Wie sicher sind Atomkraftwerke? Wie sicher sind neue AKW tatsächlich? Wie wahrscheinlich ist eine GAU im AKW? 1:1 Mrd. Jahre???


Veröffentlicht am 19.05.2026

Wie sicher sind Atomkraftwerke? Wie sicher sind neue AKW tatsächlich? Wie wahrscheinlich ist eine GAU im AKW? 1:1 Mrd. Jahre???


Wenn in den Vereinigten Staaten, der Schweiz, Frankreich, Tschechien, Großbritannien und Finnland auf Druck der atomaren Seilschaften, die Laufzeit der Reaktoren auf 80 Jahre verlängert werden soll, dann ist es nötig, die Gefahren der Atomkraft zu benennen. Die Atomunfälle in Tschernobyl und Fukushima haben die globalen Gefahren der sogenannten "friedlichen Nutzung der Kernenergie" deutlich aufgezeigt.

[b]Die mächtigen, alten atomar-fossilen Seilschaften bekommen kriegsbedingt gerade weltweit Aufwind. Gemeinsam mit den anderenKriegsgewinnlern versuchen sie das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Wir erleben nicht nur in Sachen Atomkraft gerade den weltweiten Versuch, den ökologischen, sozialen und demokratischen Fortschritt zu behindern.



Atomkraft / Atomenergie: Die AKW-Gefahren kurz zusammengefasst / Welche Risiken birgt die Atomenergie?

Hier geht's zum Atomvortrag

Wie sicher sind AKW / Atomkraftwerke?
Sind Kernkraftwerke sicher? Ja. Kernkraftwerke sind sicher …


"Die Wahrscheinlichkeit eines schweren Atomunfalls, so wie wir sie in Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima erlebt haben beträgt 1 zu 1 Milliarde pro Jahr …"
Diese 1 Milliarde Jahre sind verdammt schnell vorbeigegangen.


Die Geschichte der Atomenergie ist und war stets auch eine Geschichte der Lüge. Aus diesem Grund veröffentlichen wir hier einen sehr lesenswerten Auszug aus einer der alten Pro-Atom-Broschüren, der Hamburgischen Elektrizitätswerke und der Nordwestdeutschen Kraftwerke AG, Hamburg aus dem Jahr 1973 zusenden …

HEW/NWK 1973
66 Fragen, 66 Antworten. Zum besseren Verständnis der Kernenergie



Frage 42:
Sind Kernkraftwerke sicher?


Antwort:
Ja. Kernkraftwerke sind sicher.

Das oberste Ziel bei der Auslegung jedes Kernkraftwerkes ist es, so viele technische Sicherheitsvorrichtungen einzubauen, dass durch den Betrieb des Kraftwerkes keinerlei Gefährdung für das Betriebspersonal und für die Bevölkerung in der Umgebung eintritt.
Bevor man sich entschloss, Kernkraftwerke in der uns heute geläufigen Größenordnung zu bauen, wurden in allen Industrieländern der Erde – ausgehend von den Erfahrungen mit Forschungsreaktoren – zunächst Prototyp- und Versuchskraftwerke errichtet. An diesen ersten Kernkraftwerkstypen konnte eine Vielfalt verschiedener technischer Sicherheitseinrichtungen erprobt werden. Aus den gewonnenen Erfahrungen kristallisierten sich die für die verschiedenen Reaktortypen wirksamsten und zuverlässigsten Sicherheitsvorkehrungen heraus, die heute für die im Bau befindlichen Kernkraftwerke vorgesehen werden.
Absolute Sicherheit kann für keine technische Anlage erreicht werden. Deshalb kann man nur die Wahrscheinlichkeit des Eintritts eines Schadens und die daraus abzuschätzenden Gefahren als Maßstab wählen. Es muss festgestellt werden, dass alle auf der ganzen Welt gebauten bzw. im Bau befindlichen Kernkraftwerke ein so hohes Maß an Sicherheit erreicht haben, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Schaden, der für die Umgebung eine wie auch immer geartete Gefährdung bedeutet, als sehr gering bezeichnet werden kann. Es ist bislang nicht ein einziger Fall bekannt, in dem irgendjemand in der Umgebung eines der Elektrizitätsversorgung dienenden Kernkraftwerkes durch Radioaktivität zu Schaden gekommen wäre.
Der Technische Überwachungsverein hat einmal ausgerechnet, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit für den sogenannten „Größten anzunehmenden Unfall“ (GAU), das heißt eines hypothetischen Unfallablaufes, für den jede Kernkraftanlage ausgelegt ist, 1:100 000 pro Jahr beträgt. Mit anderen Worten: Hätte der bekannte König Cheops aus der 4. altägyptischen Dynastie statt der von ihm errichteten Pyramide 20 große Kernkraftwerke gebaut und diese wären bis heute in Betrieb gewesen, dann müsste man damit rechnen, dass sich seither einmal ein solcher Unfall hätte ereignen können. Die Auswirkungen dieses Unfalls wären überdies so gewesen, dass jedermann am Kraftwerkszaun tagaus tagein hätte zuschauen können, ohne dabei mehr als die zulässige Strahlendosis zu empfangen. Nimmt man an, dass sämtliche Sicherheitseinrichtungen des Kernkraftwerkes nicht funktioniert hätten, dann wäre dies mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:1 Mrd. pro Jahr passiert. Das bedeutet, dass die Vormenschenaffen im Alt-Tertiär vor 50 Millionen Jahren besagte 20 Kernkraftwerke hätten bauen und seither betreiben müssen, dann hätte man einen solchen Unfall vielleicht einmal registrieren können.


