thetext
druckenSeite zurück     druckenDiesen Artikel drucken (Druckansicht)

Weltraumtourismus, Kritik & Kosten 2018: Umwelt & Klima - Elitärer, umweltzerstörender Milliardärs - Weltraumtourismus / Ein Tesla im All und der menschliche Fortschritt


Weltraumtourismus, Kritik & Kosten 2018: Umwelt & Klima - Elitärer, umweltzerstörender Milliardärs - Weltraumtourismus / Ein Tesla im All und der menschliche Fortschritt:




Ein Tesla im All und der menschliche Fortschritt: Mit dem Start der "Falcon Heavy" im Februar 2018 ist Elon Musk ein PR-Meisterwerk gelungen. Ein roter Tesla im Weltall... Musk hat es geschafft von den existenzgefährdenden Problemen seines Elektroautos Tesla abzulenken.



Die Süddeutsche Zeitung schrieb am 29. Dezember 2017:
"2018 wollen erstmals private Firmen Touristen ins All bringen - und künftig regelmäßig Raumschiff-Reisen anbieten. Drei prominente Milliardäre brennen darauf, endlich ihre kühnen Pläne zu verwirklichen. (...) Wer kein Profi-Astronaut ist, kann 2018 bei Virgin Galactic buchen. 250 000 Dollar kostet ein Ticket bei Richard Bransons Firma, Ende des Jahres will sie erste Touristen mitnehmen..."


Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX hat für das Jahr 2018 eine Mondumrundung mit zahlenden Weltraumtouristen angekündigt. Die Mission biete Menschen die Gelegenheit, "erstmals seit 45 Jahren tief in den Weltraum zurückzukehren" sowie "schneller und weiter in das Sonnensystem zu reisen, als jemals zuvor", erklärte SpaceX-Chef Elon Musk im Februar 2017.
Die Berichterstattung über diese Pläne ist eine Mischung aus Technikbesoffenheit, Heldenverehrung und rückwärtsgewandtem Fortschrittsglauben. Es ist erstaunlich wie unkritisch die Mehrzahl der Medien den privaten Weltraumflug bejubelt und gleichzeitig den Klimawandel beklagt.

Experten schätzen den Ticketpreis
für den SpaceX-Flug auf 80 Millionen bis 100 Millionen Dollar. "Nur-Millionäre" können sich dies nicht leisten. Die Kosten entsprechen dem Preis, den die Nasa an die Russen zahlen muss, wenn ein US-Astronaut zur „ISS“ mitfliegt.

In Zeiten des Klimawandels, Artensterbens und der absehbaren Endlichkeit der Rohstoffe
ist elitärer, umweltzerstörender Milliardärs - Weltraumtourismus pervers, passt allerdings gut ins zerstörerische Zeitalter des Anthropozän! Weltraumtourismus zerstört die Umwelt und das Klima. Weltraumtourismus ist das zukünftige (endlich mal ungestörte) Hobby für das reichste Prozent der Weltbevölkerung (70 Millionen Menschen), das über so viel Vermögen verfügt wie der ganze Rest (sieben Milliarden Menschen) zusammen. In einer Zeit in der 815 Millionen Menschen auf der Welt nicht genug zu essen haben, stellt sich nicht nur beim Thema Weltraumtourismus die Frage, ob an den richtigen Themen geforscht wird. Doch in einer Zeit globaler Umweltzerstörung und wachsender weltweiter Gefährdungen haben Themen wie "Tourismus im All" auch etwas geschickt Ablenkendes. Je schneller die wirtschaftliche, finanzielle, ökologische und soziale Krise wächst, desto schneller dreht auch die große, perfekte Illusionsmaschine...

