Volksbegehren Artenvielfalt / Artenschutz in Baden-Württemberg - "Pro Biene"/ im Herbst 2019 unterrschreiben


Volksbegehren Artenvielfalt / Artenschutz in Baden-Württemberg - "Pro Biene" im Herbst 2019 unterschreiben



In Baden-Württemberg wurde am 19. Mai 2019, ähnlich wie in Bayern, ein Volksbegehren unter dem Motto „Rettet die Bienen!“ gestartet. Nicht nur in Bayern nimmt das Artensterben dramatische Ausmaße an. Der Rückgang von landwirtschaftlichen Betrieben, Bienen, Schmetterlingen, Amphibien, Reptilien, Fischen, Vögeln, Kleinsäugern und Wildkräutern ist auch in Baden-Württemberg alarmierend. Bayern hat gezeigt, dass Bürgerinnen und Bürger einen Wandel im Umgang mit unserer Lebensgrundlage wollen und dafür Verantwortung übernehmen.

Aktueller Einschub:


Am 26. Juli 2019 wurden der Antrag auf das Volksbegehren Artenschutz - “Rettet die Bienen” und die erforderlichen Unterschriften dafür beim Innenministerium eingereicht. Wir danken allen Aktiven!
Das Innenministerium in Stuttgart teilte am 14.8.19 mit, das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ werde zugelassen.


Die erste (einfache!) Runde des Volksbegehren ist also abgeschlossen. Für diese Runde waren "nur" 10.000 Unterschriften nötig und wir haben schon 36.000 gesammelt. Nach der Prüfung des Volksbegehrens durch die Landesregierung kommt die viel schwierigere zweite Runde. Dann braucht es Eure Aktivitäten und mindestens 10 % an Unterschriften der Wahlberechtigten des Landtags, also ca. 770.000 Unterschriften!!!
Da kommt viel Arbeit auf Euch und uns zu und die gut organisierten Angstkampagnen der Agrochemie-Lobby laufen an. Gezielt treten die Konzerne aber nicht in Erscheinung, sondern schicken "die Kleinen vor" um Stimmung zu machen.



Auch diese Mitwelt-Initiative unterstützt "Hoffnungsfroh - Illusionslos" das Volksbegehren "Artenschutz - Rettet die Bienen“ in Baden-Württemberg.



Die Unterschriftenlisten für die "zweite Runde" des Volksbegehrens gibt es vermutlich ab Mitte Ende Sept. 2019 auch beim BUND-Regionalverband in Freiburg und bei vielen regionalen BUND-Gruppen.

Das Volksbegehren und Ihre Unterschrift in der zweiten Runde im Herbst 2019 sind wichtig!
Sie werden das Artensterben allerdings nur verlangsamen. Schon dies ist in dieser Zeit des globalen Artensterbens ein Fortschritt.


Insektensterben, Bauernsterben & Volksbegehren Artenschutz


Insektensterben
Das Wissenschaftsjournal PLOS ONE veröffentlichte 2017 die Studie „More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected areas“. Diese bestätigt die massive Insektenausrottung in Deutschland. Zahlreiche ehrenamtliche Entomologen hatten wissenschaftliche Daten zwischen 1989 und 2015 an über 60 Standorten gesammelt und die Ergebnisse sind mehr als erschreckend. Sie müssen auch im Zusammenhang mit dem bedrohlichen globalen Artensterben gesehen werden.

Bauernsterben
Seit 1949 sind in Baden-Württemberg 75 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe aus der Land- und Forstwirtschaft verschwunden. Bundesweit gab es einen Rückgang von 196.568 Betrieben oder 42 Prozent innerhalb der letzten 17 Jahren. Und mit den kleinen und mittleren Betrieben sterben auf größer werdenden Äckern auch Bäume, Hecken, Insekten, Vögel und jede Art von biologischer Vielfalt. Die Landwirtschaft in Baden-Württemberg konkurriert auf einem weltweiten Agrarmarkt im Rahmen der Globalisierung und des Freihandels mit Ländern wie Kanada. Unsere in kleinen Teilen immer noch erfreulich kleinräumige Landwirtschaft (insbesondere in Südbaden) verkauft teilweise auf dem gleichen Markt wie die giftdominierte großindustrielle Landwirtschaft in den USA. Auch in Nord- und Ostdeutschland dominiert eine politisch gewollte, industrielle, massiv umweltzerstörende Landwirtschaft. Wir sind auf dem Weg zur großen, globalen Agrarfabrik mit Gift und Gentechnik und gefährden Mensch und Natur. Wenn nur noch der Preis und der „freie Markt“ zählen, wenn eine verfehlte EU-Agrarpolitik nur die großindustrielle Landwirtschaft und Agrarfabriken unterstützt, wenn die Bauernverbände in Baden-Württemberg diese Zusammenhänge nicht erkennen wollen, dann haben Insekten, Vögel, Hecken, Grundwasser, aber auch die Mehrzahl der Landwirte in Baden-Württemberg selbst keine Chancen.

