Anschlag & Terror & Analyse 3/2018... Trèbes, Sinai (Ägypten), New York, Barcelona, Cambrils, Paris, London, Berlin, Nizza und Anderswo


Anschlag & Terror & Analyse 3/2018... Trèbes, Sinai (Ägypten), New York, Barcelona, Cambrils, Paris, Berlin, Nizza und Anderswo


Hölderlin schrieb: "Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch", doch Realität ist, dass in Gefahr und Krise, in Zeiten, in denen auch im globalen Maßstab die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht, nicht etwa das Rettende, sondern das Neurotische, Dummheit, Gewalt, Intoleranz, Verschwörungstheorien, Fundamentalismus und Nationalismen wachsen. Aus alter, längst vergangen geglaubter Gewalt wird neue und zukünftige Gewalt. Religiöse Kriege schwappen nach Europa, Dummheit stärkt Dummheit, Intoleranz stärkt Intoleranz und religiöse Fanatiker und ihre barbarischen Anschläge (aktuell in Ägypten) stärken auf eine beängstigende Weise die Intoleranz der Politik und vieler Menschen.

Papst Franziskus fand erstaunlich klare Worte: "Wir dürfen keine Angst haben, die Wahrheit zu sagen: Die Welt ist im Krieg, weil sie den Frieden verloren hat. Es ist ein Krieg um Interessen, ein Krieg um Geld, ein Krieg um Ressourcen der Natur."

Es ist keine Frage: Die Attentäter, Mörder und Arschlöcher müssen bestraft werden. Dennoch müssen wir endlich auch die Ursachen des Terrors kritisch analysieren.



Unsere koloniale, westliche Vergangenheit
mit der konzerninteressengeleiteten Grenzziehung im "Nahen Osten" vor hundert Jahren und deren Fortsetzung in der Regime-Change-Politik (nicht nur) in Syrien, amerikanische Kriege für Öl (Irak, Syrien) und globale, soziale Ungerechtigkeit holen uns ein. Werbeagenturen bestimmen unser Bild von Kriegen. In Syrien steht "der Westen" auf der Seite der "guten, nützlichen Terroristen" und der Waffenbrüder des IS.

Für 109 Milliarden Dollar hat US-Präsident Trump im Mai 2017 Waffen an Saudi Arabien verkauft. Die Attentäter der Anschläge vom 11. September 2001 kamen zwar zumeist aus Saudi-Arabien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten, doch das sind die "guten, nützlichen Diktaturen". Länder, die besonders gute geschäftliche Beziehungen zu den USA haben.

Wir leben in einer Zeit,
in der der innere und äußere Friede zunehmend bedroht ist. Sechs Jahrzehnte Frieden in Zentraleuropa führen bei vielen zur Illusion, der Frieden sei der Normalzustand. Doch ein Blick in die Welt oder in irgendeine Nachrichtensendung zeigt, dass dies eine Illusion ist. Wir sind nicht besser oder schlechter als Hutus und Tutsi, als Serben und Kroaten, als Iraker und Iraner, als Israelis, Syrer und Palästinenser...

Wenn es „gut organisiert“ wird,
fallen auch in Deutschland nach wenigen Jahren Propaganda Christen über Moslems, Raucher über Nichtraucher oder Schwarzhaarige über Blonde her... Nicht Frieden, sondern Kriege, Pogrome und Massaker waren und sind die Realität der Menschheitsgeschichte. Diesen Zustand zu überwinden ist unsere Aufgabe.

Wir müssen den Terroristen auf die Finger schlagen. Noch wichtiger aber ist die Bekämpfung der Ursachen der Terrors. Ein zentraler Lösungsansatz ist mehr globale Gerechtigkeit. In Zeiten der gut organisierten globalen Gier ist dies nicht einfach. Die reichsten ein Prozent der Weltbevölkerung haben mehr Vermögen angehäuft, als die restlichen 99 Prozent zusammen. Hier müssen wir ansetzen.


Ein persönlicher Meinungsbeitrag von Axel Mayer







Mitwelt Links zum Themenbereich Krieg, Frieden, neuer Kalter Krieg & Aufrüstung 3/2018


Aktuelle Einschübe:


Massive aktuelle Kriegsgefahr! Trump stellt mit (Un-)Sicherheitsberater Boltom ein Vorkriegskabinett zusammen


"Bolton ist eine der am übelsten beleumundeten politischen Figuren in Washington. Er gilt als skrupelloser Kriegstreiber und hat in seiner Zeit als amerikanischer UNO-Botschafter bewiesen, dass er Diplomatie als Nullsummenspiel missversteht - entweder Siegen oder Verlieren. Der neue Unsicherheitsberater in der Trump-Regierung ist eine katastrophale Nachricht für die USA und die Welt. Die Zeichen stehen auf Krieg." schreibt am 24.3.18 die österreichische Zeitung -DER STANDARD- aus Wien













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    Axel Mayer

    (Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung)