Flächenverbrauch im Landkreis Emmendingen


Veröffentlicht am 25.07.2011 in der Kategorie Kreistag Emmendingen von Axel Mayer

Flächenverbrauch im Landkreis Emmendingen


Axel Mayer, Kreisrat, Venusberg 4, 79346 Endingen


An die Medien im Landkreis Emmendingen

25.Juli 2011
Flächenverbrauch im Landkreis Emmendingen

Die Themen Flächenverbrauch, Zersiedelung und Verscheußlichung waren und sind wichtige Themen im Landkreis Emmendingen. In wenigen Bereichen wird so viel angekündigt und so wenig umgesetzt.

Aktuelle Beispiele sind u.a.:


Das Landratsamt Emmendingen hat bereits im März meine Anfrage zum Thema Flächenverbrauch beantwortet. „Fukushimabedingt“ komme ich erst jetzt dazu, diese Antwort weiterzuleiten. Laut Landratsamt hat der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen an der Gesamtfläche im kurzen Zeitraum von 1988 bis 2009 von 8,8% auf 10,8% zugenommen. Dies klingt erst einmal nicht so problematisch. Allerdings konzentriert sich diese Entwicklung ja hauptsächlich auf die „ebenen Flächen“ im Landkreis, denn die Vorbergzone kann nur zum Teil bebaut werden. Die 10,8 % Straßen-, Wohn- und Industrieflächen strahlen auf die umgebende Landschaft aus. Die ausgebaute Autobahn beansprucht nicht nur die real in Anspruch genommene Fläche, sie verlärmt außerdem einen breiten Streifen auf beiden Seiten und belastet die angrenzenden Äcker und Wiesen mit Schadstoffen. In Teilbereichen des Landkreises, insbesondere im Bereich der Vorbergzone, entsteht ein zunehmend hässliches, durchgängiges Siedlungsband.

Im alten Umweltbericht II des Landratsamts Emmendingen stand:
„Würde der gesamte Flächenverbrauch von jährlich ca. 150 ha so weitergehen und die landwirtschaftliche Nutzfläche des Landkreises gleichermaßen wie die naturnahen Flächen betreffen, so wären diese Flächen bis in rund 200 Jahren aufgebraucht - ein Zeichen dafür, daß der Flächenverbrauch nicht mehr weiter ansteigen darf, sondern im Gegenteil deutlich verringert werden muß."

Während viele Bürgermeister im Kreis immer noch den Traum vom unbegrenzten Wachstum träumen, geht die Bevölkerung in Deutschland real zurück. Wir wuchern auf Kosten der ländlichen Regionen, insbesondere im Osten der Republik.
Es ist erfreulich, dass von Seiten des Regierungspräsidiums und des Landratsamtes zumindest die ersten zaghaften Versuche kommen, die negative Entwicklung zu thematisieren. Erreicht wurde bisher wenig wie die oben aufgeführten Beispiele zeigen.

Nachhaltige Entwicklung, d.h. schonender Umgang mit den Ressourcen und den Flächen bedeutet nicht weniger, sondern mehr Lebensqualität. Die Alternative dazu im Landkreis Emmendingen heißt Wuchern des Flächenverbrauchs, Zerstörung der Lebensräume, Zersiedelung und Verscheußlichung der Ebene, Verlust von Natur und Erholung und auch Verzicht auf einen Teil von dem, was jetzt das Leben hier lebenswert macht.
Axel Mayer, Kreisrat


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