AKW Fessenheim & Terrorgefahr, Atomterrorismus: beängstigende Ignoranz der Behörden


Veröffentlicht am 11.02.2007 in der Kategorie Atomkraft von Axel Mayer

AKW Fessenheim & Terrorgefahr, Atomterrorismus: beängstigende Ignoranz der Behörden



Alsace Nature Haut-Rhin, C.S.F.R., S.T.H.N. AGUS Markgräflerland, Badisch – Elsässische Bürgerinitiativen, BUND- Regionalverband Südlicher Oberrhein
13.2.07
Hier: Alle Infos zum Thema AKW und Terrorgefahr
An die Medien

Vor zweieinhalb Monaten hatten französische und badische Umweltgruppen grenzüberschreitend Politiker und Behörden in einem internen Schreiben auf eine offensichtliche Gefahrenquelle in Sachen „Terrorismusgefahr und AKW Fessenheim“ aufmerksam gemacht. Bei einer Sitzung der Fessenheimer Kontrollkomission wurde unser internes Schreiben durch eine der angeschriebenen Institutionen leider an die Medien weitergegeben und dadurch öffentlich.
Gerade durch die, von uns nicht beabsichtigte, Veröffentlichung hätte der Druck schnell zu handeln eigentlich steigen sollen. Doch geschehen ist nichts. Dies wirft ein mehr als bezeichnendes Licht auf den Umgang mit Sicherheitsfragen im AKW Fessenheim. Nur öffentlicher Druck kann die schlafmützigen Betreiber und Behörden zum Handeln bringen. Aus diesem Grund senden wir Ihnen den „Erinnerungsbrief“ der am 29.1.07 an den Prefekten Monsieur Jean-Paul Faugère gegangen ist.

Wir bitten die Medien, sich des wichtigen Themas anzunehmen und in diesem Zusammenhang auch den folgenden wichtigen Termin anzukündigen:

Französische und deutsche AKW GegnerInnen wollen sehen ob die Behörden die „offene Flanke“ den Zufahrtsweg auf dem Rheindamm endlich geschlossen haben und ansonsten evtl. den Weg symbolisch dichtmachen.
Am Samstag den 24.02.2007 findet um 11 Uhr ein öffentliches „Winterfrühstück“ hinterm AKW statt. Zumindest während dieses Frühstücks (keine Demonstration) werden die Menschen mit Kaffee und Gugelhupf oder aber die Polizei den gefährlichen Zugang für kurze Zeit blockieren.Wir bitten Sie den Termin anzukündigen und über die Aktion zu berichten.
Ort: Ostufer des Grand Canal, hinter dem Wasserkraftwerk Fessenheim

für die badischen Umweltgruppen

AGUS Markgräflerland, Alma Fischer
Badisch – Elsässische Bürgerinitiativen, Erhard Schulz
BUND- Regionalverband Südlicher Oberrhein, Axel Mayer 0761/30383
(auf Wunsch senden wir gerne ein Foto des AKW von der Ostseite des Grand Canal)

Alsace Nature Haut-Rhin, C.S.F.R., S.T.H.N. AGUS Markgräflerland, Badisch – Elsässische Bürgerinitiativen, BUND- Regionalverband Südlicher Oberrhein,

29.1.07
- Monsieur Jean-Paul Faugère
Préfet de la Région Alsace et du Bas-Rhin
place du Petit Broglie
F 67000 STRASBOURG
Erinnerung: Atomkraftwerk Fessenheim
Terrorismusgefahr verringern / als erstes östliche Zufahrt sichern und sperren


Sehr geehrter Herr Prefekt,
am 23.11.06 hatten wir Sie und andere Politiker und Behörden in einem internen Schreiben auf eine offensichtliche Gefahrenquelle in Sachen „Terrorismusgefahr und AKW Fessenheim“ aufmerksam gemacht. Bei einer Sitzung der Fessenheimer Kontrollkomission wurde unser internes Schreiben durch eine der angeschriebenen Institutionen leider an die Medien weitergegeben und dadurch öffentlich.

