Verpackungssteuer Deutschland & Kritik: Ichlinge, Müllidioten, Müll, Abfall, Dosenpfand, CDU, CSU, Clean Up Days & die ungeheure Macht der Lobby


Veröffentlicht am 04.10.2026 von Axel Mayer

Verpackungssteuer, Deutschland & Kritik: Ichlinge, Müllidioten, Müll, Abfall, Dosenpfand, CDU, CSU, Clean Up Days & die ungeheure Macht der Lobby

Aktueller Einschub vom 4.10.26:
Verpackungssteuer: Freiburg, der ehemaligen Green City, droht der Rückwärtsgang

Die fortschrittliche Freiburger Verpackungssteuer steht erneut unter Beschuss. Bürgermeister Martin Horn, die Fraktionen " AfD, Eine Stadt für alle (ESFA), CDU, FDP/BfF, Freie Wähler und peinlicherweise auch SPD+JF" wollen die bestehende Regelung durch eine putzige „Alibi-Bechersteuer“ ersetzen. Damit wird nicht nur weniger Müll vermieden – im schlimmsten Fall könnte die gesamte Verpackungssteuer rechtlich zu Fall gebracht werden.
Wer sich „Green City“ nennt, sollte beim Kampf gegen die Wegwerfgesellschaft nicht zurückrudern.
Wird die Verpackungssteuer in Freiburg abgeschafft, dann kann sich die Stadt den Titel "Green City" endgültig abschminken.
Axel Mayer, 30 Jahre lang BUND-Geschäftsführer in Freiburg

Hier gehts zu einem umfangreichen Hintergrundtext zum Themenbereich Verpackungssteuer Freiburg

Verpackungssteuer Deutschland & Kritik: Ichlinge, Müllidioten, Müll, Abfall, Dosenpfand, CDU, CSU, Clean Up Days & die ungeheure Macht der Lobby


Unsere Städte und Dörfer ersticken im Müll der egoistischen Ichlinge und Müllidioten. Nach einer Studie des WWF wurden 2023 bundesweit etwa 14,6 Milliarden Einwegverpackungen vertrieben, eine Milliarde mehr als 2022. Im selben Zeitraum ist die Mehrwegquote nur geringfügig gestiegen: Von 0,7 Prozent 2022 auf 1,6 Prozent 2023. Bei Getränken stieg die Quote von 4,1 auf 7 Prozent und bei Speisen von 0,1 auf 0,3 Prozent.

Eine Verpackungssteuer könnte zumindest teilweise Abhilfe schaffen. Die Verpackungssteuer ist eine kommunale Steuer auf Einwegverpackungen, die von Gastronomiebetrieben und Einzelhändlern erhoben wird, die Speisen und Getränke zum Sofortverzehr in diesen Verpackungen anbieten. Sie reduziert Müll und fördert ökologische Mehrwegsysteme. Was wird besteuert? Einwegverpackungen, -geschirr und -besteck, sofern Speisen und Getränke darin bzw. damit für den unmittelbaren Verzehr an Ort und Stelle oder als mitnehmbares Take-away-Gericht oder To-go-Getränk verkauft werden. Die Steuer fällt nicht an bei der Verwendung von Mehrwegverpackungen. Die Städte Tübingen und Konstanz zeigen, wie wirksam kommunale Verpackungssteuern sind.

Doch der Widerstand der marktradikalen Wegwerflobby ist immens. McDonalds, Springerpresse, CDU, CSU, AfD & FDP kämpfen Hand in Hand gegen die ökologisch sinnvolle Verpackungssteuer. Deregulierung ist das aktuelle Modewort. "Die kommunale Verpackungssteuer stellt eine die Wirtschaft unnötig belastende Überregulierung dar" ist ein klassisches Zitat der Konzerne. Gerade bei "konservativen", bewahrenden Parteien ist dieser Widerstand gegen die Vermüllung der Städte unverständlich.

Der Protest gegen die Verpackungssteuer erinnert stark an den Widerstand gegen das Dosenpfand.
Das Einwegpfand wurde am 1. Januar 2003 unter dem damaligen Bundesumweltminister Jürgen Trittin eingeführt. Er und die Umweltverbände waren damals einer regelrechten Hasskampagne der BILD-Zeitung ausgesetzt. Das Dosenpfand hat die Einwegflasche zwar nicht ersetzt, aber zu einem massiven Rückgang von Getränkedosen in der Natur und in Städten und Dörfern geführt.

World Cleanup Day statt Verpackungssteuer?

Jedes Jahr findet der World Cleanup Day statt. Die bisherigen „World Cleanup Days“ haben mitgeholfen, große Mengen Abfall aus der Natur zu entfernen und sind so tatsächlich auch ein Erfolg für die Umwelt.
Dennoch sind sie, genau wie die Earth Hour, immer auch ein Ablenkungsmanöver und eine unpolitische Beschäftigungs- und Ablenkungstherapie für Umweltaktive. Längere Produktlebenszeiten, weniger Verschwendung, Pfandsysteme & Verpackungssteuern sind der bessere Weg zu einer abfallärmeren Welt.

Müllsammelnd gebückt hinter den Abfällen der Müllidioten. So sehen uns die GegnerInnen der Verpackungssteuer am liebsten.

Die Umweltbewegung sollte Müllsammelaktionen und Cleanup Days in Städten ohne Verpackungssteuer boykottieren.


Die Umweltbewegung
muss endlich stärker gegen die Ursachen von Vermüllung, Klimawandel und Umweltzerstörung angehen. Der individuelle Ansatz "Du musst dein Leben ändern & putze die Landschaft" nützt wenig, wenn zum persönlichen Ansatz nicht massive Veränderungen der Politik, der Wachstumsideologie und der Strukturen kommen. Die Vermüllung darf nicht isoliert von den Problemen der globalen Raubbauwirtschaft diskutiert werden. Es muss darum gehen, die Müll-erzeugenden Strukturen anzugehen, die Müllvermeidung verhindern. Vermüllung, Überkonsum, Rohstoffverschwendung, Klimawandel und Artenausrottung sind „nur“ Symptome einer Krankheit, die „Globale Gier und unbegrenztes Wachstum im begrenzten System Erde“ heißt.

Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
Der Autor war 30 Jahre lang BUND-Geschäftsführer in Freiburg



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  • 3) Im Zweifel, gerade in Kriegszeiten, ist die -Allgemeine Erklärung der Menschenrechte- immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.

Axel Mayer Mitwelt Stiftung Oberrhein
Mit Zorn und Zärtlichkeit auf Seiten von Mensch, Natur, Umwelt & Gerechtigkeit.


Getragen von der kleinen Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)



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