht musste im letzten Dezember vorzeitig abgebrochen werden. Im Abgussbereich des Ofens zeigten sich nach 23 Tagen und 55 Fässern so grosse Verschleisserscheinungen, dass man die Anlage abstellen musste.

Die Probleme seien durch die grosse Hitze im Abgussbereich verursacht worden, sagt Zwilag-Geschäftsführer Walter Heep. Inzwischen sei der betroffene Teil des Ofens mit einem hitzebeständigeren keramischen Einsatz verstärkt worden. Für Heep sind all die Anpassungen und Nachrüstungen normale Optimierungen der Pilotanlage im Rahmen des Testbetriebs. Die Strahlensicherheit sei davon nie tangiert gewesen.

Am 14. Februar wurde der Ofen wieder in Betrieb gesetzt. Nach rund einer Woche Aufheizzeit werden dieser Tage die ersten Fässer eingeschmolzen. Bis Ende März sollen rund 300 Stück verarbeitet werden. Das entspricht in etwa der Anliefermenge eines Jahres. Überwacht werden die Tests von der Schweizer Atom-Kontrollbehörde, der Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK), deren Domizil sich gleich nebenan im Würenlinger Paul-Scherrer-Institut (PSI) befindet.

Auch für die HSK ist der Plasmaschmelzofen der Zwilag seit langem ein Sorgenkind. Zwar erteilte der Bundesrat im März 2000 eine Betriebsbewilligung für den Ofen.

Doch ohne eine Freigabe der HSK darf dieser bis heute nicht gestartet werden. Für die einzelnen Testkampagnen muss die HSK grünes Licht geben. Sie tut das jeweils erst nach Auswertung der Resultate der vorherigen. Sollte die jetzige Kampagne erfolgreich zu Ende geführt werden, erfolgt im April die Auswertung, Und erst dann werde entschieden, wie es weitergehe, so HSK-Sprecher Anton Treier.

Freude hat die Kontrollbehörde an den Verzögerungen nicht: Die Abfallfässer würden sich deswegen inzwischen anhäufen, klagte die HSK in ihrem letzten Jahresbericht. «Für uns ist die Prüfung des Ofens eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, denn mit der Anlage betreten wir Neuland», sagt Treier.“
Zitatende

Auch im Bericht der HSK, der im Januar 2005 vorgestellt wurde und der wie alle Jahre das Lobbyisten - Loblied auf die Sicherheit der Schweizer AKW anstimmt, wird am Rande auf zwei Pannen beim Verbrennungs- und Schmelzofen im zentralen Zwischenlager (Zwilag) in Würenlingen eingegangen. Zwei Probeläufe mussten im Jahr 2005 abgebrochen werden. „Angesichts der immer noch nicht zufriedenstellenden Ergebnisse will die HSK weitere Vebrennungskampagnen nur noch einzeln bewilligen“ schreibt die Basler Zeitung.

Allerdings natürlich nur im Winter, weil dann nur Menschen, nicht aber Pflanzen, mit dem nicht zurückhaltbaren radioaktive Kohlenstoff C14 belastet werden, könnte man hinzufügen.

Flüssigsalzreaktoren am PSI
Mittlerweile forscht man im Paul Scherrer Institut auch am Thema "neue, kleine AKW", den so genannten Flüssigsalzreaktoren. Mit diesem neuen Reaktorkonzept erhöht sich die globale Gefahr von terroristischen Atom-Anschlägen und die weltweite Verbreitung von Atomwaffen. Einige kritische Überlegungen zu Flüssigsalz-/Thorium-Reaktoren finden Sie: hier

Atommüll aus Würenlingen wo hin? Unsicherheit für eine Million Jahre
Im kleinen Schweizer Dorf Benken, direkt am Rheinfall und der Grenze gelegen, könnte das Schweizer Endlager für hochradioaktiven Atommüll entstehen, denn Benken ist bisher der „beste“ aller geologisch schlechten Standorte in der Schweiz. Ebenfalls im Gespräch und Auswahlverfahren sind neben Benken im Zürcher Weinland auch die Gebiete Nördlich Lägern und Bözberg in denen das zwischenzeitlich von der Nagra bevorzugte Wirtgestein – der Opalinuston vorkommt. Der gefährliche Atommüll muss eine Million Jahre sicher gelagert werden. Der hochradioaktive schweizer Müll soll in Opalinuston gelagert werden, denn Salz und Granit kommen in der Schweiz nicht als Endlagermedium in Frage. Das verschwiegene Problem ist die Tatsache, dass die schweizer Opalinustonschichten im internationalen Vergleich extrem dünn sind. Diesen, für Sicherheitsfragen so wichtigen, internationalen Vergleich scheut die Schweizer Atomlobby und die NAGRA wie der Teufel das Weihwasser. Geschickt haben die Durchsetzungsstrategen des Atomlagers diese zentrale Sicherheitsfrage bisher aus der (veröffentlichten) Diskussion herausgehalten. Meidet die "Killing Fields" der öffentlichen Debatte nennen die PR-Agenturen der Schweizer Atomlobby (Burson Marsteller) eine solche Strategie. Die Durchsetzungsstrategien für ein Endlager sind perfekt, die Geologie der Schweiz ist leider schlecht. hier
Axel Mayer



