Laufzeitverlängerung = Gefahrzeitverlängerung (AKW, KKW, Atomkraftwerk, Kernkraftwerk)


Veröffentlicht am 19.01.2006 in der Kategorie Atomkraft von Axel Mayer

Laufzeitverlängerung = Gefahrzeitverlängerung (AKW, KKW, Atomkraftwerk, Kernkraftwerk)


Längere Laufzeiten für Atomkraftwerke! Oder etwas Verstecktes enthüllen

Wie sehr haben wir uns schon an das Neusprech der »Schönen Neuen Welt« gewöhnt! An die Begriffe aus den Werkstätten der Akzeptanzforscher, Militärs und Werbepsychologen! Menschen werden durch »schlanke Produktion« nicht etwa entlassen sondern »freigesetzt« und ein Pestizid ist ein »Pflanzenschutzmittel«. Ein versehentlicher Angriff auf die Zivilbevölkerung ist ein »Kollateralschaden« und »Friendly Fire« ist der Spezialfall eines »Kollateralschadens«, bei der »intelligente« Waffensysteme Feind und Freund verwechselt haben. Statt Atomkraft sprechen wir von »Kernkraft«, statt Entgiftung sagen wir »Dekontamination« und aus dem Katastrophenschutz wurde der harmloser klingende »Notfallschutz«. Die »Internationale Bewertungsskala für Atomunfälle« heißt »Internationale Bewertungsskala für besondere Ereignisse« und bei diesen »besonderen Ereignissen« kann dann Radioaktivität »freigesetzt« werden. Begriffe wie »Entsorgung« und »Entsorgungspark« gehen uns locker über die Lippen.

Sprache ist Macht, und Werbepsychologen und Akzeptanzforscher bestimmen auch mittels der Sprache das Denken der Menschen. Die Umweltbewegung sollte die Sprache zurückerobern und bewusster mit Sprache umgehen. Das darf allerdings nicht heißen, Manipulation durch Gegenmanipulation zu ersetzen. Wir sollten aber versuchen die Dinge und Probleme wieder beim Namen zu nennen oder sogar neu und treffend zu benennen.

Warum bezeichnen wir in der öffentlichen Debatte die Laufzeitverlängerung für AKW nicht Gefahrzeitverlängerung? Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke bedeutet mehr Atommüll, mehr atomares Risiko durch die Alterung der Atomkraftwerke, mehr Gefahr durch die Versprödung der Reaktordruckgefäße, durch die Weitergabe von Atomkraftwaffen und die zunehmende Gefahr von Atomterrorismus. Die aktuelle Debatte um die Laufzeitverlängerung, als Einstieg in den zukünftig geplanten Neubau von AKW, zeigt auch die undemokratische Machtfülle von EnBW und Co. Laufzeitverlängerung für AKW ist Gefahrzeitverlängerung.

Tragen wir diesen Begriff selbstbewusst in die öffentliche Diskussion. Ich habe den Autor Walter Mossmann gefragt, ob diese Umbenennung nicht als Versuch verstanden werden könnte Manipulation mit Gegenmanipulation zu bekämpfen. Walter meint: »Natürlich ist der Begriff ›Gefahrzeitverlängerung‹ auch eine bewusste ›propagandistische‹ Unterstreichung. Aber er ist nicht identisch mit der Lügensprache, die oben kritisiert wurde. Wörter wie ›Entsorgungspark‹ rufen ja lügnerisch eine Reklameromantik auf und versuchen, die Sache, die in Wirklichkeit gemeint ist, zu verstecken. Du versuchst, etwas Verstecktes zu enthüllen.«