Die Naturschutzbewegung und das Volksbegehren sind nicht die Feinde der Landwirtschaft, sondern potentiell Verbündete einer insektenfreundlichen, grundwasserfreundlichen, naturnäheren, giftärmeren, nachhaltigen und somit auch moderneren und zukunftsorientierten Landwirtschaft. Wir müssen den Wachstumswahn brechen und die Globalisierung menschengerecht und nachhaltig gestalten. Dazu braucht es nicht nur ein Volksbegehren, sondern eine andere Agrar- und Subventionspolitik als die von CDU, CSU, FDP und der Europäischen Kommission. Und die Landwirtschaft braucht endlich auch gute Preise für gute, umweltschonend erzeugte Produkte.

Was jetzt langsam anläuft ist die gut organisierte PR-Kampagne gegen das Volksbegehren
Das Volksbegehren greift die finanziellen Interessen der großen Agrochemie-Konzerne massiv an. Es stört den Traum der Politik und der Konzerne von der ständig wuchernden, großen, globalen Agrarfabrik.
Noch vor wenigen Jahrzehnten wurden solche Konflikte direkt zwischen Umweltbewegung und Konzernen ausgetragen, doch die PR-Strategien haben sich geändert. Heute schieben Bayer, Höchst & Co. industriegelenkte Initiativen, Stiftungen und Kleinbauern vor, um im großen Streit nicht selber öffentlich in Erscheinung zu treten. Ängste werden geschürt und einzelne Landwirte und Öko-KritikerInnen des Volksbegehrens gezielt in die PR-Kampagnen eingebaut. Das Volksbegehren weckt "gut organisierte" aber auch durchaus nachvollziehbare Sorgen in der von allen Seiten massiv bedrängten Landwirtschaft. Hier gibt es eine "Bringschuld" der Initiatoren des Begehrens, diese Sorgen ernst zu nehmen. Die Debatte um das Volksbegehren sollte genutzt werden um die dringend notwendige Debatte zwischen Umweltbewegung und Landwirtschaft zu intensivieren, und nicht um Gräben aufzureißen. Wir dürfen nicht nur auf Baden-Württemberg schauen. In Brüssel wird über Milliardensubventionen für die Landwirtschaft entschieden. Mit diesem Geld könnten Bauern und Bienen gerettet werden.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer


Schmetterlingssterben, Insektensterben, Bienensterben & Ursachen (Kurzversion)
Ein internationales Forscherteam aus den Niederlanden, Großbritannien und Deutschland hat die dramatischen Befunde zum Insektenrückgang in Nordwestdeutschland in einer Studie bestätigt. Die Forscher stellten damit die Beobachtungen des Entomologischen Vereins Krefeld auf eine wissenschaftlich abgesicherte Basis. So ist mit den Biomasseverlusten bei Fluginsekten von 76 bis 81 Prozent seit den 1990er Jahren ein klarer Negativ-Trend erkennbar. Insgesamt wurden in einem Zeitraum von 27 Jahren 63 Standorte in Schutzgebieten unterschiedlichster Lebensräume des Offenlandes überwiegend in Nordwestdeutschland untersucht, wobei der Rückgang überwiegend im Flachland festgestellt wurde.

Die Ursachen des massiven Schmetterlingssterbens und Insektensterbens sind vielfältig.
Es gibt Hauptgründe und Nebengründe für den massiven Rückgang der Arten und es gibt ein massives ökonomisches Interesse der Agrochemielobby und ihrer PR-Agenturen dieses Thema bei der Abstimmung in Baden-Württemberg gezielt nur in den kleinen Nischen und Randbereichen zu diskutieren.

