Vogelsterben: Kuckuck, Kuckuck, ruft's (rief's) aus dem Wald
Veröffentlicht am 23.04.2026 von Axel Mayer
Vogelsterben: Kuckuck, Kuckuck, ruft's (rief's) aus dem Wald. Lasset uns singen, tanzen und springen! Der stumme Frühling kommt schon bald
Haben Du und Deine Kinder in diesem Frühling und Frühsommer schon den Kuckuck gehört? Dies ist leider ein immer selteneres Erlebnis. Der Ruf des männlichen Kuckucks ist eines der bekanntesten Geräusche der Natur. Sein Ruf ist im Frühling und Frühsommer zu hören, wenn die Männchen ihre Territorien markieren und Weibchen anlocken. Der Kuckucksruf ist so markant, dass er in vielen Kulturen als Synonym für den Beginn des Frühlings gilt.
Auch der Kuckuck ist vom Vogelsterben bedroht. Die Bestandszahlen des Kuckucks sind stark rückläufig. Nahezu alle Länder West- und Mitteleuropas melden seit längerem rückläufige Bestände. In England (wo die Bird-Watcher sehr sorgfältig arbeiten) verringerte sich der Bestand in den letzten 30 Jahren um fast 60 Prozent. Auch in vielen Teilen Deutschlands ist der Kuckuck seltener geworden. Die Rote Liste der Brutvögel Deutschlands stuft die Art als „gefährdet“ (Stufe 3) ein.
Rückläufige Bestände ...
„Rückläufige Bestände“ sind seltsam verharmlosender Neusprech-Begriffe. „Ausgerottete Bestände" trifft die Realität in Zeiten des globalen Artensterbens wesentlich besser. Doch die aktuelle Debatte um die „Rückläufigen Kuckuck Bestände“ und das Vogelsterben und seine Ursachen führt an einer Stelle in die Irre. Wir diskutieren das große Sterben als ein Phänomen der letzten 30 Jahre. Doch das Sterben hat mit DDT, E 605 und anderen brutalen Agrargiften und dem daraus folgenden Insektenschwund schon viel früher begonnen. Das aktuelle Vogelsterben ist „nur“ die Ausrottung des verbliebenen Rests. Das gilt nicht nur für die Vögel, sondern auch für das Sterben der Insekten und für das große globale Artensterben.
Schwalben, Rebhühner, Kuckuck & Vogelsterben
Die letzten Jahrzehnte waren keine gute Zeit für die Lerchen, Landschaft, Natur und Artenvielfalt. Die Menschheit hat einer internationalen Untersuchung zufolge schon mehr als 1.400 Vogelarten ausgerottet. 600 Millionen Vögel haben die Staaten der EU in den letzten vier Jahrzehnten verloren – das entspricht rechnerisch einem Verlust von 40 000 Vögeln Tag für Tag. Die Bestände von Kiebitz und Rebhuhn haben von 1992 bis 2016 um unfassbare 90 % abgenommen. Die Bestände der Kuckuck-Wirtsvögel nehmen rasant ab. Weltweit beschleunigt sich das Artensterben und ein UN-Bericht sagt, dass etwa eine Million Tier- und Pflanzenarten in den kommenden Jahrzehnten für immer ausgerottet könnten und dieser verheerende globale Trend spiegelt auch die Realität in Deutschland. Die„Große Beschleunigung“ des Wachstums und die damit verbundene Artenausrottung beschleunigt sich global gerade zu einer verheerenden Turbobeschleunigung.
Der Mensch ist dem Kuckuck und der Natur ein Mensch!
Die Hauptursache für den Rückgang des Kuckucks ist der Rückgang der Bestände seiner Wirtsvögel. Dies ist eine Folge der Zerstörung und des Verlusts der Lebensräume durch Ausräumung der Agrarlandschaft. Weiterhin wirkt sich das massive Insektensterben, der starke Rückgang von Schmetterlingen und Maikäfern durch zunehmenden Einsatz von Pestiziden und der Verlust von Lebensräumen und Nahrungspflanzen negativ auf den Kuckucksbestand aus. Auch der Klimawandel verstärkt die Gefährdung. Die andere Ursache für das Verschwinden des Kuckucks ist die Verwandlung der Landwirtschaft in eine Agrarfabrik und der damit verbundene Rückgang von geeignetem, wenig intensiv genutztem Grünland.
Vogelsterben: Über Dir, am blauen Himmel, verhungern die Schwalben Axel Mayer
Bauensterben und Vogelsterben stehen in einer engen Wechselbeziehung. Während sich die Artenausrottung beschleunigt, erleben wir auch in Sachen Naturschutz gerade eine „Zeitenwende Rückwärts“in den USA, in Europa, aber auch in Deutschland. Der von gut organisiertem Egoismus geprägte Kampf gegen dringend benötigte neue Nationalparke war und ist gerade in Deutschland erschreckend erfolgreich. Die Naturschutzbewegung muss endlich aufhören, die Ursachen des Artensterbens in politisch gewünschten, putzigen Nischen zu suchen und aufhören, sich mit Nischen-Problemlösungen zufriedenzugeben.
Die große Beschleunigung und der Kuckuck Wenn wir auf die Ursachen der großen, globalen Vogel-Ausrottung schauen, dann finden sich eine Vielzahl von kleinen Details. Doch die Hauptursache wird gerne übersehen. Die Mehrzahl der großen aktuellen Krisen (Vogelsterben, Artensterben, Klimawandel, Weltvermüllung ...) lässt sich auf das Phänomen der "Großen Beschleunigung" zurückführen.
Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein (vermisst den seltener werdenden Gesang des Kuckucks am Oberrhein)
Lerchen-Sterben, Kuckuck-Sterben, Vogelsterben & Artensterben in Deutschland: Das Aussterben des Kuckucks und die Ursachen
Frühlingslied "Frühlingsbotschaft" von Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1835) Kuckuck, Kuckuck, ruft's aus dem Wald. Der vollständige Liedtext 1. Kuckuck, Kuckuck, ruft's aus dem Wald. Lasset uns singen, tanzen und springen! Frühling, Frühling wird es schon bald.
2. Kuckuck, Kuckuck lässt nicht sein Schrei'n: "Komm in die Felder, Wiesen und Wälder! Frühling, Frühling, stelle dich ein!"
3. Kuckuck, Kuckuck, trefflicher Held! Was du gesungen, ist dir gelungen: Winter, Winter räumet das Feld!