»Die Erschaffung Adams« heute: Michelangelo aktuell / KI, Singularität & Transhumanismus
Veröffentlicht am 24.07.2026

»Die Erschaffung Adams« aktuell: Michelangelo heute / KI, Singularität & Transhumanismus / Die Abschaffung des menschlichen Menschen
„Die Erschaffung Adams“ ist eines der berühmtesten Fresken von Michelangelo. Das Fresko in der Sixtinischen Kapelle (um 1511) zeigt den Moment, in dem Gott dem ersten Menschen das Leben schenkt. Die fast einander berührenden Finger von Gott und Adam symbolisieren die Weitergabe des göttlichen Lebensfunkens. Während Gott kraftvoll und aktiv dargestellt ist, wirkt Adam noch passiv und unvollendet – erst durch Gottes Nähe erhält er seine Bestimmung.
Das Werk steht für die besondere Würde des Menschen und das humanistische Menschenbild der Renaissance, das den Menschen als einzigartiges und schöpferisches Wesen versteht. Die Spannung zwischen den Fingern macht den entscheidenden Augenblick der Schöpfung eindrucksvoll sichtbar.
Heute im zerstörerischen Zeitalter der „Großen Beschleunigung“
arbeiten (nicht nur) die Tech-Oligarchen des Silicon Valley an der Überwindung des menschlichen Menschen mit den Ideen desTranshumanismus und Posthumanismus und sie hoffen auf den Zeitpunkt der technologischen Singularität.
Eine mögliche, perverse Antwort auf die Frage nach dem Ziel der Geschichte ist das Ziel der Überwindung des Menschen durch die Technik, die Abschaffung des menschlichen Menschen.
Als technologische Singularität wird der kommende(?) Zeitpunkt bezeichnet, an dem Künstliche Intelligenz (KI) die menschliche Intelligenz übertrifft, sich rasant selbst verbessert und dadurch einen unkontrollierbaren technologischen Fortschritt auslöst.[/b]
Hinter dieser Tech-Ideologie steht ein zutiefst menschenfeindliches Menschenbild, dem wir unsere Vision einer besseren, nachhaltigen, gerechten Welt entgegensetzen müssen. »Die Erschaffung Adams« heute, darf nicht die Abschaffung des menschlichen Menschen sein.
Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
Mehr Infos:
