2020 Umweltpolitischer Jahresrückblick im Corona-Jahr


Veröffentlicht am 02.04.2020 in der Kategorie Umweltgeschichte von Axel Mayer

2020 Umweltpolitischer Jahresrückblick


Ja, Sie haben recht! Für einen umweltpolitischen Jahresrückblick ist es noch "ein wenig" zu früh. Aber wir beginnen hier eine Textsammlung zum Jahr 2020 mit einer unvollständigen, fehlerhaften Textbaustelle...

Corona-Pandemie: Die Natur schlägt zurück
Das Jahr 2020 ist weltweit und regional geprägt durch die COVID-19-Pandemie. Diese Erkrankung war erstmals Ende Dezember 2019 in der Millionenstadt Wuhan der chinesischen Provinz Hubei auffällig geworden, entwickelte sich im Januar 2020 in China zur Epidemie und breitete sich schließlich weltweit aus. Der Ausbruch wurde durch das bis dahin unbekannte Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst. Der Traum vom unbegrenzten Wachstum im begrenzten System Erde bekommt Risse.
Die polnische Zeitung RZECZPOSPOLITA schreibt zum Corona-Virus am 3.2.20:
Das Corona-Virus erinnert uns unerwartet daran, dass wir auf diesem Planeten nur eine von vielen Gattungen sind. Die globale Erderwärmung hat bereits dafür gesorgt, dass wir uns an diesen Gedanken gewöhnen. Wir selbst verhalten uns ein wenig wie ein aggressives und expansives Virus, das den Planeten infiziert hat, tausende Gattungen auslöscht und das Erdklima verändert. Hoffen wir also, dass das Virus aus Wuhan uns nur wirtschaftlich schädigt. Dann kämen wir besser davon, als wenn Mutter Natur zu dem Schluss käme, dass es Zeit sei, das globale Ökosystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen.


Insektensterben Aktuell:


Die aktuelle Debatte um das globale und regionale Insektensterben und seine Ursachen führt an einer Stelle in die Irre. Wir diskutieren das große Sterben als ein Phänomen der letzten 30 Jahre. Doch das Sterben hat mit DDT, E605 und anderen brutalen Agrargiften schon viel früher begonnen. Das aktuelle Insektensterben ist die Ausrottung des verbliebenen Rests. Das gilt nicht nur für die Insekten sondern auch für das eng damit verbundenen Sterben der Vögel und das große globale Artensterben.
Mehr Infos: Insektensterben Aktuell



Fessenheim Abschaltung2020
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Erste Gedanken zur Abschaltung:


  • Das Erfolgsrezept des 5 Jahrzehnte-Protestes: Kreativität, trinational-proeuropäische Zusammenarbeit, Gewaltfreiheit und konstruktive Argumentation.
  • Da ist der zentrale Anteil der französischen Umweltbewegung an der Abschaltung des maroden AKW. Ohne die frühe, erfolgreiche Bauplatzbesetzung 1977 gegen einen AKW-Neubau in Gerstheim, ohne heutige, AKW-kritische elsässische Abgeordnete, ohne die aktive Rolle von CSFR, Stop Fessenheim, Alsace Nature und ohne Sortir du nucléaire, wäre die Abschaltung nicht möglich gewesen. Auch trinationale Initiativen, insbesondere der TRAS mit seinen Gutachten und Klagen hat eine wichtige Rolle gespielt.
  • Die Fessenheim-Stilllegung ist kein "Selbstzweck", sondern berechtigte Gefahrenabwehr. In den beiden, immer wieder von Störfällen und Schlampereien heimgesuchten Reaktoren entstand jährlich die kurz- und langlebige Radioaktivität von ca. 1800 Hiroshima-Bomben. Das unter dem Rheinpegel liegende, überflutungsgefährdete AKW liegt schlecht gesichert in einem Erdbebengebiet, mitten in einer dicht besiedelten Region Zentraleuropas. Ein schwerer Unfall hätte für über eine Million Menschen auf beiden Rheinseiten eine Katastrophe bedeutet. Dazu kommt die ständige Radioaktivitätsabgabe im sogenannten Normalbetrieb und die skandalöse Rheinerwärmung für das kühlturmlose AKW. Das von geschickter Atom-PR eingebrachte Argument des Klimaschutzes ist längst widerlegt.
  • Wenn die großen Gefahren eines schweren Atomunfalls (GAU) nach der Entleerung der Zwischenlagerbecken gebannt sind, werden wir uns um die kommenden "kleineren" Gefahren beim Abriss kümmern. Ein "Billigabriss" ist nicht akzeptabel. Die jetzt zu schaffenden neuen Arbeitsplätze im Elsass müssen umweltfreundlich, nachhaltig und zukunftsfähig sein.
  • Der konkrete Abbau hat noch nicht begonnen. "Theoretisch" könnte eine neue, rechte Pro-Atom-Regierung Fessenheim wieder "hochfahren".
  • Die elsässische Umwelt- und Anti-Atom-Bewegung und auch die Mitwelt Stiftung Oberrhein fordern nach der Abkühlung der Brennelemente den schnellen Abtransport der Brennstäbe. Das AKW-Fessenheim sollte möglichst schnell zur bauzaunfreien "grünen Wiese" werden, gerade auch um zukünftige Euroreaktorpläne auf dem alten AKW-Gelände zu verhindern.
  • Jetzt müssen wir uns um die massiv bekämpfte Energiewende und um die Verbindung von Kohle- und Atomausstieg kümmern. Wer morgen an der Gefahrzeitverlängerung von Kohle- und Atomkraftwerken verdienen will, der lässt heute die zukunftsfähigen Energien verhindern.
  • Die Abschaltung des maroden AKW ist Grund zur grenzüberschreitenden Freude, aber kein Anlass für Triumph. Die Reaktoren haben über vier Jahrzehnte Strom, Geld und Gefahren produziert. Der in Fessenheim entstandene Atommüll muss für eine Million Jahre sicher gelagert werden und gefährdet das Leben zukünftiger Generationen auf dieser Erde.
  • Im großen, globalen Krieg des Menschen gegen die Natur und damit gegen sich selber, (Atommüllproduktion, Klimawandel, Artenausrottung, Kriegsgefahr...)
  • haben wir in Fessenheim Zerstörungsprozesse entschleunigt und einen kleinen, wichtigen, regionalen Teilerfolg erzielt. Es lohnt, sich zu engagieren.
  • Mein Dank geht an die unzähligen badisch-elsässisch-schweizer Aktiven, an Freundinnen und Freunde. Dankscheen!


Amitié franco suisse allemande
Axel Mayer, Vizepräsident TRAS, Mitwelt Stiftung Oberrhein, Kreisrat, (Alt-)BUND-Geschäftsführer,



Aktuell:
Gefährlich für Deutschland & Demokratie / Peinlich für CDU & FDP


Eine Rechtskoalition aus AFD, FDP & CDU im Thüringer Landtag wählte am 5.2.20 den FDP-Politiker Kemmerich zum Ministerpräsidenten.
Was ist aus der ehemaligen "Freiheitspartei" FDP und aus der "christlichen" CDU geworden?



Australien brennt, Menschen und Millionen Tiere sterben, die neoliberale australische Regierung leugnet mit Hilfe der rechten Murdoch Medien den Klimawandel und in Deutschland bekämpfen die "Wildtierstiftung" und Bürgerinitiativen gegen Windkraft mit vorgeschobenen Naturschutzargumenten die Energiewende.

Noch lässt sich nur schwer abschätzen, wie viele Tiere in den Flammen ums Leben kamen. Offizielle Zählungen gibt es nicht. Chris Dickman von der University of Sydney rechnet damit, dass eine halbe Milliarde Tiere in den Flammen verendeten oder keine Nahrung und keinen Schutz mehr fanden - Frösche und Fledermäuse nicht eingerechnet.



Die gezielte Ermordung von General Soleimani im Irak durch einen amerikanischen Drohnenangriff stellt einen Wendepunkt in den regionalen Spannungen im Nahen und Mittleren Osten dar. Trump schüttet Öl in´s Feuer, stärkt den Fundamentalismus im Iran und schwächt die iranische Opposition. Dazu kommt der Flugzeugabschuss durch den Iran.

Der amerikanische Krieg gegen den Iran hat schon im August 1953 begonnen. Der demokratisch gewählte iranische Premier Mossadegh wurde vom Militär aus dem Amt geputscht. Hintergrund waren die Öl-Interessen englischer und amerikanischer Konzerne. "Die amerikanische CIA bestätigt jetzt ihre führende Teilhabe an der Aktion" schreibt Die Welt. England und die USA stehen auch im kommenden Krieg für Öl wieder "Seit an Seit". "Rule Britannia" trifft auf "America First".

Und wäre ein Krieg gegen Iran auch ein "deutscher Krieg? Die US-Ramstein Air Base ist der größte Stützpunkt der US-Militärs außerhalb der Vereinigten Staaten und die Einsatzzentrale für den Drohnenkrieg.
Mehr Infos: Hier