Die Hauptursache für das Sterben von Insekten wie Schmetterlingen und Bienen ist die industrielle Landwirtschaft mit ihren Giften (Neonicotinoide...), Herbiziden (Glyphosat...), Überdüngung und die „pflegeleichte“ ausgeräumte, monotone Agrar-Landschaft. Ein besonders bedrückendes Phänomen ist die Fernwirkung der Gifte und Düngemittel selbst in weit entfernte Naturschutzgebiete.
Zu den weiteren Ursachen des Rückgangs zählen Biotopverluste bei Pflanzen aufgrund erhöhten Stickstoffgehalts im Boden. Aus zweimal gemähten artenreichen Wiesen wurden stark gedüngte artenarme Produktionsflächen für Biogasanlagen und Hochleistungskühe. Die Giftorgien in Privatgärten, aktuell bei der Bekämpfung des Buchsbaumzünslers, dürfen bei der Ursachenanalyse nicht außer Acht gelassen werden. Als weitere mögliche Ursachen gelten Klimawandel, Flächenverbrauch und Bebauung, der zunehmend beschleunigte Verkehr, Lichtverschmutzung und die massenhafte Tötung von Insekten an Lichtquellen.
Mehr Infos zum Insektensterben

Was jetzt langsam anläuft ist ein Propaganda-Krieg gegen das Volksbegehren Volksbegehren Artenvielfalt
Unser Volksbegehren greift die finanziellen Interessen der großen Agro-Chemie-Konzerne massiv an. Mit Neonicotinoiden, Glyphosat und anderen Giften machen Konzerne wie Bayer und Syngenta satte Gewinne und das Volksbegehren Artenvielfalt gefährdet diese Gewinne massiv. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis die PR-Abteilungen der Agrochemie-Multis und die Bauernverbände zur Gegenoffensive blasen. Noch vor wenigen Jahrzehnten wurden solche Konflikte direkt zwischen Umweltbewegung und Konzernen ausgetragen, doch die PR-Strategien haben sich geändert. Heute schieben Bayer, Höchst & Co. Bauernverbände, industriegelenkte Initiativen, Stiftungen und Kleinbauern vor, um im großen Streit nicht selber öffentlich in Erscheinung zu treten. Dies führt leider häufig dazu, dass die Landwirte stellvertretend für die Industrie den Ärger bekommen.

Volksbegehren, Insektensterben & Bauernsterben
Seit 1949 sind in Baden-Württemberg 75 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe aus der Land- und Forstwirtschaft verschwunden. Bundesweit gab es einen Rückgang von 196.568 Betrieben, das sind 42 Prozent innerhalb von nur 17 Jahren. Und mit den kleinen und mittleren Betrieben sterben auf größer werdenden Äckern auch Bäume, Hecken, Insekten, Vögel und jede Art von biologischer Vielfalt. Die Landwirtschaft in Baden-Württemberg konkurriert auf einem weltweiten Agrarmarkt im Rahmen der Globalisierung und des Freihandels mit Ländern wie Kanada. Unsere in kleinen Teilen immer noch erfreulich kleinräumige Landwirtschaft verkauft auf dem gleichen Markt wie die giftdominierte großindustrielle Landwirtschaft in den USA. Auch in Nord- und Ostdeutschland dominiert eine politisch gewollte, industrielle, massiv umweltzerstörende Landwirtschaft. Wenn nur noch der Preis und der „freie Markt“ zählen, wenn eine verfehlte EU-Agrarpolitik nur die großindustrielle Landwirtschaft und Agrarfabriken unterstützt, wenn die Bauernverbände in Baden-Württemberg diese Zusammenhänge nicht erkennen wollen, dann haben Insekten, Vögel, Hecken, Grundwasser, aber auch die Mehrzahl der Landwirte in Baden-Württemberg selber keine Chancen. Die Naturschutzbewegung und das Volksbegehren sind nicht die Feinde der Landwirtschaft, sondern potentiell Verbündete einer insektenfreundlichen, grundwasserfreundlichen, naturnäheren, giftärmeren, nachhaltigen und somit auch moderneren und zukunftsorientierten Landwirtschaft. Wir müssen den Wachstumswahn brechen und die Globalisierung menschengerecht und nachhaltig gestalten. Dazu braucht es nicht nur ein Volksbegehren, sondern eine andere Agrar- und Subventionspolitik als die von CDU, CSU, FDP und der Europäischen Kommission.

