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Wärmepumpen, Grundwasser und Grundwasserschutz

Wasserschutz adieu?
Quelle: badenova "Meine Energie" Dezember 2008

Unkontrollierter Wildwuchs beim Erdsondenbau gefährdet die Wasserversorgung, die Wärmepumpen von heute drohen, die Altlasten von morgen zu werden. Was Wasserexperten beim 22. badenova-Wasserkolloquium als Zukunftsszenario entwarfen, drückt eine große Sorge der Wasserwirtschaft aus.

Erdwärmepumpen boomen, sind sie doch eine ökologisch interessante Alternative zu anderen, "klassischen" Heizanlagen. Damit verbunden ist allerdings ein immer mehr um sich greifender "Wildwuchs" beim Bohren von Erdwärmesonden, der erhebliche Gefahren für die Qualität des Grundwassers und mittelbar auch des Trinkwassers mit sich bringt. Als regionaler Wasserversorger trägt badenova die Sorgen der Wasserwirtschaft mit. Die Kritik der Wasserwirtschaft richtet sich dabei an die staatlichen Instanzen: Sie hätten es bislang versäumt, für ausreichend Spielregeln zu sorgen.
Dass die Gefahren nicht theoretisch sind, zeigt sich in Freiburg - in zwei Schadensfällen wird über Haftungsfragen gestritten. Zum einen wurde im Freiburger Stadtteil Munzingen durch eine Erdsondenbohrung das Grundwasser erheblich verschmutzt, vermutlich durch unsachgemäße Vorgehensweise bei der Bohrung. Der Schaden in der Unterwasserwelt wurde erst offenbar, als eine Quelle im fraglichen Bereich sich massiv eintrübte.

Kein ausreichender Schutz gewährleistet
In diesem Fall handelte es sich zwar nicht um eine Trinkwasserquelle, aber bei der derzeitigen Genehmigungspraxis und den wenig wirksamen Schutzbestimmungen für Trinkwasserschutzzonen hätte es genauso eine Trinkwasserfassung treffen können.
Im zweiten Freiburger Fall wurde durch eine Erdsondenbohrung ein Kanal massiv getroffen. Die Folge war eine nahezu vollständige Kanalverstopfung, da die Bohrfirma Flüssigbeton in den beschädigten Kanal laufen ließ, sodass der Abflusskanal gleichsam zubetoniert war. Der Schaden für badenova als Betreiber des Freiburger Kanalnetzes ist beträchtlich, derzeit wird er mit 70.000 Euro beziffert. Auch hier: Über die Haftung dieses kostspieligen Falls herrscht Unklarheit.

Erdwärmenutzung wichtiger als Wasserschutz?
Johann-Martin Rogg, bei badenova verantwortlich für die Wasserversorgung und gleichzeitig Präsident der Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein, AWBR, eines internationalen Dachverbandes der Wasserwirtschaft im Südwesten: "In allen öffentlichen Bereichen und besonders in der Wasserwirtschaft wird zu Recht das Prinzip der Nachhaltigkeit eingefordert. Wir in der Wasserversorgung leben diese Philosophie seit vielen Jahren. Da kann es nicht sein, dass für die Erdwärmenutzung alle wohl begründeten Regeln für den Grundwasserschutz außer Kraft gesetzt oder erheblich eingeschränkt werden."
Rogg fordert insbesondere im erweiterten Trinkwasserschutzgebiet ein Verbot von Grundwasser gefährdenden Stoffen als Wärmetauscher-Medium bei Bohrungen. So akzeptieren die Baden-Württemberger Behörden derzeit noch den Einsatz von Glykol in den Erdwärmekollektoren, auch in Wasserschutzgebieten. Bauherren müssten vor einer Bohrung auf die Haftung gegenüber schädlichen Folgen verpflichtet werden. Johann-Martin Rogg: "Es kann nicht sein, dass wir sehenden Auges die Wärmepumpen von heute zu den Altlasten von morgen werden lassen, und es unklar bleibt, wer dann für die womöglich teuren Folgen aufzukommen hat."



Wärmepumpe: ökologisch sinnvoll?

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Dieser Artikel wurde 266 mal gelesen und am 23.12.2008 zuletzt geändert.