2026 / Regenwasserrückhaltung & Hochwasserschutz verbinden in Zeiten von Hitzesommern, Dürre, Trockenheit, Starkregen & Klimawandel
Veröffentlicht am 13.08.2026

Regenwasserrückhaltung und Hochwasserschutz verbinden – in Zeiten von Hitzesommern, Dürre, Trockenheit, Starkregen und Klimawandel
Aktueller Einschub:
Nach Hitzewellen jetzt Starkregen?
Die ungewöhnlich warmen Meere liefern 2026 zusätzliche Energie und Feuchtigkeit für die Atmosphäre. Wärmere Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen, wodurch bei geeigneten Wetterlagen das Potenzial für extremen Starkregen und heftigere Niederschlagsereignisse steigt. Die durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur liegt aktuell vielerorts etwa 1–2 °C über dem langjährigen Mittel. Bereits ein Anstieg um 1 °C erhöht die Verdunstungsrate deutlich, sodass mehr Feuchtigkeit in die Atmosphäre gelangt. Wärmere Ozeane speichern zudem große Energiemengen, die bei Wetterlagen wie Tiefdrucksystemen intensivere Regenfälle, Starkregen und Überflutungen begünstigen.
Hochwasserschutz muss in Zeiten von Dürre und Starkregen mit Wasserrückhaltung verbunden werden!
Im Hitzesommer 2026 zeigen sich erneut die Folgen des menschengemachten Klimawandels: 14.000 Klimaopfer, brennende Wälder und Wetterextreme wieHitzesommer, Dürren und Starkregen zeigen die zunehmenden Risiken und bestätigen die alten Prognosen der Umweltbewegung.
Ein wichtiger Aspekt dieser sommerlichen Extremwetterlagen ist der Wassermangel. Sinkende Grundwasserstände, anhaltende Trockenheit sowie trockenfallende Bäche und Flüsse gefährden Natur, Landwirtschaft, Energieversorgung und die Wasserversorgung gleichermaßen. Gelegentlich auftretender Starkregen fließt viel zu schnell ab und führt zu Hochwasser.
Angesichts immer häufiger trockenfallender Bäche und der damit verbundenen Zerstörung von Flora und Fauna benötigen wir schnell eine möglichst naturnahe Wasserrückhaltung. Ziel muss es sein, Natur, Menschen, Fischen, Wasserkraftbetreibern und der Landwirtschaft auch in Extremsommern zumindest eine Mindestwassermenge zur Verfügung zu stellen.
Hochwasserschutz muss deshalb endlich mit einer ökologischen Regenwasserrückhaltung verbunden werden.
Niederschlagswasser sollte möglichst dezentral – insbesondere in den Oberläufen und Einzugsgebieten – zurückgehalten und in Trockenphasen kontrolliert abgegeben werden, um einen ökologisch notwendigen Mindestabfluss sicherzustellen. Dafür braucht es eine Vielzahl von Mulden, Tümpeln, Seen und anderen Gewässern.
Jahrzehntelang hat die Umweltbewegung einen nachhaltigen Hochwasserschutz gefordert. Spätestens nach der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal hat hier ein Umdenken eingesetzt. Künftig genügt Hochwasserschutz mit einer kurzfristigen Wasserrückhaltung allein jedoch nicht mehr. Er muss zwingend mit einer naturnahen, langfristigen Wasserrückhaltung verknüpft werden. Viele kleine, dezentrale Maßnahmen sind dabei großen technischen Bauwerken in der Regel vorzuziehen.

Wassermangel in Rhein, Donau, Elz, Dreisam, Glotter, Kinzig und Wiese gibt es immer häufiger. Immer öfter fallen deutschland- und europaweit Bäche und Flüsse im Hochsommer auf Teilstrecken trocken und der Grundwasserspiegel sinkt.
Dürre, Trockenheit, Wassermangel. Was tun für unsere Bäche, Flüsse und das Grundwasser?
- An erster Stelle steht selbstverständlich die Bekämpfung des Klimawandels, dessen Hauptursache das unbegrenzte Wachstum im begrenzten System Erde ist. Die Trockenheit darf nicht losgelöst von der globalen Artenausrottung, Umweltzerstörung, Atommüllproduktion, Regenwaldvernichtung, Weltvermüllung und vom Überkonsum gesehen werden.
- Beschleunigung der von Fossilisten aggressiv bekämpften Energiewende
- Wassersparen in allen Bereichen (private Haushalte, Industrie, Landwirtschaft) und nicht nur putzige Alibimaßnahmen
- Sanierung desGrundwassers und Verbesserung der Grundwasserqualität durch Vermeidung des Schadstoffeintrages (ein schlechtes Beispiel ist derBugginger Salzberg)
- Schwammstadtkonzepte, Schwammdorfkonzepte ...
- Vermeidung weiterer Zersiedelung und Überbauung und Entsiegelung von bestehenden Asphalt- und Beton-Flächen, wo immer dies möglich ist
- Verstärkte Regenwasser- und Brauchwassernutzung
- Wo immer möglich, in trocken fallenden Gewässern "tiefe Gumpen" mit Grundwasseranschluss einbauen, um Fischen eine Überlebensmöglichkeit zu schaffen
- Renaturierung aller unserer Bäche und Flüsse
- Angesichts sommerlich trocken fallender Bäche und der damit verbundenen Vernichtung von Flora und Fauna benötigen wir schnell eine möglichst naturnahe Wasserrückhaltung für unsere Bäche um Natur, Mensch, Fischen, Wasserkraftbetreibern und Landwirtschaft zumindest mit einer Mindestwassermenge in Extremsommern dienen zu können. Hochwasserschutz muss mit Regenwasserrückhaltung verbunden werden. Niederschlagswasser sollte im Gebirge dezentral aufgefangen und in Trockenphasen kontrolliert abgeleitet werden. (siehe oben)
- Renaturierung von Bächen und Flüssen
- Moorschutz, Renaturierung von Mooren
- Wasserentnahmen begrenzen und kontrollieren, insbesondere in Dürre- und Niedrigwasserzeiten
- Landwirtschaft an Trockenheit anpassen: wassersparende Bewässerung, trockenheitsresistente Kulturen, Humusaufbau
- Auwälder, Feuchtgebiete und Überschwemmungsflächen erhalten und wiederherstellen
- Wälder klimaresilient umbauen und großflächige Austrocknung der Waldböden verhindern
- Flächenversiegelung und Bodenverdichtung stoppen – fruchtbare Böden als Wasserspeicher erhalten
- Wasserentnahme aus Bächen und Flüssen für Kühlung, Bewässerung und Industrie reduzieren
- Ökologische Mindestwassermengen konsequent sichern und durchsetzen
- Wasserverluste reduzieren: undichte Trinkwasserleitungen und veraltete Bewässerungssysteme sanieren
- Abwasser stärker aufbereiten und als Brauchwasser wiederverwenden
- Landwirtschaftliche Schadstoffeinträge reduzieren (Nitrat, Pestizide, Gülle) zum Schutz des Grundwassers
- Wasser als Gemeingut schützen und einer zunehmenden Privatisierung bzw. kommerziellen Übernutzung entgegenwirken
- Dürre- und Wassermanagement auf Einzugsgebietsebene statt isolierter Einzelmaßnahmen
Selbst wenn diese Vorschläge berücksichtigt würden, wären sie nicht mehr als der "Tropfen auf dem heißen Stein".
Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein (der Autor war 30 Jahre BUND-Geschäftsführer)
Mehr Infos:Dürre, Trockenheit, Wassermangel, Klimawandel & Waldsterben in Deutschland
