Bitcoin Kritik 2019: Energieverbrauch, Stromverbrauch, Klimawandel, Umweltzerstörung, Verluste, Betrug & Gier


Bitcoin Kritik 2019: Energieverbrauch, Stromverbrauch, Umweltzerstörung, Klimawandel, Verluste, Betrug & Gier



"The cryptocurrency uses as much CO2 a year as 1 Million transatlantic flights. We need to take it seriously as a climate threat" schrieb der Guardian am 17.1.2018


Aktueller Einschub 2019


Bis November 2018 haben Rechner, die die digitale Währung Bitcoin erstellen, so viel Kohlendioxid (CO2) ausgestoßen wie in etwa die Länder Jordanien oder Sri Lanka. Das hat die Technische Universität München in einer Studie herausgefunden. Die Autoren errechneten dafür den Stromverbrauch von Computern, die Bitcoins beim sogenannten Schürfprozess benötigen. Demnach verbrauchten die Rechner etwa 45,8 Billionen Wattstunden pro Jahr (Stand November 2018). Dies führt der Studie zufolge zu einem jährlichen Ausstoß von 22 bis 22,9 Millionen Tonnen Kohlendioxid.(CO2).


Der Bitcoin ist eine digitale Mode-Währung, die Einzelnen satte Profite, aktuell aber auch massive Verluste gebracht hat. Kryptowährungen spielen die Rolle des Vermittlers, wenn es um Drogenhandel, Terrorismus und Steuerhinterziehung geht. Bitcoins "entstehen" durch Mining. Dieses Mining ist ein Vorgang bei dem große Computer ein kompliziertes mathematisch kryptographisches Rätsel lösen müssen, das hohen Einsatz von Rechenleistung und somit extrem viel Strom braucht. Bei diesem Mining wird vom Bitcoin-Netzwerk allen beteiligten Rechnern eine Aufgabe gestellt, die sie lösen müssen. Wer die Aufgabe knackt, bekommt 12,5 Bitcoins überwiesen, die im Mai 2018 etwa noch 90 000 Euro Wert waren. Die Menge des Pseudo-Gelds wurde - dem Vorbild des Golds folgend - von den Erfindern von vornherein begrenzt. Mehr als 21 Millionen Bitcoin werden die Computer nie produzieren können, 16 Millionen gibt es bereits, und die Produktion der verbliebenen Bitcoin mittels komplizierter Rechenaufgaben verschwendet gigantische Mengen von Strom, ebenso jede Überweisung. Nach den geschätzten Daten des Bitcoin Energy Consumption Index verbraucht eine Transaktion im Frühjahr 2018 noch 819 kWh bei massiv steigender Tendenz. Im Vergleich mit einem Kühlschrank mit 150 Watt, könnte dieser damit 8 Monate lang betrieben werden. Dabei ist es unerheblich, ob nur 0,004 oder 20 Bitcoins überwiesen werden – der Stromverbrauch bleibt der Gleiche. Die unglaublichen Stromkosten zeigen, dass die Rechner nur dort profitabel eingesetzt werden können, wo Strom extrem billig is.

Je mehr Rechenpower ein Teilnehmer ins Netzwerk einspeist, desto größer sind seine Chancen, die Bitcoins zu erhalten. Die notwendige Technik in Verbindung mit maximaler Gier führen dazu, dass der Energieverbrauch explodiert. Die Bitcoin-Blase hat erstaunliche Parallelen zur Tulpenzwiebel-Hysterie im Jahr 1636, allerdings mit negativeren Folgen für die Umwelt. Bitcoins umhüllen und tarnen die private Gier mit dem Mantel der Freiheit.

