Elektroauto / Elektromobilität: Eine echte Alternative?


Veröffentlicht am 01.02.2011 in der Kategorie Verkehr von Axel Mayer

BUND: Noch keine grüne Zukunft mit dem Elektroauto



Natur- und Umweltschutzverband warnt vor zu viel Euphorie und fordert effizientere Fahrzeuge

Stuttgart. Heute findet im Landtag die öffentliche Anhörung des Wirtschaftsausschusses zur Elektromobilität statt. Angesichts der zahlreichen Diskussionen warnt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg, vor zu viel Euphorie. Der Verband fordert die Landesregierung dazu auf, Elektroautos realistisch zu betrachten statt sie zu idealisieren. "Elektroautos sind nicht per se Null-Emissionsfahrzeuge", betont der BUND-Landesgeschäftsführer Berthold Frieß: "Bei dem jetzigen Strommix in Deutschland schneiden sie im Vergleich mit effizienten herkömmlichen Autos sogar noch schlechter ab. Elektroautos können nur dann einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, wenn sie mit zusätzlich erzeugter erneuerbarer Energie betrieben werden." Klimapolitisch machten Elektroautos nur Sinn, wenn sie nicht dem Ziel im Wege stehen, den gesamten Stromverbrauch zu senken. Deshalb müssten auch Elektroautos deutlich effizienter sein als heutige Pkw und könnten nur dann eine Option sein, wenn es den Regierungen gelänge, den Stromverbrauch insgesamt deutlich zu reduzieren. "Wir brauchen einen echten Paradigmenwechsel. Eine wirkliche Minderung der CO2-Emissionen des Straßenverkehrs gelingt nur dann, wenn alle Neufahrzeuge - unabhängig vom Antrieb - deutlich effizienter werden als heute", analysiert Frieß. Es reiche nicht, nur den Benzin- gegen einen Elektromotor auszutauschen und ansonsten nichts zu tun. Es bestehe die Gefahr, dass sich die Autohersteller mit dem Elektroauto ein "Ökomäntelchen" umhängen und zugleich ihre Hauptaufgabe - die rasche Senkung der CO2-Emissionen - vernachlässigen. "Das Elektroauto als Nischenprodukt, als Zweit- oder Drittauto für kurze Strecken in der Stadt, hat nichts mit einer klimaschonenden Mobilität zu tun", erklärt Frieß.

Bei den Diskussionen zur Elektromobilität vermisst der BUND außerdem den Blick auf den Schienenverkehr. "Während auf der Schiene schon heute fast 90 Prozent der Verkehrsleistung elektrisch gefahren werden, soll der Straßenverkehr bis 2020 gerade mal auf einen Anteil von etwa zwei Prozent kommen", erläutert Frieß. Eine verkehrsträgerübergreifende Strategie zur Elektromobilität müsse daher auch die vielen und schnell realisierbaren Möglichkeiten des Eisenbahnsektors ausschöpfen. "Ein wirklich grünes Baden-Württemberg erreichen wir nur durch ein Sofortprogramm für den elektromobilen öffentlichen Nahverkehr", betont der BUND-Landesgeschäftsführer: "Die Elektrifizierung weiterer Strecken, die Förderung von Hybridlokomotiven oder neuer Antriebstechniken gehören ebenso dazu wie ein Förderprogramm für neue Straßen- und Stadtbahnen. Das wäre Elektromobilität in Reinform."

Position des BUND:
Elektromobilität ist nur dann eine sinnvolle Zukunftsoption, wenn:



Für Rückfragen:
Berthold Frieß, BUND-Landesgeschäftsführer, Fon 0711 620306-0, berthold.friess@bund.net


Mit dem Elektroantrieb in eine grüne Zukunft?
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Sowohl von der Autoindustrie als auch von der Bundesregierung werden Elektroautos neuerdings als die Fahrzeuge der Zukunft präsentiert. Im Mai 2010 lädt Bundeskanzlerin Merkel zum großen "Elektromobilitätsgipfel". Das Ziel: Eine Million Elektroautos sollen bis 2020 auf Deutschlands Straßen fahren. Rund 500 Millionen Euro will die Bundesregierung dafür investieren. Aber ist das Elektroauto wirklich der Königsweg zu einer nachhaltigen Mobilität?