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer



Nachtrag:


Die Umweltbewegung muss sich in Sachen Klimaschutz fragen,
ob der bisherige, stark individuelle, appellierende Ansatz: "Du musst Energiesparen, stell dein Auto an der Ampel ab, du sollst weniger fliegen, dreh die Heizung runter..." tatsächlich zielführend ist. Alle diese Appelle sind hübsch, nutzen aber wenig. Denn gleichzeitig werden regional und weltweit neue Straßen, Großraumflugzeuge, Kohle- und Atomkraftwerke gebaut und China und Indien übernehmen mit rasender Geschwindigkeit unser wucherndes, zerstörerisches Verschwendungssystem. Dazu passt gut der gut organisierte Traum vom Weltraumtourismus. Im globalen Maßstab wachsen Ressourcenverschwendung und Umweltprobleme exponentiell. Wenn zum individuellen Ansatz nicht eine massive Veränderung der Politik und der Strukturen kommen, wenn Klimaschutz isoliert von den Problemen der Raubbauwirtschaft diskutiert wird, dann nützen die individuellen Ansätze wenig. Es muss darum gehen die Strukturen anzugehen, die Klimaschutz verhindern. (Weltraumtourismus, neue Straßen, viel zu billige Flugpreise...) Die Umweltbewegung muss wieder politischer werden und stärker global agieren, um echte Nachhaltigkeit zu erreichen. Weltraumtourismus und Klimawandel sind "nur" Symptome der globalen ökologischen Krise.










Kritische Internet Beiträge zum Thema Weltraumtourismus (Pro und Contra) sind eine Seltenheit und der Wikipedia-Beitrag zum Thema ist erschreckend einseitig.
Aus diesem Grund tragen wir hier einige wenige kritische Beiträge zusammen.



Weltraumtourismus und das Klima
Der Spiegel online Artikel "Ruß in der Atmosphäre-Weltraumtourismus wird Klima verändern" berichtet von den Auswirkungen des Weltraumtourismus auf das globale Klima. Geoforschern zufolge werde das Ruß der Raketentriebwerke das Klima weltweit beeinflussen:


"Eine Studie von drei amerikanischen Wissenschaftlern kommt nun zu dem Ergebnis, dass die Flüge mit "SpaceShipTwo" eine erstaunlich große Wirkung auf das Klima der Erde haben dürften. Michael Mills vom National Center for Atmospheric Research in Boulder (Colorado) und seine Kollegen sind dabei von 1000 Raketenstarts pro Jahr ausgegangen. Die größte Klimawirkung geht dabei nicht vom CO2 aus, sondern von dem Ruß, der von den Triebwerken unweigerlich mit ausgestoßen wird.

[...] Ruß besteht hauptsächlich aus Kohlenstoff und entsteht als unerwünschtes Nebenprodukt in Verbrennungsmotoren.

"Die Reaktion des Klimasystems auf die relativ kleine Ruß-Menge ist überraschend", sagt Mills. [...]

Die Rußpartikel in der Stratosphäre absorbieren Sonnenstrahlen, die ansonsten tiefere Schichten und die Erdoberfläche erreichen würden. Dies verändert wiederum die komplexen Zirkulationsvorgänge in der Luftschicht und somit auch das Klima."


Die Gefahren des Weltraumtourismus
In dem Beitrag "Virgin Galactic und die Toten im Namen des Weltraumtourismus" auf scienceblogs.de werden die Gefahren des Weltraumtourismus ziemlich deutlich erläutert. Bei dem nicht-staatlichen Unternehmen Virgin Galactic, das mit dem SpaceShipOne berühmt wurde, kam es schon zu zwei Unfällen mit Todesfällen. 2007 starben drei Menschen bei einem Test des Oxidatortank des Raketentriebwerks. 2014 zerbrach der Prototyp des neuen SpaceShipTwo in der Luft. Dabei kam der Copilot ums Leben, der Pilot überlebte nur knapp. Zu dem zweiten Unfall schreibt scienceblogs.de:


"Das bringt uns nun zum Absturz von SpaceShipTwo. Wie schon der Vorgänger sollte das Raketenflugzeug in große Höhe aufsteigen, dort die große Tragfläche umklappen und so bei der Rückkehr in die Atmosphäre wie ein Federball automatisch in eine stabile aerodynamische Lage kommen. Andere Raketenflugzeuge wie die X-15 benutzten stattdessen kleine Raketentriebwerke um außerhalb der Atmosphäre ihre Lage kontrollieren zu können.