Wie es enden könnte, wenn wir Sprache und Begriffe den Konzernen überlassen, hat George Orwell im Roman »1984« eindrucksvoll beschrieben. Die drei Leitsätze der von Orwell beschriebenen Gedankendiktatur waren: »Krieg ist Frieden«, »Freiheit ist Sklaverei«, »Unwissenheit ist Stärke«. Wenn heute Atomkraftwerke die Umwelt schützen, Kriegsgründe von Werbeagenturen erfunden und die Hemmschwellen für den Einsatz von Atomkraftwaffen systematisch gesenkt werden, dann ist es hohe Zeit aufzuwachen.
Atomkraftwerke, Laufzeitverlängerung und Geld
Bei der Debatte um Laufzeitverlängerung verwundert immer wieder die Vehemenz mit der die Atomlobby, Atomkonzerne und Atomparteien für ein höheres Atomrisiko streiten. Warum werden die Gefahren nicht gesehen? Die Antwort ist einfach. "Its the economy stupid“ Es geht ums Geld, um sehr viel Geld. Die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken bringt uns allen viele Risiken, den Atomkonzernen und vermutlich auch den Lobbisten aber viel Geld: Die Heinrich Böll Stiftung hat die satten Gewinne berechnet, welche die Triebfeder der Atomlobby sind: „Für die älteren – und in den nächsten Jahren zur Stillegung anstehenden – Atomkraftwerke ergeben sich „Zusatz“erträge von durchschnittlich 200 bis 300 Mio. Euro jährlich, für die neueren Anlagen summieren sich die jährlichen Zusatzerträge auf 300 bis 400 Mio Euro. Über alle (aktuell noch betriebenen) Atomkraftwerke und alle Betreiber summieren sich diese Zusatzerträge für jeweils ein Jahr Laufzeitverlängerungen auf ein Gesamtvolumen von 4,6 bis 6,2 Mrd Euro.

– für die Atomkraftwerke des RWE etwa 1,2 bis 1,6 Mrd. Euro jährlich;
– für die Atomkraftwerke von E.ON etwa 1,9 bis 2,6 Mrd. Euro jährlich;
– für die Atomkraftwerke von EnBW etwa 1,0 bis 1,3 Mrd. Euro jährlich;
– für die Atomkraftwerke von Vattenfall Europe etwa 0,3 bis 0,4 Mrd. Euro jährlich.“ Zitatende

Die neuen „sanften“ Durchsetzungsstrategien für AKW Laufzeitverlängerung und den Europäischen Druckwasserreaktor EPR
Nach der Gefahrzeitverlängerung für AKW soll nach dem Willen der Atomkonzerne der Neubau von neuen Reaktoren folgen. Auch hier geht es um gigantische Summen.

Wenn die bisherigen 17 deutschen AKW durch neue Euroreaktoren ersetzt werden sollen, dann geht es um eine Bausumme von mindestens 50 Milliarden Euro. Erinnern wir uns an die teilweise gekaufte Durchsetzung von Müllverbrennungsanlagen und gehen einmal von 5% „Werbekosten“ aus...

Die Atomlobby hat aus ihren Niederlagen in Wyhl, Kaiseraugst, Gerstheim, Wackersdorf und Zwentendorf gelernt. Die alten Fehler werden nicht wiederholt. So läuft zur Zeit europaweit eine geschickte Akzeptanzkampagene für den "neuen, sicheren, umweltfreundlichen und nachhaltigen" Euroreaktor an. Die "nachhaltige, klimafreundliche Kernenergie" ist das Motto der anlaufenden millionenschweren Werbeaktion. Ausgerechnet die Energiekonzerne denen die Umweltbewegung in jahrelangen Auseinandersetzungen Entstickungs- und Entschwefelungsanlagen für ihre veralteten Kohlekraftwerke aufzwingen mussten, versuchen nun vorgeschobene Klimaargumente für die Atomenergie zu nutzen. Auch der Versuch, über den Konflikt um die Windenergienutzung die Umweltbewegung zu spalten, geht in diese Richtung. Die Erinnerungen an die Reaktorunfälle in Tschernobyl (Ukraine), Harrisburg (USA) und Lucens (Schweiz) wurden erfolgreich verdrängt. Und auch die kleinen Nationalismen werden geschickt genutzt, um Gefahrzeitverlängerung und neue AKW politisch durchzusetzen. Bereits vor über 30 Jahren sagte der damalige Ministerpräsident und Atomlobbyist Hans Filbinger: "Wenn das AKW Wyhl nicht gebaut wird, dann bauen "die Franzosen" zusätzlich zu Fessenheim noch ein AKW nach Marckolsheim. Heute sind EnBW und EDF eng verflochtene Global Player, dennoch wird heute schon die Gefahrzeitverlängerung und zukünftig vermutlich auch der Euroreaktor mit einem national angehauchten und darum leider eingängigen Argument durchgesetzt."Wenn wir nicht die AKW Laufzeit verlängern, dann kommt der zukünftige Strom aus unsicheren "ausländischen" AKWs." Auch wenn diese Argumentation leicht widerlegt werden kann ist, ist es erstaunlich wie wirksam die "Nationale Karte" immer noch funktioniert, wenn es gilt wirtschaftliche Interessen gegen die Menschen durchzusetzen.

