Erleweiher - Badeweiher in Endingen 2021 / 2022: Ein Stück sommerlicher Lebensqualität am Kaiserstuhl


Veröffentlicht am 02.06.2021 in der Kategorie Kaiserstuhl von Axel Mayer

Erleweiher in Endingen: Badeweiher & ein Stück (nicht nur) sommerlicher Lebensqualität am Kaiserstuhl



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An die kleine, schöne Altstadt von Endingen grenzt im Süden ein hübsches Tal am Nordhang des Kaiserstuhls. Neben dem Erletal-Stadion gibt es dort einen wunderschönen, aus der Zeit gefallenen Badeteich, ein wichtiges Stück Restnatur und mit dem geheimnisvollenErleloch auch ein großes Kinderabenteuer.

Erleweiher


Der Erleweiher ist ein Endinger Stück sommerlicher Lebensqualität, ein idyllisch gelegener, aus der Zeit gefallener, naturtrüber Badesee mit Liegewiese, Nichtschwimmerbecken, Umkleidekabinen, Dusche, Kiosk, Minigolfanlage, Toiletten, Wassertretanlage und dem durchaus reizvollen Charme eines alten Strandbades aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. "De Weiher", wie er in Endingen liebevoll genannt wird, könnte durchaus auch in "Bullerbü" der alten Kinderbuchreihe der schwedischen Autorin Astrid Lindgren vorkommen.

Das naturtrübe Wasser
und die "abschreckend-entsetzlich-großen" Fische, Quallen und Schildkröten im Weiher bringen den ortskundigen Badenden große Vorteile. Alle Menschen, die lieber in genormten, quadratischen Becken mit gechlortem Wasser (oder im Baggersee) baden, scheuen den Endinger Weiher wie der Teufel das Weihwasser (und das ist gut so!).

An einem heißen Sommertag
ist es manchmal so laut, wie sich das für eine kinderfreundliche Gemeinde gehört. Manchmal kommt eine Gruppe aus dem Kindergarten vorbei und die Kinder planschen in der Wassertretstelle. Frühmorgens und abends ist es angenehm still und idyllisch im Erletal, im Herbst spielen die Nebel über´m See und in den leider wenigen, richtig kalten Wintern am Kaiserstuh lohnt es sich, die Schlittschuhe auszupacken.

Seit einigen Sommern gibt's immer nur für kurze Zeit im Erleweiher eine neue Tierart: Die Süßwassermeduse, eine kleine, wunderschöne, ungiftige Qualle.
Sie ist die einzige Meduse, die in Mitteleuropa im Süßwasser vorkommt, ungefähr so groß wie eine Ein-Euro-Münze und besteht selbst zu 99,3 Prozent aus Wasser. Damit ist die Süßwassermeduse die Tierart mit dem höchsten Wassergehalt. Die Medusen wurden aus Asien eingeschleppt und kommen, außer in der Antarktis, weltweit vor. Diese Süßwasserqualle ist für den Menschen absolut harmlos und sie ist zugegeben wunderschön & exotisch. Ein Wesen, "nicht von dieser Welt".
Zur Nahrung der Süßwasserqualle zählen Kleinkrebse, Rädertierchen und Einzeller. Die längste Zeit ihres Lebens überdauert die Meduse jedoch nicht als schirmartig geformtes Tier, sondern als Polyp, der das ganze Jahr über am Boden von stehenden oder langsam fließenden Gewässern vorkommt. Wahrscheinlich schleppten Wasservögel die Polypen in den Endinger Erle-Weiher ein.

Diese besonderen Tiere haben keinen großen ökologischen Einfluss auf heimische Tier- und Pflanzenarten und sind für den Menschen harmlos. Das Vorkommen spricht für eine gute Wasserqualität, allerdings auch für zu warmes Wasser.

Blaualgen und die Spezies des überall vorkommenden "Müllidioten" sind leider ein größeres Problem als die Quallen.

Hier geht´s zu einem Medusen-Video...


Ein Problem für den Weiher
sind die Blaualgen (siehe unten) und der kommende Klimawandel am Kaiserstuhl im jetzt schon heißen Kaiserstuhl.

In den wenigen, richtig kalten Wintern
die es in Zeiten des Klimawandels am Kaiserstuhl noch gibt, bietet sich der Weiher zum Schlittschuhlaufen an.

Der Erleweiher ist ein wunderschönes Stück Endinger Lebensqualität.

