Risiko: Schweineherz & Schweineniere Xenotransplantation gescheitert - schlafenden Viren, Seuchen, Epidemien
Veröffentlicht am 15.10.2024 von Axel Mayer

Risiko! Schweineherz- & Schweineniere Xenotransplantation gescheitert - schlafenden Viren, Seuchen, Epidemien
Mit unkritischem, weltweitem Jubel war die erste Transplantation eines gentechnisch veränderten Schweineherzens auf einen menschlichen Empfänger in den Medien gefeiert worden. Tiere als Ersatzteillager passen einfach gut in das vorherrschende technisch-mechanistische Weltbild, das uns Klimawandel und Artenausrottung gebracht hat.
Im Spenderschwein der Firma Revivicor waren drei Gene „ausgeschaltet“ worden, die für eine schnelle antikörpervermittelte Abstoßung von Schweineorganen durch den menschlichen Körper verantwortlich sind. Um ein übermäßiges Wachstum des Schweineherzens zu verhindern, wurde ein weiteres Gen stillgelegt. Sechs humane Gene für die Immunakzeptanz des Schweineherzens wurden dagegen in das Erbgut eingefügt.
Kleinlaut und in kleinen Nischen der Berichterstattung wird jetzt über eine wissenschaftlich erwartbare "Nebenwirkung" der gescheiterten Transplantation berichtet.
"Nach dem Tod des ersten Empfängers eines Schweineherzens haben Mediziner bekannt gemacht, dass sie in dem Mann ein Schweinevirus gefunden haben. Der Operateur Bartley Griffith sagte der New York Times, dass es jedoch unklar sei, ob das Virus direkt für den Tod des 57-Jährigen verantwortlich war. Selbstverständlich war das gentechnisch veränderte Schweineherz vor der Operation "gründlich" auf Viren untersucht worden. Dem 57-jährigen David Bennett war im Januar in den USA als weltweit erstem Patienten ein Schweineherz als Ersatzorgan eingesetzt worden. Der Zustand des Schwerkranken war zunächst relativ stabil, verschlechterte sich dann jedoch rapide. Anfang März starb der Mann."
Im Jahr 2024 wurde dem ersten Patienten weltweit eine Schweineniere transplantiert. Der Patient zeigte Tage nach der OP Abstoßungsreaktion und starb nach zwei Monaten.
Seit Jahrzehnten warnen WissenschaftlerInnen vor den möglichen Folgen von Xenotransplantationen, denn im Genom von Schweinen und anderen Tierarten gibt es schlafende Viren, die den Tieren keinen Schaden zufügen. Mit dem Transplantat können unbekannte, bisher nur bei Tieren vorkommende Krankheitserreger auf den Menschen übertragen werden, die zwar in ihrem natürlichen Wirt symptomlos und deshalb unentdeckt bleiben, jedoch beim Menschen möglicherweise zu Infektionskrankheiten und deren Verbreitung führen. Seit Jahren besteht der wissenschaftliche Verdacht, dass diese Viren aber aufwachen und aktiv werden könnten, wenn sie in einen menschlichen Organismus versetzt werden. Daraus kann sich am Ende eine neue Pandemie entwickeln.
Wir haben erkennbar aus der Corona-Pandemie nichts gelernt, bei der Viren aus dem Tierreich auf den Menschen übergegangen sind. Xenotransplantationen provozieren es, Virus-Barrieren zwischen den Arten zu überspringen.
Es geht um sachliche Kritik und Risikobewertung und nicht um Technikfeindlichkeit. Aber wir sollten aus Fukushima, Contergan, FCKW, DDT, Asbest, menschengemachter Antibiotikaresistenz und anderen Fehlern lernen. Gerade die Umweltbewegung hat in vielen Kämpfen in den letzten Jahrzehnten den technischen Fortschritt immer wieder menschengerecht optimiert. Dem technisch-mechanistischen Weltbild, den Träumen von der globalisierten Weltfabrik und Megamaschine, die uns gerade so viele weltweite Probleme bringen, müssen ethische Argumente entgegengesetzt werden.
Der unglaubliche und skandalöse Mangel an Organspenden ließe sich ohne diese teure Hochrisikotechnik lösen. Spanien ist dafür ein gutes Beispiel. Ein gut gemachtes Transplantationsgesetz über die Einwilligung zur Organspende und gut ausgebildete Experten-Teams in den Krankenhäusern könnten nach spanischem Vorbild schnell dafür sorgen, dass genügend Organe problemlos, risikolos und kostengünstig zur Verfügung stehen. Doch mit der Xenotransplantation lassen sich satte Gewinne generieren. Verhindern die Gewinninteressen einer profitorientierten Gesundheitsindustrie eine kluge Gesetzgebung?

Organspende-Mangel: Problem & "einfache" Lösung /Abfrage und Registrierung beim Gang zum Passamt!
Ca. 8500 Menschen warten in Deutschland, häufig verzweifelt, auf eine Organspende. Aber nur wenige werden ein lebenswichtiges Organ bekommen und viele sterben. Im vergangenen Jahr haben weniger als 900 Menschen ein oder mehrere Organe gespendet. Deutschland hat nur peinliche zehn Organspenden pro eine Million Einwohner. In Spanien gibt es etwa 47 Spenden pro eine Million Einwohner. Seit vielen Jahren versagt die deutsche Politik aller Parteien bei dieser Überlebensfrage.
Eine gute Lösung wäre die Widerspruchslösung, die leider gut organisierte Widerstände auslöst.
Eine einfache Lösung wäre eine Abfrage und Registrierung beim Gang zum Passamt!
Jeder Mensch in Deutschland muss regelmäßig zu Passamt. Die Gültigkeitsdauer des Personalausweises beträgt für Antragsteller unter 24 Jahren 6 Jahre, ansonsten 10 Jahre. Es sollte einfach bei jeder Passverlängerung gefragt und registriert werden, wer Organe spendet und wer nicht.
Wer Ja zur Organspende sagt, kommt bei "Eigenbedarf" oben auf die Liste der Empfangenden, wer Nein sagt, rutscht nach hinten.
Dies würde die Zahl der Organspenden so massiv erhöhen, dass selbst die "Nein-Sagenden" dann besser gestellt wären, als beim aktuellen, unsäglichen Verfahren.
Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein. Der Autor war 30 Jahre lang BUND-Geschäftsführer in Freiburg
Nachtrag:
"Die Tiere draußen schauten von Schwein zu Mensch und von Mensch zu Schwein, und dann nochmals von Schwein zu Mensch, aber es war bereits unmöglich, zu sagen, wer das Schwein und wer der Mensch war." George Orwell, Farm der Tiere 1944
