ENSI Kritik: "Nicht-Kontrolle" der AKW Beznau, Leibstadt, Gösgen, Mühleberg & der NAGRA


Veröffentlicht am 12.05.2020 in der Kategorie Atomkraft von Axel Mayer

ENSI Kritik: Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat "kontrolliert" Beznau, Leibstadt, Gösgen, Mühleberg & NAGRA


ENSI: Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat
Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) (französisch Inspection fédérale de la sécurité nucléaire) ist die Aufsichtsbehörde der Schweiz für die nukleare Sicherheit der kerntechnischen Anlagen. Das ENSI wird "überwacht" vom ENSI-Rat, einem vom Bundesrat gewählten und ihm direkt unterstellten unabhängigem Gremium. Sitz des ENSI ist Brugg im Kanton Aargau. Das ENSI ist ein wichtiger Bestandteil des "atomaren Dorfs" der Schweiz. Eines eng verwobenen Netzwerks von Atomindustrie, Politik, Verwaltung und Teilen der Medien, dem Schweizer Atomfilz.Quelle: /www.suedostschweiz.ch

ENSI: Atom & Asbest, DDT, Contergan, Klimawandel


In der Umweltgeschichte der letzten Jahrzehnte gab es immer wieder Fälle wo Menschen, Tiere und Umwelt durch umweltschädliche Produkte und Produktionsweisen massiv geschädigt wurden. Nicht nur bei Asbest, Contergan, Holzschutzgiften, Neonicotinoiden, DDT, Diesel und heute beim Klimawandel war und ist den Konzernen und Firmenleitungen die Folgen ihres Handelns frühzeitig bewusst gewesen. Aus Gründen der Habgier wurden die verheerenden Folgen, die Erkrankungen und Todesfälle aber ignoriert und mit Hilfe von PR, Werbeagenturen und „staatlichen Kontrollinstanzen“ herunter gespielt und verharmlost. Gerade beim Umweltgift Asbest hat dieses Zusammenspiel ein Verbot jahrelang verhindert und war mit Ursache für tausende zusätzlicher Tote und viele, viele schreckliche Erkrankungen.

Wenn es um das gezielte Herunterspielen der Atomgefahren geht, dann erinnert die Arbeit der „Kontrollorganisation“ ENSI stark an das Vorgehen ähnlicher Kontrolleure bei Asbest, Contergan, Holzschutzgiften, Neonicotinoiden und DDT. Es ist ein Problem, dass bei diesen gut organisierten, teilweise mörderischen Verzögerungen von notwendigen Verboten, die Täterinnen und Täter nie angemessen bestraft wurden. In den Jahren 2012 und 2013 hat der ENSI-Rat die PR-Agentur Hirzel.Neef.Schmid.Konsulenten für 50'000 Franken engagiert um ihr Image zu verbessern.



Wikipedia und die manipulative Macht der ENSI
Der massive und geschickte Einfluss der Schweizer Atomlobby zeigt sich auch im einseitig - unkritischen Wikipedia-Beitrag zur ENSI. Der PR-Einsatz der "besten" Werbeagenturen und Manipulatoren der Welt zahlt sich hier aus.

Nuklearexperte ortet Filz zwischen BFE, Ensi und Nagra
Der Nuklearexperte Marcos Buser ist aus Protest aus der Eidg. Kommission für nukleare Sicherheit (KNS) ausgetreten. Er wirft dem Bundesamt für Energie (BFE), dem Eidg. Nuklearinspektorat (Ensi) und der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) Filz vor. Der Filz bestehe darin, dass die Mitglieder der verschiedenen Behörden und Stellen miteinander verbandelt seien und Informationen austauschten. «Der Kontrolleur ist Copain mit dem Kontrollierten», fasste Buser seine Kritik zusammen.

