Umwelt Rückblick auf das Jahr 2024 in Deutschland / Das Jahr der Gier (Klimakatastrophe, Atomkraft, gescheiterte Klimakonferenz, Dünnschnabel-Brachvogel ausgerottet)
Veröffentlicht am 28.12.2024
Umwelt Rückblick auf das Jahr 2024 in Deutschland und der Welt / Das Jahr der Gier (Klimakatastrophe, Atomkraft, gescheiterte Klimakonferenz, Dünnschnabel-Brachvogel ausgerottet ...)
Der Umweltbewegung wird immer wieder gesagt, sie sollte stets "positive" Aussagen machen, um gehört zu werden. Das führt häufig dazu, dass bei Jahresrückblicken auch winzige Teilerfolge fett aufgeblasen werden. Im Jahr 2024, dem Jahr der entfesselten globalen Gier, im Jahr entsetzlicher Kriege und der damit stets verbundenen Irrationalität, fällt nicht nur bei Umweltthemen das Suchen nach positiven Entwicklungen und Erfolgen schwer.
Laut dem EU-Klimadienst Copernicus wird 2024 mit hoher Wahrscheinlichkeit das erste Jahr, das im Durchschnitt mehr als 1,5 Grad wärmer ist als in vorindustriellen Zeiten. Damit wird es auch das heißeste Jahr seit dem Start der Messungen. Die gesamten CO₂-Emissionen werden 2024 voraussichtlich 41,6 Gigatonnen CO₂ erreichen, etwa zwei Prozent mehr als 2023.
Die verheerenden Folgen der menschengemachten Erderwärmung zeigten sich in vielen Extremwetterereignissen. (Hochwässer, Erdrutsche, Taifune, Hurrikane, Waldbrände und Dürren …)
In einer Zeit, in der wir täglich 100 bis 150 Arten ausrotten, war 2024 das Aussterben des Dünnschnabel-Brachvogels der spektakulärste "Abgang".
Eigentlich müssten wir Menschen wissen, was zu tun wäre, aber ...
Die Weltklimakonferenz COP28im Klimatäterland Aserbaidschan ist gescheitert und machte keinerlei Fortschritte beim Klimaschutz
Die UN-Weltnaturkonferenz COP16 ist in Zeiten globaler Artenausrottung ohne Einigung zu Ende gegangen
In Südkorea sind die Verhandlungen über ein UN-Abkommen zur Verringerung von Plastikmüll ohne Ergebnis und ohne Fortschritt gescheitert
Bei allen drei Konferenzen gab es dieselben Ursachen für das Scheitern: Gier, Macht, Geld, Wachstumsreligion, Globalisierung, Egoismus und der Einfluss von Großkonzernen, Milliardären und ihren rechten und marktradikalen Lobbyisten in der Politik. Insbesondere die fossilen Seilschaften zeigten ihre ungeheure finanzielle und politische Macht.
Macht ist ein guter Übergang zum nächsten Thema. In einem Jahr, in dem die verheerenden Folgen des Klimawandels deutlicher denn je waren, erstarken weltweit die rechten und marktradikalen Umweltzerstörungsparteien. Die Klimawandelleugner der AfD sind dafür nur ein Beispiel. Der Staats- und Menschenverächter Javier Gerardo Milei zeigt in Argentinien seine Macht und "Drill-baby-drill-Trump" wurde in den USA gewählt.
Ein Hauptgrund für dieses scheinbar irrationale Wahlverhalten ist das Versprechen dieser Politiker, die Gier der Menschen schnell zu befriedigen und "nach unten" treten zu dürfen.
. Dazu kommt die manipulative Macht der Konzerne, Milliardäre und Lobbyisten und ihr zunehmend undemokratischer Einfluss auf die Medien und speziell auf die (un-)Sozialen Medien. Der Techno-Faschist, rechtslibertäre X-Manipulator und reichste Mann der Welt Elon Musk spendete 250 Millionen Dollar für Trump und diese "Investition" hat sich bereits ausgezahlt. In Deutschland haben (un-)Soziale Medien und die Springer-Presse, speziell die BILD-Zeitung, die Macht zu definieren, was in Deutschland und der Welt "gut und was böse" ist. Die perfekt organisierten Hass-Kampagnen gegen die Wärmepumpe, gegen Umwelt und Soziales waren und sind perfide. Die konservativen Medien werden den GRÜNEN den Atomausstieg nicht so schnell verzeihen. Wenn die Umweltbewegung oder die GRÜNEN angegriffen werden, gibt es immer jemanden, der sich entschuldigt. Was fehlt, sind Menschen, die bei öffentlichen Angriffen auch einmal die Frage nach dem ökonomischen Hintergrund des Angriffs stellen. Die Frage nach den ökonomischen Hintergründen von Umweltzerstörung und von Angriffen gegen die sozialen Bewegungen werden in einer brav-bürgerlichen Umweltbewegung viel zu selten diskutiert.
Atompolitik Die gefährliche und teure Nutzung der Atomenergie ist weltweit auch im Jahr 2024 auf einem absteigenden Ast. Die Atomkraft (genau wie Kohle, Gas und Öl) ist schlicht nicht mehr konkurrenzfähig gegen den immer kostengünstigeren Strom aus Sonne und Wind. Umso heftiger kämpfen grüngestrichene Lobbyisten und industrienahe Tarnorganisationen weltweit gegen die Energiewende und die umweltfreundlichen Energien. Erstaunlich ist die unkritisch-technikbesoffene Begeisterung rechter und konservativer Parteien für die Atomkraft. Sie haben Tschernobyl und Fukushima vergessen. Gerne würden CDU und CSU die abgestellten deutschen AKW wieder ans Netz nehmen, doch der Rückbau ist weit fortgeschritten. Gerade die Parteien, die im Wahlkampf am lautesten von Heimat reden, setzen auf eine heimatgefährdende teure Technologie, deren Abfälle noch eine Million Jahre strahlen werden. Die reiche Schweiz startet gerade zwei hochriskante Experimente. Das älteste AKW der Welt im grenznahen Beznau soll 64 Jahre lang laufen, obwohl der Stahl im Reaktordruckgefäß versprödet ist und der Atommüll der Schweiz soll in einer viel zu dünnen Schicht Opalinuston endgelagert werden. Der nächste schwere Atomunfall kommt nicht erst in einer Million Jahre …
Die wichtigen Fragen nach den umwelt- und sozialen Folgen des Freihandelsabkommens Mercosur und nach dem unsäglichen Energieverbrauch der Zocker- und Dealerwährung Bitcoin und des Weltraumtourismus wurden auch in den wenigen verbliebenen Qualitätsmedien immer seltener gestellt. Die Folgen der Globalisierung holen Deutschland ein und die Politik will diese Folgen mit den alten zerstörerischen Methoden bekämpfen.
Erfreuliches und kleine Erfolge Die auch von uns angestoßene positive Entwicklung der erneuerbaren Energien setzt sich trotz der Verhinderungsstrategien der atomar-fossilen Seilschaften und anderer mächtiger Lobbys fort. Im ersten Halbjahr 2024 betrug der Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch in Deutschland erstmals rund 57 Prozent. Laut den Experten der Internationalen Energieagentur könnte die Welt bis 2030 ihre Ökostrom-Kapazitäten verdreifachen, denn der Preis der Erneuerbaren ist einfach unschlagbar. Erfreulich ist auch die große Zahl von Menschen, die sich auch in schwierigen Zeiten der Gier in Deutschland und weltweit für Mensch, Natur, Umwelt und Demokratie engagieren. Rund 1,4 Millionen Menschen in Deutschland haben laut Medienberichten 2024 an einem einzigen Wochenende gegen Rechtsextremismus und für Demokratie demonstriert.
Die Vergabe der Fußballweltmeisterschaft 2034 an die Öl- & Gas Diktatur Saudi-Arabien, an das Land der Klimakatastrophen-Verantwortlichen, setzte dem Jahr der Gier 2024 die Krone auf. Der ausgerottete Dünnschnabel-Brachvogel ist Glied einer Kette, deren Teil wir Menschen sind. Gier, Wachstumsreligion, undemokratische Milliardärs- und Konzernmacht und der größer werdende Abstand zwischen Normalverdienenden und Superreichen gefährden Demokratie, Mensch, Natur und Umwelt.
Dies alles und noch viel mehr werden wir im kommenden Jahr 2025 aufzeigen und für menschengerechten Fortschritt streiten müssen. Trotz alledem!
Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
Nachträge zum Umwelt-Rückblick 2024:
In einer Zeit des Klimawandels, in der wir gerade täglich 150 Arten ausrotten und Deutschland zubetonieren, bekämpfen AfD, CDU, CSU & FDP aggressiv den Umwelt- und Naturschutz auf allen parlamentarischen Ebenen. Sie haben 2024 in Deutschland die Gründung zweier dringend benötigter Nationalparks (Nationalpark Reichswald, Nationalpark Ostsee) verhindert. Bewahrend sind diese scheinkonservativ-marktradikalen Parteien schon lange nicht mehr. Egoismus geht vor Gemeinwohl.
Frank Schäffler, Mitglied des Deutschen Bundestages, FDP-Politiker, Gründer der marktradikalen Denkfabrik Prometheus, Klimawandelleugner, Fossil-Lobbyist und aktiver Energiewendegegner hat 2024 das Bundesverdienstkreuz erhalten. Er ist Klimawandeltäter.