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Wärmewellenheizung: hohe Kosten und hoher Preis für die Umwelt (Test / Warentest)

Für Wärmewellenheizungen, Infrarotheizungen und andere elektrische Direktheizungen
wird intensiv geworben.Beim BUND rufen allerdings immer mehr Menschen an, die ihre Stromrechnung für diese elektrische Heizung nicht mehr bezahlen können. Die großen Atom- und Kohlekonzerne e.on, RWE, Vattenfall und EnBW freuen sich über jede verkaufte Elektroheizung um zusätzlichen Strom aus klimaschädlichen Kohlekraftwerken und aus maroden AKW zu verkaufen.

Da Infrarotheizungen und Wärmewellenheizungen mit "Tagstrom" betrieben werden, sind sie noch teurer als die umweltschädlichen, kostenintensiven Nachtspeicheröfen.


Bei der Herstellung von Strom
gehen zwei Drittel der eingesetzten Energie ungenutzt verloren. Die Belastung der Umwelt und des Klimas durch die Stromerzeugung sind ganz beträchtlich: Abgase (NO2, SO2, CO2), Atommüll, Unfallgefahr..., die Abwärme heizt Flüsse auf und der Wasserverbrauch beträgt zwei Liter pro Kilowattstunde erzeugtem Strom. Die nur scheinbar verlust- und schadstofffreie Elektroheizung in der eigenen Wohnung führt zu ganz erheblichen Umweltbelastungen bei der Stromerzeugung im Kraftwerk.
Aus diesem Grund tragen wir hier einige Informationen zu diesem wichtigen Thema zusammen.
Der Bund für Umwelt- und Naturschutz hält Elektroheizungen für unökologisch.




Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz 03.08.2004
Verbraucherzentrale kritisiert irreführende Werbung für elektrische Direktheizungen


Kauf nicht zu empfehlen


Für Verbrauchertäuschung
hält die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V. die Werbung für elektrische Direktheizungen. In Anzeigen, im Internet oder im Rundfunk werben die Hersteller mit niedrigen Heizkosten und wohliger, umweltfreundlich erzeugter Wärme. „Ein Vergleich der Brennstoffkosten zeigt, dass das Heizen mit elektrischen Direktheizungen im Vergleich zu einer Öl- oder Gaszentralheizung meist um ein vielfaches teurer ist“, so Hans Weinreuter, Energiereferent der Verbraucherzentrale. Daran ändern auch die im Einzelfall eventuell günstigeren Investitionskosten nichts, da diese durch die höheren Heizkosten relativ schnell ausgeglichen sind.

Die Firma EVO behauptet hingegen auf ihrer Homepage,
dass „elektrisch beheizte Häuser im Vergleich zu brennstoffbefeuerter Zentralheizung für die gleiche Heizaufgabe nur zwei Drittel bis halb soviel Endenergie benötigen“. Die Firma Thermatic spricht in ihrem Prospekt von einem „elektrischen Heizsystem mit den niedrigen Anschlusswerten aber hoher Heizleistung“ und die Firma SÜKA verspricht auf ihrer Website „niedrige Heizkosten bei sparsamem Energieeinsatz“. Wie die Firma JAWO bei einem Kostenvergleich auf ihrer Internetseite darauf kommt, dass ein Haus mit einer Ölzentralheizung und einem Verbrauch von 2.500 Litern (umgerechnet ca. 25.000 kWh) nach dem Wechsel zu einer Elektroheizung plötzlich nur noch 8000 kWh verbraucht, wird für immer ihr Geheimnis bleiben. Den Vogel schießt allerdings der „Allgemeine Europäische Verbund für Umweltschutz e.V. (AEVU)“ ab, der für den Kauf von IHS-Wärmewellen-Heizsystemen wirbt. Der Verbund behauptet in seinen Unterlagen, mit diesem System aus einer elektrischen Anschlussleistung von 400 W eine Heizleistung von 800 W herausholen zu können und spricht von einem optimalen Wirkungsgrad von bis zu 260 %. „Dass dies bei der direkten Umwandlung von Strom in Wärme nicht funktionieren kann, wissen viele Leute noch aus dem Physikunterricht“, so der Energiereferent der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V.. Die besonders gravierenden Erfahrungen einer Verbraucherin aus der Nähe von Trier mit diesem IHS-Heizsystem bestätigen dies eindrucksvoll. Nach drei kalten Tagen im Dezember 2003 wurden mit Hilfe dieser Stromheizung gerade einmal eine Temperatur von etwas über 10 Grad erreicht und der Stromzähler drehte sich rasant.

Aber auch alle anderen zitierten Behauptungen halten einer kritischen Betrachtung durch Fachleute nicht Stand. Die oft mit normalem Steckdosenanschluss versehenen Flachheizkörper sind keine Nachtspeicherheizgeräte und müssen daher in der Regel mit dem teuren Tagstrom betrieben werden. Heizen mit Tagstrom ist aber häufig die teuerste Art der Wärmeerzeugung.


Auch die Umweltbelastung

ist beim Heizen mit Direktstrom größer als bei einer Öl- oder Gasheizung. Aufgrund des geringen Wirkungsgrades bei der Erzeugung von Strom ist beim Einsatz einer Elektrodirektheizung insgesamt ein wesentlich höherer Schadstoff- und CO2-Ausstoß zu verzeichnen. Selbst alte Öl- oder Gasheizungen haben einen besseren Wirkungsgrad.
Die Verbraucherzentrale RLP e.V. prüft zurzeit gemeinsam mit dem VZBV (Verbraucherzentrale Bundesverband) die Abmahnung einzelner Anbieter dieser Direktheizungen wegen Verbrauchertäuschung.
Fazit der Verbraucherzentrale: Finger weg von elektrischen Direktheizungen.




Verbraucherzentrale warnt vor Firmen und vor Elektroheizung
Vorsicht, wenn der Energie-Berater klingelt


Berlin - Der Reinfall kommt per Post: Angebliche "Energieberater" behaupten in aktuellen Wurfsendungen, dass Elektroheizungen enorm viel Geld sparen. Doch das ist glatt gelogen.

"Bei uns stapeln sich die Beschwerden von reingefallenen Kunden", sagt Detlef Bramigk von der Berliner Verbraucherzentrale. Er ärgert sich über die dreiste Masche der Firmen. "Sie schicken unter dem Vorwand einer Energieberatung windige Vertreter ins Haus, die den Leuten elektrische Heizungen aufschwatzen."

Eine Kilowattstunde Strom kostet 20 Cent, mit Gas würde man etwa sieben Cent und mit Öl neun Cent zahlen. "So sind an einem Vormittags für ein warmes Zimmer schnell fünf Euro weg", rechnet Bramigk vor.

Als "absolute Verdummung der Leute" bezeichnet der Experte auch Werbeversprechen für Infrarot-Energiesparheizungen. Die Infrarotstrahlen erwärmen wie eine Rotlichtlampe nur den Körper. Wird das Gerät ausgeschaltet, ist alles sofort kalt, die Wirkung verpufft. Bramigk kennt auch viele Beispiele, wo bei Leuten durch elektrische Heizkörper reihenweise die Sicherungen durchknallten. Aus den Verträgen kommt man kaum wieder raus, weil der "Berater" selbst ins Haus geholt wurde. Sie sind leider kein kündbares Haustürgeschäft.
Berliner Kurier, 16.11.2007



Energiesparhaus, die unabhängige Beratung für Wohnen, Hausbau und Sanierung schreibt:

http://www.energiesparhaus.at/energie/elektroheizung-infrarotheizung.htm

Die Vorteile und Nachteile der Infrarotheizung im Detail:



Vorteil der Strahlungswärme (Wärmewellenheizung)
Bei den meisten Infrarotheizungen wird zur Erreichung des beworbenen "Kachelofen-Feelings" die Heizfläche auf bis zu 90°C erhitzt, um einen hohen Strahlungsanteil zu erreichen und die erforderliche Energiemenge über die Plattenfläche in den Raum zu bringen. Ob es sich in der Ausführung um Metallpaneele, Glasplatten oder Marmorplatten als Heizfläche handelt, macht hierbei keinen Unterschied. Dabei wird aber durchaus auch eine Konvektion (Luftumwälzung) erzeugt, die die gleichen Effekte wie die Konvektion der wassergeführten Heizung hat (Staubaufwirbelung, Verschwelung der Staubteilchen). Je nach Ausführung kann die Luftumwälzung bei wasserdurchflossenen Heizkörpern aber etwas höher sein. Bei wassergeführten Flächenheizungen (Fußbodenheizung, Wandheizung) ist die wärmeabgebende Fläche viel größer, dadurch kann die Temperatur der Heizfläche wesentlich niedriger bleiben. Somit ist für solche Flächenheizungen die Konvektion wirklich auf ein Minimum reduziert und sicher niedriger als bei Infrarotheizungen.

Gesundheitliche Aspekte der Infrarotheizung
Auch beim Infrarotheizsystem wird elektrischer Strom benutzt, der in den Zuleitungen ein elektromagnetisches Feld erzeugt. Es ist kein Unterschied zu einem anderen Verbraucher mit gleicher Leistung gegeben. Die Aussage, dass keinerlei Elektrosmog erzeugt wird, ist nicht nachvollziehbar. Fakt ist aber, dass ein vom Heizwasser durchflossener Heizkörper kein elektromagnetisches Feld erzeugt.
Hinsichtlich der Luftfeuchtigkeit kann es ein leichter Vorteil sein, dass durch die etwas geringere Lufttemperatur die relative Luftfeuchtigkeit etwas höher bleibt (trockene Luft im Winter wird also reduziert). Weitere Versprechungen (z.B. Stärkung des Immunsystems durch die Wärmewellen) sind nicht erwiesen und sollten als Kaufargument kritisch hinterfragt werden.

Betriebskosten der Infrarotheizung
Es ist richtig, dass die Temperatur der umgebenden Flächen einen großen Anteil am Temperaturempfinden hat (Strahlungswärme). Aus diesem Grund kann bei warmen Wänden die Lufttemperatur bei gleichem Wärmeempfinden etwas niedriger sein (1 bis 3°C). Dies führt im Vergleich zu anderen Stromheizsystemen zu einer Einsparung, warme Wände können aber auch mit anderen Maßnahmen erreicht werden.
Die Regelbarkeit der Infrarotheizung ist im Vergleich zu anderen Systemen sehr gut. Trotzdem bleibt elektrische Energie die teuereste (weil vielseitigste und wertvollste) Energieform. Bei Häusern mit normalem Dämmstandard werden die Heizkosten deshalb immer noch höher sein als mit wassergeführten Heizsystemen (speziell bei Wandheizung oder Fußbodenheizung). Ob sich die geringeren Investitionen gegenüber den höheren Betriebskosten finanziell rechnen, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab. Üblicherweise muss das Haus dem Passivhausstandard sehr nahe kommen, damit sich die Infrarotheizung finanziell rechnet. Im normalen Energiesparhaus wird ein wassergeführtes System über die gesamte Lebensdauer gerechnet üblicherweise kostengünstiger sein, trotz der höheren Anfangsinvestitionen. Keinesfalls sollten Sie bei Beheizung mit einem Infrarotheizsystem auf einen guten Dämmstandard verzichten. Auch wenn es die Werbeprospekte der Hersteller von Wärmewellenheizungen manchmal anders sehen, ist ein guter Dämmstandard immer die Grundlage jeder Energiesparbemühung.

Platzbedarf, Versorgungssicherheit, Abhängigkeit von Lieferanten bei der Wärmewellenheizung:

Hier kann die Infrarotheizung sicher punkten. Die Heizkörper (Paneele) können sehr schmal ausgeführt werden, weiters wird kein Platz für einen Heizkessel und kein Lager für Heizmaterialvorrat benötigt. Beim elektrischen Strom sind auch keine Lieferengpässe und keine Lieferantenabhängigkeit zu erwarten. Wer genug bezahlen kann, wird immer seinen Strom geliefert bekommen.

Umweltschutz, Emissionsfreiheit und Schadstofffreiheit von Infrarot-Heizsystemen
Richtig ist, dass die Infrarotheizung wie jede andere Stromheizung (oder auch die Erdwärmeheizung) keine Emissionen und Schadstoffe am Einsatzort erzeugt. Nicht vergessen sollte man aber, dass der Strom im Winter zu einem großen Teil aus kalorischen Kraftwerken kommt (Wintermix!), wo beim Endverbraucher nur etwa 1/3 der eingesetzten Primärenergie ankommt. Hier spielt die Wärmepumpe (Erdwärmeheizung) ihre Vorteile aus, die aus der Umwelt diesen Verlustanteil wieder zurückholt. Nun wird oft argumentiert, dass man als Ausgleich einen Bezugsvertrag für Ökostrom abschließen könnte. Aber auch hier ist zu überlegen, dass jedes Jahr mehr Strom benötigt wird und derzeit der zusätzliche jährliche Ökostromanteil nicht einmal diese Steigerung ausgleicht. Somit sollte jeder bestrebt sein, den winterlichen Stromverbrauch nicht noch weiter zu erhöhen. Die Infrarotheizung in der Werbung als "aktiven Beitrag zum Umweltschutz" anzupreisen, ist jedenfalls schon weit hergeholt.