Axel Mayer

Ihr könnt diesen Text als Flugblatt und das dazugehörende Plakat kaufen oder downloaden:

Geplanter Atom"ausstieg"

Reaktor..............................Ende der Regellaufzeit

Biblis A...............................26.02.2007
Neckarwestheim 1.............01.12.2008
Biblis B...............................31.01.2009
Brunsbüttel........................09.02.2009
Isar 1.................................21.03.2011
Unterweser........................06.09.2011
Philippsburg 1....................26.03.2012
Grafenrheinfeld..................17.06.2014
Krümmel.............................28.03.2016
Gundremmingen B.............19.07.2016
Gundremmingen C.............18.01.2017
Grohnde.............................01.02.2017
Philippsburg 2....................18.04.2017
Brokdorf.............................22.12.2018
Isar 2.................................09.04.2020
Emsland.............................20.06.2020
Neckarwestheim 2.............15.04.2021

Quelle: Bundesumweltministerium

Die neuen sanften Durchsetzungsstrategien für den Euroreaktor und AKW Laufzeitverlängerung



Nach der Gefahrzeitverlängerung für AKW soll nach dem Willen der Atomkonzerne der Neubau von neuen Reaktoren folgen.
Die Atomlobby hat aus ihren Niederlagen in Wyhl, Kaiseraugst, Gerstheim, Wackersdorf und Zwentendorf gelernt. Die alten Fehler werden nicht wiederholt. So läuft zur Zeit europaweit eine geschickte Akzeptanzkampagene für den "neuen, sicheren, umweltfreundlichen und nachhaltigen" Euroreaktor an. Die "nachhaltige, klimafreundliche Kernenergie" ist das Motto der anlaufenden millionenschweren Werbeaktion. Ausgerechnet die Energiekonzerne denen die Umweltbewegung in jahrelangen Auseinandersetzungen Entstickungs- und Entschwefelungsanlagen für ihre veralteten Kohlekraftwerke aufzwingen mussten, versuchen nun vorgeschobene Klimaargumente für die Atomenergie zu nutzen. Auch der Versuch, über den Konflikt um die Windenergienutzung die Umweltbewegung zu spalten, geht in diese Richtung. Die Erinnerungen an die Reaktorunfälle in Tschernobyl (Ukraine), Harrisburg (USA) und Lucens (Schweiz) wurden erfolgreich verdrängt. Und auch die kleinen Nationalismen werden geschickt genutzt um Gefahrzeitverlängerung und neue AKW politisch durchzusetzen. Bereits vor über 30 Jahren sagte der damlige Ministerpräsident und Atomlobbyist Hans Filbinger: " Wenn das AKW Wyhl nicht gebaut wird, dann bauen "die Franzosen" zusätzlich zu Fessenheim noch ein AKW nach Marckolsheim. Heute sind EnBW und EDF eng verflochtene Global Player, dennoch wird heute schon die Gefahrzeitverlängerung und zukünftig vermutlich auch der Euroreaktor mit einem national angehauchten und darum leider eingängigen Argument durchgesetzt."Wenn wir nicht die AKW Laufzeit verlängern, dann kommt der zukünftige Strom aus unsicheren "ausländischen" AKWs." Auch wenn diese Argumentation leicht widerlegt werden kann ist, ist es erstaunlich wie wirksam die "Nationale Karte" immer noch funktioniert, wenn es gilt wirtschaftliche Interessen gegen die Menschen durchzusetzen.
Axel Mayer
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Ihr könnt Auszüge aus dem ersten Textteil als Flugblatt kaufen oder downloaden:
Seite 1
Seite 2
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Hier ein Beitrag der TAZ vom 20.7.2007 zum Thema Laufzeitverlängerung und Kernenergie