Ein lesenswerter Beitrag zu Würenlingen in der WOZ: hier




Aktueller Einschub



Friedensnobelpreis 2017


Die internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung (Ican) bekommt den Friedensnobelpreis 2017. Ican hat sich bahnbrechend um ein vertragliches Verbot solcher Waffe bemüht. Der Preis geht endlich einmal an an die Richtigen und wir gratulieren.
Leider interessieren sich die Medien nicht dafür, warum neue AKW den Weg für neue Atombomben bahnen...

Die nordkoreanische Atombombe und der blinde Fleck der Wahrnehmung
Die letzten Atomwaffenversuche Nordkoreas und die Äußerungen des amerikanischen Präsidenten Trump vor der UN und seine Ansage: „Dann haben wir keine andere Wahl als die totale Zerstörung Nordkoreas“ zeigen die gefährliche Zuspitzung der Lage. Der Konflikt nimmt eine Dimension an, die nicht nur Millionen Opfer fordern kann, sondern den Weltfrieden gefährdet. Die Zuspitzung der Krise zeigt aber auch, was es bedeutet, wenn Neurotiker an der Spitze von Atomwaffenstaaten bei ihren kindisch-gefährlichen Sandkastenspielen über die schrecklichsten Vernichtungswaffen der Welt verfügen.

Die zunehmende Gefahr der Weiterverbreitung von Atomwaffen durch den Export von neuen AKW in Spannungsgebiete und durch die Entwicklung und Verbreitung neuer, kleiner Reaktoren ist der große blinde Fleck der aktuellen Berichterstattung.

Mehr Informationen hier.


Nachtrag vom 10.8.2007/ Quelle Greenpeace Schweiz

Greenpeace Kommentar zu den Plänen des Paul Scherrer Instituts (PSI), mit Tritium belastetes Wasser in die Aare zu leiten:
10.08.2007 Greenpeace-Atomfachmann Leo Scherer sagt dazu: «Dieser Fall wirft einmal mehr ein Schlaglicht auf die problematische Seite jeder atomtechnischen Anlage: die Erzeugung und Freisetzung von schädlicher Radioaktivität. Seit je verseuchen Atomanlagen weltweit und auch in der Schweiz mit Tritium die Umwelt.

Tritium ist ein besonders problematisches radioaktives Gift.

Die geplante Tritium-Abgabe ist beträchtlich: Innert drei bis vier Wochen will das PSI 100 Mal soviel Tritium in die Aare leiten wie im Normalbetrieb während eines ganzen Jahres. Um solch grosse Mengen tritiumverseuchtes Wasser zurückzuhalten, wären teure dichte Lagertanks mit grossen Fassungsvermögen nötig. Solche fehlen nicht nur beim PSI, sondern auch bei allen Atomkraftwerken. Dabei belasten Druckwasser-Reaktoren (Beznau und Gösgen) die Aare noch viel stärker: Sie geben im Normalbetrieb jedes Jahr routinemässig viermal soviel Tritium in den Fluss ab wie das PSI jetzt ausserordentlicherweise einleiten will.

Tritium ist ein besonders problematisches radioaktives Gift. Es wird als Wasser von jedem Lebewesen in den Körper aufgenommen und entfaltet dort seine schädliche Wirkung. Vieles ist noch unbekannt. Eine im Juni 2007 von Greenpeace Kanada veröffentliche Studie zeigt jedoch auf, dass die Schädlichkeit von Tritium deutlich grösser sein dürfte als bis anhin offiziell angenommen.»
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Nachtrag:
Überlassen Sie Wikipedia nicht der Atomlobby! Es gibt einige Indizien, die darauf hinweisen, dass gerade in der Schweiz viele Wikipedia Seiten zu den Themen Würenlingen, Zwilag, PSI, Paul Scherrer Institut von der Atomindustrie massiv manipuliert werden.




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Dieser Artikel wurde 5359 mal gelesen und am 16.11.2016 zuletzt geändert.