Fazit:
Finanziell gesehen kann der Einsatz von Infrarotpaneelen in manchen Fällen sinnvoll sein (z.B. Passivhaus oder Beheizung einzelner Räume einer Wohnung im Bestand). Ökologisch gesehen ist der Einsatz nicht empfehlenswert, da alle Infrarotheizsysteme Tagstromheizungen sind.




Das berichtet der SWR (Südwestdeutscher Rundfunk) zum Thema Wärmewellenheizung:
Teure elektrische Heizung

Elektrische Wärmewellenheizung: Unrentabel und teuer


Gerade wenn der Winter vor der Tür
steht und die Heizungen eingeschaltet werden, sehen viele schon mit Schrecken der Rechnung im folgenden Jahr entgegen. Wunderheizungen, die mit fantastischen Zahlen werben, sollen alles besser machen. Aber Vorsicht, niemand kann an den Regeln der Physik drehen. Am Ende zahlen Sie mehr als mit der alten Ölheizung.

Regina L. wollte ihren Ölofen endlich stilllegen. Schließlich war das gesamte Heizsystem ihrer Wohnung völlig veraltet. Eine Zeitungsannonce machte die Rentnerin auf eine neue Methode aufmerksam: Wärmewellen- oder Infrarotheizung, angeblich besonders sparsam und umweltfreundlich.


Elektrisch betriebene Platten
sollen dabei mit Wärmestrahlen Wände und Möbel aufheizen, die dann wiederum die Raumtemperatur erhöhen. Regina L. und ihr Sohn können das Angebot kaum glauben: Bis zu 260 Prozent Energieausbeute sollen auf diese Weise möglich sein. Angeblich kann eine Platte aus 400 Watt Stromenergie mehr als das Doppelte an Wärme erzeugen. Physikalische Zaubertricks Das wiederum strapaziert gehörig die Gesetze der Physik. Der Verkäufer der Firma ACVU versucht sich an einer Erklärung: Nicht die Luft werde erwärmt, denn die sei "ja der schlechteste Wärmeleiter", sondern Menschen und "Hüllflächen", die dann Wärme in "angenehmer Form wieder zurückgeben".

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz bewertet diese Technik als weniger revolutionär:
Jeder Heizkörper, der eine gewisse Temperatur erreicht, erwärmt in Kontakt die umgebende Raumluft und gibt Wärmestrahlung ab. Das gilt für den konventionellen Heizkörper ebenso wie für die beworbenen Heizplatten. Schockierende Stromrechnung Regina L. fiel auf die überzogene Werbung allerdings herein. Für 2.200,- Euro kaufte sie fünf Wärmewellenplatten Der Einsatz im ersten Winter verlief bereits enttäuschend, das neue Heizsystem wärmte nur wenig. Und wirklich schockierend wurde es für die Rentnerin beim Blick auf den Stromzähler. Die Elektroheizung speist sich nämlich ausschließlich mit teurem Tagstrom. Statt der prophezeiten 20,- Euro Stromkosten im Monat wären bei vollem Betrieb 130,- Euro angefallen: Ein Vielfaches der bisherigen Heizölrechnung.

Bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz wundert man sich darüber nicht.
Eine Kilowattstunde Strom koste nämlich etwa das Dreifache einer Kilowattstunde Wärme, die mit Hilfe von Gas- oder Ölheizungen erzeugt wird. Und das ein angeblicher Umweltverbund sich angeblich noch für dieses weder ökonomisch noch ökologisch sinnvolle System stark macht, ist ein schlechter Scherz. Regina L. hat mit Hilfe ihres Sohnes und eines Rechtsanwaltes den entsprechenden Vertrieb mittlerweile davon überzeugt, dass die Werbeversprechen nicht zutreffen. Sie konnte die fünf Heizplatten wieder zurückgeben. Wenn der Winter kommt, muss sie nun doch wieder die Ölheizung anwerfen.




Und hier noch ein Beitrag der Energiefachleute von Verivox

Elektroheizung unrentabel - Preise für Heizstrom steigen


von Thomas Stollberger, 10.05.2004

Stark steigende Heizstrompreise bescheren ca. 2,2 Millionen Haushalten drastische Heizkostenanstiege. Die Betroffenen reagieren zu recht mit großen Empörung, so der Bund der Energieverbraucher. Weil weitere Preisanstiege zu befürchten sind, sollten die Mieten gesenkt und die Wände gedämmt werden. Ein Umstieg auf günstigere und ökologischere Heizungen lohnt sich. Als grob irreführend haben Verbraucherschützer die RWE-Werbung für "günstige Elektronachtspeicheröfen" kritisiert.