Thorium Reaktor, Mini-AKW? Teure Pleiten, Pech und Pannen


In vielen Medien wurde und wird geradezu euphorisch über die zukünftigen, „kleinen, kostengünstigen, grünen“ Mini-Atomkraftwerke berichtet. Mit dem gezielt aufgebauten Mythos vom atommüllfressenden kleinen Atomkraftwerk & Thorium Reaktor wird von Lobbyisten weltweit die umweltfreundliche Energiewende bekämpft. Während wir ständig in irgendeiner Zeitung lesen, dass den Klein-Atomkraftwerken die Zukunft gehört, sieht die ökonomische Realität ein wenig anders aus.

Auch der französische Atomkonzern EDF stoppte jetzt die Entwicklung eigener kleiner Atomkraftwerke wegen nicht marktfähiger Kosten und wegen technischen Schwierigkeiten. Eigentlich wollte die EDF-Tochter Nuward ein eigenes, neues Mini-Reaktorkonzept entwickeln und hatte für diese Forschung auch schon viele Millionen Euro investiert. Frankreich dufte die Entwicklung von Mini-AKW Nuward mit 300 Millionen Euro fördern. Doch potenziellen Kunden wie Vattenfall (Schweden), ČEZ (Tschechische Republik) und Fortum (Finnland) waren von der AKW-Neuentwicklung, ihrem hohen Preis und der Technik nicht zu überzeugen. Stromgestehungskosten im Bereich von 70 bis 100 Euro pro Megawattstunde waren mit der neuen Risiko-Technik einfach nicht zu erzielen.

Auch in Idaho/USA sollten Small Modular Reactors entstehen. Dieses Projekt scheiterte im Jahr 2023 ebenfalls an den Kosten. Strom aus neuen, kleinen AKW ist auf funktionierenden Märkten nicht konkurrenzfähig.

"Solarstrom (PV) ist inzwischen weltweit fast überall am günstigsten: In der Wüste von Saudi-Arabien wird er für nur einen US-Cent pro Kilowattstunde (kWh) erzeugt, in Portugal für 1,4 US-Cent pro kWh. Laut US-Investmentbank Lazard sanken die solaren Erzeugungskosten zwischen 2009 und 2020 um 90 Prozent." Das ist ein Bruchteil der Kosten des Stroms aus den gefährlichen, teuren, neuen Mini-AKW und Strom aus Wind und Sonne wird immer billiger.

Dazu kommen noch die ungeheuren Risiken neuer, kleiner Atomkraftwerke. Der Export und weltweite Bau von Kleinstreaktoren würde dazu führen, dass immer mehr Länder, Diktaturen und Autokraten in den Besitz von Atomkraftwaffen gelangen und wäre ein globales Selbstmordprogramm. Es wäre wünschenswert, dass unsere Qualitätsmedien endlich auch über die teuren Pleiten, Pech und Pannen und über die Risiken der hochgepriesenen Mini-AKW berichten würden.

Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein


Aktueller Einschub aus der Zeitschrift Capital.de


"Es ist auffällig, dass ausschließlich Staaten mit viel Steuergeld in neue Atomkraftwerke investieren - und nicht etwa privatwirtschaftliche Unternehmen. Auch in Deutschland zeigen die Energiebosse kein Interesse. Denn längst ist ihnen klar: Atomkraftwerke sind viel zu teuer. Keine Kilowattstunde aus einem neu errichteten Atomkraftwerk kann konkurrieren mit einer aus einem Windrad oder einem Solarpanel. Das IPCC hat in einem Statement klargemacht: „Neu errichtete Kernkraftwerke waren zu keiner Zeit wettbewerbsfähig und werden es auf absehbare Zeit auch nicht werden.“



AKW Laufzeitverlängerung: Wie sicher sind Atomkraftwerke? Wie sicher sind neue AKW tatsächlich? Wie wahrscheinlich ist eine GAU im AKW? 1:1 Mrd. Jahre???