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CDU - CSU & Atom: die konservativen Atomparteien und die Atomenergie / Kernenergie / Laufzeitverlängerung

CDU & CSU & AKW


Die Christlich Demokratische Union präsentierte am 23 Juni 2008
in einem neuen Grundsatzpapier, wie sie "die Schöpfung bewahren" will. Atomkraftwerke und Autolobby können weitermachen wie bisher. Der CDU-Generalsekretär Pofalla sagte in diesem Zusammenhang: „Kernkraft ist für die CDU Öko-Energie“ Der baden-wüttembergische Ministerpräsident Günther Oettinger nannte im Juli 2009 das Pannen-AKW Krümmel ein „Kraftwerk mit Zukunft“. Im Falle eines schwarz-gelben Wahlsiegs kündigte er eine unbegrenzte Laufzeit von Atommeilern an. Dies ist kein Wunder, denn in Baden-Württemberg wird die Energiepolitik nicht von der Politik entschieden, sondern in der Konzernzentrale der EnBW. Kanzlerin Angela Merkel hat sich im August 2010 für 10 bis 15 Jahre längere Laufzeiten ausgesprochen.

Doch beginnen wir mit dem Erfreulichen
Noch immer gibt es an der Basis der CDU und der CSU erfreulich viele Menschen die sich für das Leben und gegen die Atomindustrie engagieren. Doch die organisierten"Christdemokraten gegen Atomkraft" sind leider nur eine kleine Minderheit in der Christlich Demokratischen Union.

Ein erfreulich kritischer Geist in der CDU
ist auch der ehemalige Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge. Er spricht sich gegen längere Laufzeiten von Kernkraftwerken aus. Er warne davor, "ausgerechnet die Laufzeit der älteren Reaktoren zu verlängern", sagte Troge in der ZEIT. Er sei dafür, die Kernkraftwerke mit den häufigsten Störungen so bald wie möglich stillzulegen und das seien die älteren.
Heftige Kritik übte Troge (CDU) am Atomenergiekurs der Union. Wer die Kernkraftwerke sechs oder acht Jahre länger am Netz lassen wolle, schade dem inneren Frieden in Deutschland, sagte Troge. Wenn CDU-Mitglieder die Kernenergie als Ökoenergie bezeichneten, verschlage es ihm geradezu die Sprache. Dies sei "vorsätzlich eindimensional". Mit nachhaltiger Entwicklung habe die Nutzung der Kernkraft nichts zu tun.
Irritiert von seiner Kritik am Unionskurs könnten nur jene CDU-Mitglieder sein, an denen die Programmdebatte der CDU vorbeigegangen ist, sagte Troge weiter. Schon im CDU-Umweltprogramm von 1989 sei die Kernenergie als Übergangsenergie bezeichnet worden. Wenn er heute von seiner Partei höre, die Kernenergie sei immer noch eine Übergangsenergie, dann frage er sich, was in 20 Jahren gemacht worden sei.


CDU: AKW & KKW

Die Nutzung der Atomenergie ist eine Gefahr für Mensch und Umwelt
auch wenn die Mehrzahl der CDU CSU Politiker dies nicht wahrhaben wollen. Umweltbelastend, krank machend und sogar tödlich sind die Folgen des Uranabbaus, der Urananreicherung und die Herstellung der Brennelemente. Im so genannten Normalbetrieb geben Atomkraftwerke krebserzeugende Radioaktivität an die Umwelt ab. Ein jederzeit möglicher schwerer Unfall oder Terroranschlag kann das Leben und die Gesundheit von hunderttausenden Menschen in Gefahr bringen und große Gebiete dauerhaft unbewohnbar machen. Atomkraftwerke und Atomwaffen sind "siamesische Zwillinge" und die „zivile“ Nutzung der Atomenergie führt zur weltweiten Weiterverbreitung von Atomkraftwaffen. Noch problematischer und unsicherer als AKW sind die Wiederaufarbeitungsanlagen. Die Macht und der Einfluss der Atomkonzerne EnBW, RWE, E.ON, Vattenfall und Siemens auf die CDU CSU - Politik ist undemokratisch. Der heute produzierte Atommüll muss eine Million Jahre sicher gelagert werden und gefährdet das Leben zukünftiger Generationen auf dieser Erde.

