Rente mit 99? Rentendebatte 2020 / Wohin verschwinden Effizienzrendite & Produktivitätssteigerung? (Grundrente)


Rente mit 99? Rentendebatte: Wohin verschwinden Effizienzrendite & Produktivitätssteigerung?


Die Rentendebatte wird in Deutschland und Europa gerade mit großer Heftigkeit geführt.

Aktueller Einschub zur Grundrente:


Es ist eine Schande, dass in unserem reichen Land viele Menschen nicht von ihrer Hände Arbeit leben können und eine unwürdige Rente beziehen. Die Grundrente ist ein von CDU, CSU, FDP, von rechtsliberalen Netzwerken und Konzernlobbyisten wie Herrn Bernd Raffelhüschen massiv bekämpftes, stolperndes, richtiges Schrittlein in Richtung Gerechtigkeit.


Von Konzernen, Industrieverbänden und von CDU, CSU, AfD & FDP kommen immer verwegenere Vorschläge. In ihrem Monatsbericht im Oktober 2019 rechnen die Notenbanker vor, dass 2001 geborene Bundesbürger erst im Jahr 2070 mit dann 69 Jahren und vier Monaten in Ruhestand gehen sollen. Auch nach dem Willen von AfD-Chefin Frauke Petry sollen die Bürger in Deutschland länger als bisher arbeiten und zudem Einschnitte bei den Renten hinnehmen. "An einer weiteren Verlängerung der Lebensarbeitszeit führt kein Weg vorbei", sagte Petry der "Welt am Sonntag". Außerdem werde man "vermutlich über eine weitere Kürzung der Renten reden müssen".

Noch vor wenigen Jahren lag das Renteneintrittsalter für Männer bei 65 und für Frauen bei 60 Jahren.
Es gab Vorruhestandsregelungen und der CDU-Minister Norbert Blüm versprach, "die Rente ist sicher". Kurz darauf kam die Renten-Wende und die Politik behauptete das Gegenteil. Gut getarnte Lobbyisten der Versicherungswirtschaft wie Bernd Raffelhüschen, der Freiburger Professor für Finanzwissenschaft an der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität, redeten der Politik die private "Riester-Rente" ein, von der die Versicherungen mehr profitierten als die Rentner. In der Tarnorganisation der Industrie, der so genannten "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" wirkt Herr Raffelhüschen als Erfüllungsgehilfe der Arbeitgeber bei ihrem Bemühen, ihre anteiligen Lohnnebenkosten zu senken.
Bei der Rente organisieren die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" und Herr Raffelhüschen die erfolgreiche Kampagne "Jung gegen Alt aufhetzen". Es wäre genug Geld für die Rente da, wenn die Konzerne die hinter der Lobby-Gruppe stehen, schlicht Steuern zahlen würden, wenn der jahrzehntelange Mehrwert unserer Arbeit bei den Menschen ankommen würde und nicht beim reichsten Prozent der Weltbevölkerung, das über so viel Vermögen verfügt wie der ganze Rest zusammen.

Aktuell ist ein regelrechter Überbietungswettbewerb in Sachen Renteneintrittsalter losgebrochen. Im April 2016 sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, das Renteneintrittsalter müsse noch weiter hinaufgesetzt werden. Der Junge-Unions-Vorsitzende Paul Ziemiack nannte der Rheinischen Post dafür die vorläufige Zielzahl 70. Die Bundesbank brachte die Rente mit 69 ins Spiel und das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW), brachte die Rente mit 73 in die Debatte.

Ein zentraler Aspekt wird allerdings nicht diskutiert


Seit Jahrzehnten arbeiten die Deutschen Jahr für Jahr immer effektiver und produktiver ohne dass sich das beim Gehalt und Lohn allzu sehr bemerkbar macht. Die Arbeitsproduktivität wächst seit Jahrzehnten beständig an (was mit immer mehr Stress, Belastung und Hektik verbunden ist). Pro Arbeitsstunde werden ständig mehr Waren und Dienstleistungen produziert. Doch unser inflationsbereinigter Stundenlohn wächst weit weniger stark als unsere Produktivität.

Wohin verschwindet die Effizienzrendite & Produktivitätssteigerung?
Sie geht an die Superreichen in Ost und West und an Großkonzerne, die im Gegensatz zu unserem Mittelstand bei uns fast keine und in armen Ländern gar keine Steuern zahlen. Apple darf (dank Politikern wie Herrn Söder von der CSU) auf seine Gewinne in Europa nur noch 0,005 Prozent Körperschaftsteuer entrichten.
Die Gewinne aus der steigenden Produktivität gehen an das eine Prozent der Weltbevölkerung (70 Millionen Menschen), das über so viel Vermögen verfügt wie der ganze Rest (sieben Milliarden Menschen) zusammen. 62 Menschen verfügen über ebenso viel Vermögen wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung – also 3,5 Milliarden Menschen.

Die Lösung der Rentenfrage ist einfach aber ungeheuer schwer durchzusetzen.
Mit einem gerechten Steuersystem und mit einem Mehr an sozialer Gerechtigkeit ließe sich nicht nur das Rentenproblem lösen.


Doch der eskalierende Streit um die Rente soll auch von den Verursachern des Problems ablenken. Bertolt Brecht hat dies sehr schön beschrieben: "Unsere Herrn, wer sie auch seien, sehen unsre Zwietracht gern, denn solang sie uns entzweien, bleiben sie doch unsre Herrn."

Ein persönlicher Meinungsbeitrag von Axel Mayer, Kreisrat


Rente mit 73 oder 99? Rentendebatte & Renteneintritt / Wohin verschwinden Effizienzrendite & Produktivitätssteigerung?




"Beträgt der Produktivitätsfortschritt in den nächsten 50 Jahren durchschnittlich nur ein Prozent – und das ist eine sehr pessimistische Prognose für unsere Wettbewerbswirtschaft – so würden im Jahr 2060 in jeder Arbeitsstunde zwei Drittel mehr als heute hergestellt. Damit wäre ein Arbeitnehmer in der Lage, seinen Anteil für die gesetzliche Rente auf 20 Prozent zu verdoppeln und hätte trotzdem noch fast 50 Prozent mehr in der Tasche."
Quelle: www.deutschlandradiokultur.de

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