"Ökomäntelchen" der Automobilindustrie
Die Probleme der zu Ende gehenden Ölreserven und des fortschreitenden Klimawandels werden von der Automobilindustrie weiterhin ausgeblendet. Der durchschnittliche CO2-Grenzwert deutscher Neuwagen muss bis 2020 von derzeit 165 Gramm pro Kilometer mindestens halbiert werden. Zum Erreichen dieses Klimaziels können Elektroautos lediglich rund zwei Prozent beitragen!
Eine wirkliche Minderung der CO2-Emissionen gelingt nur mit einer verbesserten Effizienz der benzingetriebenen Neuwagen. Die erforderlichen Komponenten stehen schon heute in den Regalen der Automobilhersteller. Es besteht die Gefahr, dass sich die Autohersteller das "Ökomäntelchen" Elektroauto umhängen und zugleich ihre Hauptaufgabe - die rasche Senkung der CO2-Emissionen - vernachlässigen.


Vor- und Nachteile des Elektroautos
Der Elektromotor hat einen hohen Wirkungsgrad und verursacht kaum Emissionen. Gegenüber Antrieben auf Basis von Wasserstoff und Brennstoffzellen besitzen Elektroautos deutliche Vorteile hinsichtlich der Realisierbarkeit und Effizienz.

Alle Vorteile gelten aber nur unter der Voraussetzung, das Elektroautos mit Strom aus erneuerbaren Energien fahren. Wird der Stromverbrauch des Elektroautos aus Kohlekraftwerken bedient, ist die CO2-Bilanz schlechter als bei einem Pkw mit Benzinmotor. Auch Strom aus Atomenergie ist keine Lösung.

Elektromobilität ist nur dann eine sinnvolle Zukunftsoption, wenn:


Neue Probleme bei Elektroautos


Nachricht vom 2.2.2011
Elektrofahrzeuge schonen zwar die Umwelt, doch die Umwelt schont die Autos nicht. Sobald es Winter wird, haben die Elektroautos ein Problem: Pro Kilometer brauch der Wagen mehr Strom. Gezeigt hat dies eine Testfahrt des Mitsubishi-MiEV. Er schaffte nur die halbe Strecke.

Trotz ausgeschalteter Heizung gescheitert
Wer im Winter weite Ausflüge mit dem Elektrowagen unternehmen möchte, wird schnell feststellen, dass der Strom nicht bis zum Ziel reicht. Um Strom zu sparen, kann man nur die Heizung ausgeschaltet lassen. So versuchten es auch die Fahrer des Mitsubishi i-MiEV und des Smart Fortwo ED in den letzten 10 Minuten der Teststrecke. Der Mitsubishi sollte beim Test der Zeitschrift „Auto, Motor und Sport“ 144 Kilometer schaffen, der Smart 135. Mit leerer Batterie blieb der Mitsubishi nach 77, der Smart nach 106 Kilometern stehen.

Höhere Wärmeleistung wegen fehlender Wärmequelle
Dass die Autos bei Kälte versagen, liegt an zwei Eigenschaften. Zum einen sinkt die Kapazität moderner Lithium-Ionen-Akkus deutlich, je tiefer die Temperatur sinkt, zum anderen zehren Elektroheizung und andere elektrische Verbraucher natürlich auch an der Batterieladung. Die Autoren einer aktuellen VDE-Studie zum Thema „Elektrofahrzeuge“ sehen deshalb einen „Erheblichen Forschungsbedarf“.

Es sollten „effiziente Heiz- , Dämm- und Klimasysteme für Elektroautos entwickelt werden, da die Wärmequelle Verbrennungsmotor“ entfällt. Ingenieure wollen das Problem nun mit neuen Materialien und Technologien lösen, die für den Automobilbau ungewöhnlich sind.
Quelle / Stromtarife.com:hier



29. April 2010
Mit dem Elektromobil durch Potemkinsche Dörfer: Umweltschutzverbände fordern Realitätscheck für Elektromobilität

Berlin: Vor undifferenzierter Euphorie zur Elektromobilität
warnen die führenden Umweltschutzverbände und fordern die Bundesregierung zu einer realistischen Betrachtung von Elektrofahrzeugen auf. Die von Regierung und Industrie angepriesenen Elektrofahrzeuge bringen weder den Klimaschutz in den nächsten 10 Jahren voran, noch lösen Elektroautos die Verkehrsprobleme von heute. Greenpeace Deutschland, Naturschutzbund Deutschland (NABU), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) und Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordern Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, die Klimaschutzziele ins Zentrum der Verkehrspolitik zu stellen und in der Nationalen Plattform Elektromobilität nicht weiter einseitig den Interessen von Auto-, Chemie- und Stromkonzernen zu folgen. Die Umweltschutzverbände appellieren an Kanzlerin Merkel, die geplanten Milliardensubventionen für die Industrie stattdessen zielgerichtet in klima- und umweltverträgliche Mobilitätslösungen für die gesamte Gesellschaft zu lenken. Die Regierung dürfe die angebliche Entscheidung der Industrie für Elektromotoren nicht auch noch mit Steuergeld bemänteln, sondern müsse technikneutral die klimafreundlichsten Antriebstechniken befördern.

