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Fracking & Gier


Fracking & Gier



Die Griechen und Römer haben vor dem Zusammenbruch ihrer Reiche beinah den gesamten Mittelmeerraum abgeholzt, um damit ihre Kriegs- und Handelschiffe zu bauen. Menschengemachte Verwüstung ist häufig ein Vorzeichen zusammenbrechender Hochkulturen.

Es wäre vermessen, den globalisierten "American way of life" als Hochkultur zu bezeichnen. Und doch gibt es in der aktuellen, globalen Endphase eines enthemmten, unbegrenzten Wachstums einige Parallelen zur Endzeit der griechischen und römischen Hochkultur.
Unsere Gesellschaften und insbesondere die USA sind energiesüchtig.

Ein Beispiel für die Energiesucht ist die Tatsache, dass trotz der Reaktorkatastrophen in Fukushima und Tschernobyl weiter Atomkraftwerke betrieben werden.

Im Internet und den Medien finden sich zum Thema weltweite Energievorräte
(Uran, Erdöl, Erdgas, Kohle) die unterschiedlichsten, häufig interessengeleiteten Angaben. Viele Studien zeigen die absehbare Endlichkeit von Uran, Erdöl, Erdgas und Kohle und die Dimension der kommenden Energiekrise, wenn wir nicht schnell auf umweltfreundliche Energien ausweichen. Manche dieser Studien berücksichtigen nicht ausreichend, dass bei Ressourcenverknappung auf andere Technologien (Fracking...) umgestiegen wird, weil die Verknappung zu einem massiven Preisanstieg führt. Dies kann dazu führen, dass einige der alten Energieträger, bei massiv erhöhten Preisen einige Jahrzehnte länger vorhanden sind, als in den Prognosen erwartet wird.
Das ändert aber aber nicht am Grundproblem einer in Kürze drohenden weltweiten Energiekrise. Langfristig steigende Preise für Öl und Uran und erste Kriege um Öl und Ressourcen sind Hinweise auf kommende Kriege und Konflikte. Wenn die Energiepreise zukünftig massiv steigen, wenn die Armen im Winter frieren, dann werden wir soziale Verwerfungen, Konflikte und Benzinaufstände erleben.
"In einem Jahr verbrauchen wir gerade weltweit so viele fossile Rohstoffe, wie die Erde innerhalb einer Million Jahre herausgebildet hat" sagt die Studie: Zukunftsfähiges Deutschland.
Angesichts von Peak-Erdöl, Peak-Erdgas und dem drohenden Peak-Everything werden jetzt mit einem ungeheuren zerstörerischen Aufwand mit Fracking die letzten Reserven aus der Erde geholt.

Beim Fracking werden Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck
in tiefliegende Gesteinsschichten gepresst, um für wenige Jahre die letzten Gas- oder Ölreserven zu fördern. Die eingesetzten Chemikalien haben in den USA an vielen Stellen zu einer Verunreinigung des Trinkwassers geführt und die Entsorgung des vergifteten Abwassers ist ein großes Problem. Dennoch schauen die Lobbyisten der Gier und des Wachstums (vom rechten, linken & neoliberalen Lager) neidvoll auf den Frackingboom in den USA und wollen das Zerstörungsmodell imitieren. Und warum werden diese Zerstörungen in Kauf genommen? Um noch einige wenige zusätzliche Jahre Energie, Rohstoffe und menschliche Arbeitskraft für immer kurzlebigere, dümmere und unnötigere Produkte zu verschwenden, in einer Zeit, in welcher der anschwellende, scheinbare Güterzuwachs immer mehr Unzufriedenheit, Einsamkeit, Krisen und Kriege auslöst.

Es spricht nichts dagegen irgendwann einmal mit zukünftig umweltfreundlicheren Methoden auch die letzten fossilen Reserven zu erschließen. Auch zukünftige Generationen werden diese Stoffe brauchen um Medikamente und andere Überlebensgüter zu produzieren. Der heutige, durch Fracking verstärkte Verschwendungsboom des "Schneller kaufen - Schneller wegwerfen" ist ein Verbrechen an der Zukunft.


Parallelen zu den niedergegangenen römischen und griechischen Kulturen

oder zur Selbstzerstörung der Hochkultur auf der Osterinsel sind unvermeidlich. So gesehen passt Fracking hervorragend in unsere Zeit. Sowohl die Griechen als auch die Römer hätten ihre Wälder nicht abholzen müssen und auch wir haben umweltfreundliche, nachhaltige Alternativen zu Fracking, Atomkraft und Klimawandel.
Doch es scheint eine gewisse Unfähigkeit beim Menschen zu geben, aus der Vergangenheit zu lernen.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Kreisrat, Vizepräsident TRAS




Aktueller Einschub
Peak Oil & Fracking? Ein Widerspruch?
"Während in Deutschland einige Energieveteranen alten Atomschlags vom Fracking träumen, verfliegt in den USA, der Supermacht der Schiefergasexploration, gerade die große Euphorie. Die Investitionen in die Ausbeutung von Schiefergas und -öl sind dort dramatisch abgestürzt. Ausländische Kapitalgeber hatten noch 2011 über 30 Milliarden Dollar investiert. Ein Jahr später waren es noch 7 Milliarden, vergangenes Jahr nur noch 3,4 Milliarden. Und die großen US-Frackingfirmen kämpfen gegen riesige Schuldenberge. Marktführer Chesapeake, einst der große Star am Börsenhimmel, musste Gasfelder und Pipelines im Wert von 6,9 Milliarden Dollar verkaufen, um seine dramatischen Schulden abzutragen. Shell hat Wertberichtigungen von 2 Milliarden Dollar auf sein US-Frackinggeschäft vornehmen müssen. Das Defizit von 80 großen Firmen lag 2013 zusammen bei 50,6 Milliarden Dollar. Fracking lohnt sich nicht! Und taugt nicht als Erlöserfantasie. Die Gaspreise müssen schon kräftig anziehen, um auskömmliche Geschäfte zu garantieren.

Peak Fracking ist erreicht
Zudem ist im US-Bundesstaat Texas der Peak der Förderung bereits überschritten. Ob dies auch für die gesamten USA gilt, müssen die Förderquoten der nächsten Jahre zeigen. Der Münchner Energieexperte Werner Zittel, einer der seriösen Beobachter des US-Frackingsbooms, glaubt, dass die USA zumindest bei der Gasförderung ihren Höhepunkt überschritten haben. Beim Öl rechnet er 2015 bis 2017 mit dem Peak. Wer sich die Verbrauchs- und Förderzahlen der USA ansieht, der sieht sofort, dass auch die selbstgefälligen Ankündigungen, die USA würden unabhängig von Öl- und Gasimporten werden, nicht mehr als eine schöne Illusion waren. Letztlich steht hinter den überzogenen Hochrechnungen der Fracking-Potenziale nichts anderes als der alte Glaube an die unbegrenzte Welt mit unendlichem Wachstum und unbegrenzter Energie. Doch die Schätzungen der Gas- und Ölvorkommen mussten immer wieder korrigiert werden. In Polen, lange Europas großer Hoffnungsträger in Sachen Fracking, sind die taxierten Vorkommen inzwischen um 90 Prozent geschrumpft."
Quelle: TAZ




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Dieser Artikel wurde 944 mal gelesen und am 12.9.2017 zuletzt geändert.