Atomunfälle und Reaktorkatastrophen – Die große Gefahr
In jedem AKW wird in einem Betriebsjahr pro Megawatt elektrischer Leistung die Radioaktivität einer Hiroshima-Bombe erzeugt. Das heißt, dass in einem Atomkraftwerk mit 1200 MW Leistung im Jahr in etwa die kurz- und langlebige Radioaktivität von ca. 1200 Hiroshima-Bomben entsteht. Die „Freisetzung“ nur eines kleinen Teils dieser Radioaktivität hätte verheerende Folgen für die betroffene Region. Große Landstriche müssten für lange Zeiträume evakuiert werden. Dies wäre eine menschliche und ökonomische Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes, insbesondere in dicht besiedelten Gebieten wie in Zentraleuropa. Alternde, laufzeitverlängerte AKW vergrößern die Unfallgefahr. CDU und CSU PolitikerInnen, die vor diesen Gefahren die Augen verschließen, sind apokalypseblind. Der Unfall von Tschernobyl wird sich so kein zweites Mal wiederholen. Die nächste Katastrophe, ob in Ost- oder Westeuropa, Japan oder Amerika, wird neue, nicht vorhersehbare und nicht planbare Ereignisabläufe bringen. Überall, wo Menschen arbeiten, gab und gibt es Fehler. Die Atomtechnologie verträgt keine Fehler. Sie ist nicht menschengerecht. Dazu kommt die Gefahr durch jederzeit mögliche Terroranschläge.


CDU CSU: AKW und Terrorismus
Terrorismus ist für die CDU ein wichtiges Thema,
doch die Gefährdung von Atomkraftwerken durch potentielle Anschläge und Terror wird in der politischen Debatte gerne verdrängt und ausgeblendet. Mit dem Hinweis auf drohende Terrorgefahren wird der Überwachungsstaat ausgebaut und die Bürgerrechte werden mehr und mehr eingeschränkt. Im Bereich der Atomanlagen, dort wo tatsächlich ernstzunehmende Gefahren drohen, gibt es eine ideologische Blindheit. Doch die sogenannte friedliche Nutzung der Atomenergie hat die Büchse der Pandora weit geöffnet.
Für Atom - Terrorismus gibt es vier denkbare Wege:
  • 1. Aus spaltbarem Material (Plutonium-239, hochangereichertes Uran-235...) könnte ein nuklearer Sprengkörper einfachster Technologie gebaut werden.
  • 2. Verwendung einer (gestohlenen) Atombombe aus Beständen regulärer Armeen.
  • 3. Radioaktives Material kann mit Hilfe einer geeigneten technischen Vorrichtung in der Umwelt verbreitet werden, um eine radioaktive Verseuchung zu schaffen. (Schmutzige Bombe)
  • 4. Direkter Angriff auf ein Atomkraftwerk, einen Castortransport, eine Wiederaufarbeitungs-anlage oder sonstige Atomanlage


Während die Punkte 1 und 2 technisch extrem aufwändig
und sehr unwahrscheinlich (aber nicht ausgeschlossen) sind, müssen die letzten beiden Punkte als konkrete Bedrohungen angesehen werden. Ein Anschlag mit "modernen" panzerbrechenden Waffen auf jedes Kernkraftwerk der Welt hätte verheerende Auswirkungen. Panzer-und bunkerbrechende Waffen aller Art gehören leider schon lange zum gängigen Waffenarsenal im Bereich des Terrorismus. Solange Atomanlagen nicht abgestellt sind, gehören sie zumindest besser gesichert als bisher, aber die CDU will die Laufzeitverlängerung für AKW.

