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Fortschritt & Zerstörung

Über die Umdeutung von Begriffen im Dienste der Umweltzerstörung
Fortschritt - Innovation - Wachstum - Zerstörung


(Diese Seite ist noch unvollständig und im Entstehen begriffen)

Fortschritt bezeichnete bisher eine Weiterentwicklung eines Zustandes, zumeist im positiven Sinne. Doch wohin hat sich unsere Welt bisher entwickelt? Das Leben vieler (nicht aller!) Menschen in den reichen Ländern ist bequemer und besser geworden, Krankheiten wurden erfolgreich bekämpft und wir leben länger. Doch wie sieht es weltweit aus?



Fortschritt, Innovation, Wachstum & Zerstörung


Heute: Das Zeitalter des Raubbaus und der Barbarei
Umweltbewegung, Gewerkschaften und die sozialen Bewegungen haben viel erreicht. Im Bereich der Umwelt sind beispielsweise in Deutschland Luft und Wasser tatsächlich sauberer geworden, also ein echter, erkennbarer Fortschritt. Das bedeutet aber nicht mehr und nicht weniger, als dass die weltweiten Zerstörungsprozesse in Deutschland ein wenig langsamer ablaufen als anderswo. "In einem Jahr verbrauchen wir gerade weltweit so viele fossile Rohstoffe, wie die Erde innerhalb einer Million Jahre herausgebildet hat." Quelle: Zukunftsfähiges Deutschland 2008. Gleichzeitig erzeugen wir Atommüll der eine Million Jahre sicher gelagert werden muss. Immer noch gehören auch wir zu den, zumeist unzufrieden gehaltenen, 20% der Menschheit, die 80% der Energie und Rohstoffe verschwendet und die damit für den Großteil der weltweiten Umweltverschmutzung verantwortlich sind. Und die restlichen 80% der Welt (insbesondere China und Indien) sind gerade dabei unser zerstörerisches Modell einer Raubbauwirtschaft nachzuahmen. Zur Umweltzerstörung kommt im Zeitalter der Globalisierung ein zunehmend ungehemmter Konsumismus, eine Gefährdung der Demokratie, Ungerechtigkeit und Sozialabbau und eine verstärkte Innenweltverschmutzung. Hundertfünfzig Jahre Industrialisierung haben dazu geführt, dass die in vielen Millionen Jahren geschaffenen Energievorräte und die Rohstoffreserven der Welt zu Neige gehen und gleichzeitig haben wir u.a. mit Atommüll Gifte produziert, die über eine Million Jahre sicher gelagert werden müssen. Das menschengemachte Artensterben und der Klimawandel nehmen zu und eine Milliarde Menschen hungert. Die nachfolgenden Generationen werden unser Zeitalter eine Zeit des Raubbaus und der Barbarei nennen. Die Zukunftsaufgabe auch der regionalen Umweltbewegung wird es sein, aufzuzeigen, dass unbegrenztes Wachstum begrenzte Systeme zerstört. "Gut leben statt viel haben" ist die Zukunftsdevise. Es gilt, eine tatsächlich nachhaltige Entwicklung einzuleiten und Fortschritt neu zu definieren.

Neoliberalismus und Zerstörung
"Wenn alle Völker nicht mehr wie bislang dem Markt Zügel anlegen, sondern dem Staat, wenn Steuern gesenkt werden und die Konzerne die uneingeschränkte "Freiheit" bekommen Menschen auszubeuten und die Umwelt zu zerstören, dann wird sich das Los und der Wohlstand aller Menschen der Erde verbessern – sogar das der allerärmsten. Sie brauchen sich bloß vollkommen den selbstregulierenden geheimnisvollen Kräften des Marktes anvertrauen." Nicht nur die große Krise und eine Milliarde hungernder Menschen zeigen, dass diese Ideologie zutieftst menschenverachtend war und ist.

Fortschrittsfeindlichkeit wird Umweltschützern gerne vorgeworfen.
Doch braucht es in einer Demokratie immer auch eine kritische Diskussion um die Definition von Fortschritt und Innovation. "Alles was Gewinn bringt ist Fortschritt und Innovation", sagt, etwas verklausuliert, die Industrie und die meisten Politiker beten diese Formel ungeprüft nach.

"Fortschritt und Innovation muss in erster Linie den Menschen dienen", sagen wir Umweltschützer. Harrisburg und Tschernobyl, DDT, Contergan und die FCKW's, die unsere Ozonschicht gefährden, galten lange Zeit auch als Symbole des Fortschritts.


Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit sind unsere wichtigsten Anforderungen an Fortschritt.
Technologien, wie die Atom- oder Gentechnologie beinhalten ein so immenses Risiko, und vor allem Missbrauchspotential, dass sie die Zukunft gefährden können. Wenn der gut organisierte, öffentliche Chor "höher, schneller und weiter mit Atom- und Gentechnologie" schreit, stellen wir die Frage nach dem "Wohin".
Axel Mayer

Fortschritt & Wachstum?

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Dieser Artikel wurde 240 mal gelesen und am 2.5.2010 zuletzt geändert.