Atomindustrie - Das goldene Ende der Laufzeiten
Die Kosten sind überschaubar, die Abschreibungen vorbei, die Investitionen längst hereingeholt: Eine Million Euro Gewinn bringt ein AKW am Tag. VON BERNWARD JANZING

Zwischen dem Gewinnstreben der Stromwirtschaft und dem Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung besteht ein unüberbrückbarer Interessenskonflikt: Jeder Tag, den ein abgeschriebener Uralt-Atomreaktor länger am Netz bleibt, bringt dem Anlagenbetreiber einen Gewinn zwischen einer halben und einer Million Euro - und den Bürgern ein steigendes Störfallrisiko.
In Deutschland sind derzeit 17 Atomkraftwerke am Netz,
die zwischen 1969 (Brunsbüttel) und 1989 (Neckarwestheim II) gebaut wurden. Nach dem "Atomkonsens" aus dem Jahr 2003 sollen die Reaktoren bis zum Jahr 2020 nach und nach abgeschaltet werden. Stade und Obrigheim sind seitdem bereits stillgelegt worden. Noch in dieser Legislaturperiode müssten Biblis A, Neckarwestheim I und Brunsbüttel vom Netz gehen. Um das zu verhindern, haben die Betreiber beantragt, Strommengen von neueren auf ältere AKWs zu übertragen. Dabei sind diese besonders anfällig: Im AKW Brunsbüttel - seit Mittwoch heruntergefahren - hat es schon zwei Jahre nach der Inbetriebnahme 1976 den ersten Störfall gegeben: Zwei Tonnen radioaktiver Dampf traten aus. Der Reaktor musste in seinen 31 Jahren mehrfach monatelang vom Netz genommen werden, zuletzt lag er von August bis Oktober 2004 lahm. Die Pannenstatistik des Jahres 2006 führt jedoch das AKW Krümmel an, das seit dem Brand am 28 Juni abgeschaltet ist: 15 meldepflichtige Ereignisse musste Betreiber Vattenfall der Aufsichtsbehörde mitteilen - dicht gefolgt vom RWE-Reaktor Biblis B mit 14 und Brunsbüttel mit elf Zwischenfällen in einem Jahr.

Der Gewinn lässt sich anhand bekannter Daten grob überschlagen:
Das Kraftwerk Krümmel zum Beispiel hat eine Leistung von 1.350 Megawatt, kann somit am Tag gut 32 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Die Kilowattstunde wird aktuell an der Strombörse im Jahresmittel für rund 5,5 Cent gehandelt, womit die tägliche Stromproduktion nur dieses einen Atomkraftwerks dem Besitzer Vattenfall fast 1,8 Millionen Euro an Einnahmen bringt.

Da die Atomreaktoren hohe Investitionssummen verschlungen haben,
entfällt der größte Anteil der Kosten auf die Kapitalverzinsung. Die Betreiberkonzerne haben das Geld während der Bauzeiten in den 1970er Jahren aufgenommen, das sie in den Folgejahren abzahlten. Wenn man jedoch von einer im Kraftwerkssektor üblichen Abschreibungsdauer von 20 Jahren ausgeht, dürften die noch laufenden 17 Reaktoren in Deutschland inzwischen fast durchweg abgeschrieben sein. Block zwei in Neckarwestheim war 1989 der letzte, der hierzulande ans Netz ging. Somit müssen die Unternehmen für die AKWs inzwischen keine Kapitalkosten mehr aufbringen.

