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CDU / CSU: Klima, Klimawandel-Partei & Kohlepartei & keine Klimaschutz-Partei


CDU / CSU: Klima, Klimawandel-Partei & Kohlepartei & keine Klimaschutz-Partei


In den USA regieren die Klimawandelleugner, Öl- und Kohlekonzerne. In Deutschland bekämpfen sie "im Hintergrund" die Energiewende und die zukunftsfähigen Energien. Nach AFD und FDP sind auch die CDU und die CSU Parteien, deren rechter, wirtschaftsliberaler Flügel stark mit der Lobby der alten, schmutzigen Energie, mit Energiekonzernen und der Kohle verbandelt ist.

Die Berichterstattung über die Jamaika-Koalitionsverhandlungen gleichen sich seit Wochen: Es hänge noch an den Theme Klimaschutz und Flüchtlinge, heißt es da. Dann gibt es Statements - zum Beispiel von Armin Laschet, CDU-Ministerpräsident des Kohlelandes NRW, der erklärt, Deutschland könne auf seine Kohlekraftwerke nicht verzichten, denn sonst müssten gewaltige Mengen an Kohle- und Atomstrom aus Polen und Frankreich importiert werden. Doch die Wahrheit ist, dass Deutschland noch nie so viel Kohlestrom exportiert hat, wie heute. Die deutschen Stromexporte haben sich in den vergangenen fünf Jahren nahezu verzehnfacht.

Grund dafür ist eine Überproduktion aus Braunkohle- und Steinkohle-Kraftwerken. Das geht aus einem Gutachten für die Grünen-Bundestagsfraktion hervor, das im August veröffentlicht wurde. Demnach sind die hohen deutschen Stromüberschüsse auf die seit 2009 konstant auf hohem Niveau gebliebene Stromerzeugung aus Braunkohle-und Steinkohle-Kraftwerken zurückzuführen. Die erneuerbaren Energien werden ausgebaut, doch sie können nicht ins Netz einspeisen, weil dieses von Kohlestrom verstopft wird. Denn die Kohlekraftwerke laufen ungebremst weiter. Ein solches Statement wie das von Laschet darf einem Massenpublikum nicht unkommentiert präsentiert werden, denn viele können die Aussage nicht einschätzen.

In der CDU und der CSU streiten jeweils (zumindest) zwei Flügel beim Thema Klima. Da gibt es eine Fraktion, die Umwelt- und Klimawandelfragen gegenüber zumindest aufgeschlossen ist, und es gibt einen wachsenden neoliberal-rechten Kohle-Flügel, der die CDU und CSU zu Kohleparteien machen möchte (und gerne auch die alten AKW länger laufen lassen will).

"Zwei Tage nach der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, das Pariser Klimaabkommen aufzukündigen, hat der sogenannte Berliner Kreis in der CDU/CSU einen Kurswechsel in der deutschen Klimapolitik verlangt. In einem sechsseitigen Papier, das dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt, fordert die konservative Gruppierung ein Ende der 'moralischen Erpressung' durch die Klimaforschung und den 'Abschied von deutschen Sonderzielen' bei der Bekämpfung der Treibhausgase.
Die Erklärung wurde am Samstag in den Fraktionsräumen der CDU/CSU im Reichstag vorgestellt. Die Autoren, unter ihnen die Bundestagsabgeordneten Philipp Lengsfeld und Sylvia Pantel, bestreiten eine 'solitäre Rolle des Treibhauseffektes' und wenden sich gegen einen einseitig negativen Blick auf die Folgen der Erderwärmung.
Sie schreiben, 'die mit dem Schmelzen des polaren Meereises verbundenen Chancen (eisfreie Nordpassage, neue Fischfangmöglichkeiten, Rohstoffabbau)' seien vermutlich sogar größer als 'mögliche negative ökologische Effekte'."
schreibt die Zeit am 3.Juni 2017.

Das ist durchaus auch die neue Position der industriegelenkten Klimawandelleugner. Die Folgen des menschengemachten Klimawandels sind so deutlich, dass er sich nicht mehr leugnen lassen. Jetzt wird der Klimawandel als Chance dargestellt.

