thetext
druckenSeite zurück     druckenDiesen Artikel drucken (Druckansicht)

Rhein 2019 / Rheinerwärmung / Thermische Verschmutzung / Wärmeeinleitung / Tritium durch das AKW Fessenheim


Rhein 2019 / Rheinerwärmung / Thermische Verschmutzung / Wärmeeinleitung & Belastung durch Tritium durch das AKW Fessenheim


Der Rhein bei Karlsruhe hat am 26.7.2018 die kritische Grenze von 26 Grad überschritten und laut Wetterbericht ist mit einer langen Hitzeperiode zu rechnen.
Quelle: lubw.baden-wuerttemberg.
BUND-Geschäftsführer Axel Mayer fordert angesichts der viel zu hohen Rheintemperaturen die schnelle Abschaltung des "größten Tauchsieders am Rhein", des französischen AKW in Fessenheim.


Das französische AKW Fessenheim am Oberrhein hat keine Kühltürme und setzt zu hundert Prozent auf die, für den Betreiber EDF profitable, für die Umwelt aber verheerende Flusswasserkühlung. Ein Ölkraftwerk müsste täglich 8,64 Millionen Liter Öl verbrennen um die Wärme zu erzeugen, die das EDF / EnBW AKW Fessenheim jeden Tag in den Rhein leitet.



AKW Fessenheim & der Rhein


Diese unglaubliche Genehmigungspraxis
spiegelt den verheerenden umweltpolitischen Zeitgeist aus dem Jahr 1972. Damals war der Rhein eine Kloake, weil jeder Dreck ungeklärt in den Fluss eingeleitet werden durfte. In den letzten 30 Jahren hat die Umweltbewegung in Sachen Wasserqualität viel erreicht. Durch unseren Druck haben sich die Gesetze und Vorschriften geändert und Bäche und Flüsse sind sauberer geworden. Nur an der thermischen und radiologischen Rheinverschmutzung durch das AKW Fessenheim hat sich fast nichts verändert. In Zeiten des Klimawandels und heißer Sommer entwickelt sich hier ein zunehmendes Umweltproblem.

Hitze ist sehr belastend für die Wasserorganismen.
Im Hitzesommer 2003 sind am Rhein großflächig Körbchenmuscheln und Aale gestorben. Damals hatten die Wassertemperaturen Spitzenwerte von 28,2 Grad in der Mosel und 28,6 Grad im Rhein erreicht. Die normale, für die Tiere verträgliche Wassertemperatur im Sommer liegt im Rhein jedoch nur bei 18 bis 20 Grad. Auch im Sommer 2006 hat sich der Rhein bis knapp unter die 28 Grad Marke aufgeheizt. Ab einer Wassertemperatur von 25,5 Grad müssten die Kraftwerke in Deutschland, den gesetzlichen Bestimmungen zufolge, die Wärmezufuhr verringern. Der Grenzwert für das französische AKW, dass seinen Strom auch an die deutsche EnBW liefert, liegt bei unglaublichen 30 Grad.

Bei einer Betrachtung der vom AKW Fessenheim ausgehenden Wärmeverschmutzung darf nicht nur die Situation am Ausflußrohr betrachtet werden, sondern die negativen Auswirkungen dieser starken Erwärmung auf das Ökosystem des gesamten Flusses bis zur Mündung. Wenn alle Kraftwerke am Rhein auf Kühltürme verzichtet hätten, dann wäre der Rhein biologisch tot.

Zusätzlich zur Erwärmung des Rheins kommt noch die radioaktive Verschmutzung. Alle Atomkraftwerke belasten auch im so genannten Normalbetrieb die Flüsse mit radioaktivem Tritium. Der Grenzwert für erlaubte Radioaktivitätsabgabe in den Rhein liegt in Fessenheim bei 74.000 Milliarden Becquerel im Jahr.

Die beiden Reaktorblöcke haben eine elektrische Leistung von je 900 MW, aber eine thermische Leistung von je ca. 2700 MW. Bei einem Wirkungsgrad von ungefähr 33% werden von beiden Reaktoren ca. 3600 MW Abwärme in den Rhein geleitet, denn das AKW hat keine Kühltürme. Das ist eine unvorstellbar große Energiemenge.

