Vogelgrippe aktuell: Ursachen sind Massentierhaltung & Megaställe / Aktuell Kraniche / Friedrich-Loeffler-Institut


Veröffentlicht am 16.11.2025

Vogelgrippe & Geflügelpest: Ursachen sind Massentierhaltung & Megaställe / Aktuell Kraniche / Friedrich-Loeffler-Institut



Aktueller Einschub:


Ein Mensch in den USA hat sich nach Angaben von Gesundheitsbehörden mit dem Vogelgrippesubtyp H5N5 infiziert. Es sei der erste Nachweis dieses Stammes beim Menschen.


Friedrich-Loeffler-Insitut-Expertin zur Vogelgrippe: "In Geflügelhaltungen vermehrt sich das Virus besonders gut"
Das derzeit grassierende Vogelgrippe-Virus ist hoch wandlungsfähig und neigt zu Mutationen. In Geflügelhaltungen vermehrt es sich besonders gut. Eine Impfung ist nur unter Vorbehalt einsetzbar, so die Biologin Elke Reinking vom Friedrich-Loeffler-Insitut.

rbb|24: Hallo Frau Reinking. Ist die Massentierhaltung Treiber für solche Viren wie das derzeitige H5N1-Vogelgrippe-Virus?

Elke Reinking: Das hochpathogene aviäre Influenzavirus H5N1 – also das Geflügelpestvirus – ist Mitte der 90er Jahre in Südostasien durch eine Art Pingpong von Wildenten und Geflügelhaltung entstanden. Wildenten sind in einer gering krankmachenden Form natürliche Träger solcher aviären Influenzaviren – also Vogelgrippeviren. Wenn diese Viren in Geflügel gelangen, können sie dort mutieren zur hochpathogenen Form. Insbesondere Hühner und Puten sind sehr empfänglich für eine Infektion.

In China ist damals ein solches hochpathogenes Virus wieder zurück in den Wildvogelbereich gekommen. Das hatte man vorher in diesem Ausmaß noch nicht gesehen. Von da aus hat das Virus mit den Wildvögeln seinen weltweiten Siegeszug angetreten. Bisher sind nur Australien, Neuseeland und Ozeanien nicht betroffen.

Doch das H5N1-Virus, mit dem wir es jetzt zu tun haben, ist nicht mehr das gleiche wie damals. Denn diese Influenza-Viren verändern sich ständig weiter, mutieren und sie treten immer wieder in anderen Varianten auf.

Sind durch die Massentierhaltung Mutationen eher möglich?

In Geflügelhaltungen – gerade bei Puten und Hühnern – vermehrt sich das Virus besonders gut. Da sind Anpassungen möglich. In den letzten Jahren hat sich das Virus aber auch oft an bestimmte Wildvogelarten angepasst. Mal an Möwen, mal an bestimmte Gänsearten. Es ist also nicht auf Geflügel beschränkt. Dennoch sollte man generell vermeiden, dass sich Geflügel infiziert. Auch aufgrund der hohen Wandlungsfähigkeit und der Neigung zu Mutationen des Virus.
Quelle: Tagesschau

Vogelgrippe & Geflügelpest: Die Ursachen sind Massentierhaltung & Megaställe / Aktuell Kraniche


Tausende tote Kraniche in Deutschland
Ersten Schätzungen zufolge sind bislang rund 2.000 Kraniche während ihres alljährlichen Vogelzugs nach Süden in deutschen Rastgebieten an der Geflügelpest verendet. Allein in Nordbrandenburg wurden nach Behördenangaben fast 1.000 tote Tiere geborgen – die Suche dauert an. An einem Stausee an der Landesgrenze zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt wurden mehr als 500 tote Kraniche gefunden, über 100 in der Mecklenburgischen Seenplatte. Da der Höhepunkt der Kranichrast erst noch erwartet wird, rechnen Fachleute mit deutlich höheren Zahlen.
Es ist beeindruckend, wie daran "vorbeiberichtet" wird, dass die Kraniche nicht nur Krankheitsüberträger, sondern auch Opfer der menschengemachten Vogelgrippe sind.


Die Ursachen der Vogelgrippe
Immer, wenn Tiere auf engem Raum zusammenkommen, besteht eine erhöhte Seuchengefahr. Unter Experten und Expertinnen wird die Massentierhaltung für eine sehr wahrscheinliche Ursache der Vogelgrippe gehalten. "Ursache" bedeutet nicht, dass das Virus im Stall neu entsteht. Bestehende Viren werden durch das "Virenbiotop Großstall" allerdings gefährlicher. Die massenhaft auf engem Raum zusammengepferchten Tiere sind genetisch gleichförmig und immungeschwächt und somit anfälliger für Seuchen. Diese Intensivfarmen schaffen die idealen Bedingungen für die Ausbreitung der Krankheit, da sie den Viren eine konstante Versorgung mit Wirten bieten, was eine schnelle Ausbreitung von Infektionen und die Entstehung äußerst schädlicher neuer Stämme ermöglicht.

»Ausbrüche in Farmen befeuern die Epidemie. Aber es ist eben einfacher, wilde Vögel verantwortlich zu machen, als sich mit einer Milliardenbranche anzulegen«
sagt die Virologin Diana Bell.


Ursachen der Vogelgrippe - Einige Quellen und Studien



Die marktradikale Umwandlung der Landwirtschaft in eine globalisierte Agrarfabrik, das Verschwinden der kleinen, mittleren und bäuerlichen Betriebe und die damit verbundene Insektenausrottung und der Verlust an Lebensräumen sind wichtige Gründe für das Vogelsterben. Auf unserer Mitweltseite zum Vogelsterben in Deutschland tragen wir diese Informationen sehr umfangreich zusammen.