"Mögen Umweltverbände und grüne Politiker bereits das Ende der Braunkohle-Ära heraufbeschwören: Die CDU-Fraktionschefs aus Brandenburg und Sachsen halten solche Abgesänge für verfrüht. Viel lieber stimmen Ingo Senftleben und Frank Kupfer ein Loblied auf den umstrittenen Rohstoff an" schreibt René Wappler in der Lausitzer Rundschau.

Aktueller Einschub: Jamaika & die Klimawandelparteien FDP, CDU & CSU
"Armin Laschet hat gegenüber der Rheinischen Post erklärt, dass ihm und der CDU Klimaschutz „wichtig“ sei, „aber nur, wenn durch ihn der Industriestandort Deutschland und Tausende Arbeitsplätze nicht gefährdet“ seien. Das scheint natürlich ein sehr pragmatisches, vernünftiges Argument, also genau das, wie sich CDU/CSU und FDP gerne selbst sehen. Aber das ist es nicht. Der Grund dafür liegt in einem grundsätzlichen Unverständnis unter Konservativen und Wirtschaftsliberalen für das, was der Klimawandel eigentlich ist und was die Rolle von Klimapolitik ist. Für CDU/CSU und FDP ist Klimaschutzpolitik ein frivoler Luxus, etwas das man sich leistet, wenn es keine oder sehr geringe Opportunitätskosten hat oder aus irgendwelchen Gründen Geld übrig ist. Nichts könnte ferner von der Wahrheit sein, und dieses völlige Unverständnis hält auch konservative oder liberale Problemlösungsansätze zurück.

Der Klimawandel ist eine existenzielle Bedrohung für die gesamte Menschheit. Wenn die aktuelle Entwicklung weitergeht, wird die Temperatur bis zum Jahr 2100 rund 4 Grad ansteigen."

Weiterlesen: CDU/CSU und FDP verstehen Klimawandel immer noch nicht


Konservativ, Kohlekraftwerke und Klimawandel?
Der Begriff konservativ kommt von lateinisch conservare „erhalten, bewahren“ oder auch „etwas in seinem Zusammenhang erhalten“. Zu diesem Thema wird in der CDU/CSU eine heftige Debatte geführt. Doch in der öffentlichen Diskussion wird hier häufig "wertkonservativ" mit "strukturkonservativ oder reaktionär" verwechselt.

Konservativ: Rückwärtsgewandter Fortschrittsglaube?
Gerade Christen und echte Wertkonservative sind häufig gegen den rückwärtsgewandten, industriegesteuerten und zerstörerischen Fortschrittsglauben der Parteifunktionäre.

Warum standen und stehen CDU und CSU fast immer für Umweltzerstörung, für Laufzeitverlängerung von Kohlekraftwerken, für Gentechnik in Nahrungsmitteln und für Protzprojekte wie Stuttgart 21?

Die Idee einer nachhaltigen und ökologischen Moderne, die Bewährtes erhält und dennoch notwendige Veränderungen begrüßt, die sich gegen Umweltzerstörung, Innenweltverschmutzung, Konsumismus und Ungerechtigkeit wehrt, könnte eine Chance für CDU und CSU sein. Doch die Wertedebatten und Konservatismusdebatte werden nicht von Wertkonservativen sondern leider häufig von habgiergelenkten Interessengruppen und Reaktionären bestimmt.

Gerade die christlichen Kirchen in Deutschland haben sich den Themen Umwelt, Nachhaltigkeit, Toleranz und sozialer und globaler Gerechtigkeit weit geöffnet und entfernen sich immer weiter von den so genannten christlichen Parteien. Die kirchliche Jugend, früher das Nachwuchsreservoir von CDU und CSU, hat mit zerstörerischen, neoliberalen Konzepten nichts mehr zu tun.

Papst Franziskus hat den Kohleparteien mit dem "C" ins Stammbuch geschrieben:
(Wir listen es hier auf, weil CDU/CSU auf Umweltschützer nicht gerne hören...)
  • "Der Rhythmus des Konsums, der Verschwendung und der Veränderung der Umwelt hat die Kapazität des Planeten derart überschritten, dass der gegenwärtige Lebensstil nur in Katastrophen enden kann."
  • "Das Klima ist ein gemeinschaftliches Gut von allen und für alle.[…] Es besteht eine sehr starke wissenschaftliche Übereinstimmung darüber, dass wir uns in einer besorgniserregenden Erwärmung des Klimasystems befinden.[…] Die Menschheit ist aufgerufen, sich der Notwendigkeit bewusst zu werden, Änderungen im Leben, in der Produktion und im Konsum vorzunehmen, um diese Erwärmung oder zumindest die menschlichen Ursachen, die sie hervorrufen und verschärfen, zu bekämpfen."




