Farbpatronen stoppen Bankautomatensprengung / Geldautomatensprengung: Warum werden nicht alle unsere Bankautomaten flächendeckend mit Farbpatronen ausgestattet? Offener Brief


Veröffentlicht am 07.11.2025 von Axel Mayer

Farbpatronen stoppen Bankautomatensprengung / Geldautomatensprengung: Warum werden nicht alle unsere Bankautomaten flächendeckend mit Farbpatronen ausgestattet? Offener Brief


Der unten stehende offene Brief wendet sich an zwei regionale Geldinstitute. Gemeint sind damit aber alle Banken und Sparkassen in Deutschland, die ihre Geldautomaten nicht flächendeckend mit Sicherungssystemen ausstatten.


Axel Mayer, Kunde bei der Volksbank Endingen / Freiburg
Barbara Schmidt, Kundin bei der Sparkasse Freiburg / Nördlicher Breisgau


Endingen, 1.1.2025
An Vorstand und Geschäftsführung
Volksbank Endingen / Freiburg
Sparkasse Freiburg / Nördlicher Breisgau


Offener Brief:
Automatensprengung: Warum werden nicht alle unsere Bankautomaten flächendeckend mit Farbpatronen ausgestattet?


Sehr geehrte Damen und Herren im Vorstand und in der Geschäftsführung,
wir wenden uns als Kunden der Volksbank Endingen / Freiburg und der Sparkasse Freiburg / Nördlicher Breisgau an Sie.

Im vergangenen Jahr häuften sich die Sprengungen von Bankautomaten in unserer Region. Dieses Jahr flogen nach Medienberichten alleine in Baden-Württemberg 31 Geldautomaten in die Luft, darunter besonders viele in Südbaden.

Der Schaden betrifft Sie als Dienstleister, aber auch uns als Kunden über Kosten und Gebühren. Er betrifft aber auch die Gesellschaft, die durch Kriminalität verunsichert wird. Jetzt häufen sich aus der Politik teilweise lächerliche Vorschläge zur Problemlösung. Nein, es ist nicht möglich, neben jeden Bankautomaten einen Polizisten zu stellen!

Nach unserer Ansicht, aber auch nach Ansicht von Expertinnen und Experten ließe sich durch eine einfache und kostengünstige Maßnahme die Sprengung in der Mehrzahl aller Fälle verhindern und Kosten sparen.

In den Niederlanden und Frankreich ist die Zahl der Sprengungen massiv zurückgegangen, denn die Geldautomaten in den Niederlanden sind zu einem Großteil mit Farb- und Klebepatronen gesichert. Im Fall einer Sprengung werden dabei die Patronen zerstört, und das Bargeld wird eingefärbt oder verklebt, um es unbrauchbar zu machen.

„In den Niederlanden, Frankreich und Belgien sind Geldeinfärbesysteme ab einem Wert von 10.000 Euro pro Geldautomat gesetzlich vorgeschrieben.“, schreibt Telepolis.

Da die Täter dort keine verwertbare Beute mehr finden, weichen sie zunehmend nach Deutschland und eben auch nach Südbaden aus.

Darum unsere Frage an Sie:
Warum werden nicht alle (!) unsere Geldautomaten mit Farbpatronen oder Klebepatronen gesichert?
Die Medien berichten, dass einzelne Automaten in unserer Region nachgerüstet wurden, aber leider nicht flächendeckend alle. Wir haben den Eindruck, dass die „nicht so lohnenden“ Geldautomaten im ländlichen Raum nicht nachgerüstet wurden.

Wir sehen dafür den folgenden, möglichen Grund. Als es den Banken und Sparkassen noch besser ging, wurden viele, auch für die Bank „nicht lohnende“ Automaten im ländlichen Raum aufgestellt.

Doch jetzt stehen Banken und Sparkassen in einem gnadenlosen Konkurrenzkampf mit den Direktbanken und versuchen zu sparen.

„Wir haben die Daumenregel, dass das Betreiben eines Geldautomaten in etwa zwischen 20.000 und 25.000 Euro (im Jahr) kostet», sagt Jürgen Gros, Chef des Bayerischen Genossenschaftsverbands, zu dem die Volks- und Raiffeisenbanken gehören. Das muss auch verdient werden. Dauerhaft ist Zuschießen kein Geschäftsmodell.“ Quellen: FAZ und Merkur.

„Laut Braunschweigischer Landessparkasse rechnet sich der wirtschaftliche Betrieb ab mindestens 2000 Transaktionen pro Monat für die Bank“,schreibt das IT Finanzmagazin.
Von 2000 Transaktionen im Monat sind manche südbadischen Bankautomaten vermutlich weit entfernt.

Da sind die teuren Bankautomaten im ländlichen Raum ein Zuschussgeschäft. Doch jeder abgeschaffte Bankautomat bringt den Banken und Sparkassen massiven Ärger mit ihren Kunden und Kundinnen. Wenn jetzt immer mehr ungeschützte Bankautomaten gesprengt werden, dann wächst das Verständnis für das „Verschwinden“ der Automaten.

Unsere Nachbarländer zeigen: Würden alle Geldautomaten flächendeckend mit Farb- und Klebepatronen gesichert, dann ginge die Zahl der Sprengungen massiv zurück.

Die Frage ist also durchaus erlaubt: Haben die Volksbank Endingen / Freiburg und die
Sparkasse Freiburg / Nördlicher Breisgau kein Interesse an einer einfachen und kostengünstigen Sicherung ihrer „nicht lohnenden“ Bankautomaten im ländlichen Raum, weil sie diese teilweise abschaffen wollen?

Die zunehmende Abschaffung der Bankautomaten ist nach unserer Ansicht auch eine der vielfältigen Formen von Digitalzwang, den wir gerade in vielen Bereichen erleben. Der Zugang zu Bargeld wird gezielt immer schwieriger gemacht. Das Abheben von Geld in Geschäften ist für viele Menschen kein adäquater Ersatz für die Automaten.

Unsere Hauptfrage bleibt:
Werden die Volksbank Endingen / Freiburg und die Sparkasse Freiburg / Nördlicher Breisgau möglichst schnell alle Bankautomaten mit den Sicherungssystemen ausstatten, die in den Nachbarländern so erfolgreich eingesetzt werden?

Wenn „nicht lohnende“ Automaten abgeschafft und durch das Geldabheben in Geschäften ersetzt werden sollen, dann sollte das auch ehrlich kommuniziert werden und nicht im Windschatten der Automatensprengungen geschehen.

Am meisten freuen würden wir uns über folgende Antwort: „Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass seit dem 1.1.2025 alle unsere Bankautomaten mit den von Ihnen gewünschten Sicherungssystemen ausgestattet sind“

Axel Mayer, (Alt-) Kreisrat Endingen, Kunde
Barbara Schmidt, Endingen, Kundin