Erstaunliches Lob für unsere Atomaufsichtsbehörde ENSI


8.10.2015
Die Geschäftsprüfungskommission des Ständerats hat in ihrem jüngsten Bericht die rechtlichen Grundlagen zur Sicherstellung der Unabhängigkeit von Aufsichts- und Regulierungsbehörden untersucht. Dabei kommt etwa die Schweizer Atomaufsicht – das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI – relativ gut weg. In der medialen Berichterstattung ist unter anderem zu hören, dass das ENSI punkto Unabhängigkeit «vorbildlich» sei. Die SES ist irritiert über solche Interpretationen. Denn untersucht wurden von der GPK nur die jeweiligen Regeln und nicht die tatsächliche Unabhängigkeit bei einzelnen Entscheiden. «Im ENSI-Rat sitzt aktuell kein einziger ausgewiesener Atomkritiker», sagt Jürg Buri, Geschäftsleiter der Schweizerischen Energie-Stiftung SES. «Im Gegenteil sind Mitglieder wie etwa Oskar Grötzinger oder Werner Bühlmann als klare AKW-Befürworter aufgefallen.»

AKW-Betreiber tanzen dem ENSI auf der Nase rum
Zahlreiche Beispiele zeigen auf, wie schwer sich das ENSI tut, seine Funktion als Aufsichtsbehörde wahrzunehmen. So wird seit 1999 an den Richtwerten für den Erdbebenschutz der Schweizer AKW gefeilt. Das ENSI konnte die von unabhängigen Experten erstellte Pegasos-Studie gegenüber den AKW-Betreibern nicht durchsetzen. Diese haben nun unter eigener Leitung eine Nachfolgestudie, das sogenannten Pegasos Refinement Project (PRP), in Auftrag gegeben und 2013 abgeliefert. Seither prüft das ENSI diese Resultate.

Eine verbesserte gesetzliche Grundlage tut Not, um dem ENSI eine bessere Durchsetzungskraft zu gewährleisten. Ein Ansatz ist das vom ENSI selber geforderte Langzeitbetriebskonzept für die Schweizer AKW, welches im Nationalrat gutgeheissen und jüngst im Ständerat wieder aus dem Kernenergiegesetz gestrichen worden ist.

Jürg Buri, SES-Geschäftsleiter



ENSI - Fehlaussagen zu Fukushima - Belege


von: Fokus Anti-Atom

Nach Erkenntnissen von Fokus Anti-Atom
kommunizierte das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) am 5. Mai weitreichende Fehlaussagen zum Fukushima Super-GAU. Auf diesen Fehlaussagen basierend, beurteilte es die Schweizer AKW als sicher. Besonders beunruhigend ist, dass nach Korrektur dieser Fehlaussagen auch in der Schweiz eine Explosion von Reaktorgebäuden und weitere schwere Unfallfolgen nicht auszuschliessen sind.

Am 5. Mai 2011 hat das ENSI seine ersten Erkenntnisse zur Sicherheitsprüfung der Schweizer AKWs nach Fukushima verkündet. Dabei wurde prominent festgestellt, dass der Unfallablauf technisch gut nachvollziehbar sei und keine unerwarteten Phänomene aufgetreten seien. Die Tsunamigefährdung in Japan sei schlicht unterschätzt worden. Die Überprüfung auf unmittelbare Gefahr reduziere sich deshalb auf die Frage, ob extreme Naturereignisse in der Schweiz neu eingeschätzt werden müssten. Die Prüfung dieser Frage wurde eingeleitet und einige Nachrüstungen verfügt. Die Schweizer AKWs wurden als sicher eingestuft.

Seit Anbeginn der Fukushima Katastrophe wurde in Medien und von Fachleuten viel über den Unfallablauf spekuliert. Anfang Juni 2011 veröffentlichte die japanische Regierung einen offiziellen Unfallbericht an die IAEA. Darin werden protokollierte Ereignisse und Analysen zum Unfallgeschehen dokumentiert. Viele Fragen zum Unfallablauf bleiben aber weiterhin offen.