Stellen Sie sich vor am Rhein bei Fessenheim stünde ein Ölheizwerk. In diesem Ölheizwerk würden stündlich 360 000 Liter Öl verbrannt um damit Wasser zu erhitzen und dieses erhitzte Wasser würde in den Rheinseitenkanal gekippt... 3600 MW Abwärme entsprechen umgerechnet stündlich dem Wärmeäquivalent von ca. 360 000 Litern Öl.
Axel Mayer
Fessenheim, der radioaktive Heizofen für den Rhein, schmückt sich immer noch mit einem europäischen Umweltzertifikat nach ISO 14001..

Von Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Vizepräsident TRAS





BUND fordert Wärmelastplan
Rhein im Durchschnitt 3°C wärmer als vor 100 Jahren



Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat eine neue Studie zur Wärmelast des Rheins in Auftrag gegeben. Diese zeigt, dass die Rheintemperatur an der deutsch-niederländischen Grenze inzwischen drei Grad über dem natürlichen Niveau liegt. Zwei Grad resultieren aus den Abwärmeeinleitungen (überwiegend aus Atom- und Kohlekraftwerken) entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse, ein Grad ist bereits auf den Klimawandel zurückzuführen. Deshalb fordert der BUND einen Wärmelastplan für den Rhein.

Schon seit 38 Jahren gibt es keine Aktualisierung mehr eines amtlichen Wärmelastplanes für den Rhein. Das war einer der Gründe, warum im Rheineinzugsgebiet liegenden BUND-Landesverbänden, Dr. Jörg Lange aus Freiburg beauftragten, diese Studie durchzuführen. Diese gibt Antwort über folgende Fragen: Wer leitet wo, wie viel Abwärme in den Rhein und seine Nebenflüsse ein? Welche Energiekonzerne müssen sich künftig ankreiden lassen, das Lachswiederansiedlungsprogramm zu gefährden. Die Temperaturen im Rhein erreichen inzwischen Werte bis 28 °C, dadurch entstehen drastische Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt. Lachse und Meerforelle geraten z.B. bei Temperaturen von mehr als 23-25°C unter Stress („Thermische Barriere“) und stellen ihr Wanderverhalten (Aufwärtswanderung) ein, bis wieder niedrigere Temperaturen erreicht sind. Neben dem Rhein sind auch seine Nebenflüsse insbesondere Neckar, Untermain, Wupper, Saar und Lippe betroffen. Der Temperaturanstieg in Rhein und dieser Flüsse stellt auch die Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie in Frage, die vorschreibt, dass in den europäischen Flüssen ein "gute ökologische Zustand" bis zum Jahr 2015 - mit Verlängerungsmöglichkeiten bis 2021 bzw. 2027 - erreicht werden muss.

Zur Senkung der Wärmelast fordert der BUND:
Eine Reduktion der Wärmeeinleitungen im Rheineinzugsgebiet, Wärmelastpläne für den Rhein und seine Nebengewässer mit entsprechenden Maßnahmen zu integrieren, insgesamt mehr Transparenz für die öffentliche Bevölkerung und eine Abwasserabgabe für Wärmeeinleitungen. Neben dem Ausbau regenerativer Energien (Solar, Wind; Biomasse) ist vor allem das Energiesparen und die Verbesserung der Energieeffizienz wichtig. Zusätzlich fordert der BUND eine Steigerung der Effizienz und einen Ausstieg aus der Atomenergie, da die Bereitstellung von Stromenergie in Atom- und Kohlekraftwerken anerkanntermaßen zu den ineffizientesten Möglichkeiten der Stromerzeugung zählt. Über den Bau weiterer Kohlekraftwerke nachzudenken (z.B. in Mainz und Hanau) ist nicht nur aus Sicht des Klimawandels wegen der Kohlendioxid-Einträge in die Atmosphäre unverantwortlich, sondern auch wegen der Wärmeeinträge in die Flüsse. Schon heute weist der Rhein bei Mainz die höchste Temperatur auf. Statt dem Bau zentraler Kraftwerke fordert der BUND unter anderem den Bau von dezentralen Blockheizkraftwerken zur Versorgung von Gebäuden mit Strom und Wärme.