Derzeit heizen 2,2 Millionen Haushalte, das sind ca. acht Prozent, mit elektrischem Strom und verbrauchen dafür 23 Milliarden Kilowattstunden jährlich. Das entspricht der Jahresproduktion von mehr als zwei Kernkraftwerken.

3,9 Cent-Zeiten sind vorbei
In den neunziger Jahren wurde Heizstrom zum Preis von 3,9 Cent abgegeben, Herstellungspreise von abgeschriebenen Kraftwerken. Die Stromwirtschaft saß auf gewaltigen Überkapazitäten und musste gegenüber Öl- und Gasheizungen wettbewerbsfähige Preise anbieten. Die Brennstoffkosten liegen heutzutage für Heizöl bei 3,5 bis 4 Cent, bei Gas bei 5,5 Cent und Fernwärme bei 8,3 Cent je Kilowattstunde.

Nun kommt das dicke Ende denn die Heizstrompreise sind mittlerweile drastisch angestiegen. Die Wormser EWR z.B. hat am ersten Januar 2004 die Preise von 5,5 auf 6,45 Cent je Kilowattstunde angehoben. E.on Hanse erhöhte vor einem Jahr die Heizstrompreise um 17% und in diesem Jahr nochmals um 10 Prozent auf 6,8 Cent. Ähnliche Entwicklungen sind bundesweit zu beobachten.

Keine Wechselmöglichkeiten
Im Vergleich zum Preis des normalen Haushaltsstroms von 16 bis 17 Cent ist Heizstrom noch sehr günstig, ungünstig jedoch im Vergleich zu Gas und Öl. Für die betroffenen Haushalte steigen die Heizkosten drastisch an, ohne dass es eine Alternative dazu gibt. Die Unternehmen begründen die Anhebung mit gestiegenen Grosshandelspreisen. Eine staatliche Aufsicht über die Heizstrompreise gibt es ebensowenig wie die Möglichke= , den Anbieter zu wechseln. Denn obwohl ein Anbieterwechsel grundsätzlich möglich ist, gibt es keine bundesweiten Anbieter. Da allein die Durchleitungsentgelte im Niederspannungsnetz bei rund sieben Cent liegen - für Heizstrom etwas niedriger- , ist das nicht weiter verwunderlich, weil die Strompreise an der Börse derzeit bei 3 Cent/kWh ohne MWSt. liegen. Die Kartellbehörden haben angemahnt, dass der freie Wettbewerb für Heizstrom immer noch behindert wird.

Perspektiven düster
Mit steigenden Stromerzeugungskosten und Börsenpreisen werden künftig zwangsläufig auch die Heizstrompreise weiter ansteigen, selbst wenn die Netznutzungsentgelte regulierungsbedingt sinken. Die betroffenen Eigentümer und Mieter sollten sich auch wegen der ungünstigen Preisperspektiven möglichst rasch umorientieren auf Öl-, Gas-, Fernwärme-, Pellets oder Solarheizung. Auch eine = ssere Wärmedämmung rentiert sich.

Konsequenz: Mietminderung
Die hohen und weiter steigenden Heizkosten elektrobeheizter Wohnung mindern den Mietwert. Sie begründen Mietsenkungen, die von Vermietern eingeräumt werden sollten. Durch die geringen Investitionskosten bei der Installation der Stromheizung haben Vermieter über Jahre deutliche Zusatzrenditen erwirtschaften können, so der Bund der Energieverbraucher.

RWE wirbt weiter
Trotz drastischer Preisanstiege wirbt RWE mit Fax vom 6. Mai 2004 weiter: "Elektronachtspeicheröfen sind günstige Lösung". Der Bund der Energieverbraucher hält diese Werbung für grob irreführend und prüft rechtliche Schritte. "Offensichtlich verdient RWE sehr gut am Heizstrom, sonst würde sie ihn nicht bewerben", kommentiert der Vereinsvorsitzende Aribert Peters.




Wichtiger Hinweis
Wir werden gerade von einer nicht mehr bewältigbaren Flut von Anfragen überschwemmt. Wenn Sie Fragen zum Themenkomplex Elektroheizung, Wärmewellenheizung und Nachtspeicherofen haben, dann wenden Sie sich bitte vor Ort an eine unabhängige Energieberatung oder an Ihre örtliche Verbraucherzentrale.
Wenn Sie Ihren Stromanbieter wechseln wollen und in diesem Zusammenhang Fachfragen haben, dann empfehlen wir die EWS Schönau. http://www.ews-schoenau.de/ Tel:07673 - 888 550)





mehr Infos:


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Dieser Artikel wurde 1309 mal gelesen und am 13.2.2009 zuletzt geändert.