Der Blockchain-Experten Alex de Vries sagte am 6 Mai 2018:
"Innerhalb von nur sechs Monaten hat sich der Energieverbrauch durch Bitcoin-Berechnungen verdoppelt. Hält der Trend an, könnte die Kryptowährung Ende nächsten Jahres so viel Energie verschlingen wie derzeit alle Solaranlagen weltweit erzeugen." In SPIEGEL ONLINE am 22.05.2018 sagte er: "Der Energiebedarf des Bitcoin-Systems ist atemberaubend. Zurzeit verbraucht es etwa 67 Terawattstunden pro Jahr. Das ist mehr Strom, als die ganze Schweizer Volkswirtschaft benötigt: 0,3 Prozent des weltweiten Konsums. Und es wird immer extremer. Bis zum Jahresende könnte der Anteil auf ein halbes Prozent wachsen. Das wäre der Verbrauch von Österreich."


Zum Energieproblem kommt aus ökologischer Sicht zudem ein wachsendes Schrott-Problem. Denn die beliebtesten Geräte fürs Bitcoin-Schürfen nutzen anwendungsspezifische integrierte Schaltkreise, die nur für diesen Zweck geeignet sind. Am Ende ihres Lebenszyklus sind sie jedenfalls Elektroschrott. In seiner Analyse kommt de Vries zu dem Schluss, dass auch der entsprechende Müllberg gewaltig ist - das Bitcoin-System produziert etwa so viel Elektroschritt wie ganz Luxemburg.


Bitcoin & Klimawandel
Jede einzelne Bitcoin-Überweisung verursacht derzeit eine Emission von gut 270kg klimaschädlichen Kohlenstoffdioxids. Wie hoch genau, das hängt vom aktuellen Kurs der Währung ab: Die Konstruktion des Bitcoin sieht vor, dass mehr Energie aufgewendet werden muss, um neue Bitcoin zu generieren, je mehr die Währung wert ist. 2018 dürften für Validierung und Verschlüsselung der Transaktionen insgesamt gut 14 Terawattstunden verschlungen worden sein, schätzt die Website Digiconomist. Das ist ein Zehntel des Energieverbrauchs von ganz Deutschland.
Eine aktuelle Studie der Universität von Hawaii kommt zu dem Ergebnis: Ein erheblicher Teil der Klimaerwärmung geht auf das Konto des Bitcoin-Netzwerks.
Zitat:
„Bitcoin ist eine energiehungrige Kryptowährung, die immer häufiger als Investions- oder Zahl-System genutzt wird. Wenn sie sich wie andere Technologien weitgehend durchsetzt, kann das Bitcoin-Netzwerk alleine so viel CO2 freisetzen, dass die Klimaerwärmung innerhalb von drei Jahrzehnten über zwei Grad ansteigt.“
Quelle: Deutschlandfunk 22.01.2019


Bitcoin und Greenwash
In den Medien häufen sich die Berichte über die "umweltfreundliche" Bitcoin- Produktion in derErzgrube Lefdal in Norwegen. Während Journalisten, deren Fernreise von der Bitcoin-Lobby bezahlt wurde, aus dieser hübschen Nische berichten, werden etwa drei Viertel aller Bitcoins in der Volksrepublik China produziert, insbesondere der Inneren Mongolei, wo überwiegend extrem umweltbelastender Kohlestrom zum Einsatz kommt.

Es ist erschreckend, wie wenig Debatte und Kritik der Umweltbewegung
es zu diesem neuen Themenbereich und den damit verbundenen Problemen gibt. Häufig wird in Sachen Klimaschutz immer noch in winzigen, vorgegebenen Nischen agiert. Was Neonics und Glyphosat in Biotopen sind, sind Bitcoins im Umwelt- und Energiebereich. Die Blockchain-Technologie kann in Teilbereichen zukünftig durchaus nützlich sein. Dort wo sie den Menschen tatsächlich nützt, sollte sie umweltfreundlich und energiesparend weiter entwickelt werden.

Zum Energieproblem kommt aus ökologischer Sicht zudem ein wachsendes Schrott-Problem. Denn die beliebtesten Geräte fürs Bitcoin-Schürfen nutzen anwendungsspezifische integrierte Schaltkreise, die nur für diesen Zweck geeignet sind. Am Ende ihres Lebenszyklus sind sie jedenfalls Elektroschrott. In seiner Analyse kommt der Bitcoin Experte de Vries zu dem Schluss, dass auch der entsprechende Müllberg gewaltig ist - das Bitcoin-System produziert etwa so viel Elektroschritt wie ganz Luxemburg.