Hintergrund unseres Schreibens war und ist die „offene Flanke“ des AKW auf der zum Rhein gewandten Ostseite des Atomkraftwerks.
Ohne große Probleme ist es dort jederzeit möglich, sich mit einem Fahrzeug unbeobachtet den beiden Reaktorblöcken und dem Brennelementezwischenlager zu nähern. Die Wahrscheinlichkeit, kontrolliert zu werden, ist sehr gering. Nur der Rheinseitenkanal und relativ dünner Beton trennen an dieser Stelle Beobachter, Fotografen, Fischer und mögliche Terroristen vom radioaktiven Reaktorkern und vom noch schlechter geschützten Zwischenlager für Atommüll.

Ein jederzeit möglicher Anschlag mit "modernen" panzerbrechenden Waffen auf das AKW Fessenheim hätte verheerende Auswirkungen. Panzer- und bunkerbrechende Waffen aller Art gehören leider schon lange zum gängigen Waffenarsenal im Bereich des Terrorismus und sind auf dem Schwarzmarkt verfügbar. Aus diesem und vielen anderen Gründen sind wir für die sofortige Schließung des AKW Fessenheim. Solange das AKW nicht abgestellt ist, muss es zumindest besser gesichert werden als bisher.
Aus diesen Gründen hatten die unterzeichnenden Gruppen die rasche Absperrung des Fahrweges auf dem Rheindamm an der Ostseite des Kanals bis zum 1.1.07 gefordert.
Geschehen ist bisher leider nichts. Die ungeschützte Zufahrt ist immer noch offen. Nach unserer Ansicht wirft das kein gutes Licht auf den Umgang mit Sicherheitsfragen im AKW Fessenheim.

Wir bitten Sie noch einmal, schnell tätig zu werden. Am Samstag 24.2. um 11 Uhr planen französische und deutsche Bürger und Bürgerinnen eine Begehung hinter dem AKW Fessenheim auf dem Dammweg. Wir wollen sehen, ob die Behörden den Weg endlich geschlossen haben und werden ansonsten den Weg symbolisch selber schließen.
Mit freundlichen Grüßen,
im Auftrage der unterzeichnenden Gruppen,

Der Brief geht diesmal auch an die Medien
Antwort bitte an: CSFR, Chemin de la Croisette 16 / F-67130 Fréconrupt
BUND Regionalverband, Wilhelmstr. 24 a, D-79098 Freiburg


AKW-Fessenheim und Cattenom: Rückwärtsgewandte Sicherheitskonzepte



Retro ist Trend. Die deutsche Regierung setzt auf gefährlich veraltete Energiekonzepte und im französischen Fessenheim wird jetzt am Donnerstag der Presse ein rückwärtsgewandtes Sicherheitskonzept für das alternde AKW vorgestellt.

Das französische Atomkraftwerk Fessenheim hat seit dem 1. September 2010 eine eigene, aus 38 Personen bestehende Polizeitruppe, „zum Schutz vor Katastrophen und Zwischenfällen“. Die Polizisten sollen rund um die Uhr im Einsatz sein. Getestet wurde der "Polizeischutz" zuerst bei den AKW in Flamanville im Norden des Landes und in Cattenom in der Region Lothringen.
Gleich am 3. September hat BUND-Geschäftsführer Axel Mayer die „neue Sicherheit“ getestet. Ohne Probleme war es möglich, sich mit einem Fahrzeug unbeobachtet den beiden Reaktorblöcken und dem Brennelementezwischenlager auf dem Fahrweg im Osten des AKW zu nähern. Nur der Rheinseitenkanal und relativ dünner Beton trennen an dieser Stelle Beobachter, Fotografen, Fischer und mögliche Terroristen vom radioaktiven Reaktorkern und vom noch schlechter geschützten Zwischenlager für Atommüll.

Eine solche Polizeitruppe kann recht gut einen Staatspräsidenten bei Ausflügen schützen.



Die Idee alternde Atomanlagen mit Polizeitruppen zu schützen entspringt einem rückwärtsgewandten Sicherheitsdenken aus der Vor-AKW-Zeit. Die Polizisten sollen die Illusion von Sicherheit erzeugen. Vor den realen Gefahren des alternden AKW schützen sie die Bevölkerung aber nicht.

Axel Mayer / Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Regionalverband Südlicher Oberrhein
Jean-Jacques Rettig / Comité pour la Sauvegarde de Fessenheim et de la Plaine du Rhin





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  • Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein

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