GIER: marktradikal, libertär, demokratiefeindlich ...
Veröffentlicht am 03.08.2026

Gier & das Zeitalter der GIER: marktradikal, libertär, demokratiefeindlich ...
Das Zeitalter der entfesselten GierWir leben in einem Zeitalter, in dem Gier nach immer mehr Geld, Macht und Einfluss Politik, Wirtschaft und Gesellschaft prägt. Kurzfristige Profite werden über Klima, Natur, soziale Gerechtigkeit und die Interessen künftiger Generationen gestellt. Marktradikale Ideologien, der Einfluss von Oligarchen und Konzernen sowie die Konzentration von Reichtum verschärfen Krisen und schwächen demokratische Gestaltungsmöglichkeiten. Die Herausforderungen unserer Zeit verlangen nicht mehr Gier, sondern mehr Verantwortung, Solidarität und den Schutz unserer gemeinsamen Lebensgrundlagen.
Überreichtum
bedeutet die extreme Konzentration von Vermögen und wirtschaftlicher Macht in den Händen weniger Menschen. Er ermöglicht überproportionalen politischen und gesellschaftlichen Einfluss, verschärft soziale Ungleichheit und geht oft mit einem besonders hohen Ressourcenverbrauch sowie hohen Treibhausgasemissionen einher. Eine demokratische und nachhaltige Gesellschaft braucht Grenzen für Machtkonzentration sowie faire Chancen und Teilhabe für alle.
Überreichtum – Zahlen von Oxfam (2026)
*18,3 Billionen US-Dollar: So hoch war das Gesamtvermögen der Milliardär*innen weltweit Ende 2025 – ein historischer Rekord.
*+2,5 Billionen US-Dollar in nur einem Jahr: Der Vermögenszuwachs 2025 entspricht nahezu dem gesamten Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung (4,1 Milliarden Menschen).
*+16 % in einem Jahr: Die Vermögen der Milliardär*innen wuchsen 2025 dreimal so schnell wie im Durchschnitt der fünf Jahre zuvor.
*+81 % seit 2020: Seit März 2020 stieg das Vermögen der Milliardär*innen inflationsbereinigt um mehr als 80 %.
*Deutschland: 172 Milliardär*innen mit einem Gesamtvermögen von 840,2 Milliarden US-Dollar (+30 % in einem Jahr).
*Armut: Gleichzeitig leben weltweit 3,77 Milliarden Menschen von weniger als 8,30 US-Dollar pro Tag, und rund ein Fünftel der Menschen in Deutschland gilt als arm.
Etwa 5- bis 10 Millionen Menschen lebten vor 10 000 Jahren auf der Erde. Heute sind es 8 Milliarden Menschen, die alle so verschwenderisch leben wollen wie wir.
"Ein Milliardär ist so klimaschädlich wie eine Million Menschen", sagt eine Oxfam-Studie aus dem Jahr 2022. Millionäre wären gerne Milliardäre und Gutverdienende wollen Millionäre sein. Arme wäre gerne Gutverdienende und "der arme Rest der Welt" würde gerne so verschwenderisch leben wie wir. Das kann und wird nicht gutgehen.

Es ist nur logisch, dass dieses explosionsartige Wachstum im Zeitalter der Großen Beschleunigung für uns und andere Lebewesen Folgen hat. Kaum jemand bestreitet noch, dass derzeit auf der Welt ein gigantisches Massensterben läuft, ähnlich dem vor 66 Millionen Jahren, als die Dinosaurier von der Erdoberfläche verschwanden. Wir leben in einem System der globalisierten Gier, das scheinbar nur funktioniert, wenn es unbegrenzt wächst und dabei erstaunlicherweise die Menschen immer unzufriedener macht.
Es ist unbestritten, dass 8 Milliarden Menschen nicht so verschwenderisch leben können wie wir. Und es ist ebenfalls unbestritten, dass der arme Teil der Weltbevölkerung einen massiven Nachholbedarf an umweltgerechtem Wachstum hat. Wir leben in einer Zeit der Gier, in dem umweltzerstörende Milliardäre für viele Menschen "Vorbilder" sind. Doch Vorbild muss das gute Leben für alle sein und dafür braucht es immer auch soziale Gerechtigkeit. Wir hätten zwischenzeitlich sogar die gute, menschengerechte Technik für dieses gute Leben.
Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein

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