AKW, Hitze, Quallen & Hitzesommer: abgeschaltete Atomkraftwerke in Ungarn, Rumänien, Frankreich und der Schweiz / "Tauchsieder" Atomkraft / AKW Beznau, Bugey, Paks, Cernavodă, Golfech, Nogent-sur-Seine, Saint-Alban, Blayais, Gravelines ...
Aktueller Einschub 12.8.26
Nach dem derzeitigen Stand (12. August 2026) sind in Europa mehrere Kernkraftwerke wegen der anhaltenden Hitzewelle, hoher Flusstemperaturen oder extrem niedriger Wasserstände gedrosselt oder zeitweise abgeschaltet.
Ein massiver, hitzebedingter Quallenschwarm hat im französischen Atomkraftwerk Gravelines bei Dünkirchen die Kühlwasserpumpen verstopft. Daher mussten mehrere Reaktoren des größten westeuropäischen AKW heruntergefahren werden
Kernkraftwerk Paks (Ungarn): Wegen des historischen Niedrigwassers der Donau musste Paks seine Leistung drastisch reduzieren. Anfang August war die Anlage zeitweise nahezu vollständig außer Betrieb. Inzwischen wurden wieder Turbinen zugeschaltet, die Leistung bleibt jedoch eingeschränkt.
Kernkraftwerk Cernavodă (Rumänien): Einer der beiden Reaktoren wurde Ende Juli wegen des historischen Niedrigwassers der Donau abgeschaltet. Der zweite Reaktor soll am 13. August ebenfalls abgeschaltet werden, falls sich die Situation nicht verbessert.
Kernkraftwerke Chooz, Golfech und Bugey (Frankreich): Mehrere Reaktoren wurden wegen hoher Flusstemperaturen und Umweltauflagen zeitweise abgeschaltet oder gedrosselt. Auch Anfang August sind weitere Einschränkungen zu erwarten.
Kernkraftwerk Beznau (Schweiz): Beide Reaktoren wurden Ende Juni wegen der hohen Temperatur der Aare zunächst gedrosselt und anschließend vorübergehend abgeschaltet. Nach Abkühlung des Flusses gingen sie im Juli wieder ans Netz, zunächst mit reduzierter Leistung. Atomkraftwerke erzeugen Atommüll, der eine Million Jahre strahlt. Tschernobyl und Fukushima haben die Gefahren aufgezeigt. AKW sind nicht nur teuer und gefährlich, sie sind auch gigantische "Tauchsieder". Sie erhitzen gerade in Hitzesommernunsere europäischen Flüsse und gefährden das Leben in den Gewässern. Wenn ein Kernkraftwerk 1000 Megawatt elektrischen Strom erzeugt, gibt es gleichzeitig bis zu 2000 MW an Wärme an die Umwelt ab. Das liegt an den Gesetzen der Physik: Jedes Wärmekraftwerk wandelt Wärme nur teilweise in Strom um (Wirkungsgrad von ca. 33 %). Der Rest ist unvermeidbare (und unvorstellbare!) Abwärme und wird über Kühltürme an die Atmosphäre oder bei Flusswasserkühlung direkt an die Gewässer abgegeben.
Der Unterschied zwischen elektrisch und thermisch:
Thermische Leistung (MWth) = die Wärme, die der Reaktor durch die Kernspaltung erzeugt.
Elektrische Leistung (MWe) = der Strom, den der Generator daraus produziert.
„1000 MW thermische Leistung entsprechen ungefähr dem gleichzeitigen Betrieb von mehreren hunderttausend typischen Wohnzimmer-Heizkörpern auf voller Leistung.“
In einer Zeit, in der 5321 Tonnen Atommüll der Schweiz noch im Meer versenkt wurden, war die Gefährdung von Mensch, Natur und Gewässern noch kein Thema für die Schweizer und französischen AKW-Betreiber. Viele überalterte AKW, wie das älteste AKW der Welt im Schweizer Beznau an der Aare, haben immer noch die veraltete Flusswasserkühlung. "Aufgrund der neuen Hitzewelle in Südeuropa mussten elf Atomkraftreaktoren in Frankreich herunterfahren oder gedrosselt werden. Das ist eine Rekordzahl." berichtet T-online. (U.a die Atomkraftwerke Bugey, Golfech, Nogent-sur-Seine, Saint-Alban und Blayais) Doch auch wenn es nicht ganz so heiß ist, schadet die AKW-Abwärme den Flüssen und Fischen. Für den Lachs und andere Salmoniden sind die Gewässer einfach zu warm.
