2022 / Frankreich: alte, teure, gefährliche AKW / Atomkraftwerke


Veröffentlicht am 08.05.2022

Frankreich: alte, teure, gefährliche AKW / Atomkraftwerke


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Das Atomstromland Frankreich steht (auch ohne jederzeit möglichen Atomunfall) vor einer ökonomischen Katastrophe. Wegen Wartungen und Mängeln sind im Frühjahr 2022 die Börsenstrompreise in Frankreich um ein Vielfaches gestiegen. Immer wieder und immer häufiger legen sich Frankreichs alternde Meiler wegen Störungen oder ausufernder Wartungsarbeiten von selbst lahm. Die atomaren Risiken und die Preise für Atomstrom explodieren. Deutschland exportiert immer mehr Strom aus Wind und Sonne ins Atomstromland.


Meine Socken & die französischen Atomkraftwerke

Im Jahr 2016 habe ich als BUND-Geschäftsführer in einer Rede einmal einen ernstgemeinten Zusammenhang zwischen meinen Socken und den französischen AKW hergestellt...
Meine damalige "Socken-Metapher" wird im Jahr 2022 immer mehr zu Realität...

Auszug aus der alten Fessenheim-Rede:

"Lieber Herr Hollande
Sie haben mit Ihren alten AKW doch die gleichen Probleme wie ich mit meinen Socken.

Meine Mutter Hilde hat mir lange Jahre regelmäßig Socken gestrickt und damit leider vor 10 Jahren altersbedingt aufgehört.
Mein Schrank ist voll mit Socken, die jetzt alle gemeinsam alt werden und alle gemeinsam Löcher bekommen.

In Frankreich wurden vor 40 Jahren über 60 Atomkraftwerke gebaut und diese werden jetzt fast zeitgleich alt.
Ihre AKW bekommen (ähnlich wie meine Socken) jetzt gemeinsam immer größere Probleme.

Ein mögliches, richtig fettes Alterungsproblem der maroden Reaktoren, das zur gleichzeitigen Abschaltung aller AKW zwingt, würde Frankreich endgültig in die Pleite treiben."
(Zitatende)

Aktueller Auszug aus einem lesenswerten Beitrag von Ralf Streck

"Wegen der Korrosionsprobleme müssen in Frankreich immer neue Atomkraftwerke abgeschaltet werden, die Kapazität ist mit 28 Gigawatt nun so niedrig wie nie zuvor

Es wird immer enger bei der Stromversorgung im Atomstromland Frankreich, das sich mit seinem überalterten Atompark tief in eine Sackgasse manövriert hat. Wie Telepolis berichtet hat, sehen auch Experten weltweit eine "Katastrophe" in Frankreich auf die Tagesordnung rücken.

Es könnte schon in diesem Herbst zum Blackout im Nachbarland kommen, der auch erhebliche Auswirkungen auf das europäische Stromnetz haben dürfte. Ohnehin war es Anfang des Monats fast wieder so weit, als die Franzosen – wieder einmal – zum Stromsparen aufgefordert waren, damit das Netz nicht kollabiert. Es war etwas kälter geworden.

Es ist klar, dass die Korrosionsprobleme in den Atommeilern immer größere Kreise ziehen. Lieferte der Atompark Anfang des Monats ohnehin nur noch eher lächerliche 32 Gigawatt, ist die Leistung nach Abschaltung weiterer Meiler nun sogar auf 28 Gigawatt gesunken und damit "so schwach wie nie zuvor", berichtet France info."

Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein


Frankreich & alte, teure, gefährliche AKW


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