CDU und CSU sind gerade dabei, sich ihre eigenen Wurzeln abzuschneiden.

"Einige" Themen, Aufgaben und Probleme denen sich endlich auch einmal CDU und CSU stellen sollten:
"In einem Jahr verbrauchen wir gerade weltweit so viele fossile Rohstoffe, wie die Erde innerhalb einer Million Jahre herausgebildet hat." Quelle: Zukunftsfähiges Deutschland 2008. Gleichzeitig erzeugen wir Atommüll der eine Million Jahre sicher gelagert werden muss und die von CDU und CSU beschlossene Laufzeitverlängerung für AKW verschärft das Problem.

Immer noch gehören auch wir Deutschen zu den, zumeist unzufrieden gehaltenen, 20% der Menschheit, die 80% der Energie und Rohstoffe verschwendet und die damit für den Großteil der weltweiten Umweltverschmutzung verantwortlich sind. Und die restlichen 80% der Welt (insbesondere China und Indien) sind gerade dabei unser zerstörerisches Modell einer Raubbauwirtschaft nachzuahmen. Zur Umweltzerstörung kommt im Zeitalter der Globalisierung ein zunehmend ungehemmter Konsumismus, eine Gefährdung der Demokratie, Ungerechtigkeit und Sozialabbau und eine verstärkte Innenweltverschmutzung. Hundertfünfzig Jahre Industrialisierung haben dazu geführt, dass die in vielen Millionen Jahren geschaffenen Energievorräte und die Rohstoffreserven der Welt zu Neige gehen und gleichzeitig haben wir u.a. mit Atommüll Gifte produziert, die über eine Million Jahre sicher gelagert werden müssen. Das menschengemachte Artensterben und der Klimawandel nehmen zu und 815 Millionen Menschen auf der Welt haben nicht genug zu essen. Die nachfolgenden Generationen werden unser Zeitalter eine Zeit des Raubbaus und der Barbarei nennen. "Gut leben statt viel haben" ist die Zukunftsdevise. Es gilt, eine tatsächlich nachhaltige Entwicklung einzuleiten und Fortschritt neu zu definieren und es wäre wichtig, dass CDU und CSU bei diesen Debatten nicht immer nur unbeteiligt am Rande stehen oder eifrig mithelfen die Zerstörungsprozesse noch zu beschleunigen.

CDU/CSU waren schon immer Atom- und Kohleparteien. Erst das Unglück in Fukushima und der GRÜNE Wahlerfolg in Baden-Württemberg hat die Parteien (teilweise) zum Umdenken gebracht. Welche Katastrophen brauchen CDU/CSU noch beim Thema Klima?


CDU/CSU: Klima, Klimawandel-Partei & Kohle-Partei? Konservatismus und Klimafragen




Aktueller Einschub:



Die Klimakonferenz COP 23 und das Ende von Jamaika in Bonn haben erneut gezeigt:


In Amerika regieren die Öl- & Kohlekonzerne & Klimawandelleugner
In Deutschland bekämpfen sie als Strippenzieher (immer gut getarnt hinter Vorfeldorganisationen, "Bürgerinitiativen" und Kohleparteien) die Energiewende und die zukunftsfähigen Energien.
Klimawandelparteien und Kohleparteien, wie die Klimawandelleugner von der AFD, die CDU & CSU und insbesondere die rechtsliberale FDP, stehen treu und fest auf der Seite der Braunkohle. Nur die "GRÜNEN" waren beim Thema Kohle (fast) standhaft.
Papst Franziskus sagte zurecht: "Die Unterwerfung der Politik unter die Technologie und das Finanzwesen zeigt sich in der Erfolglosigkeit der Weltgipfel über Umweltfragen."

Papst Franziskus sagte zurecht: "Die Unterwerfung der Politik unter die Technologie und das Finanzwesen zeigt sich in der Erfolglosigkeit der Weltgipfel über Umweltfragen."





Wichtige Links: Klima, Klimawandel, Klimawandelleugner, Kohle & Atomkraft




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Dieser Artikel wurde 180 mal gelesen und am 18.11.2017 zuletzt geändert.