Axel Mayer, Endingen




Nachtrag 2016:
Leider wurde der Erleweiher im heißen Sommer 2016 von der Realität des Klimawandels eingeholt.
Blaualgen wurden im Erleweiher gefunden. Blaualgen sind keine Algen, sondern Cyanobakterien. Bei hohen Wassertemperaturen vermehren sich die Bakterien. Die Giftstoffe der Cyano-Bakterien können Hautreizungen, Übelkeit und Durchfall verursachen, in schlimmen Fällen auch zu Lebervergiftungen führen und neurotoxische Wirkungen entfalten. Während Tiere, wie zum Beispiel Hunde, nach dem Trinken von belastetem Wasser sterben können, sind solche Fälle bei Menschen bislang nicht bekannt. (aber gsund isch's nid) Es war ein Glück, dass der Befall so spät im Jahr auftrat und die Nächte nicht mehr so warm waren. Ein "Bypass" könnte evtl. auch vor dem Auftreten von Bade- oder Zerkariendermatitis schützen.

Ein Problem für den Weiher könnte der zu erwartende Klimawandel am Oberrhein und jetzt schon heißen Kaiserstuhl werden.
In Baden-Württemberg sind die Durchschnittstemperaturen seit Beginn des Industriezeitalters um 1 Grad gestiegen, am Oberrhein sogar schon um 2 Grad! Es besteht also durchaus die Möglichkeit, dass aus zukünftigen globalen 2 Grad mehr, 4 Grad zusätzlich am Kaiserstuhl und in Endingen werden. Info

Eventuell wäre ein "Bypass" eine Lösung
Es sollte weniger Wasser durch den oberen See fließen (wo es sich erwärmt und durch Bade- oder Zerkarien belastet werden könnte). Der obere See sollte weniger Frischwasser und der Badesee mehr Frischwasser bekommen. Der Abfluss des oberen Sees sollte nicht mehr in den Erleweiher gelangen. Es ist erfreulich und ein Erfolg, dass die Stadt jetzt teilweise auch in heißen Sommern Frischwasser zuleitet.

Mehr Infos:
*Blaualgen Fischsterben
*BZ-Bericht


1.8.2017

Ein "Bypass" für den Erleweiher?


Sehr geehrter Herr Bürgermeister Schwarz,
im vergangenen heißen Sommer 2016 wurde unser Erleweiher von der Realität des Klimawandels eingeholt.
Blaualgen wurden im Erleweiher gefunden. Blaualgen sind keine Algen sondern Cyano-Bakterien. Bei hohen Wassertemperaturen vermehren sich die Bakterien. Die Giftstoffe der Cyano-Bakterien können Hautreizungen, Übelkeit und Durchfall verursachen, in schlimmen Fällen auch zu Lebervergiftungen führen und neurotoxische Wirkungen entfalten. Während Tiere, wie zum Beispiel Hunde, nach dem Trinken von belastetem Wasser sterben können, sind solche Fälle bei Menschen bislang nicht bekannt. (aber gsund isch´s nid) Es war ein Glück, dass der Befall so spät im Jahr auftrat und die Nächte nicht mehr so warm waren.
Bisher sind im heißen Sommer 2017 (noch) keine Blaualgen aufgetreten. Das Wasser hat sich allerdings schon stark eingetrübt, Algen nehmen zu und die Zahl der Badenden nimmt trotz Hitze ab. Die weitere Entwicklung ist stark wetter- und temperaturabhängig.
Die Stadt sollt unabhängig von einem konkreten Blaualgenbefall versuchen die Wasser- und Badequalität zu verbessern.
Ein Problem (nicht nur) für den Weiher könnte der zu erwartende Klimawandel am Kaiserstuhl werden. In Baden-Württemberg sind die Durchschnittstemperaturen seit Beginn des Industriezeitalters um 1 Grad gestiegen, am Oberrhein sogar schon um 2 Grad! Es besteht also durchaus die Möglichkeit, dass aus zukünftigen globalen 2 Grad mehr, 4 Grad zusätzlich am Kaiserstuhl und in Endingen werden.

Eventuell wäre ein "Bypass für den Weiher" eine kostengünstige Lösung. Es sollte weniger Wasser durch den oberen See fließen (wo es sich erwärmt). Der obere See sollte weniger Frischwasser und der Badesee mehr Frischwasser bekommen.

Der Erleweiher ist nicht nur für mich ein großes Stück sommerlicher Lebensqualität, mit dem durchaus reizvollen Charme eines Strandbades aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Wir sollten versuchen diese Lebensqualität auch für die Zukunft zu erhalten.
Mit freundlichen Grüßen
Axel Mayer


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Erleweiher-Endingen: Ein durch den Klimawandel gefährdetes Stück sommerlicher Lebensqualität am Kaiserstuhl
Mehr Infos zum Klimawandel am Oberrhein:hier