Wie immer wenn Umwelt zerstört wird
und mit Umweltzerstörung verbundene Profite gefährdet sind, wird eilig versucht den Bitcoins ein grünes Image zu geben und Greenwash zu betreiben. So steht in Foren der Bitcoin-Lobby: "Bitcoin bedroht die Energiewende nicht, es finanziert dezentrale effiziente und günstig erzeugte Energie". Doch unser Stromverbrauch und der Energiehunger von Digitalwährungen wie Bitcoins ist immer noch gekoppelt an Atommüllproduktion, Klimawandel und Umweltzerstörung. Und nur um die Profitsucht zu bedienen müssen wir auch keine Windräder und Solaranlagen bauen. Um Bitcoins ein "grünes Image" zu geben, nutzen die Lobbyisten einen guten Trick. Sie bieten Nichtregierungsorganisationen und Umweltverbänden die Möglichkeit Bitcoin-Spenden zu erhalten und richten liebend gerne die entsprechenden Spendenseiten ein. Das Motto: "Spenden Sie für eine bessere Welt. Ein Bitcoin kann hunderten von Kindern helfen!" klingt erst mal gut. Die gemeinnützigen Organisationen hoffen auf Spenden und geben so dem Btitcoin ungewollt ein grünes Image. Doch erste NGO´s wie der BUND-Berlin haben den Zusammenhang erkannt und akzeptieren jetzt keine Bitcoin-Spenden mehr. Die Debatte hat endlich begonnen. Massive Kritik an Bitcoin-Spenden für amerikanische Umweltorganisationen gibt es nicht bei der washingtontimes.

Die Modewährung Bitcoin passt gut in eine Zeit, in der sich libertär-neoliberale Gier mit Technikbesoffenheit mischt. Wenn die Bitcoin-Technologie weiter so viel Energie frisst, schafft sie sich selbst ab oder wir müssen sie abschaffen.
Auch für die neuen Krypto-Währungen gilt der alte Satz von Mahatma Gandhi: "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier."

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Vizepräsident Atomschutzverband TRAS

Nachtrag vom 2.12.18
"Wer verstehen will, was hinter den Kulissen der Szene vorgeht, sollte in die chinesische Provinz Xinjiang schauen. Dort haben Krypto-Magnaten in Fabrikhallen ganze Rechnerparks installiert, die dem Bitcoin-Netzwerk ihre Rechenleistung zur Verfügung stellen. Um Bitcoin-Überweisungen zu bestätigen, lösen ihre Rechner komplizierte Rechenaufgaben, als Belohnung bekommen die Schürfer Bitcoin überwiesen. Der Haken: Die Krypto-Industriellen müssen Rechner kaufen, oft horrende Stromrechnungen bezahlen und Lagerhallen mieten. Bei den aktuell niedrigen Kursen scheint sich das für manche kaum mehr zu lohnen. Vor allem in China sollen deshalb Schätzungen zufolge bereits 600 000 bis 800 000 kleinere Schürfer aufgegeben haben - ein Massenexodus. Statistiken des Datendienstes Blockchain.com zufolge ist die Rechenleistung im Bitcoin-Netzwerk seit Anfang des Monats um 20 Prozent nach unten geschnellt.
(...)
Die Umwelt schließlich dürfte sich auch freuen, denn die Rechnerparks der Schürfer verbrauchen Unmengen an Strom. Statt der bislang geschätzten 73 Terawattstunden sollte das Bitcoin-Netzwerk dieses Jahr laut Prognosen lediglich noch 53 Terawattstunden verbrauchen. In Ländern gerechnet hieße das: Bitcoin verbraucht nicht mehr so viel Strom wie Österreich, sondern nur so viel wie Bangladesch.2
Quelle: www.sueddeutsche.de


