Technologische Singularität, KI, Posthumanismus & Kritik (Bill Gates)
Veröffentlicht am 03.09.2026 von Axel Mayer

Technologische Singularität, KI & Kritik: Posthumanismus, Transhumanismus - die Abschaffung des menschlichen Menschen / Eine Kritik aus der Umweltbewegung / Bill Gates
Eine mögliche, perverse Antwort auf die Frage nach dem Ziel der Geschichte ist das Ziel der Überwindung des Menschen durch die Technik, die Abschaffung des menschlichen Menschen.Aktueller Einschub: Bill Gates warnt vor der KI-Wende: Fortschritt ohne Plan
Bill Gates sieht Künstliche Intelligenz inzwischen als eine der tiefgreifendsten Umwälzungen überhaupt. KI könne Medizin, Bildung und Entwicklung revolutionieren – gleichzeitig aber Millionen Arbeitsplätze verdrängen und Cyberangriffe, Betrug, Deepfakes und sogar bioterroristische Gefahren erleichtern. Besonders beunruhigt ihn, dass Politik und Gesellschaft auf diese Entwicklung kaum vorbereitet seien.
Gates fordert deshalb „menschlich reservierte“ Arbeitsplätze, die bewusst nicht vollständig von KI übernommen werden. Außerdem müsse Arbeit steuerlich neu bewertet werden: Wenn Unternehmen Menschen durch KI ersetzen, dürfe dies nicht automatisch wirtschaftlich attraktiver sein.
Seine zentrale Warnung: KI ist nicht mehr Zukunftsmusik, sondern verändert bereits jetzt Wirtschaft und Gesellschaft. Entscheidend sei deshalb nicht, ob KI komme, sondern wie ihre Macht verteilt und kontrolliert werde.
Gates formuliert es zugespitzt: KI könne zum „größten Gleichmacher aller Zeiten“ – oder zur schlimmsten Quelle von Ungerechtigkeit werden.
Als technologische Singularität wird der kommende(?) Zeitpunkt bezeichnet, an dem Künstliche Intelligenz (KI) die menschliche Intelligenz übertrifft, sich rasant selbst verbessert und dadurch einen unkontrollierbaren technologischen Fortschritt auslöst. Sobald eine KI fähig ist, ihre eigene Intelligenz zu optimieren, führt dies zu einer rekursiven Selbstverbesserung, bei der jede Generation intelligenter ist als die vorherige. Nach diesem Wendepunkt wird die Entwicklung so schnell und tiefgreifend, dass die Zukunft für Menschen unvorhersehbar wird. Sam Altman, CEO von OpenAI, beschreibt in einem Blogeintrag eine Welt im Umbruch, in der die Menschheit an der Schwelle zur Ära der digitalen Superintelligenz steht. Auch wenn Roboter noch nicht flächendeckend präsent sind und KI nicht jede Lebenssituation dominiert, sind laut Altman bereits Systeme entstanden, die in vielen Bereichen klüger sind als der Mensch – und seine Arbeit vervielfachen können.
Was spricht für eine schnelle Entwicklung, hin zur Technologischen Singularität noch vor dem Jahr 2035?
- Die Leistungsfähigkeit von KI ist in den letzten Jahren außergewöhnlich "explodiert".
- KI wird zunehmend eingesetzt, um neue KI-Systeme zu entwickeln, Software zu schreiben und wissenschaftliche Forschung zu beschleunigen.
- Selbstständige, erste "Ausbrüche" der KI, wie im Juli 2026 bei OpenAI.
- Fortschritte bei Hardware, Robotik und Automatisierung verstärken sich gegenseitig.
- Die zunehmende selbst- und fremdverschuldete Unmündigkeit der Menschen.
