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"Postfaktisch": Medien & Industriepropaganda


"Postfaktisch": Medien & Industriepropaganda

"Postfaktisch"


ist das Wort des Jahres 2016. Als "postfaktisch" wird politisches Denken und Handeln bezeichnet, bei dem Fakten nicht im Mittelpunkt stehen. In einem "postfaktischen" Diskurs wird gelogen und abgelenkt.
Es ist kein Wunder, dass bei diesem Begriff an den Wahlkampf von Donald Trump oder an die Chemtrail-Verschwörungstheorie gedacht wird. Doch ist es nicht auch "postfaktisch", wenn PR-Agenturen wie Burson Marsteller im Auftrag der Industrie jahrzehntelang schrecklich erfolgreich die Gefahren des Rauchens und die Gefahren der Atomenergie herunterspielen und wenn Werbeagenturen und industriegelenkte und industrienahe "Bürgerinitiativen" wie EIKE im Auftrag von Öl- und Kohlekonzernen den Klimawandel leugnen ? Sind industriegelenktes Greenwashing und Neusprech nicht typisch für einen nicht hinterfragten, "postfaktischen" Diskurs, in dem gelogen und mit falschen Argumenten abgelenkt wird?

Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit
und das gilt leider nicht nur für Diktaturen. War es nicht "postfaktisch", als der Golf-Krieg mit verlogenen, falschen Argumenten begonnen und die Wahrnehmung des Krieges von PR-Agenturen gesteuert wurde, wie dies bei der Brutkastenstory schrecklich deutlich wurde?

Welche ökonomischen Gründe gibt es dafür, dass das kleine Problem Infraschall und Windenergie so häufig in den Medien erwähnt wird und das große Problem Motorradlärm nur selten zum Thema wird?

Warum hält sich der zentrale Mythos unserer globalen Raubbauwirtschaft in den Wirtschaftsteilen aller Zeitungen so lange? Der Glaubenssatz "Unbegrenztes Wachstum im begrenzten System Erde ist dauerhaft möglich," lässt sich durch schlichte Zinseszinsrechnung widerlegen.

Guter, kritischer Journalismus muss solche Fakten immer wieder reflektieren und in die Berichterstattung einbeziehen und wie alle Menschen sind wir selber, die sozialen Bewegungen und die Umweltbewegung auch nicht vor Fehlern und falschen Wahrnehmungen gefeit. Wir (aber auch die Medien!) sollten öfter den engen "Echoraum" der eigenen Meinung im Internet verlassen und uns immer wieder kritisch hinterfragen.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Kreisrat, Vizepräsident TRAS
(getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung)


Alles verkomplizierender Nachtrag:
Wäre die Aussage " Obama lässt das Telefon von Merkel abhören" noch vor zwei Jahren nicht für verschwörungstheoretischen, "postfaktischen" Unsinn gehalten worden?




Passend zu diesem Thema gibt es hier einen aktuellen Artikel vom bekannten Klimaforscher Stefan Rahmstorf



"Postfaktisch": Medien & Industriepropaganda




Warnung:
Wenn Sie hier Die Wahrheit suchen, werden Sie sie nicht finden. Es gibt sie nicht, "Die Wahrheit", sondern immer nur Annäherungen daran, Wahrheitsfragmente. Es wird Ihnen nichts übrigbleiben, als sich mit den "anderen Wahrheiten" auseinander zu setzen, um zu einer eigenen Meinung zu kommen. Verlassen Sie ab und zu den viel zu engen "Echoraum" der eigenen Meinung im Internet. Misstrauen Sie Wahrheitsverkündern. Haben Sie Mut Ihren eigenen Verstand zu gebrauchen. Denken könnte nützen.
Axel Mayer



Übersicht: Greenwash, Kriegspropaganda, Propaganda, Krisenkommunikation, Umweltlügen




Leitartikel:




Weblinks


LobbyControl - Greenwash in Zeiten des Klimawandels





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Dieser Artikel wurde 187 mal gelesen und am 17.12.2016 zuletzt geändert.