Fokus Anti-Atom hat den offiziellen Unfallbericht der japanischen Regierung an die IAEA analysiert und feststellen müssen, dass das ENSI auf der technischen Seite überwiegend falsche Einschätzungen herangezogen hat, um eine von Schweizer AKWs ausgehende unmittelbare Gefahr auszuschliessen.
Die gravierendste Fehlaussage des ENSI betrifft das sogenannte Containmentdruckabbausystem (Begriffserklärung im Hintergrundpapier). Das ENSI ging davon aus, dass dieses - anders als in Schweizer AKWs - in den japanischen Anlagen fehlte. Nur deshalb seien dort die Reaktorblöcke in die Luft gegangen.


Falsch!

Im Hintergrundpapier, welches dieser Medienmitteilung beiliegt, werden diese und andere Fehlaussagen des ENSI von Fokus Anti-Atom aufgedeckt, überprüfbar belegt und ansatzweise bewertet.

Das Hintergrundpapier zeigt: es war unverantwortlich, dass die Schweiz - anders als Deutschland - keine vorsorgliche Ausserbetriebnahme der alten, teilweise baugleichen Atomreaktoren einforderte.

Unsere Forderungen:
*Das ENSI hat die Situation neu einzuschätzen und die Überprüfung der Schweizer Reaktoren aufgrund seiner Fehleinschätzungen auszuweiten. Eine Reduktion auf die Frage der extremen Naturereignisse ist in keinster Weise mehr zulässig.
*Eine vorsorgliche ausserbetriebnahme der unsicheren Schweizer AKW ist dringend geboten.

Quelle: Fokus Anti-Atom
Postfach 6307
3001 Bern
www.fokusantiatom.ch





NWA Nie wieder AKW
Medienmitteilung vom 29. Juni 2011

Mühleberg: Skandalöse Fehleinschätzungen des ENSI

NWA fordert personelle Konsequenzen. Sie fordert, dass sofort unabhängige Stimmen wie Ruedi Rechsteiner im ENSI-Rat Einsitz erhalten.

NWA – Nie wieder AKW begrüsst die Stilllegung von Mühleberg. Dass die Anlage schon im Herbst wieder hochgeschaltet werden soll, lehnt sie aber vehement ab. Das ENSI kann bis dann gar nicht feststellen, ob alle Mängel behoben sind.

Die Sachlage wirft ein ganz schlechtes Licht auf das ENSI. Das ENSI hat am 5. Mai erste Entwarnungen verbreitet. Es seien in Fukushima keine unerwarteten Phänomene aufgetreten. Die Tsunami-Gefährdung in Japan sei schlicht unterschätzt worden. Die Schweiz verfüge über Sicherheitssysteme, welche in Japan fehlten. Wie sich in Kenntnis des offiziellen Unfallberichts der japanischen Regierung an die IAEA vom 7. Juni 2011 zeigt, waren die Sicherheitssysteme in Japan vorhanden, haben aber nicht funktioniert. Es gab in Fukushima Containmentdruckentlastung. Sie genügte in mehreren Reaktoren aber nicht um die Kernschmelze zu verhindern. Auch das Versagen der dampf- und batteriebetriebenen Kühlsysteme und der alternativen Kühlwassereinspeisungen stellen die Sicherheit von ähnlichen AKWs in der Schweiz in Frage. Es braucht eine umfassende Abklärung, warum sie nicht funktionierten, bevor irgendeine Entwarnung für die Schweizer AKW gegeben werden kann. Dass diese offensichtlichen Fehleinschätzungen des ENSI nicht kommuniziert und daraus seit dem 7. Juni keine Schlussfolgerungen gezogen wurden, hat das Vertrauen von NWA in das ENSI endgültig erschüttert.

NWA verlangt vom Bundesrat, dass er sofort Konsequenzen zieht und das ENSI personell und strukturell unabhängiger ausstattet. Kurzfristig soll der ENSI-Rat durch atomkritische Experten ergänzt werden. NWA schlägt als neuen ENSI-Präsidenten, an Stelle von Peter Hufschmied, Alt-Nationalrat Rudolf Rechsteiner vor. Rudolf Rechsteiner ist Vizepräsident von NWA und beschäftigt sich seit 30 Jahren mit Fragen der Sicherheit von Atomanlagen. Nur ein unabhängiger Rat unter einem atomkritischen Präsidenten kann die Sicherheitsbehörde glaubwürdig kontrollieren.