Folgen möglicher Unfälle in Atomkraftwerken
(aus einer Studie des Ökoinstituts Darmstadt im Auftrag der Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen)

Hintergrund der Studie war ein angenommener schwerer Atomunfall im französischen EDF-/EnBW-Atomkraftwerk Fessenheim: „Bei lebhaftem Südwestwind mit Regen würde sich eine bis zu 370 km lange Schadensfahne von Fessenheim bis in den Raum Würzburg-Nürnberg erstrecken. In deren Bereich müssten alle Siedlungen auf 50 Jahre geräumt werden, sollten die Richtlinien von Tschernobyl zur Anwendung kommen. Betroffen wären u.a. die Städte Freiburg, Freudenstadt, Tübingen, Stuttgart, Heilbronn und Schwäbisch Hall.“ (Sollte der Wind am Katastrophentag in eine andere Richtung wehen, so wären natürlich andere Städte und Gemeinden betroffen.)

Eine mit dem Unfall von Tschernobyl durchaus vergleichbare Katastrophe für die Menschheit ist jedes neue Land, das mit Hilfe der so genannten friedlichen Nutzung der Atomenergie zum Atomwaffenstaat wird. Gerade konservative Politiker wie Herr Sarkozy und Herr Bush gefährden die Welt durch Atomexporte.



Atomkraftwerk + Atomwaffen = Atomkraftwaffen
Das größte Atomproblem ist die Gefährdung allen Lebens mit der weltweiten Verbreitung von Atomkraftwaffen durch den Bau von Atomkraftwerken, Urananreicherungsanlagen und dem Schwarzmarkt für Plutonium. Wieso haben Länder wie Pakistan und Israel Atomwaffen? Weil sie mit Hilfe der "friedlichen Nutzung der Kernenergie" Mittel und Wege gefunden haben, Atomkraftwaffen zu bauen. Und jedes alte und neue AKW (auch der neue Siemens Euroreaktor EPR) vergrößert die Gefahr für den Weltfrieden. Deutlich wird diese Gefahr auch beim Streit um das iranische bzw. nordkoreanische Atomprogramm und die iranische bzw. nordkoreanische Atombombe. Doch der erhobene Zeigefinger der CDU CSU in Richtung Nordkorea und Iran gilt nicht, wenn hinter diesem Zeigefinger eigene Atomwaffen, AKW und UrananreicherungsanlagenAtomkraftwaffen stehen. Woher kommt die Anmaßung der Atomstaaten, anderen Ländern das verbieten zu wollen, was sie selber haben? Wie der Kolonialismus lässt sich eine weltweite atomare Zweiklassengesellschaft auf Dauer nicht aufrecht erhalten. Wer im eigenen Land Atomkraftwerke betreibt und länger laufen lässt, wer heimlich auf den Bau neuer Siemens Druckwasserreaktoren spekuliert, liefert dem Rest der Welt gute Gründe, neue Atomkraftwerke und Atomwaffen zu bauen, fördert die Proliferation und gefährdet so diesen Planeten und alles Leben. Konservative Politik kann dies nicht sein.

Die von der CDU gewünschte AKW-Laufzeitverlängerung ist Gefahrzeitverlängerung
Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke bedeutet mehr Atommüll, mehr atomares Risiko durch die Alterung der Atomkraftwerke, mehr Gefahr durch die Versprödung der Reaktordruckgefäße, durch die Weitergabe von Atomkraftwaffen und die zunehmende Gefahr von Atomterrorismus. Die aktuelle Debatte um die Laufzeitverlängerung, als Einstieg in den zukünftig geplanten Neubau von AKW, zeigt auch die undemokratische Machtfülle der Atomkonzerne EnBW, RWE, E.ON, Vattenfall und Siemens. Laufzeitverlängerung für AKW ist eine unverantwortliche Gefahrzeitverlängerung.


