Waterboarding

Beim Opfer dieser, u.a. vom CIA praktizierten, Folterpraxis wird durch Ausnutzen von Würgreflexen physiologisch zwingend der Eindruck unmittelbar drohenden Ertrinkens hervorgerufen, indem die Atmung durch ein Tuch, welches ständig mit Wasser übergossen wird, stark erschwert wird. Durch das Fixieren des Folteropfers in einer Position, in der sich der Kopf tiefer befindet als der restliche Körper, soll das Eindringen von Wasser in die Lungen und ein darauf folgendes tatsächliches Ertrinken verhindert werden. Laut Berichten bricht der Widerstand der weitaus meisten gequälten Opfer in weniger als einer Minute. Für eine "saubere Kriegsführung und eine saubere Folter" ist Waterboarding allerdings "ideal". Waterboarding gehört zu den Verhör-Methoden, die keine körperlichen Spuren hinterlassen (Weiße Folter). Nachträgliche Beweise für Folter im Fall von Waterboarding sind daher schwer zu erbringen.
Bush verweigert Anti-Folter-Gesetz die Unterschrift
US-Präsident George W. Bush hat im März 2008 gegen ein vom Kongress verabschiedetes Anti-Folter-Gesetz sein Veto eingelegt. Er hat am 08.03.2008 in seiner wöchentlichen Radioansprache angekündigt, dem Gesetz seine Unterschrift zu verweigern. Bush meint, das Gesetz, das auch das umstrittene Waterboarding verbietet, schränke die Handlungsmöglich- keiten des Auslandsgeheimdienstes CIA im Kampf gegen den Terrorismus zu stark ein. Der "Kampf für die Menschenrechte"
wird mit Folter und Menschenrechtsverletzungen geführt. Wer Folterer unterstützt (wie die deutschen Truppen in Afghanistan) macht sich mitschuldig. Doch diese Debatte wird in Deutschland nicht geführt. Wenn ARD, ZDF und viele andere deutsche Medien im Zusammenhang mit Waterboarding verharmlosend von "umstrittenen Verhörmethoden" reden, dann ist das ein politischer Skandal und eine Unterwerfungsgeste gegenüber den Folterern.
„Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“
Artikel 5
Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden.
Der schöne Glaube einen "sauberen" Krieg in Afghanistan
führen zu können ist Illusion. Es gibt keinen sauberen Krieg. Auch die afghanische Regierung lässt foltern. Am 5. November 2007 ist die kanadische Regierung "glaubwürdig" über die Misshandlung eines Gefangenen informiert worden, der von den kanadischen Einheiten an die afghanischen Sicherheitskräfte übergeben worden war.
Die wirklichen Werte auf die wir stolz sein können,
die Aufklärung oder die Menschenrechte, werden in asymetrischen Kriegen nicht verteidigt, sondern mit Füßen getreten. Folter und Mord gehört zum "Kriegshandwerk" und auch die Unterstützung von Folterpraktiken "befreundeter Truppen" ist ein Verbrechen. Die Kriegsverbrechen der USA, zu Beginn des Feldzuges in Afghanistan waren nie ein grosses Thema in Deutschland. Wenn unsere amerikanischen "Verbündeten" in Afghanistan und Guantanamo foltern und wir die Augen verschießen, dann machen wir uns mitschuldig.
Axel Mayer / Kreisrat
Menschenrechte im Krieg ( Irak, Iran, Afghanistan... )