Massentierhaltung bei Geflügel (eine Milliarde sind tausend Millionen)
Der größte Geflügelproduzent der Welt ist JBS S.A. aus Brasilien, mit einer jährlichen Produktion von etwa 4,4 Milliarden Geflügeln. Auf dem zweiten Platz folgt Tyson Foods aus den USA mit rund 2 Milliarden geschlachteten Geflügeln pro Jahr. Die BRF (Brasil Foods), ebenfalls aus Brasilien, belegt den dritten Platz mit etwa 1,7 Milliarden produzierten Tieren. Diese perverse Form der Massentierhaltung in vielen Fleischfabriken bietet ideale Voraussetzungen für die Ausbreitung von Krankheiten.
Quelle: https://www.dgs-magazin.de/aktuelles/news/article-7728600-4627/das-sind-die-fuenf-groessten-gefluegelfleischproduzenten-weltweit-.html


Ein besonders tödlicher, hochpathogener Stamm des Vogelgrippevirus H5N1 hat seit 2021 bereits zum Tod von Millionen Wildvögeln und Nutztieren geführt. Sogar bis in entlegene Regionen wie der Antarktis ist dieser Virenstamm zuletzt vorgedrungen, wahrscheinlich über Zugvögel eingeschleppt. Funde in Raubvögeln wie Adler, Eulen und Geier legen nahe, dass sich dieses Virus nicht nur innerhalb einzelner Populationen und Arten, sondern über das Jagdverhalten auch zwischen verschiedenen Vogelspezies ausbreitet.
Jetzt sorgen immer mehr Funde in Milchkühen und Delfinen in den USA für Aufsehen unter Experten. Dadurch erscheint auch das Überspringen auf den Menschen immer wahrscheinlicher.


Vogelsterben & Bauernsterben


Wir erinnern uns, wie Lobbyisten der Agro-Chemie-Konzerne
viel zu lange das Bienensterben ausschließlich auf die Varroamilbe geschoben haben, um von den Verheerungen durch Neonicotinoide abzulenken. Wir erinnern uns an die Verharmlosungs-Kampagnen für DDT, Asbest und an die "Ungefährlichkeit des Rauchens". Wir erinnern uns an schwere Atomunfälle, die nur einmal in einer Milliarde Jahre stattfinden sollten. Am verheerendsten aber waren und sind die Kampagnen der amerikanischen Öl- und Energiekonzerne, mit denen die Auswirkungen von CO₂ auf das Klima heruntergespielt wurden und werden.
Aus diesen Gründen sollten wir die herunter gespielten Gefahren der Massentierhaltung wie zunehmende Antibiotikaresistenzen und die Vogelgrippe kritischer beobachten. Der zerstörerische Traum vom unbegrenzten Wachstum führt zur Verwandlung der Welt in eine große Fabrik und eben auch in eine Agrarfabrik mit immer mehr Massentierhaltung und immer weniger landwirtschaftlichen Betrieben. Eine Ursache für diese zunehmenden Probleme sind die neoliberalen "Wir erlauben Konzernen immer alles Parteien".

Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein. Der Autor ist seit fünfzig Jahren in der Umweltbewegung aktiv und war 30 Jahre lang BUND-Geschäftsführer.

Mehr Infos:



Beginn der Materialsammlung: Vogelsterben, Vogelgrippe & Massentierhaltung:


"Ausbrüche mit der "hochansteckenden Vogelgrippe" – das ist der Fachbegriff, abgekürzt mit HPAI – gab es immer wieder. Die HPAI-Virusvarianten entwickeln sich ausschließlich in Geflügelbetrieben, weshalb die Krankheit auch Geflügelpest genannt wird. Wildvögel stecken sich an und tragen die Viren mit dem Vogelzug weiter. Auch der derzeit kursierende Vogelgrippe-Subtyp H5, der 1996 erstmals beobachtet wurde, kam so von Asien nach Europa. Doch bislang endete jeder Ausbruch mit dem Frühjahr – das Seuchengeschehen war auf den Winter beschränkt. Und es kam bei Weitem nicht in jedem Winter zu einem Ausbruch.
Das ist nun fundamental anders: Der Vogelgrippesubtyp H5 hat seit 2020 auch die Sommer in Europa überdauert. H5N1 zirkuliere nun ganzjährig in den Wildvogelpopulationen, schreibt das Friedrich-Löffler-Institut (FLI), das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit auf der Insel Riems, auf seiner Homepage. Im Frühsommer wütete das Virus denn auch unter Seevögeln an der Nord- und Ostseeküste. Zur Brutzeit sitzen sie dicht an dicht in Kolonien auf ihren Nestern – so kann sich das Virus leicht verbreiten. Bei Seeschwalben, Kormoranen, Möwen und Basstölpen sei es dort zu starken Verlusten bis hin zu existenziell bedrohlichen Einbrüchen gekommen."

Quelle: Badische Zeitung vom 24.2.2023


"Sievert Lorenzen, der am Zoologischen Institut der Universität Kiel forschte, kam zu dem Ergebnis, nicht ziehende Wildvögel verbreiteten H5N1, sondern die Geflügelindustrie. Er berief sich unter anderem auf Erkenntnisse der Organisation GRAIN. Lorenzen führt dazu aus:






Vogelgrippe: Ist die Ursache für das Vogelsterben die Massentierhaltung in Megaställen?





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  • 3) Im Zweifel, gerade in Kriegszeiten, ist die -Allgemeine Erklärung der Menschenrechte- immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.

Axel Mayer Mitwelt Stiftung Oberrhein
Mit Zorn und Zärtlichkeit auf Seiten von Mensch, Natur, Umwelt & Gerechtigkeit.


Getragen von der kleinen Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)



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