Saudi Arabien USA: Atom-Deal & Proliferation - Atomwaffengefahr im ziemlich Nahen Osten
Veröffentlicht am 23.07.2026
Saudi Arabien USA: Atom-Deal & Proliferation - Atomwaffengefahr im ziemlich Nahen Osten
Nicht autorisiertes, sinngemäßes Vorwort des französischen Staatspräsidenten Macron aus dem Februar 2020: „Ohne zivile Atomenergie gibt es keine militärische Nutzung der Technologie – und ohne militärische Nutzung gibt es auch keine Atomenergie“.
Gegen den Iran wird gerade ein Krieg um Rohstoffe und ein Atomkraftwaffenkrieg geführt. In der westlichen Welt wird befürchtet, dass die autoritär geführte Theokratie mithilfe der zivilen Nutzung der Atomkraft in den Besitz von Atomwaffen kommen könnte. Jetzt will die Trump-Regierung der "guten, nützlichen" Autokratie Saudi-Arabien beim Aufbau eines zivilen Atomprogramms helfen. Auch die Lieferung einer Urananreicherungsanlage in die Kriegsregion ist möglich.
Obwohl weltweit seit Jahren mehr Atomkraftwerke stillgelegt als neu gebaut werden, will jetzt auch Saudi-Arabien eigene AKW und eine Urananreicherungsanlage. Tschernobyl, Fukushima, radioaktive Emissionen im Normalbetrieb und Atommüll, der eine Million Jahre strahlt, haben die Gefahren der Atomkraftnutzung aufgezeigt. Die größte Gefahr der Nutzung der Atomkraft ist allerdings die Proliferation, die Entwicklung von Atomwaffen mithilfe der zivilen Atomkraft. Schon heute wäre ein in die Ecke gedrängter Iran in der Lage, Raketen und Drohnen mit "schmutzigen, radioaktiven Bomben" auszustatten.
Der Nahe Osten ist jetzt schon ein Pulverfass. Da ist der Krieg gegen den Iran und die israelische Landnahme im Westjordanland und in Gaza. Ein Blick auf das iranische Atomprogramm müsste eigentlich zeigen, wie die "sogenannte" zivile Nutzung der Atomkraft Wissen, Technik und Schlüsselrohstoffe zum Bau von Atomwaffen schafft. In einem neuen AKW mit 1000 MW entsteht jährlich die kurz- und langlebige Radioaktivität von ca. 1000 Hiroshima-Bomben. Atomkraftwerke sind in jedem Krieg schreckliche Angriffsziele.
Wieso haben Länder wie Pakistan oder Nordkorea Atomwaffen? Weil sie mithilfe der „friedlichen Nutzung der Kernenergie“ Mittel und Wege gefunden haben, Atomkraftwaffen zu bauen. Doch bei befreundeten, nützlichen feudalen Autokratien wird dieser Zusammenhang gerne verdrängt, auch wenn diese kritische Journalisten zersägen und in Säure auflösen.
Wenn jetzt "sonnenarme" Länder wie Saudi-Arabien, aber auch Jordanien, die Türkei, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate teure AKW bauen wollen, dann geht es nicht in erster Linie um Energie oder Klimaschutz, denn Strom aus Wind und Sonne ist gerade im Nahen Osten schon lange unglaublich viel günstiger als Strom aus neuen Atomkraftwerken. Strom aus neuen französischen AKW kostet ca. 14 bis 19 Cent pro kWh. Im Nahen Osten liegt der Preis für Solarstrom bei teils unter 1,5 Cent pro kWh. Beim neuen Trump-Deal geht es Saudi-Arabien um Atomwaffen und um einen "nordkoreanischen Machtzuwachs".
Die Pläne der Trump-Regierung, Saudi-Arabien beim Aufbau eines zivilen Atomprogramms große Profite zu machen, sind unverantwortlich, passen allerdings gut in unsere Zeit der organisierten Gier. Ein saudisches Atomprogramm, aber auch der Neubau von AKW und der weltweite AKW-Export (nicht nur in Spannungsgebiete) sind ein globales Selbstmordprogramm.
Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
Die"Große Beschleunigung". Das Grundproblem hinter dem Trump-Atomdeal Saudi-Arabien USA.
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Axel Mayer Mitwelt Stiftung Oberrhein Mit Zorn und Zärtlichkeit auf Seiten von Mensch, Natur, Umwelt & Gerechtigkeit.
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