Für Informationen:
Beat Jans, Nationalrat, Co-Präsident NWA
Brigit Wyss, Nationalrätin, Co-Präsidentin NWA



Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat - ENSI, Atomfilz & atomares Dorf



Resolution der Mitgliederversammlung des Trinationalen Atomschutzverbandes TRAS
Brugg (CH), 24. Juni 2014

Das ENSI schützt die AKW-Betreiber:
Bundesrat soll ENSI und ENSI-Rat personell erneuern


Wir, die versammelten Vertreterinnen und Vertreter des Trinationalen Atomschutzverbandes (TRAS), der über 100 Städte und Gemeinden im mutmasslichen Katastrophengebiet schweizerischer und
elsässischer Atomkraftwerke vereinigt, sind tief beunruhigt über die schwachen Leistungen des Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorats (ENSI).


Wir bitten den Bundesrat als Wahl- und Aufsichtsbehörde (Artikel 18 Abs. 2 ENSIG), zur Wiederherstellung des Vertrauens und angesichts der immensen Folgen eines jederzeit möglichen Atomunfalls seine gesetzgeberischen, aufsichtsrechtlichen und personellen Kompetenzen wahrzu-nehmen. Das deklarierte ENSI-Aufsichtsziel (Hans Wanner: „Safety first“) darf nicht länger ignoriert werden. Die Führung des ENSI und der ENSI-Rat müssen personell erneuert werden, damit der gesetzliche Auftrag, der „Schutz von Mensch und Umwelt vor den Gefahren der Kernenergie“ (Artikel 1 KEG) gewährleistet ist.

Angesichts der Alterung der Atomkraftwerke und der dadurch steigenden Risiken sind die Restlaufzeiten so festzulegen, dass 40 Betriebsjahre nicht überschritten werden.

Die Verwässerung der Sicherheits-Bestimmungen bei Erdbeben, Überflutung oder Flugzeugabstürzen ist nicht länger zuzulassen.


TRAS/ATPN
Trinationaler Atomschutzverband / Association Trinationale de Protection Nucléaire




Bezirksgericht Brugg
Untere Hofstatt 4
CH - 5200 Brugg
Schweiz
20.1.2015
(zwischenzeitlich erfolgreiche) Einsprache gegen das Gerichtliche Verbot vom 27. November 2014 betreffend die Parzellen 2394, 2395 und 2396, Gemeinde Brugg

Sehr geehrte Damen und Herren,
jahrelang galt bei uns die Schweiz als Vorbild in Sachen Demokratie. Doch mehr und mehr häuft sich der Eindruck, dass die Atomlobby an undemokratischer Macht gewinnt und die schweizer Demokratie aushöhlt.

Am 12. Januar 2015 wurde auf den Parzellen 2394, 2395 und 2396, Gemeinde Brugg, das folgende «Gerichtliche Verbot» angebracht:
«Allen Unberechtigten wird jede Aktivität auf dem Grundstück verboten, die über das schlichte Überfahren mit dem Fahrrad, das schlichte Darübergehen oder das Darübertragen hinausgeht.
Insbesondere verboten ist das längere Verweilen auf dem Grundstück. Von diesem Verbot ausgenommen ist ein kurzzeitiges Verweilen im direkten Verkehr mit den Mietern.
Widerhandlungen werden auf Antrag mit einer Busse bis zu 2’000 Franken bestraft. Brugg, 27.November 2014. Die Gerichtspräsidentin.»
Im Geschäftshaus auf den beiden Grundstücken hat das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) seinen Sitz. Das Verbot richtet sich offensichtlich in erster Linie gegen die Mahnwachen, welche seit der Fukushima-Atomkatastrophe regelmässig vor dem Sitz des ENSI stattfinden. Diese Aktivitäten sollen das ENSI dazu bewegen, die nuklearen Gefahren, welche insbesondere von den überalterten Atomkraftwerken Beznau 1 und 2 und Mühleberg ausgehen, schnellstens zu beenden.
Ich wende mich entschieden gegen dieses Verbot und erhebe gestützt auf Art. 260 der Zivilprozessordnung (ZPO) dagegen Einsprache.
Ich nehme zur Kenntnis, dass gemäss Art. 260 Abs. 2 ZPO diese Einsprache das Verbot mir gegenüber unwirksam macht und dass zu dessen Durchsetzung gegen mich beim Gericht Klage eingereicht werden müsste.
Ich bin der Auffassung, dass § 9 Abs. 2 der Sondernutzungsvorschriften zum Gestaltungsplan «Areal Brugg Kabelwerke AG», welcher den Bereich vor dem Eingang zum ENSI-Sitz zum «öffentlichen Fussgängerbereich bzw. Trottoir» erklärt, ein privatrechtliches gerichtliches Verbot kategorisch ausschliesst.