In Hitzesommern wie 2003, 2010, 2015, 2018, 2022 und aktuell 2026 müssen immer mehr flusswassergekühlte AKW abgeschaltet werden und gefährden so die Stromversorgung. Zusätzlich geben die Atomkraftwerke auch große Mengen radioaktives Tritium an die Gewässer ab, da Tritium nicht zurückgehalten werden kann. In der Schweiz wurde eine typische "Problemlösung" gefunden. Die alten jetzt schon viel zu hohen Grenzwerte zur Wärmeeinleitung werden an die Gier der AKW-Betreiber angepasst und erhöht.
Es ist unverständlich, warum rechte, konservative und marktradikale Parteien immer noch auf die gefährliche und teure Atomkraft setzen, wo es doch kostengünstige und umweltfreundliche Energiequellen gibt.
Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
Atomkraftwerk, Hitze & Hitzesommer: abgeschaltete Atomkraftwerke in Frankreich und der Schweiz / "Tauchsieder" Atomkraft / AKW Beznau, Bugey, Golfech, Nogent-sur-Seine, Saint-Alban, Blayais ...
Nachtrag: "Recherchen des Schweizer Tagesanzeiger zeigen: Das Problem betrifft auch die Kernkraftwerke Leibstadt und Gösgen. Die beiden Anlagen verfügen zwar über Kühltürme und geben einen grossen Teil der Abwärme in die Luft ab – ein Teil des erwärmten Kühlwassers gelangt jedoch zurück in die Flüsse.
Laut den Betreibern entnimmt Leibstadt dem Rhein bis zu 3,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, im Kühlturm verdunsten rund 0,7 Kubikmeter pro Sekunde, der Rest geht zurück in den Fluss. Im Sommer wird das Kühlwasser im Mittel um 3,6 Grad erwärmt. Auch beim Kernkraftwerk Gösgen gelangt erwärmtes Wasser zurück in die Aare. Rund 1,5 Kubikmeter pro Sekunde sind es hier – um bis zu 6,5 Grad wird das Kühlwasser erwärmt. Das Uvek lockerte 2024 die Grenzwerte für Kühlwassereinleitung bei hohen Flusstemperaturen. Deshalb hat das Uvek die Regeln 2024 gelockert, wie aus einer Verfügung hervorgeht, die dieser Redaktion vorliegt: Auch wenn der Rhein über 25 Grad warm ist, darf Leibstadt weiter Kühlwasser einleiten – sofern das Kraftwerk «alle Massnahmen nach Stand der Technik zur Reduktion des Wärmeeintrags» ergriffen hat.
Seit Anfang 2025 ist die neue Regelung in Kraft. Daraus geht hervor: Betreiberin Axpo beantragte beim Bund die Ausnahme «für den Fall einer Hitzeperiode». Kühlwasser solle auch dann eingeleitet werden können, wenn der Rhein 25 Grad übersteige. Mit der Verfügung erfüllte das Uvek unter Bundesrat Albert Rösti die Forderung." Quelle Tagesanzeiger
Aktueller Nachtrag / Stand 2.7.2026 Nach aktuellem Stand sind wegen der Hitzewelle in Europa folgende Kernkraftwerke betroffen:
Kernkraftwerk Beznau: Beide Reaktoren vorübergehend abgeschaltet. Zunächst wurde die Leistung halbiert, anschließend wurden beide Blöcke außer Betrieb genommen, weil die Aare mit etwa 25 °C zu warm war. Ziel ist der Schutz des Flussökosystems. Kernkraftwerk Bugey: Mindestens ein Reaktor abgeschaltet, weitere Leistungseinschränkungen wegen der hohen Temperatur der Rhône. Kernkraftwerk Golfech: Mindestens ein Reaktor abgeschaltet, da die Garonne zu warm ist. Kernkraftwerk Nogent-sur-Seine: Ein Reaktor abgeschaltet wegen der Hitzewelle.
Zusätzlich wurde die Leistung u. a. in folgenden Anlagen reduziert:
Kernkraftwerk Saint-Alban Kernkraftwerk Blayais
Hier erfolgte zunächst eine Leistungsdrosselung, um die zulässigen Erwärmungsgrenzen der Flüsse Rhône bzw. Gironde einzuhalten
AKW Beznau, Bugey, Golfech, Nogent-sur-Seine, Saint-Alban, Blayais - Hitze & Hitzesommer: abgeschaltete Atomkraftwerke in Frankreich und der Schweiz / "Tauchsieder" Atomkraft
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Getragen von der kleinen Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)
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