"Die Autoindustrie lenkt alle fünf Jahre mit neuen Heilsversprechen davon ab,
dass sie mit ihrem aktuellen Fahrzeugangebot die EU-Klimaschutzauflagen nicht erfüllt. Jetzt sollen wieder mehrere Milliarden Euro direkte und indirekte Subventionen an die deutschen Autohersteller für ein Potemkinsches Dorf der Elektromobilität im Jahre 2020 fließen, während gleichzeitig der Verkauf spritfressender PS-Boliden mit erhöhter staatlicher Förderung weitergeht", sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Resch warnte vor einer erneuten "Plünderung der Steuerkassen durch die Autokonzerne" und forderte die Bundesregierung auf, keine Steuergelder an die Autoindustrie für die Elektromobilität auszuzahlen. Stattdessen solle die Regierung mit einem aufkommensneutral finanzierten Marktanreizprogramm die besonders sparsamen Fahrzeuge unabhängig von der Technologie fördern und Spritschlucker zur Gegenfinanzierung mit einer Strafsteuer belegen. In Frankreich hat sich dieses Bonus-Malus-System ausgesprochen bewährt.
Resch erinnerte daran, dass die Autoindustrie
vor zehn Jahren insgesamt Milliardenbeträge an Steuermitteln für die Entwicklung der Brennstoffzellenantriebe zur Serienreife abgegriffen habe, ohne danach je ihre Zusagen einzuhalten. Die Brennstoffzellen-Technologie wurde damals mit demselben medialen Aufwand als Lösung aller Umweltprobleme beworben wie heute die Elektroautos. Schon seit Jahren müssten die für Mitte dieses Jahrzehnts von der Autoindustrie fest zugesagten Brennstoffzellen-Serienfahrzeuge unterwegs sein. Auch die vor fünf Jahren von der Großen Koalition versprochenen klimafreundlichen "Biokraftstoffe der zweiten Generation" haben sich als "Luftnummer" erwiesen.

NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger
lehnte einseitige Verkaufsprämien für Elektroautos zum jetzigen Zeitpunkt ab. "Elektroautos werden sich sehr schnell als Wolf im Schafspelz herausstellen, wenn nur der Benzin- gegen einen Elektromotor ausgetauscht wird und ansonsten alles beim Alten bleibt", sagte Oeliger. Die Bundesregierung solle stattdessen "technikneutral Anreize für Fahrzeuge mit den niedrigsten CO2-Emissionen" schaffen. "Völlig unabhängig davon, ob die Autos mit Benzin, Diesel, Gas oder Strom fahren, dürfen nur die klimafreundlichsten Autos bevorteilt werden", sagte Oeliger. Ob dies Elektroautos seien, müsse sich erst noch zeigen. Nach dem Vorbild Frankreichs müsse Deutschland deshalb eine Bonus-Malus-Regelung einführen: CO2-arme Fahrzeuge unterhalb eines Kohlendioxidausstoßes von 90 Gramm je Kilometer bekommen einen Zuschuss, Spritfresser mit höherem CO2-Ausstoß zahlen eine Verschmutzungsabgabe und finanzieren so die Kaufanreize für die effizienten Fahrzeuge.

"Die Bundesregierung versucht im Schulterschluss mit der Industrie,
die Öffentlichkeit zu täuschen", sagte Wolfgang Lohbeck, verkehrspolitischer Sprecher von Greenpeace Deutschland. "Elektroautos sind eben keine Null-Emissionsfahrzeuge, sondern beim jetzigen Strommix in Deutschland auch längerfristig sogar eher schlechter als ein vergleichbares herkömmliches Auto. Und der Strom kommt auch für E-Autos aus der Steckdose, nicht wahlweise aus einer Windanlage." Lohbeck wies die Behauptung der großen Stromversorger zurück, Elektroautos würden mit "grünem" Strom betankt. "Die Stromkonzerne versuchen darüber hinwegzutäuschen, dass die Anrechnung von `grünem` Strom ein reiner Verschiebebahnhof ist – es kommt keine einzige zusätzliche `grüne` Kilowattstunde ins Netz", sagte Lohbeck. "Das Potential für die CO2-Einsparung liegt auf absehbare Zeit bei den Verbrennungsmotoren, der Ball liegt daher weiterhin in der Hälfte der Autohersteller."

