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Gewerkschaft & rückwärtsgewandte Energiepolitik: Verdi, IG BCE , Kohle & Klimawandel: Gemeinsam mit E.ON, Vattenfall, Klimawandelleugnern & CDU für eine rückwärtsgewandte Energiepolitik


Gewerkschaft & rückwärtsgewandte Energiepolitik: Verdi, IG BCE , Kohle & Klimawandel: Gemeinsam mit E.ON, Vattenfall, Klimawandelleugnern & CDU für eine rückwärtsgewandte Energiepolitik





Nachträglicher Einschub:


"Die Anti-Abgabe-Front aus Gewerkschaften, SPD- und CDU-Ländern sowie der Unionsfraktion hat damit den Angriff auf die Kohle, den größten Kohlendioxidsünder, vorerst abgewehrt(...)Die Kohle-Abgabe ist politisch tot." schreibt die FAZ
Ein "großer trauriger Erfolg" für die Gewerkschaften Verdi, IG BCE, für CDU, Vattenfall, E.ON & Klimawandelleugner.



Es ist eher ungewöhnlich, dass der Vertreter eines Naturschutzverbandes zum traditionellen 1. Mai 2015 eine Stellungnahme abgibt, doch im Jahr 2015 ist dies leider nötig.

Selten waren Gewerkschaften wichtiger als in der jetzigen Zeit,
in der die undemokratische Macht der Konzerne, nicht nur durch TTIP und Freihandel, ins Unermessliche zu wachsen droht. Eine ökologische, nachhaltige Zukunft gibt es nur zusammen mit einem Mehr an sozialer Gerechtigkeit. Das unglaubliche Flüchtlingselend dieser Tage zeigt, dass wir globale soziale Gerechtigkeit brauchen. Dafür braucht es starke Gewerkschaften! Auch die Umweltbewegung muss sich für diese Fragen öffnen, so wie ökologische Themen auch bei der Gewerkschaftsbewegung nach und nach stärker aufgegriffen werden.

Noch vor vier Jahrzehnten haben wir erlebt, wie sich einzelne Gewerkschaften für die Durchsetzung des AKW Wyhl einsetzten und auch heute noch will die französische Gewerkschaft CGT die atomare Gefahrzeitverlängerung für das AKW Fessenheim. In Sachen Atom, Umwelt und Nachhaltigkeit gab es in den letzten Jahrzehnten in Deutschland, auch durch den Druck der engagierten GewerkschafterInnen, positive Veränderungen und Fortschritte in den Positionen des DGB und der Einzelgewerkschaften.

Doch die aktuellen Positionen von Verdi und IG BCE zum Braunkohleabbau und zur Kohleverstromung sind ein Rückfall ins Denken der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts.

Gemeinsam mit dem Betonflügel der CDU haben Verdi und IG BCE am 25.4.2015 für eine rückwärtsgewandte Energiepolitik demonstriert. In Berlin folgten rund 15.000 Kumpel und Kraftwerker einem Aufruf der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und Verdi für Proteste gegen eine geplante Mini-Kohle-Abgabe von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Auch die Klimawandelleugner und Gegner der Energiewende von EIKE haben selbstverständlich zu der Kohle-Gewerkschaftsdemo aufgerufen. Motto des EIKE-Aufrufs war: "Mitmachen: Demonstration der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie gegen die Energiewende - der Anfang vom Ende der Energiewende?"

"Wir erwarten, dass alles vom Tisch geräumt wird, was das Aus der Braunkohle-Förderung und Braunkohle-Verstromung in Deutschland bedeuten würde", erklärte IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis am Kanzleramt. Das widerspricht den Beschlüssen der Gewerkschaften zu einer nachhaltigen ökologischen Wirtschafts- und Energiepolitik.


Hintergrund des Streits ist, dass Deutschland sein Klimaziel einer CO2-Minderung von 40 Prozent gegenüber 1990 bis 2020 zu verfehlen droht. Gabriel will daher den Ausstoß der mehr als 20 Jahre alten Kraftwerke um 22 Millionen Tonnen drücken. Wenn diese CO2 über eine Grenze hinaus produzieren, sollen die Betreiber eine Sonderabgabe zahlen. Aus Sicht von Klima- und Umweltschutz ist das die unterste Grenze, weit weg von ambitionierter Klimaschutzpolitik. Immerhin aber ein erster Schritt.
Beim Verbrennen entstehen zusätzlich zum klimaschädlichen CO2 auch andere Schadstoffe, die jedes Jahr zu tausenden vorzeitigen Todesfällen führen. "Für den Verdi-Chef Frank Bsirske zählen die 0,1 Prozent seiner Mitglieder, die schätzungsweise in Braunkohlekraftwerken arbeiten, offenbar mehr als die 99,9 Prozent, die unter deren Auswirkungen leiden" schrieb die TAZ. Beim gezielten Ausbremsen der Solarindustrie in Deutschland und dem damit verbundenen Verlust von mehreren Tausend Arbeitsplätzen in dieser Branche war von Herrn Bsirske nichts zu hören.

"In einem Jahr verbrauchen wir gerade weltweit so viele fossile Rohstoffe, wie die Erde innerhalb einer Million Jahre herausgebildet hat" steht in der Studie "Zukunftsfähiges Deutschland". Wir sollten auch für die zukünftigen Generationen noch einige fossile Reserven im Boden lassen, anstatt sie für eine sich global beschleunigende Wegwerfkultur und Raubbauwirtschaft zu verschwenden.


Den wenigen bedrohten Arbeitsplätzen in Kohlegruben und den ältesten CO2-Schleudern Europas stehen hunderttausende Arbeitsplätze gegenüber, die durch zukunftsfähige, nachhaltige und enkelverträgliche neue Energien geschaffen werden.

Der Kampf gegen den bedrohlichen Klimawandel ist eine Menschheitsaufgabe. Hier sollte die Gewerkschaftsbasis freundlich, aber bestimmt ihren Druck auf Verdi und die IG BCE verstärken und dies nicht nur am 1.Mai.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Vizepräsident TRAS, Kreisrat


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    Dieser Artikel wurde 1724 mal gelesen und am 4.3.2019 zuletzt geändert.