Wikipedia vom 23.8.18 / Nachtrag:


Mining-Rechenleistung, Stromverbrauch und Umweltverschmutzung

Das System ist durch seine technische Konzeption, die hohe Rechenleistung beansprucht, enorm energieintensiv, weshalb Bitcoin als System intensiv diskutiert wird.[195] Mit Stand Mai verbrauchte das Bitcoin-System weltweit etwa 67 TWh pro Jahr, womit Bitcoin mehr Strom verbraucht als die komplette Schweiz.[196] Im November 2017 bezifferte Der Standard den jährlichen Stromverbrauch noch mit 29,05 Terawattstunden, was 0,13 Prozent des weltweiten Gesamtstromverbrauchs entsprach.[197] Nur zwei Monate später, im Januar 2018, gab der Guardian den Stromverbrauch bereits mit 42 TWh pro Jahr an.[198]
Bei dem derzeitigen Wachstum des Stromverbrauchs (Stand Dezember 2017) würde das Bitcoin-Netzwerk im Juli 2019 mehr Strom benötigen als die USA und im Februar 2020 den Weltstromverbrauch übersteigen.[199] Mit Stand Dezember 2017 wurden etwa drei Viertel aller Bitcoins in der Volksrepublik China produziert, insbesondere der Inneren Mongolei, wo überwiegend Kohlestrom zum Einsatz kommt. Der Kohlendioxidausstoß eines dort geschürften Bitcoins wurde im Frühjahr 2017 auf 8 bis 13 Tonnen geschätzt. Ende 2017 lag er aufgrund des seither gestiegenen Schwierigkeitsgrades der Bitcoin-Blockchain wohl noch deutlich höher.[200] Für 2018 rechnet Morgan Stanley mit einem Anstieg des Stromverbrauches auf 125 TWh, möglicherweise auch 140 TWh. Dies entspricht etwa 0,6 % des gesamten Weltstromverbrauches oder der Strommenge, die nach Morgan Stanley alle Elektroautos weltweit im Jahr 2025 benötigen sollen.[201] Ein weiterer Mining-Hotspot ist auf Grund des günstigen Strompreises Island, wobei hier überwiegend erneuerbare Energie zum Einsatz kommt.[202]

Verglichen mit anderen Online-Transaktionen benötigen Bitcoin-Transaktionen ein Vielfaches an Energie. Eine einzelne Transaktion verbraucht mit Stand Mai 2018 mindestens 300 kWh elektrischer Energie. Bis 2018 könnte dieser Wert auf mehr als 900 kWh pro Transaktion steigen.[195] Hingegen benötigt eine Überweisung mit einer gewöhnlichen Kreditkarte nur ca. 1–2 Wattstunden (0,001–0,002 kWh) an Strom. Das Schürfen eines einzelnen Bitcoins verbraucht mit Stand Mai 2018 bei Nutzung der besten Technik etwa 42.000 kWh, was dem Jahresstromvebrauch von 12 Familien mit je 3500 kWh entspricht.[196] Durch das Erscheinen von ASICs für Bitcoin-Mining wird mit einer Leistungsaufnahme von ca. 1 Watt pro Gigahash/Sekunde zzgl. der benötigten Leistung für einen Computer zur Ansteuerung gerechnet.[203] Ein Feldtest des Speicheranbieters iDrive mit 600 Servern im off-peak Modus ergab ein Ergebnis von 0,4 Bitcoin pro Jahr.[204]

Für das Jahr 2017 wurde die für eine Rechenleistung von 1 TH/s (Tera-Hash pro Sekunde = 1 Billion Hash-Funktionen pro Sekunde) erforderliche elektrische Leistung mit knapp 100 Watt angegeben.[205] Das Bitcoin-Netzwerk weist im September 2017 eine Hash-Leistung von ca. 10 Exa-Hash pro Sekunde auf, also 10 Trillionen Hash-Funktionen pro Sekunde.[206]




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Aktuell:


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