CDU: AKW & Krebs
Krebs und Druckwasserreaktor
Alle AKW geben über den Schornstein und das Abwasser auch im so genannten "Normalbetrieb" und bei Störfällen ständig Radioaktivität an die Umwelt ab. Aus einer Studie, die das Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) im Dezember 2007 veröffentlichte, geht hervor, dass die Häufigkeit von Krebserkrankungen bei Kindern unter fünf Jahren mit der Nähe zum Reaktorstandort deutlich zunimmt. Die Studie mit Daten von über 6000 Kindern liefert die bislang deutlichsten Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko bei Kindern in der Nähe von Kernkraftwerken. Das Risiko ist demnach im 5-km-Radius für Kinder unter fünf Jahren um 60 Prozent erhöht, das Leukämierisiko um etwa 120 Prozent. Im Umkreis von fünf Kilometern um die Reaktoren wurde für den Zeitraum von 1980 bis 2003 ermittelt, dass 77 Kinder an Krebs erkrankten, davon 37 Kinder an Leukämie. Im statistischen Durchschnitt wären 48 Krebserkrankungen beziehungsweise 17 Leukämiefälle zu erwarten. Der Studie zufolge gibt es also zusätzlich 1,2 Krebs- oder 0,8 Leukämieerkrankungen pro Jahr in der näheren Umgebung von allen 16 untersuchten Akw-Standorten.
Es ist davon auszugehen, dass Krebs nicht nur bei Kleinkindern auftritt, sondern dass auch Kinder und Erwachsene betroffen sind – deren Erkrankungsraten wurden bisher
allerdings weltweit noch nicht in einer vergleichbaren Weise systematisch untersucht.




Atomkraft und die Klimakatastrophe
„Atomkraftwerke schützen das Klima“. Damit werben die Atomkonzerne und die Atomparteien CDU und CSU für den scheinbar CO2-freien Atom-Kraftwerkspark. Diese geschickte Werbebotschaft der AKW-Betreiber soll Akzeptanz für alte und neue AKW schaffen. Im Zeitalter der organisierten Desinformation erleben wir hier ein spannendes Exempel.
Die Forderung nach neuen Atomkraftwerken dient auch der psychologischen Entlastung viele Politiker der Atom- und Kohleparteien CDU und CSU. Sie tragen die Hauptverantwortung für die bisherige und zukünftige Verschwendung von Energie, Rohstoffen und für die drohende Klimaveränderung. Die Werbeabteilungen der Atomkonzerne bieten Ihnen jetzt eine schöne Illussion, sich scheinbar aus der Verantwortung stehlen zu können. Mit vorgeschobenen Umweltargumenten wird Umweltschutz verhindert und umweltgefährdente Anlagen "grüngewaschen". Die Propaganda der Umweltzerstörer ist besser geworden. Die Nutzung der Atomenergie ist nicht nur lebensbedrohend, sondern auch die teuerste Art von Klimaschutz. Der Bau neuer AKW kommt uns wesentlich teurer als das Energiesparen oder die Errichtung moderner Gaskraftwerke.
Erst die Laufzeitverlängerung- dann neue Atomkraftwerke
Die Atomkonzerne und ihre CDU - CSU Vertreter in den Parlamenten haben ein zweistufiges "Zukunftskonzept": Zuerst der Ausstieg aus dem „Atomausstieg“ und dann den Neubau von Atomkraftwerken. Die Planung des EPR (Europäischer Druckwassereaktor) wird von den Atomkonzernen mit unseren Stromgeldern finanziert, solange wir dort Strom beziehen. Gebaut werden soll er von Siemens und Areva. Der Euroreaktor ist groß statt sicher. Die elektrische Leistung von 1600 Megawatt ist eine Abkehr von der einst geforderten "inhärenten Sicherheit". Doch um die Kosten nicht völlig ausufern zu lassen, setzt man bei Siemens und Areva "mehr auf supergroß als auf supersicher". Der EPR verfügt nicht über genügend passive Sicherheitssysteme, sondern setzt immer noch auf störanfällige Armaturen und Pumpen mit Motorantrieb, die bei einem Ausfall der Stromversorgung versagen.

Schwerer Atomunfall - verheerende Konsequenzen
Nehmen Sie einen Zirkel und ziehen Sie einen Kreis von ca. 300 Kilometer um Ihren Heimatort. Wenn es in einem der Atomkraftwerke in diesem Kreis zu einem schweren Unfall kommt, zu einer Katastrophe die unwahrscheinlich ist und dennoch morgen schon eintreten kann, wenn ein Teil des radioaktiven "Inventars" des AKW austritt und der Wind in Richtung Ihres Wohnortes weht, dann werden Sie diese Ihre Heimat, mit allem was Sie in Jahrzehnten mühevoll aufgebaut haben, schnell und endgültig verlassen müssen und froh sein, einfach nur zu überleben. Warum sehen die Spitzenpolitiker von CDU und CSU dies nicht?



