Gofundme 2021: Gebühren & Kritik


Veröffentlicht am 13.01.2021

Gofundme - Gebühren & Kritik


Im Januar 2021 wollte ich bei einer Freiburger Jugendumweltgruppe 200 Euro spenden. Ich kam zur Spenden-Seite wo ich ein Gofundme-Formular fand.

Dort stand neben dem üblichen Überweisungskram:
" Organisatoren nutzen GoFundMe kostenlos. Das wird auch in Zukunft so bleiben – dank des Trinkgelds, das Spender hier für uns hinterlassen:
Vielen Dank für dein Trinkgeld in Höhe von:
12%, 7%, 10%, 12%, 15%". Ganz nach unten gescrollt findet sich auch noch der Hinweis "anderer Betrag".


Ich kann also "auswählen" ob 12%, 7%, 10%, 12%, 15% oder ein "anderer Betrag" an gofundme gehen... Trinkgeld ist ein hübsches Neusprech-Wort für den geschickten Versuch einer gewinnorientierten Organisation an meiner Spende zusätzlich zu verdienen. Zusätzlich zum "Trinkgeld" behält GoFundMe laut Wikipedia von den eingenommenen Spenden als Gebühr pro Spende pauschal 0,25 € und weiter einen Prozentsatz vom Gesamtumsatz, der von Land zu Land variiert und in der Regel 2,90 % beträgt. Auch dazu habe ich direkt auf dem Gofundme-Formular nichts gefunden.

Ich wollte aber nur einer Freiburger Jugendumweltgruppe 200 Euro spenden und nicht gofundme reicher machen. Laut Wikipedia wurde gofundme 2015 an ein Konsortium aus den Investmentfirmen Accel Partners und Technology Crossover Ventures verkauft. Accel Partners ist eine Risikokapital-Beteiligungsgesellschaft und verwaltet 6 Milliarden US-Dollar...
Ich habe über Umwege ein normales Bank-Konto gefunden und direkt an die Freiburger Jugendumweltgruppe gespendet.

Normalerweise ärgere ich mich schon über die Kontogebühren meiner Bank. Der Versuch mit 12%, 7%, 10%, 12% oder 15% an meiner Spende zusätzlich zu den Gebühren zu verdienen ärgert mich saumäßig, er passt aber gut in dieses Zeitalter globalisierter Gier...

GoFundMe ist ein US-amerikanisches Unternehmen mit Sitz in Redwood City, Kalifornien, dessen Geschäftsmodell die Vermittlung von Spendengeldern über eine Internetplattform ist.

Die digitale Spendenplattform Gofundme aus San Diego in Kalifornien hat nach eigenen Angaben seit der Unternehmensgründung ein Spendenvolumen von fünf Milliarden Dollar aktiviert. Das Geld verteile sich auf vier Millionen Kampagnen, für die rund 50 Millionen Menschen ihr Geld gegeben haben, so berichtet es das Unternehmen. Das Geschäftsmodell ist simpel: Gofundme berechnet eine Gebühr von fünf Prozent des Spendenaufkommens, außerdem wird eine Zahlungsgebühr von knapp drei Prozent fällig.

Neben den USA und nun auch Deutschland ist Gofundme in Großbritannien, Frankreich und Spanien aktiv. Aber die Pläne von Solomon und seinem inzwischen 300-köpfigen Team sind groß: In fünf Jahren, so sagt er, werde sein Unternehmen größer sein als etablierte Organisationen wie Unicef oder die Bill & Melinda Gates Foundation.
Quelle: handelsblatt.com


12%, 7%, 10%, 12% oder 15% von fünf Milliarden Dollar? Wie viele Menschen versuchen über den "anderer Betrag" die "freiwilligen" Fremdgebühren zu senken ist schwer zu erkennen. Fünf Milliarden sind fünftausend Millionen... GoFundMe scheint ein ziemlich einträgliches Geschäftsmodell zu sein, wenn Gofundme "in fünf Jahren größer sein will, als etablierte Organisationen wie Unicef oder die Bill & Melinda Gates Foundation."

Auch andere Fundraising Plattformen kosten oft hunderte wenn nicht tausende Euro an monatlichen oder jährlichen Gebühren. Manche Fundraising Webseiten kosten 400 USD im Monat und berechnen zusätzlich zwischen drei und acht Prozent der Gesamteinnahmen aus der Kampagne. Zumindest in Deutschland gibt es auch tatsächlich gemeinwohlorientierte, kostengünstige Dienstleister. Es wäre an der Zeit, dass Verbraucherschutzverbände und Qualitätsmedien das Thema einmal kritisch unter die Lupe nehmen.

Junge UmweltaktivistInnen (siehe oben) -dürfen,sollen,müssen- Fehler machen. Sie sollten diese aber erkennen und beenden. Bedenklich ist, wenn seriöse NGO's umweltzerstörenden, klimaschädliche Bitcoin-Spenden entgegennehmen.

Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein

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  • Axel Mayer, Mitwelt Oberrhein

Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)




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