Mit freundlichen Grüßen
Axel Mayer, Geschäftsführer (als Privatperson und für den BUND-Regionalverband Südlicher Oberrhein)

AKW KKW Beznau 5/2018: Das älteste und eines der gefährlichsten Atomkraftwerk der Welt & die Gier

Wegen massiver technischer Mängel war Block 1 des AKW Beznau seit 2015 abgeschaltet. Nach einem Entschied des ENSI wurde der Betrieb am 21.3.18 wieder aufgenommen.

Für diesen Entscheid sprechen drei Gründe:
  • Verantwortungslosigkeit
  • Dummheit
  • Gier


Mehr Infos: hier

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Vizepräsident Atomschutzverband TRAS




AKW KKW Beznau: Wie funktioniert das Atomkraftwerk?

Das "Technikmuseum Beznau" ist das älteste und eines der gefährlichsten Atomkraftwerke der Welt
Das älteste AKW der Welt, der 45 Jahre alte Reaktor Oldbury im Westen Englands wurde im Februar 2012 vom Netz genommen. Jetzt hat das grenznahe AKW Beznau die zweifelhafte Ehre, das älteste AKW der Welt zu sein.
Es ist unglaublich: Die Schweiz, eines der schönsten und reichsten Länder betreibt die ältesten Atomkraftwerke der Welt. Es ist nicht erklärbar warum ein modernes Land wie die Schweiz in Beznau und Mühleberg die ältesten und unsichersten Atomkraftwerke der Welt betreibt und so die Existenz des eigenen Landes und der Menschen, auch in den Nachbarländern so unverantwortlich auf´s Spiel setzt. Mit zunehmendem Alter wächst auch die Gefahr atomarer Unfälle.
Bei einem schweren Atomunfall in Deutschland würden sich, ähnlich wie in Japan, zumindest noch Gebiete finden wohin die Menschen evakuiert werden könnten. Bei einem Atomunfall in einem kleinen Land wie der Schweiz kämen als Fluchtorte, je nach Schwere des Unfalls und je nach Windrichtung am Katastrophentag, nur die ebenfalls betroffenen Nachbarländer in Frage.


Aktueller Einschub:



Neues AKW Barakah: Gefahr für Mensch, Frieden & Umwelt (Vereinigte Arabische Emirate)