Wenn die Ziele und Werte einer unkontrollierten KI nicht exakt mit dem Überleben und den Interessen der Menschheit übereinstimmen, drohen fatale oder gar irreversible Folgen für unsere Zivilisation. Posthumanismus, die Überwindung des menschlichen Menschen wäre dann die Weiterentwicklung der gegenwärtigen Situation, in der der Mensch seine eigenen Lebensgrundlagen systematisch vernichtet, getrieben von Gier, technologischer Hybris der Silicon-Valley-Oligarchen und der Illusion von ewigem Wachstum. Der Traum von der technologischen Singularität, die Hoffnung auf das Verschmelzen mit der Maschine, der Wunsch durch Technologie den Tod zugunsten der Unsterblichkeit zu überwinden, ist Ausdruck einer Verachtung des Lebens.
Der verstorbene theoretischer Physiker Stephen Hawking hat die „technologische Singularität“ als Wendepunkt beschrieben, an dem Künstliche Intelligenz (KI) den Menschen überholt und unkontrollierbar wird.
Zwei Zitate von Stephen Hawking zum posthumanen Wendepunkt:
- „Der Erfolg bei der Erschaffung einer effektiven KI wäre das größte Ereignis in der Geschichte der Zivilisation. Leider könnte es auch das letzte sein, wenn wir nicht lernen, die Risiken zu vermeiden.“
- „Die Entwicklung vollständiger künstlicher Intelligenz könnte das Ende der Menschheit bedeuten. Sie würde sich selbstständig weiterentwickeln und sich in immer schnellerem Tempo neu gestalten. Die Menschen, die durch die langsame biologische Evolution begrenzt sind, könnten nicht mithalten und würden verdrängt werden.“
Transhumanismusund technologische Singularität
Das Verschmelzen von Mensch und Maschine ist die Schnittmenge von Transhumanismus und Singularität. Transhumanisten fordern die aktive "Cyborgisierung" des Menschen. Durch Schnittstellen (Brain-Computer-Interfaces), Nanobots oder genetische Optimierung soll der Mensch mit der Maschine verschmelzen, um sich auf die Singularität vorzubereite
"Technologie wird die Menschheit retten, künstliche Intelligenz jedes Problem lösen. Was klingt wie religiöser Wahn, greift in der Tech-Szene des Silicon Valley um sich. Die Hybris der neuen Sektenführer ist gefährlich." schreibt die SZ.
Transhumanismus bedeutet „Jenseits des Menschlichen„, es geht um die Erschaffung eines "Über-Menschen. Den Menschen verbessern und optimieren ist ein uralter Menschheitstraum. Die "Schaffung des neuen Menschen" führte in der Geschichte immer wieder zu Katastrophen und auch nach Auschwitz.
Es ist die Idee mithilfe von Technikoptimismus, libertärem und neoliberalem Denken, Gentechnik, Nanotechnologie, Eugenik und künstlicher Intelligenz den „alten Menschen“ abschaffen und einen „neuen Menschen“ schaffen. Mit Gehirnimplantaten und Gendoping soll der Mensch "optimiert" werden. Das Klonen von Primaten und die Möglichkeit, aus geklonten Embryonen Stammzellen zu gewinnen, bringt die Transhumanisten ihrem gefährlichen Traum vom ewigen Leben einen großen Schritt näher. Transhumanismus ist eine Krypto-Religion und Eliten-Ideologie. Die rechtslibertären Oligarchen im Silicon Valley hoffen aber auch, mit den Ideen bald richtig viel Geld zu verdienen.
Die KI bietet Chancen und Risiken. In unserem unkritisch-technikbesoffenen Zeitalter werden zumeist nur die Chancen diskutiert. Die Umweltbewegung sollte sich stärker als bisher mit diesen Themen beschäftigen. Auch die Umweltbewegung muss fragen, wie sich sicherstellen lässt, dass die KI langfristig im Sinne der Menschheit handelt und wir nicht zum "Haustier" der KI werden.
Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein

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- 3) Im Zweifel, gerade in Kriegszeiten, ist die -Allgemeine Erklärung der Menschenrechte- immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.
Axel Mayer Mitwelt Stiftung Oberrhein
Mit Zorn und Zärtlichkeit auf Seiten von Mensch, Natur, Umwelt & Gerechtigkeit.
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