Atomkraftwerke, Laufzeitverlängerung und Geld
Bei der Debatte um Nutzung der Kernenergie verwundert immer wieder die Vehemenz mit der die Atomlobby, Atomkonzerne und die CDU CSU für ein höheres Atomrisiko streiten. Gerade die Ministerpräsidenten Günther Oettinger und Roland Koch kämpfen mit Vehemenz für die Gefahrzeitverlängerung von AKW und gegen Windräder. Warum werden die Gefahren nicht gesehen? Die Antwort ist einfach. "Its the economy stupid“ Es geht ums Geld, um sehr viel Geld. Die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken bringt uns allen viele Risiken, den Atomkonzernen und vermutlich auch den Lobbisten aber viel Geld: Die Heinrich Böll Stiftung hat die satten Gewinne berechnet, welche die Triebfeder der Atomlobby sind:
Für die älteren – und in den nächsten Jahren zur Stillegung anstehenden Atomkraftwerke ergeben sich „Zusatz“erträge von durchschnittlich 200 bis 300 Mio. Euro jährlich, für die neueren Anlagen summieren sich die jährlichen Zusatzerträge auf 300 bis 400 Mio Euro. Über alle (aktuell noch betriebenen) Atomkraftwerke und alle Betreiber summieren sich diese Zusatzerträge für jeweils ein Jahr Laufzeitverlängerungen auf ein Gesamtvolumen von 4,6 bis 6,2 Mrd Euro.

Nachhaltig, konservativ und christlich
ist die CDU / CSU Atompolitik nicht. Diese Politik ist nicht einmal fortschrittlich sondern nur fortschrittsgläubig. Es wird Zeit, dass die Basis von CDU und CSU endlich gegen diese Politik aufbegehrt. Volksvertreter sollten das Volk vertreten und nicht nur die Interessen der Atomkonzerne.
Axel Mayer




Landtagswahl 2011: Denkzettelwahl in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz


Im Jahr 2011 werden in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz die Abgeordneten für die Landtage gewählt.

  • 20. März 2011: Der Landtag in Sachsen-Anhalt
  • 27. März 2011: Der Landtag in Baden-Württemberg
  • 27. März 2011: Der Landtag Rheinland-Pfalz


Landtagswahl - Denkzettelwahl - Protestwahl



In allen diesen Parlamenten sitzen die Atomlobbyisten von CDU und FDP. Auch in anderen Parteien soll es Einzelexemplare dieser Spezies geben. Die Landtagswahlen sind eine gute Chance die Atomlobbyisten und Laufzeitverlängerer demokratisch "loszuwerden".



Landtagswahl 2011: Atomparteien FDP und CDU abwählen!


Diese Grafikmotive können Sie gerne als Motive für Ihre Homepage, für Mails oder aber als Motive für Ihre eigene, private Kleinanzeige in Ihrer Lokalzeitung verwenden.
Mehr Infos zu Protestanzeigen: hier








Kurzinfos zu allen deutschen AKW


AKW Biblis
AKW Brokdorf
AKW Brunsbüttel
AKW Emsland
AKW Grohnde
AKW Grafenreinfeld
AKW Gundremmingen
AKW Isar
AKW Krümmel
AKW Neckarwestheim
AKW Philippsburg
AKW Unterweser



Roland Koch, Biblis und Geld: Rede an den Atomlobbyisten


Redebeitrag beim AKW Biblis vom 04.11.2006
Kundgebung am Samstag, 04. November 2006

Axel Mayer, BUND Geschäftsführer / Vizepräsident Trinationaler Atomschutzverband (es gilt das gesprochene Wort)

Liebe Freundinnen und Freunde
Liebe AKW GegnerInnen hier in Biblis,

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Roland Koch
Zur Kundgebung kommen immer die Verkehrten
Warum soll ich eine Rede an Diejenigen halten, die schon informiert sind?
Sehr geehrter Herr Koch
Sie sind der Ministerpräsident des Landes
Sie treffen in Hessen die Entscheidungen
Sie sind an der Macht
Sie sind für die Laufzeitverlängerung des AKW Biblis