Die Konstruktion ist fraglos eine gute Idee. Allerdings bringt sie auch mögliche Gefahren mit sich. Im ersten Teil des Fluges, wenn das Flugzeug vom Raketentriebwerk beschleunigt wird, sollte man den Klappmechanismus zum Beispiel nicht benutzen. Genau das ist aber geschehen. Die Aerodynamik führte dabei dazu, dass sich der Rumpf des Flugzeugs quer zur Flugrichtung nach oben aufrichtete, während die Flügel wie eine Fahne im Wind in Flugrichtung verharrten.

Der Rumpf zerbrach dabei durch die aerodynamischen Kräfte. Der Pilot hatte dabei großes Glück. Der Rumpf zerbrach um ihn herum und er wurde vergleichsweise leicht verletzt in seinem Sitz aus den Trümmern heraus geschleudert. (Es war kein Schleudersitz!) Er konnte sich aus den Gurten befreien und sich mit seinem Fallschirm retten. Der Kopilot hatte weniger Glück. "


Zusammenfassend, ist dieser Satz am Ende des Artikels sehr passend:

"Ohne gravierende Änderungen in der Firmenkultur, kann man angehenden Weltraumtouristen wohl nur noch von dieser Firma abraten."


Es gibt leider viel zu wenig kritische Artikel über Weltraumtourismus.
Dabei können von solch einem Ausflug nur Menschen profitieren, die einen Preis von $200.000 pro Person zahlen können.
Allen anderen Menschen (wie den Unfalltoten), der Umwelt und dem Klima scheint der Weltraumtourimus nur zu schaden.





Weltraumtourismus Umwelt & Kritik: Elitärer, umweltzerstörender Millionärs - Weltraumtourismus





Unfälle & Katastrophen der bemannten Raumfahrt



  • 27. Januar 1967: An Bord von Apollo 1 bricht ein Feuer aus, alle drei US-Astronauten kommen ums Leben.
  • 24. April 1967: Bei der Landung einer russischen Sojus-Kapsel öffnen sich die Fallschirme nicht richtig. Ein Kosmonaut kommt ums Leben.
  • 30. Juni 1971: An Bord einer Sojus-Kapsel öffnet sich ein Druckventil. Alle drei Kosmonauten kommen ums Leben.
  • 28. Januar 1986: Die Raumfähre "Challenger" explodiert 73 Sekunden nach dem Start. Alle sieben Astronauten werden getötet.
  • 1. Februar 2003: Die NASA verliert den Kontakt zur Raumfähre "Columbia", als diese in einer Höhe von rund 60.000 Metern fliegt. An Bord sterben sieben Astronauten.





Hitzerekord im vergangenen Jahr 2017!


Die Menschheit hat 2017 hat einen neuen Rekord aufgestellt: Es war das wärmste Jahr seit Beginn der Industrialisierung ohne El-Niño-Phänomen - dieses sorgt alle paar Jahre für einen Wärmeschub aus dem Meer. Das berichtet das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage ECMWF, das als erstes Institut die meteorologischen Daten des vergangenen Jahres ausgewertet hat.
Es ist erschreckend, welchen geringen Stellenwert dieses Thema bei den Koalitionsverhandlungen hatte und hat und wie die Kohleparteien AfD, FDP, CDU, CSU und Teile der SPD argumentieren.

Union und SPD wollen Klimaschutzziel aufgeben
Union und SPD haben nach Presseberichten das deutsche Klimaschutzziel gleich zu Beginn der Koalitionsgespräche gekippt. Eine Verringerung des CO2-Ausstoßes um 40 Prozent bis 2020 sei unerreichbar... Die Macht der Kohlelobby ist ungebrochen.



Wichtige Links: Klima, Klimawandel, Klimawandelleugner, Kohle & Atomkraft




Richtig wichtig! Ihnen gefällt diese Seite? Legen Sie doch einen Link:
<a href="http://www.mitwelt.com/weltraumtourismus-umwelt-klima.html">Weltraumtourismus, Kritik & Kosten 2018: Umwelt & Klima - Elitärer, umweltzerstörender Milliardärs - Weltraumtourismus / Ein Tesla im All und der menschliche Fortschritt</a>

Weitersagen
Delicious Twitter Facebook StudiVZ

Dieser Artikel wurde 996 mal gelesen und am 7.2.2018 zuletzt geändert.