Kloster Tennenbach: Gefährdung des Tennenbacher Tals durch Strassenbau im Tal und am Waldrand


Kloster Tennenbach: Gefährdung des Tennenbacher Tals durch Strassenbau im Tal und am Waldrand



Das Redemanuskript der Kreistagsrede vom 15.5.17 finden Sie unten auf dieser Seite:

Gefährdete Klosterkapelle Tennenbach & Tennenbacher Tal: BUND sucht Kompromisse

Im wunderschönen Tennenbacher Tal soll eine Straße repariert und verbreitert werden. Gleichzeitig treffen auf engem Raum viel zu viele unterschiedliche Schutzgüter aufeinander. Da gibt es den wichtigen Landschafts- und Denkmalschutz, da gibt es den Trinkwasserschutz, den Schutz der Menschen in den Dörfern, die keine Umleitung des Schwerlastverkehrs auf ihre Kosten wollen und die Idee von Herrn Niemann eine neue Trasse oben am Waldrand auf Kosten wertvoller Natur zu bauen. In dieser Gemengelage widersprüchlicher, wertvoller Schutzgüter gibt es nach BUND-Ansicht leider keine "einfachen Lösungen".




Es gibt einen wichtigen Aspekt bei diesen Planungen, der erstaunlicherweise bisher noch nie öffentlich diskutiert wurde. Es gibt keinen Zuschuss des Landes für den Ausbau. Auf dieses Geld hatte die Kreisverwaltung gehofft und mit dem Geld des Landes wäre viel umfassender und zerstörerischer geplant und gebaut worden.

Der BUND wirbt seit Jahren für menschen-, landschafts-, grundwasser- und naturgerechte Kompromisse in Sachen Tennenbacher Tal. Kompromisse, die den Menschen in Freiamt und den Straßenbenutzern nur wenige Sekunden Zeitverzögerung abverlangen, die gleichzeitig aber Respekt für Natur, Landschaft, Kapelle und eines der landschaftlich schönsten Täler in Südbaden aufzeigen.



Die durchsetzbare "einfache und gute" Lösung der Probleme gibt es leider nicht. Gerade darum sind Kompromisse notwendig und wichtige erste Schritte in Richtung Kompromiss sind getan.



Ist das Glas jetzt halb voll oder halb leer? Ohne den Druck des BUND, der Verbände, der Kulturschaffenden im Landkreis, der Kirche und der Bürgerinitiative wäre nicht so viel erreicht worden.

Aus BUND-Sicht gibt es nach einigen erkennbaren Verbesserungen an den alten Planungen noch drei zentrale, durchaus lösbare Konfliktfelder:



Insbesondere die ersten beiden Konfliktfelder verhindern noch eine Zustimmung des BUND zum Projekt.

Eine rechtzeitige, umfassende Einbindung und Verfahrensbeteiligung der anerkannten Naturschutzverbände hätte allen Beteiligten viel Ärger ersparen können.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer / Renate Hund, Kreisvorstand Emmendingen


Nachträge:


  • Das Kloster Tennenbach war eine ehemalige Zisterzienserabtei,
    gelegen bei Freiamt im Landkreis Emmendingen. Das Kloster existierte in der Zeit von 1160 bis 1807. Tennenbach war eines der bedeutendsten und größten Klöster im südwestdeutschen Raum. Nach dem Abriss sind die einzigen vorhandenen Reste der Chor der Hospitalkapelle und ein ehemaliges Ökonomiegebäude, das heutige Gasthaus Engel. Die hübsche, kleine, immer noch genutzte Kapelle liegt in einem der landschaftlich schönsten und reizvollsten Täler im Landkreis Emmendingen und ist in einer Zeit ungehemmten Flächenverbrauchs ein winziges, übrig gebliebenes Fragment von Heimat.

  • Warum entzündet sich beim geplanten Straßenbau an dieser kleinen schönen Kapelle ein solcher Widerstand?
  • Weil in den letzten Jahrzehnten im Landkreis Emmendingen durch einen explodierenden Flächenverbrauch immer mehr schöne Gebiete und Naturgebiete zerstört wurden.
  • Weil immer mehr Natur und Heimat zwischen den Fingern zerrinnt.


    Der Dohlenkrebs im Tennenbächle
    zeigt mehr als deutlich wie Komplex das Thema Tennenbach ist.

    Es gibt tatsächlich keine einfachen Löungen für das Problem




    Redemanuskript der Kreistagsrede vom 15.5.17


    Herr Landrat
    Meine Damen und Herren Kreisräte

    Das Thema Tennebach ist ein schwieriges Thema, ein komplexes Thema

    Es geht auch nach unserer Ansicht nicht um einen Autobahnausbau, sondern um eine Verbreiterung

    Ein entsetzlich komplexes Thema
    Nur ein Bsp: Der bedrohte Dohlenkrebs im Tennenbächle

  • Wir haben keinen Zweifel, dass die Naturschutzverwaltung des Kreises sich des Themas seriös annehmen wird.

    Komplexe Probleme erfordern komplexe Lösungen
    Wir leben in einer Zeit der Vereinfacher und der scheinbar einfachen Lösungen

    Die Naturschutzbeauftragten lehnen die Waldrandtrasse ab
    Wir haben keinen Grund ihnen zu misstrauen

    Die Grünen haben den Ausbau bisher konstruktiv kritisch begleitet und wir werde heute (noch) nicht zustimmen.

    Gründe /ungelöste Probleme:
  • Hohe Kosten
  • Noch fehlendes verbindliches Tempolimit (Zuständig ist die Stadt Emmendingen)
  • Das Problem der befestigten Bankette der Straße ungelöst (Optisch würde sie vier Meter breiter wirken)
  • Für die Wassereinleitung in das Tennenbächle & den Dohlenkrebs braucht es noch Lösungskonzepte
  • Die Petition des VCD sollte abgewartet werden

    Der Landkreis hat ein Petitions-Problem
  • Der Kreis hofft auf schnelle Bearbeitung der VCD-Tennenbach-Petition
  • Vor dem Petitionsausschuss sind alle gleich
  • Die Petition der BI Grundwasser in Köndringen wartet schon seit unsäglichen 5 Jahren auf Bearbeitung...
  • Sind vor dem Petitionsausschuss alle gleich?

    Wenn diese Punkte geklärt sind können wir zustimmen, heute noch nicht.
    Wir sehen die erreichten Kompromisse und Erfolge und bedanken uns auch dafür bei der geplagten Verwaltung.
    Wir sehen das wunderschöne Tal, wir sehen aber auch die Interessen der Freiämter, die Bedrohung der Natur an der Waldrandtrasse und wir sehen auch die Bedrohung der Menschen an den Ausweichtrassen für den Schwerlastverkehr
    Wir akzeptieren selbstverständlich auch eindeutige Mehrheitsentscheidungen des Kreistages.
    Axel Mayer. Kreisrat



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    • 3) Im Zweifel ist die-Allgemeine Erklärung der Menschenrechte- immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.

    Axel Mayer

    Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)