Sehr geehrter Herr Parteivorsitzender
Ihre Partei die CDU hat sich den "Schutz des Lebens" auf die Fahnen geschrieben.
In Biblis stehen zwei sehr alte Atomreaktoren mit 2500 MW Leistung
In den beiden Reaktorblöcken von Biblis ensteht jährlich die Radioaktivität von 2500 Hiroshimabomben
Wenn es in den Uraltreaktoren von Biblis zu einem Unfall kommt, dann hört Hessen auf in der bisherigen Form zu existieren
Dann hört ein Teil Zentraleuropas auf in der bisherigen Form zu existieren
Wie lässt sich diese Tatsache mit ihren Parteizielen, mit dem Schutz des Lebens, in Übereinstimmung bringen?
Sehr geehrter Herr Roland Koch
"Zukunft" ist heute ein wichtiges Wort für Parteien
Wie sieht es aus mit der Zukunft von Atommüll?
Hätte der bekannte Pharao Cheops, der vor 4550 Jahren "Parteivorsitzender" war nicht die berühmte Pyramide gebaut, sondern das AKW Biblis und hätte er die beiden Blöcke nur zwei Jahre betrieben, dann wären ca. 1000 kg Plutonium angefallen.
Raten Sie einmal Herr Koch, wie viel Plutonium aus dem ägyptischen
Biblis heute noch vorhanden wäre, bei einer Halbwertszeit von 24 110 Jahren?
Heute wäre noch 877 kg vorhanden. Atommüll muss eine Million Jahre sicher gelagert werden. Wenn die CDU als konservative Partei über Zukunft spricht, dann darf sie Zukunft nicht verbauen.
  • Laufzeitverlängerung in Biblis bedeutet mehr Atommüll,
  • Laufzeitverlängerung in Biblis bedeutet mehr atomares Risiko durch die Alterung des AKW
  • Laufzeitverlängerung in Biblis bedeutet mehr Gefahr durch die Versprödung der Reaktordruckgefäße, durch die Weitergabe von Atomkraftwaffen und die zunehmende Gefahr von Atomterrorismus.
  • Laufzeitverlängerung ist Gefahrzeitverlängerung

    Sehr geehrter Herr Parteivorsitzender
    Ihre Partei, die CDU führt zur Zeit eine Wertedebatte
    Beim Wort "Wert" fällt mir leider immer der Begriff Geld ein
    und ich muss immer an den hessischen CDU Parteispendenskandal
    denken

    Bei der Laufzeitverlängerung um AKW geht es langfristig um den Neubau von Euroreaktoren
    wenn die bisherigen 17 deutschen AKW durch neue Euroreaktoren
    ersetzt werden sollen, dann geht es um einen Bausumme von mindestens 50 Milliarden Euro

    Gehen wir mal von 5% Werbekosten aus...
    Mir wird schwindlig

    Sehr geehrter Herr Koch
    Sie haben ja manchmal recht
    die Atomlobby ist aktiv aber wo bleibt die Anti Atom Bewegung?
    Da ist die Mehrheit der Bevölkerung immer noch gegen AKW
    und wie viele haben den Stromanbieter gewechselt?

    Ich würde ja wetten, dass 50% der DemonstrantInnen hier immer noch von eon, Vattenfall, EnBW und RWE ihren Strom beziehen
    Das empfindlichste Körperteil der Atomkonzerne ist der Geldbeutel
    Stromwechsel zu echten Ökostromanbietern könnte unsere schärfste Waffe sein.

    Oh, Herr Koch, was muss ich da sehen?
    Sie greifen über die Schulter und holen ein Pfeil aus dem Köcher
    Wir brauchen AKW um die drohende Energiekrise abzuwenden steht auf dem Pfeil
    Sie haben wieder recht Herr Koch
    Uns droht eine gigantische Energiekrise und die Energiepreise werden
    explodieren.
    In wenigen Jahrzehnten gehen Erdöl und Erdgas zur Neige, auch weil wir unsere Raubbauwirtschaft so erfolgreich nach China und Indien exportiert haben
    Doch auch ihre "Wunderwaffe" Uran ist endlich
    Auch Uran reicht nur noch für wenige Jahrzehnte.
    Die Lösung heißt Energiesparen, Sonne, Wind, Geothermie und ein Ende der Verschwendungswirtschaft

    Fortschritt, Herr Koch, ist nicht die beschleunigte Umwandlung von Energie, Rohstoffen und menschlicher Arbeitskraft in Müll
    Warum werden aus den atomaren Technikoptimisten mancher Parteien immer Technikpessimisten wenn es um Sonnennenergie und Windkraft geht?
    Warum behindern Sie den Fortschritt dort wo er zukunftsfähig ist?
    Oh, Herr Koch, noch ein Pfeil aus Ihrem Köcher
    Das Atomkraftwerk Biblis ist Ihr ganz persönlicher Beitrag zum Klimaschutz.
    Da ist der Pfeil
    Was steht hier im Kleingedruckten auf dem Pfeil?
    Werbeabteilung: RWE, eon, Vattenfall und EnBW
    Wer trägt die Verantwortung für die Klimaveränderung?
    Die bisherige Klimaveränderung ist mit ein Ergebnis der Politik der alten Atom- und Kohleparteien
    Herr Koch, wann haben Sie im Verlauf Ihres Politikerdaseins jemals gegen ein klimaschädliches Projekt gestimmt?
    Neue Strassen, neue Landebahnen, kein Steuer auf Flugbenzin....
    Und jetzt bieten Ihnen die Atomkonzerne den ersehnten Strohhalm
    Alle alten und neuen Klimasünden Ihres Politikerlebens sind vergessen und vergeben weil Sie für Atomenergie sind.
    Endlich ein Ablass auf vergangene und zukünftige Klima – Schuld
    Ich glaube Ihnen gerne, dass Sie das gerne glauben
    aber ich muss Ihre schön gestrickte Illusion zerstören
    Alle Experten wissen: das Klimaschutzargument der Atomlobby ist eine gut gemachte Klimalüge
    Atomkraftwerke können das Klima nicht retten.
    Sonne, Wind, nachwachsende Rohstoffe, Erdwärme und eine nachhaltige Politik, ein Ende der Raubbauwirtschaft könnte das Klima retten

    Herr Roland Koch,
    sie wollen noch etwas werden in der deutschen Politik
    Dann müssen Sie sich auch mit Außenpolitik beschäftigen
    Nein: Ich meine nicht die alte "Kinder statt Inder"- Kampagne von Herrn Rüttgers
    Ich denke an den Nordkoreanischen Atomwaffentest

    Warum haben Länder wie Nordkorea, Pakistan, Israel und die USA Atomwaffen?
    Weil Sie Atomkraftwerke haben
    Wer Atomkraftwerke hat kann auch Atomwaffen bauen
    Und da bieten Politiker wie Sie und Herr Bush die Atomenergie als Exportschlager an?

    Es gibt tatsächlich größere Bedrohungen als AKW
    Atomkraftwaffen sind eine Bedrohung für alles Leben auf diesem Planeten
    Alle Atomkraftwaffen aller Staaten sind eine Bedrohung
    Ihre nationale Atompolitik trägt zur Weiterverbreitung von Atomkraftwaffen bei und gefährdet alles Leben auf der Erde.
    Die Atomkonzerne RWE, eon, Vattenfall und EnBW gefährden das Leben.

    Sehr geehrter Herr Koch
    Sie erinnern sich an den Atomunfall vor 20 Jahren in Tschernobyl ?
    Sie erinnern sich an die radioaktive Wolke die bis Hessen reichte?
    Noch heute findet sich in Waldpilzen radioaktives Cäsium mit überhöhten Werten

    Lieber Herr Koch
    Diese kleinen Pilze mit ihrem kleinen Pilzkopf erinnern sich noch an Tschernobyl
    Pilze, Herr Koch, haben ein längeres Gedächtnis als manche Politiker

















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    Dieser Artikel wurde 5576 mal gelesen und am 30.8.2010 zuletzt geändert.