Axel Mayer, mitwelt.org

Die (ziemlich braven) Forderungen des Volksbegehrens:


Den genauen Gesetzestext des Volksbegehrens finden Sie Hier

Der Ablauf des Volksbegehrens ist wie folgt:


Die Ursachen für das große globale und regionale Artensterben & Insektensterben


und für den Klimawandel sind vielfältig und doch lassen sie sich zu einem Bild zusammenfügen. Wir leben in einer Zeit der global organisierten Gier und einer Endzeit exponentiellen wirtschaftlichen Wachstums im begrenzten System Erde und verwandeln die vielfältige Welt in eine große einheitliche Fabrik. In eine Agrar-Fabrik, eine Fabrik-Fabrik, eine Konsum-Fabrik und eine Wohn-Fabrik, in der zunehmend übersättigte Menschen immer unzufriedener werden. Wir zerstören die Erde für dummen Überkonsum und der Rest der Welt will genauso verschwenderisch leben wie wir. Die meisten der angebotenen Problemlösungsansätze von Politik und Medien sind "putzig" angesichts der Dimension der Probleme. In Friedenszeiten werden in Deutschland die Rüstungsausgaben auf 85 Milliarden Euro (85.000.000.000) verdoppelt und die Überlebensausgaben (Artensterben, Klimakatastrophe) werden vernachlässigt.

Aktueller Einschub vom 6.5.19:
Uno-Bericht Eine Million Arten vom Aussterben bedroht


Ziel der UN - IPBES-Studie war es, eine solide wissenschaftliche Grundlage zu schaffen, auf der knapp 200 Regierungen in den kommenden eineinhalb Jahren über ein neues Uno-Rahmenabkommen zur Bewahrung der biologischen Vielfalt verhandeln. Das Abkommen soll, falls es zustande kommt, im Oktober 2020 beim Weltnaturschutzgipfel im chinesischen Kunming beschlossen werden.

Hier einige der verheerenden Aussagen des UN-Berichts:



Infos zum Schmetterlingssterben / Insektensterben / Artensterben 2019


Aktueller Einschub:
Eine Studie des DLR aus dem Jahr 2019 besagt, dass pro Jahr ca. 1.200 Tonnen Insektenbiomasse in Deutschland an Windrotoren verloren gehen und die Kohle- Atom- und Agrarchemielobbyisten (Die Welt!) greifen das Thema begierig auf. Das ist lesenswert und doch gemessen an den Hauptursachen des Insektensterbens tatsächlich nur ein Rand- und Nischenthema. Alleine in deutschen Wäldern fressen Vögel 400.000 Tonnen Insektenbiomasse im Jahr! Das Ganze erinnert an die gelenkte Debatte um zu den jährlich ca.100.000 von Windrädern getöteten Vögeln, die verhindern soll, dass über die 18 Millionen Vögel diskutiert wird, die in Deutschland an Glasscheiben sterben. Strom aus Kohlekraftwerken und neuen AKW ist nicht nur gefährlich, sondern auch auch viel teurer als Strom aus Windenergie. Gerade darum bekämpfen die Lobbyisten die erneuerbaren Energien mit gezielt vorgeschobenen Scheinargumenten. Während die Medien über dieses absolute Nischenthema berichten erlaubt Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner neue insektenmordende Agrargifte.


Schmetterlingssterben / Insektensterben / Artensterben

Dieses Grafikmotiv gibt´s als Banner (200cm x 66,65 cm) für Demo & Balkon für 10 nur Euro im BUND-Laden.





Axel Mayer, BUND-Regionalgeschäftsführer



Infosammlung 2019: Natur, Naturschutz & Naturgebiete, in Südbaden, im Elsass und am Oberrhein












Interessieren Sie sich für Naturschutzthemen am Südlichen Oberrhein?
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Mitwelt-Warnungen 2019 & Hinweise zu diesen Seiten...



Axel Mayer

Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)



Wichtiger Terminhinweis zum Schluss:
Klima-Streik am 20. September 2019 / Global, bundesweit & regional!


Und es ist leider auch nötig einige Friedens-Fahnen zu den großen Demos am 20.9. mitzunehmen.

Auch diese Mitwelt-Seite unterstützt Fridays for Future und ruft auf zum globalen Klima Streik am 20. September 2019!

Wir erinnern an den 20. September 1974. Damals, genau 45 Jahre vor dem Streiktag, wurde erfolgreich der Bauplatz eines geplanten, extrem luftverschmutzenden Bleiwerks im elsässischen Marckolsheim von Umweltschützern beidseits des Rheins besetzt. am 20.9.1974 begannen die Kämpfe für saubere Luft und Klimaschutz.

Mehr Infos: Globaler Klima Streik für Alle am 20. September 2019!