Kurz vor dem 75. Jahrestag des Abwurfs der Atombombe auf Hiroshima haben Anfang August 2020 die Vereinigten Arabischen Emirate ein Atomkraftwerk in Betrieb genommen. Das Nachbarland Katar bezeichnet das neue Atomkraftwerk Barakah als "Gefahr für den Frieden in der Region".
Der Nahe Osten ist jetzt schon ein Pulverfass.
Da ist der Krieg in Syrien, die Expansion der Türkei, der Stellvertreterkrieg im Jemen und der unerklärte Krieg gegen den Iran. Die breite Debatte in unseren Medien um das iranische Atomprogramm müsste eigentlich zeigen, wie die "so genannte" zivile Nutzung der Atomkraft Wissen, Technik und Schlüsselrohstoffe zum Bau von Atomwaffen schafft. Im ersten Block des neuen AKW Barakah entsteht jährlich die kurz- und langlebige Radioaktivität von ca. 1400 Hiroshima-Bomben. Es wäre in kommenden Kriegen gegen iranische Atomanlagen ein neues schreckliches Angriffsziel für Gegenschläge. Huthi-Rebellen im Jemen haben nach Angaben ihres TV-Senders Al-Masirah schon in der Bau-Phase eine Rakete in Richtung des Atomkraftwerks abgefeuert.
Kurzfristig erlaubt das AKW den Bau von schmutzigen Bomben und mittelfristig den Bau der Atombombe. Mit den USA vereinbarten die Emirate vertraglich zwar den Verzicht auf eine Uran-Anreicherung und eine Wiederaufarbeitung, doch Papier ist geduldig. Wieso haben Länder wie Pakistan oder Nordkorea Atomwaffen? Weil sie mit Hilfe der „friedlichen Nutzung der Kernenergie“ Mittel und Wege gefunden haben, Atomkraftwaffen zu bauen. Doch bei befreundeten, nützlichen feudalen Halbdiktaturen wird in unseren Medien dieser Zusammenhang gerne verdrängt.
Mehr Infos:Hier

Der Neubau des AKW Barakah im Pulverfass Naher Osten ist vergleichbar mit der unbewachten Lagerung von 2750 Tonnen Ammoniumnitrat im Hafen von Beirut. Für die unkritische bundesweite Berichterstattung zum AKW-Neubau hat der verstorbene Philosoph Günther Anders einen guten Begriff gefunden: „Apokalypse-Blindheit“.
Axel Mayer




Beznau, Leibstadt, Gösgen, Mühleberg, & Atommüll Schweiz Newsletter

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Das Uralt - Kernkraftwerk Beznau,
kurz KKB, strahlt auf dem Gebiet der Gemeinde Döttingen (Kanton Aargau, Schweiz) auf einer künstlichen Insel im Fluss Aare, nahe der Mündung in den Rhein. Es besteht aus zwei identischen Blöcken (Beznau 1 und 2), die mit Druckwasserreaktoren von Westinghouse mit je 365 MW elektrischer Leistung bestückt sind. Gekühlt wird mit dem Wasser der Aare die durch Tritium radioaktiv belastet wird. Eigentümer und Betreiber sind die Nordostschweizerischen Kraftwerke (NOK).

AKW Beznau 1: Das erste und damit älteste Kernkraftwerk der Schweiz und der älteste Druckwasserreaktor der Welt
Die NOK begann 1957 mit der Planung für ein Grosskraftwerk und entschied sich 1964 für die Gefahrenoption Kernenergie. Beznau 1 war das erste AKW der Schweiz und ist der älteste noch im Betrieb stehende Druckwasserreaktor der Welt. Die NOK begannen 1957 mit der Planung für ein Großkraftwerk und entschieden sich 1964 für die Option Atomkraft. 1969 nahm Beznau 1 nach vier Jahren Bauzeit den Betrieb auf. Nach einer Bauzeit von fünf Jahren ging 1972 der baugleiche Block Beznau 2 ans Netz. Das AKW Beznau zeigt mehr als deutlich die Probleme gefahrzeitverlängerter AKW. Dass ausgerechnet in der reichen Schweiz der gefährliche, älteste Druckwasserreaktor der Welt immer noch in Betrieb ist, zeigt die undemokratische Macht der Konzerne. Es zeigt aber auch, dass Habgier und Geiz vor Vernunft steht.