Hier finden Sie die Kurz- und Langfassung der BUND-Studie "Abwärmelast Rhein"
Kurzfassung
Langfassung




Mehr Infos:
Fessenheim-Ausstellung - Basisinformation zum Thema Atomenergie, Kernenergie, Atomkraft, Kernkraft, Atomwaffen, ...












Mitwelt-Warnungen 2019 & Hinweise zu diesen Seiten...


  • 1) Diese Mitwelt-Internetseiten sind "altmodisch-textorientiert" und manchmal lang. Wir bieten keine modischen Infohäppchen, sondern wenden uns an die kleine Minderheit, die noch in der Lage ist längere Texte zu lesen und zu erfassen.
  • 2) Wenn Sie hier "Die Wahrheit" suchen, werden Sie sie nicht finden. Es gibt sie nicht, "Die Wahrheit", sondern immer nur Annäherungen daran, Wahrheitsfragmente. Es wird Ihnen nichts übrigbleiben, als sich mit den "anderen Wahrheiten" auseinander zu setzen, um zu einer eigenen Meinung zu kommen. Verlassen Sie auch einmal den engen "Echoraum" der eigenen Meinung im Internet. Misstrauen Sie Wahrheitsverkündern. Haben Sie Mut Ihren eigenen Verstand zu gebrauchen.
  • 3) Im Zweifel ist die-Allgemeine Erklärung der Menschenrechte- immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.

Axel Mayer

Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)





Aktuelles ganz zum Schluss



Neuer amerikanischer Krieg für Öl gegen den Iran?


"Die USA wollen den Iran in einen Krieg treiben. Europa muss sich entscheiden Sie drohen, provozieren, eskalieren: Die US-Regierung will den Iran fertigmachen – allen voran Sicherheitsberater John Bolton, der 2003 zu den Architekten des Irak-Krieges gehörte. Schon 2015 forderte er öffentlich: »Bomb Iran!« Nun könnte es bald so weit sein. Es droht ein neuer großer Krieg. Das ist wenig überraschend: Die USA streben seit Jahren einen Regimewechsel im Iran an, in enger Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien und Israel. Ob es in den nächsten Wochen tatsächlich zu einem militärisch ausgetragenen Krieg kommen wird, ist ungewiss. Wahrscheinlicher ist eine Fortsetzung des Wirtschafts- und Sanktionskrieges mit dem Ziel, den Iran zu destabilisieren und so einen Regimekollaps herbeizuführen. Verzweiflung und Notstände in der iranischen Bevölkerung werden dabei bewusst in Kauf genommen; schon jetzt sind Medikamente knapp. Die Europäische Union und ihre Mitglieder stehen diesen Entwicklungen beschämend hilflos gegenüber. Dabei wäre es höchste Zeit, sich von den USA zu emanzipieren. Zur Erinnerung: Der Iran hat die Vorgaben aus dem Atomdeal lückenlos eingehalten. Es waren die USA, die ausgestiegen sind – und die damit einen völkerrechtswidrigen Vertragsbruch begangen haben. Das hat verheerende Folgen für die internationale Diplomatie" schreibt die kritisch-katholische Zeitung Publik-Forum


Im Golf von Oman werden gerade und gezielt viele viele Kriegsgründe geschaffen.
Da treffen ein autoritäres Mullah-Regime, reaktionär-undemokratische saudische Ölscheichs, der durchgeknallte Präsident der USA, die immer wieder Kriege mit Fake News begründet haben und der israelische Geheimdienst Mossad aufeinander und wir wissen nicht, wer hier "Schiffe versenken" spielt und die Welt anzünden könnte.
Axel Mayer



Mehr Infos:








Richtig wichtig! Ihnen gefällt diese Seite? Legen Sie doch einen Link:
<a href="http://www.mitwelt.com/rhein-erwaermung-waermeeinleitung-akw-fessenheim.html">Rhein 2019 / Rheinerwärmung / Thermische Verschmutzung / Wärmeeinleitung / Tritium durch das AKW Fessenheim</a>

Teilen über:
Twitter Facebook

Dieser Artikel wurde 5534 mal gelesen und am 18.3.2019 zuletzt geändert.