Antibiotikaresistenz & Ursachen 2019: Gier, Globalisierung, falsche Anwendung, Massentierhaltung und Produktion in Asien / Indien


Antibiotikaresistenz & Ursachen 2019: Gier, Globalisierung, falsche Anwendung, Massentierhaltung und Produktion in Asien / Indien



Aktueller Einschub:


Auf Arte: Resistance Fighters
Die globale Antibiotika-Krise


Antibiotika-Resistenzen 33.000 jährliche Tote in Europa.
Die einstige "Wunderwaffe" gegen Infektionen verliert an Wirkung: Antibiotika können längst nicht mehr alle Bakterien bekämpfen. Die Folgen sind dramatisch, wie eine Studie belegt. Sie sind gefährlicher als Grippe, Tuberkulose und HIV zusammen: Antibiotika-resistente Bakterien verursachen allein in Europa etwa 33.000 Todesfälle. Jahr für Jahr. Das belegt ein europäisches Forscherteam in einer Studie, die 2018 im Fachblatt "The Lancet Infectious Diseases" erschien.

Die Wissenschaftler hatten Infektionen aus 30 Ländern der Europäischen Union und des europäischen Wirtschaftsraumes ausgewertet. Sie konzentrierten sich dabei auf acht verschiedene Bakterienarten, die Resistenzen auch gegen antibiotische Kombi-Präparate aufweisen. Die Keime verursachen etwa Harn- und Atemwegsinfekte, Infektionen der Blutbahn und an Operationswunden. Bei Patienten, die sich damit infizieren, schlagen die entsprechenden Antibiotika nicht an. Manchmal werden noch wirksame Antibiotika auch zu spät verabreicht, weil die Resistenzen nicht frühzeitig genug erkannt werden. Dann können eigentlich harmlose Infektionen schlimmstenfalls tödlich verlaufen.

Experten prognostizieren, dass sich die Zahl der Todesopfer durch antibiotika-resistente Keime bis 2050 verzehnfachen könnte. Wenn nichts unternommen wird, könnten diese Erreger jedes Jahr zehn Millionen Menschen töten. Antibiotikaresistenz wäre die weltweite Todesursache Nummer eins.

Antibiotikaresistenz: Massives Problem für Alle
Zunehmend ist unsere Medizin aufgrund der sogenannten Antibiotikaresistenz gegen Bakterien machtlos. Es häufen sich die Fälle, bei denen sich die krankhaften Bakterienstämme nicht mehr durch die bisherigen Antibiotika bekämpfen lassen. Besonders alarmierend sind diejenigen Bakterien, die nicht gegen ein bestimmtes Antibiotikum, sondern gleich gegen mehrere Präparate resistent sind. Im schlimmsten Fall kann eine durch multiresistente Erreger verursachte Infektion bei Menschen mit einem schwachen Immunsystem zum Tod führen. Allein 2015 hatten sich mehr als 670.000 Menschen mit den untersuchten Bakterien angesteckt, 33.110 von ihnen sind haben die Erkrankung nicht überlebt.

Antibiotikaresistenz - Ursachen: Falsche Anwendung, Gier, Massentierhaltung und Produktion in Asien / Indien




Antibiotika in Flüssen
Die Wissenschaftler von der University of York haben im jahr 2019 Flüsse wie die Donau, den Mekong, die Themse, die Seine oder den Tigris in 72 Ländern auf allen Kontinenten nach 14 weit verbreiteten Antibiotika untersucht und sind darauf gestoßen, dass Antibiotika, oft in hohen Konzentrationen, in vielen Flüssen zu finden sind.
Gefunden haben sie Antibiotika-Konzentrationen in Flüssen in Bangladesch, die die als unbedenklich oder sicher geltende Konzentration um das 300-Fache übersteigen. Das ist der Fall bei Metronidazol, einem Antibiotikum gegen Haut- und Mundinfektionen, das die höchste Belastung verursacht. In der Themse und einem ihrer Zuflüsse wurde eine maximale Antibiotika-Konzentration von 233 Nanogramm pro Liter gemessen, in Bangladesch war sie um 170 Mal höher.

Notwendige Ursachenforschung zur Antibiotikaresistenz und ihre Probleme
Bei Themen wie Klimawandel, Holzschutzmittelgifte, Contergan und Asbest waren die Ursachen teilweise jahrzehntelang bekannt und eine industriegelenkte Ursachenforschung, verbunden mit Verharmlosungs-Kampagnen, hat Maßnahmen zur Schadensbegrenzung jahrelang verzögert und verhindert. Dies hat bei Holzschutzmittelgiften, Contergan und Asbest zu Krankheit und Tod vieler Menschen geführt.

Die Ursachen für die zunehmende, bedrohliche Antibiotikaresistenz sind bekannt. Es sind falsche Anwendung, Gier, Massentierhaltung und Produktion in Billigländern mit niedrigen Umweltstandarts.
Hier muss der Druck der Umweltbewegung verstärkt werden, gerade auch auf Firmen wie Ratiopharm, Hexal und Stada.


Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer

Das Umweltbundesamt empfahl im November 2018, dass diese sieben prioritäre Handlungsfelder von der EU und den Mitgliedsstaaten angegangen werden:




Quelle: UBA: Antibiotika und Antibiotikaresistenzen in der Umwelt






Mitwelt-Warnungen 2019 & Hinweise zu diesen Seiten...



Axel Mayer

Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)



Wichtiges zum Schluss: Klima-Streik am 20. September 2019 / Global, bundesweit & regional!


Auch diese Mitwelt-Seite unterstützt Fridays for Future und ruft auf zum globalen Klima Streik am 20. September 2019
(der noch eine Illusion ist und organisiert werden muss und der nicht kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)

Mehr Infos: Klima Streik am 20. September