Rotmilan, Wildtierstiftung & Kohlelobby 2019: Windräder, Jagd, Lobby


Veröffentlicht am 03.01.2018 in der Kategorie Greenwash von Axel Mayer

Rotmilan, Wildtierstiftung & Kohlelobby 2019: Windräder, Jagd, Lobby



Die jagdnahe Deutsche Wildtier Stiftung, an deren Spitze mit Fritz Vahrenholt und Michael Miersch zwei Klimawandelleugner stehen, bekämpft massiv die Energiewende und die Windenergie. Im Kampf gegen die Windräder wird der Rotmilan zum Wappentier der Kohle-Lobbyisten und der RWE.

"Eine seit 2002 von der staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg
geführte Kollisionsstatistik gibt Auskunft über die gefundenen Schlagopfer unter Windrädern (beim Rotmilan lag diese Zahl über den Zeitraum 2002 bis April 2017 bei insgesamt 350 Schlagopfern in Deutschland. Diese Zahlen (durchschnittlich 23 Kollisionsfunde/Jahr) lassen jedoch keine direkten Rückschlüsse zu auf die Auswirkungen dieser Kollisionen auf die Population der entsprechenden Art(...)
Die Schätzungen des europäischen Gesamtbestandes schwanken je nach Autor zwischen minimal 19.000 und maximal 29.000 Brutpaaren. Gründe für die Bestandsrückgänge liegen vor allem in der Intensivierung und Umstellung der Landwirtschaft. Besonders negativ wirkte sich dies nach der Wende auf die Rotmilanbestände im Osten Deutschlands aus, wo regional Bestandseinbußen um mehr als 50 Prozent und ein deutliches Absinken der Reproduktionszahlen zu verzeichnen sind. Neben der Verschlechterung der Nahrungsverfügbarkeit durch Umstellung der Mähtermine und Rückgang der Rinderhaltung – mit zugleich weniger Grünfutteranbau mit regelmäßiger Mahd – tragen sekundäre Vergiftung durch Aufnahme vergifteter Beutetiere, Verfolgung durch vorsätzliche Vergiftung,gelegentlich auch durch Abschuss,sowie Unfallverluste an Windkraftanlagen und Hochspannungsleitungen[29][30][31] zum Rückgang bei." schreibt Wikipedia.
Obwohl die Ausräumung der Landschaft und die industrialisierte Landwirtschaft den Rotmilan am stärksten gefährden ist bei der Bebilderung des Wikipedia-Beitrages selbstverständlich ein Windradbild zu sehen.

Der Schutz des Rotmilans
ist wichtig und Vogelschlag lässt sich durch eine Vielzahl von Maßnahmen auch erfolgreich verhindern. Windräder töten Vögel und Rotmilane. Das ist so, das wird in der Öffentlichkeit und den Medien heftig diskutiert und in einer Zeit, in der manche Vogelarten bedroht sind, ist jeder getötete Vogel (insbesondere die bedrohten Arten!) einer zu viel. „Irgendwo zwischen 10 000 und 100 000 pro Jahr“ liegt die tatsächliche Zahl aller durch Windräder getöteten Vögel nach Einschätzung von Hermann Hötker vom Michael-Otto-Institut im Naturschutzbund Deutschland. Das entspräche bei den damals etwa 20 000 bundesweit installierten Windkraftanlagen (heute 27 000) einer Quote von ein bis fünf Vögeln pro Anlage und Jahr.

Es ist es erstaunlich,
dass die über 18 Millionen Vögel, die jährlich in Deutschland an Glas und Glasscheiben sterben, kein Thema für die Wildtierstiftung sind. Auch zu den wesentlich massiveren Schäden durch Vogelschlag im Straßenverkehr und entlang von Bahn- und Hochspannungstrassen, zur Bedrohung der Vogelwelt durch Agrargifte und Naturzerstörung gibt es keine Debatte.

Gerade die Deutsche Wildtierstiftung, die Jägern und Jagd nahe steht, sollte sich endlich auch einmal zum Themenkomplex Vogeljagd äußern. "Jedes Jahr fallen in den Staaten rund um das Mittelmeer mindestens 25 Millionen Zugvögel der meist illegalen Jagd zum Opfer", schreibt www.spektrum.de .


Noch immer werden in Deutschland zwischen 53.000 und 146.000 Vögel jedes Jahr illegal getötet. Diese Zahlen wurden 2017 im Rahmen einer neuen BirdLife-Studie zum Ausmaß illegaler Verfolgung von Vögeln in Europa am Rande der Vertragsstaatenkonferenz der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten (CMS) in Manila vorgestellt. Warum ist die jagdnahe Wildtierstiftung auf diesem Auge blind?
Einem Artikel der Süddeutschen Zeitung
aus dem Jahr 2010 zufolge werden in Europa jedes Jahr bis zu 120 Millionen legal bei der Jagd und illegal bis zu 100 Millionen Wildvögel getötet. Vor allem Zugvögel werden geschossen: Wachteln, Drosseln, Lerchen und Nachtigallen ebenso wie seltene Falken oder Watvögel. Bei der Jagd sind allerdings Fortschritte zu erkennen. Der Abschuss von Greifvögeln ist auch durch den starken Druck der Umwelt- und Tierschutzbewegung stark zurückgegangen. Und das Verschwinden der Nahrungsinsekten hat Rebhuhn und Fasan wesentlich stärker reduziert als die Jagd. Aber die fortbestehende Jagd in Europa ist für die Wildtierstiftung kein Thema.

"Umweltministerin Ulrike Höfken hat die Spekulationen der Deutschen Wildtier Stiftung zur angeblichen Tötung von Rotmilanen im Zuge des Ausbaus der Windenergie als „unlautere Propaganda gegen die Energiewende“ zurückgewiesen. „Die Behauptungen der Wildtier Stiftung und ihre Anschuldigungen gegen die kommunalen Planungsbehörden sind mehr als unseriös, zumal keinerlei Beweise für die mutwillige Zerstörung von Horsten im Vorfeld des Baus von Windenergieanlagen vorliegen. In Rheinland-Pfalz gibt es keine Belege für so ein kriminelles Vorgehen“, teilte Höfken am Montag mit. Dass mit Fritz Vahrenholt, dem Vorstand der Wildtier Stiftung, ein ehemaliger RWE-Manager und Klimawandel-Leugner in Presseberichten zum Kronzeugen des Naturschutzes erhoben werde, zeige die Absurdität dieser Kampagne."

Hinter vielen hübschen und sinnvollen Naturschutzprojekten versteckt,
wird von der Wildtierstiftung massiv die Energiewende in BürgerInnenhand bekämpft. Jede privat gebaute Energieerzeugungsanlage ist eine Konkurrenz zu den Atom- und Kohlekraftwerken und den Offshore-Windparks der alten Atom- und Kohlekonzerne. Deren Energieerzeugungsmonopol wird von den Privaten gebrochen. Kein Wunder, dass in einem verdeckt geführten Krieg die Energiewende so massiv und erfolgreich bekämpft wird. Neue, "industrienahe" Umweltverbände wie die Deutsche Wildtier Stiftung sollen in diesem Krieg, bei dem es auch darum geht, die Umweltbewegung zu spalten, eine wichtige Rolle spielen.




Rotmilan & Deutsche Wildtier Stiftung & Windenergie & Jagd & die Interessen der Atom- und Kohlelobby



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  • 3) Im Zweifel ist die -Allgemeine Erklärung der Menschenrechte- immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.
  • Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein

Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)




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