Alle weiteren Kosten sind überschaubar.
Trotz eines drastischen Anstiegs des Uranpreises auf derzeit 130 Dollar pro Pfund, macht das Uran noch immer nicht mehr als 0,5 Cent pro Kilowattstunde, und damit keine zehn Prozent vom Großhandelspreis des Stroms aus. Auch die Personalkosten eines Atomreaktors dürften bei etwa 400 Mitarbeitern bei deutlich unter 100.000 Euro pro Tag liegen. Sind keine Reparatur- oder Wartungsarbeiten fällig, spielt ein großer Reaktor mit seinen rund 1.300 Megawatt also mindestens eine Million Euro am Tag ein. Ein kleinerer Reaktor wie jener in Brunsbüttel mit 800 Megawatt dürfte einen täglichen Gewinn von etwa einer halben Million Euro bringen. Daher spricht man auch vom "goldenen Ende" der Reaktorlaufzeit.

Diese Gewinne erzielen die Anlagenbetreiber RWE, Eon, EnBW und Vattenfall
zudem fast ohne unternehmerisches Risiko - und das macht die Anlagen für die Konzerne so unschlagbar attraktiv. Denn für die technischen Risiken der AKWs haften die Betreiber nur zu einem minimalen Anteil. Nach dem Atomgesetz nämlich sind Schäden, die von deutschen Atomkraftwerken ausgehen, nur bis zur Höhe von 2,5 Milliarden Euro überhaupt durch die Betreiber abgedeckt. "Damit trägt der Staat das finanzielle Risiko eines Störfalls", sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Axel Berg.

Müssten die Anlagenbetreiber am freien Markt eine Versicherungspolice
für einen hypothetischen GAU erwerben, so wäre das Thema Atomkraft schnell erledigt: Mal abgesehen davon, dass kaum ein Versicherer sich auf ein fast unlimitiertes Risiko einlassen würde, wäre eine solche Versicherung mit exorbitanten Prämien verbunden: "Dann müsste die Kilowattstunde um zwei Euro teurer werden", sagt Berg. Doch hier genieße die Atomwirtschaft ein Privileg wie sonst niemand: "Jedes Auto braucht eine ausreichende Haftpflichtversicherung, und auch jede Chemiefabrik."

Auch an anderer Stelle könnte die Gemeinschaft
in die Pflicht genommen werden für die Spätfolgen des lukrativen Geschäfts mit dem Atomstrom. Denn kein Mensch weiß, ob die Rückstellungen der Atomwirtschaft reichen werden, um eines Tages die Reaktoren zurückzubauen. Reicht das Geld nicht, ist wieder der Staat in der Pflicht - und dieses Szenario ist sehr wahrscheinlich. Da die Atomkonzerne ihre Rückstellungen zudem nicht in sicheren Anlageformen parken müssen, sondern damit am Kapitalmarkt agieren können, ist auch ein Verlust des Geldes möglich. Bekannt ist, dass Rückstellungen in großem Stil in Telekommunikationsunternehmen gesteckt wurden.

Da bei keinem anderen Kraftwerkstyp die Brennstoff- und Betriebskosten
im Verhältnis zu den Investitions- und Entsorgungskosten so gering sind wie bei der Atomkraft, kommen lange Reaktorlaufzeiten einer Gelddruckmaschine für den Betreiber gleich. Gleichzeitig werden aber gerade die abgeschriebenen Reaktoren zu einem großen Sicherheitsrisiko: "Man sieht doch an den jüngsten Ereignissen, dass mit dem Alter der Reaktoren auch das Störfallrisiko steigt", sagt Manfred Fischedick vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie.

"Wir sollten aufhören, den Atomausstieg immer wieder in Frage zu stellen",
rät Fischedick, denn auch die Gegner des Atomausstiegs sollten nicht vergessen, dass ein Aufschnüren des Atomkonsenses wieder einige Themen auf den Tisch brächte, die man eigentlich befriedet hat: "Dann müsste man auch wieder über die Haftpflichtversicherung, über die Sicherheitsstandards und über künftig notwendige Nachrüstungen reden."
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Hier umfassende Infos:
hier: Fessenheim Infos
hier: Infos AKW und Atomgefahren
hier: KKW und Klimaschutz
hier: Uran, Öl, Gas und weltweite Energievorräte
Infos zu "neuen" Atomkraftwerken
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