2022 / 13.400 Atomwaffen weltweit: Atombomben / Atomraketen / USA / Russland / NATO / Atomkrieg / Ukraine-Krieg


Veröffentlicht am 10.05.2022 von Axel Mayer

13.400 Atomwaffen, Atombomben, Atomraketen weltweit & Atomkriegsgefahr: Pakistan, China, Indien, USA, England, Frankreich, Nordkorea, Russland, Israel


Das Problem sind nicht die Atomwaffen. Das Problem ist die Verbindung von 13.400 atomaren Sprengsätzen mit der unendlichen menschlichen Dummheit. Eine Dummheit, die uns seit Anbeginn der Menschheit von Krieg zu Krieg taumeln lässt und unsere absolute Unfähigkeit aus der Geschichte zu lernen.
Axel Mayer


Der bei gutem Willen verhinderbar gewesene, dumme, unnötige und völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands, unter dem die Menschen in der Ukraine so schrecklich leiden, zeigt wieder einmal, welche Gefahren von den aktuell noch ca. 13.400 existierenden, "ungebrauchten" Atomwaffen und Atombomben ausgehen. Der lange schon jeden Tag mögliche, gut verdrängte Atomkrieg ist wieder wahrscheinlicher geworden und atomare Reaktionäre, Militaristen & Laufzeitverlängerer bekommen überall Aufwind. Die weltweit ca. 13.400 Atomwaffen und Atombomben ermöglichen den Militärs immer noch einen Overkill und eine mehrfache Totalauslöschung der Menschheit.

Selbstverständlich könnte man versuchen, den Stellvertreterkrieg in der Ukraine mit der Lieferung von Panzern und Geschützen zu beenden. Doch diese uralte militärische Logik endete am 6. Aug. 1945 mit dem Atombombenabwurf auf Hiroshima. Wer nach Hiroshima einen konventionellen Krieg gegen einen mit 6.257 atomaren Sprengsätzen bewaffneten, unberechenbaren Autokraten "gewinnen" will, der hat das Prinzip Atomwaffe nicht verstanden.



Zu den größten Problemen der Menschheit zählt die Apokalypse-Blindheit und die Unfähigkeit, aus vergangenen Kriegen und menschengemachten Katastrophen, aus den Kriegsverbrechen von Hiroshima und Nagasaki zu lernen. Kriegszeiten sind Zeiten größtmöglicher Dummheit, Irrationalität und selektiver Wahrnehmung, in denen menschliches Denken und Handeln und die Berichterstattung in den Medien von stammesgeschichtlich erklärbaren, steinzeitlichen Reflexen geprägt ist.


Heute wird die Welt von den Atomwaffen der folgenden Staaten bedroht:
(Stand Januar 2020)
  • Russland 6275
  • USA 5800
  • China 320
  • Frankreich 290
  • Großbritannien 215
  • Pakistan 160
  • Indien 150
  • Israel 90
  • Nordkorea 40 Quelle: SIPRI

Unter Verdacht, Atomwaffen zu besitzen oder zu bauen, steht der Iran, doch eine Vielzahl von Ländern versucht über den "Umweg" der sogenannten "friedlichen Nutzung" der Atomkraft einen nordkoreanischen Machtzuwachs zu erlangen.
Die Zahl der Waffen sagt noch nichts über die entsetzliche "Qualität" und Vernichtungskraft der sehr unterschiedlichen Atomwaffen. Eine Wasserstoffbombe ist noch verheerender als eine "normale" Atombombe.


In der Ukraine stehen aber auch 15 kriegsgefährdete alte, marode AKW
Ein Cyber-Angriff, ein dummer Fehler in einem dummen, völkerrechtswidrigen Krieg, ein Beschuss oder ein Terroranschlag auf die laufenden AKW in der Ukraine könnte das Inferno des Krieges ins Unermessliche steigern.


Ein schwerer Atomunfall in einem europäischen AKW
kann einen Teil Zentraleuropas dauerhaft entvölkern und hunderttausende von Opfern fordern. Explodieren wie eine Atombombe können diese Atomkraftwerke aber nicht. Atomexplosionen sind „nur“ bei einem Plutoniumreaktor vom Typ „schneller Brüter“ möglich.

Dennoch gab und gibt es einen engen Zusammenhang
zwischen der sogenannten zivilen Nutzung der Atomenergie und der Atombombe, auch wenn neueatomar-fossile Seilschaften und die (immer noch) Atomparteien AfD, CDU, CSU und FDP versuchen, diesen Zusammenhang zu leugnen oder herunterzuspielen. Nach den Atombombenabwürfen in Hiroshima und Nagasaki begann die weltweite Kampagne „Atome für den Frieden“, die von den unmenschlichen Folgen dieser Kriegsverbrechen ablenken sollten.

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Neue kleine Atomkraftwerke + Atomwaffen = Atomkraftwaffen
Die größte Gefahr für die Welt sind nicht die Atomkraftwerke, sondern die Atomkraftwaffen. Die weltweite Verbreitung von Atombomben durch den Bau vonneuen, kleinen Atomkraftwerken, Urananreicherungsanlagen und dem Schwarzmarkt für Plutonium gefährdet alles Leben auf der Erde. Wieso haben Länder wie Pakistan und Nordkorea Atomwaffen? Weil sie mithilfe der "friedlichen Nutzung der Kernenergie" Mittel und Wege gefunden haben, Atomkraftwaffen zu bauen. Und jedes alte und insbesondere neue, kleine AKW und Thorium-Reaktoren vergrößert die Gefahr für den Weltfrieden.
Wenn jetzt "sonnenarme" Länder wie Saudi-Arabien, Jordanien, Türkei, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate teure AKW bauen wollen, dann geht es nicht in erster Linie um Energie oder Klimaschutz, denn Strom aus Wind und Sonne ist schon lange günstiger als Strom aus neuen Atomkraftwerken. Es geht um Atomwaffen und um einen "nordkoreanischen Machtzuwachs".



Broken Arrow Den letzten Kalten Krieg haben wir nur Dank vieler glücklicher Zufälle überlebt
Broken Arrow, gebrochener Pfeil, lautet das Codewort des US-Militärs für Unfälle mit Atomwaffen. Die Liste mit Unfällen und Beinahe-Katastrophen mit Atomwaffen ist erschreckend lang und unvollständig. Allein die USA "vermissen" aktuell immer noch mindestens acht voll explosionsfähige, verlorene Bomben. Außerdem weitere neun, die zwar nicht mit dem Spaltstoff Plutonium geladen waren, wohl aber andere radioaktive Substanzen enthielten. Die USA geben öffentlich 32 solch schwerer Unfälle bis 1980 zu. Die tatsächliche Zahl an Bränden, Fehlzündungen oder Abstürzen atomar bestückter Flieger dürfte weit größer sein. Ein fallengelassener Schraubenzieher reichte einmal bei einer Kontrolle aus, um eine konventionelle Explosion in einem Atomraketen-Silo auszulösen. Die thermonukleare Reaktion gab es bloß deshalb nicht, weil das radioaktive Material zu dem Zeitpunkt getrennt gelagert wurde. Dutzende Menschen starben bei vergleichbaren Unfällen.


Ob wir den neuen Kalten Krieg überleben, liegt auch an Dir!



Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein






Mitwelt-Warnungen 2022 und Hinweise zu diesen Seiten...


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  • 3) Im Zweifel, gerade in Kriegszeiten, ist die -Allgemeine Erklärung der Menschenrechte- immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.

Axel Mayer,Mitwelt am Oberrhein

Getragen von der kleinen Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)


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