Elektroautos könnten nur dann zu Nullemissionsfahrzeugen werden,
wenn sie mit zusätzlich erzeugter erneuerbarer Energie betrieben würden, betonte der BUND-Energieexperte Thorben Becker. Dafür dürften nur solche Strommengen verwendet werden, die außerhalb der Förderung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) zusätzlich erzeugt worden seien. Sonst würde der umweltfreundliche Strom anderen Nutzern entzogen, sagte Becker. Für die Klimabilanz entscheidend sei auf jeden Fall der Kohlendioxidausstoß des im Stromnetz vorhandenen Strommixes. "Klimapolitisch machen Elektroautos nur dann Sinn, wenn sie nicht dem Erfordernis im Wege stehen, den Stromverbrauch zu senken. Deshalb müssen auch Elektroautos deutlich effizienter sein als heutige Pkw und können nur dann eine Option sein, wenn es der Bundesregierung endlich gelingt, den Stromverbrauch in Deutschland insgesamt deutlich zu reduzieren", sagte Becker.

Vor einer "Irreführung der Verbraucher"
warnte Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD. "Die Werbung suggeriert, Elektroautos seien schnell verfügbar, CO2-frei und im Betrieb kostengünstig. Fakt ist, dass es zur Zeit nur Kleinstserien gibt. Elektroautos sind auch noch in einigen Jahren 10.000 bis 20.000 Euro teurer als vergleichbare Benziner – bei einer Reichweite von 100 bis 200 Kilometern. Zum Energieverbrauch gibt es nur Mondzahlen. Die Politik muss sofort realistische Verbrauchstests und – analog zum Kühlschrank – ein anschauliches Label einführen, das auf einen Blick den Energieverbrauch und CO2-Ausstoß gemäß Kraftwerksmix anzeigt", sagte Lottsiepen. Der Autoindustrie gehe es nicht um Klimaschutz, sie wolle Elektroautos als Zweit- und Drittauto zu vermarkten. Lottsiepen: "Das führt in den Verkehrskollaps, die Bundesregierung muss klima- und ressourcenschonende Mobilität in einem Gesamtkonzept fördern und nicht alles auf die Karte einer einzigen Technik setzen."










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Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein

Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)




Nachtrag 1: Aktueller Corona-Einschub


Leider irrte Hölderlin als er schrieb:
"Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch" Neben dem "Rettenden" wächst leider auch das Neurotische, die Gier & die Dummheit, Sündenbocksuche, private & staatliche Verschwörungstheorien und Sündenbocksuche (Trump, Murdoch, Bild-Zeitung...), Blockwart-Mentalität & die kleinen & großen Nationalismen...
Umso wichtiger ist der Dank an die vielen engagierten, solidarischen, helfenden Menschen, die in Corona-Zeiten nicht in mittelalterliches Denken & Handeln zurückfallen.
Corona zeigt auch die massiven Probleme von Gesellschaftssystemen, in denen die Gesundheitssysteme privatem Profitstreben unterworfen sind. Experten rechnen bis Ende Juli mit fast 150.000 Corona-Tote in den USA. Das libertäre amerikanische System der organisierten Gier versagt in Corona-Zeiten.

Nachtrag : iHuman - Ziemlich wichtiger Arte-Film


Seit Jahren beschäftigt und beunruhigt mich das Thema Transhumanismus, der organisierte Traum den menschlichen Menschen zu überwinden. Es ist die Idee mit Hilfe von Technikoptimismus, libertärem und neoliberalem Denken, Gentechnik, Nanotechnologie, Eugenik und künstlicher Intelligenz den „alten Menschen“ abschaffen und einen „neuen Menschen“ schaffen.
Der Film „iHuman“ von Tonje Hessen Schei zeigt, was Anhänger der künstlichen Intelligenz erträumen. Es ist eine nahe Zukunft, in der die Macht Maschinen gehört. Ein Albtraum und ein Thema, das die Umweltbewegung bisher verdrängt...
Hier geht´s zum Arte- Film iHuman verfügbar vom 20/04/2020 bis 19/07/2020