Verlogenes Umweltzertifikat
Seit 2001 ist im KKW Beznau ein so genanntes Umweltmanagementsystem in Kraft, das nach ISO 14001 zertifiziert und registriert ist. Es ist mehr als blamabel für die Zertifizierungsindustrie, dass ausgerechnet dieses gefährliche Uralt-AKW ein "Umweltzertifikat" erhalten hat. Doch in Sachen Greenwash und Propaganda sind die AKW-Betreiber Spitze. Info

"Beznau-1 und Beznau-2 gehen 1969 bzw. 1971 in Betrieb. Beznau-1 ist damit das erste Kernkraftwerk der Schweiz. Doch dies tut der Sicherheit keinen Abbruch: Permanente Investitionen in die Sicherheitstechnik und laufende Modernisierungen sorgen dafür, dass beide Anlagen auf dem neuesten Sicherheitsstand sind." steht auf der Propagandaseite www.kernenergie.ch


Doch das Hauptproblem des AKW Beznau
ist die tatsächlich die Überalterung der Atomanlage, die Versprödung der Reaktordruckgefäße und die jetzt bekannt gewordenen "Einschlüße" im Reaktorstahl. Die Reaktordeckel der Druckbehälter sowie die Steuerstabantriebe wurden ausgewechselt. Die Investitionen beliefen sich auf rund 100 Millionen Franken. Das altersschwache AKW wurden aufgehübscht. Die maroden Reaktordruckgefäße allerdings lassen sich nicht austauschen.




AKW / KKW Beznau: Ältestes oder „nur“ fünftältestes AKW der Welt? Die Taschenspielertricks der ENSI



Die IAEA führte eine Liste
über die kommerzielle Inbetriebnahme von Atomreaktoren. Über Jahrzehnte stand dort das Atomkraftwerk Beznau 1, mit dem Datum 1. September 1969, an der unrühmlichen Position am Ende der Liste.

Dann kam die Volksinitiative zur Laufzeitbegrenzung der AKW auf 45 Jahre
und da war der unschöne Titel „Ältestes AKW der Welt“ propagandistisch doch eher weniger schön. Also zeigte die so genannte Atomaufsichtsbehörde ENSI einmal wieder ihre Unabhängigkeit und Objektivität und ließ den Eintrag bei der IAEA einfach ändern und der Betrieb vor dem 9. Dezember wurde als Versuchsprogramm eingestuft... Jetzt gilt der 9. Dezember 1969 als offizieller Termin für die kommerzielle Inbetriebnahme.

Damit war Beznau 1 „plötzlich und für die ENSI und die Atomlobby natürlich total überraschend“
von der ersten an die fünfte Position gerutscht – und nicht mehr das «älteste Kernkraftwerk der Welt». Es ist peinlich aber typisch, wenn die neutrale Atom-Atomaufsichtsbehörde eine Volksabstimmung mit solchen Taschenspielertricks beeinflusst. Unabhängig aber vom unrühmlichen Platz 1 oder 5 in der AKW-Seniorenliste: Alte Atomkraftwerke sind besonders gefährlich, ihre Technik ist veraltet und der Reaktorkern durch den Neutronenbeschuss versprödet.

Zu diesen Tricks und Greenwash-Methoden der Schweizer Atomlobby passt das verlogene ISO 14001 Umweltzertifikat für die Hochrisikoreaktoren in Beznau.

Quellen:




Mitwelt-Warnungen 2020 & Hinweise zu diesen Seiten...


  • 1) Diese Internetseiten der Mitwelt Stiftung Oberrhein sind "altmodisch-textorientiert" und manchmal lang. Wir bieten keine modischen Infohäppchen, sondern wenden uns an die kleine Minderheit, die noch in der Lage ist längere Texte zu lesen und zu erfassen.
  • 2) Wenn Sie hier "Die Wahrheit" suchen, werden Sie sie nicht finden. Es gibt sie nicht, "Die Wahrheit", sondern immer nur Annäherungen daran, Wahrheitsfragmente. Es wird Ihnen nichts übrigbleiben, als sich mit den "anderen Wahrheiten" auseinander zu setzen, um zu einer eigenen Meinung zu kommen. Verlassen Sie auch einmal den engen "Echoraum" der eigenen Meinung im Internet. Misstrauen Sie Wahrheitsverkündern. Haben Sie Mut Ihren eigenen Verstand zu gebrauchen.
  • 3) Im Zweifel ist die -Allgemeine Erklärung der Menschenrechte- immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.
  • Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein


Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)