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Biene tot - Maiswurzelbohrer lebt

23.07.2008

Biene tot – Maiswurzelbohrer lebt


Die Versuche den Maiswurzelbohrer mit Gift auszurotten sind wieder einmal gescheitert.

Die vergeblichen Bekämpfungsversuche haben in der Vergangenheit massive Kollateralschäden bei Bienen, Insekten und in der Natur nach sich gezogen.
Im April und Mai 2008 wurden durch die Bekämpfung des Maiswurzelbohrers zehntausende Bienenvölker massiv geschädigt oder vernichtet. Rund 20.000 Bienenvölker sind nach Angaben des Imkerbundes an dem Bayer-Pflanzenschutzgift in der Saatgutbeize zugrunde gegangen. Hauptverantwortlich für dieses Bienensterben waren, nach Erkenntnissen der zuständigen Überwachungsbehörden des Bundes, die in der Landwirtschaft eingesetzten Bayer-Nervengifte Clothianidin und Imidacloprid.

Doch ausrotten lässt sich der Maiswurzelbohrer nicht mehr, wie die erneuten Funde in Bayern und Baden-Württemberg zeigen.
Alleine in den vergangenen zwei Tagen wurden erneut 34 Käfer im Ortenaukreis gefunden.

Als der Käfer im Jahr 2003 im Elsass erstmalig gesichtet wurde versprühten Hubschrauber 1,5 Tonnen des Gifts "Karate". Hinter dem Begriff Karate verbergen sich die besonders giftigen Pyrethroide. Beim Menschen lösen sie Übelkeit, Herzrasen und Atembeschwerden aus.
Eine massiver Gifteinsatz zur Abwehr des Käfers an der deutschen Grenze hat, wie vom BUND nicht anders erwartet, nichts gebracht. Im Jahr 2007 wurden die ersten Exemplare des Maiswurzelbohrers auf der badischen Rheinseite entdeckt und mit dem umstrittenen Insektengift Biscaya bekämpft. Biscaya wurde erst in einem Notverfahren am 31.7.2007 für den Einsatz gegen den Maiswurzelbohrer zugelassen. Es gibt ein Verbot des menschlichen Verzehrs bei drei Spritzungen.


In einer Richtlinie der EU wird der Maiswurzelbohrer unter den Schadorganismen als sogenannter Quarantäneschadorganismus eingestuft. Danach muss im Befallsjahr eine Befallszone von mindestens einem Kilometer Radius rund um ein Feld, in dem der Schadorganismus festgestellt wurde und eine Sicherheitszone von mindestens fünf Kilometer Radius um die Befallszone ausgewiesen werden. Doch die Annahme einer möglichen Ausrottung ist unrealistisch. Aus den USA eingeschleppt, vermutlich durch ein Flugzeug im Rahmen der letzten Balkankriege, ist der Schädling in Osteuropa und Österreich nicht mehr ausrottbar und breitet sich aus. "Mit Insektiziden und giftigen Beizen kann das Auftreten des Käfers verzögert werden. Ausrotten lässt er sich nicht mehr" sagt BUND Geschäftsführer Axel Mayer seit Jahren. Die umweltschädlichen Bekämpfungsmaßnahmen sind auf diese EU-Richtlinie zurückzuführen, die eine Zurückdrängung des Maiswurzelbohrers erreichen will.
Der Maiswurzelbohrer sollte nach Ansicht des BUND mit Fruchtfolgen bekämpft werden, wie dies auch in der Schweiz geschieht.
„Das Gift, das jetzt verwendet werde, sein ungefährlich“ versichert Landwirtschaftsminister Hauk heute in einigen Medien. Ungefährliches Gift? Das wäre in der kurzen Geschichte der Maiswurzelbohrerbekämpfung etwas Neues. Minister Hauk soll sich endlich für die Abschaffung der EU Quarantäneverordnung und für die umwelt-, bienen- und menschenverträgliche Fruchtfolge einsetzen.


Axel Mayer, Geschäftsführer


Eine Presseerklärung des BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein, Wilhelmstraße 24a, 79098 Freiburg

www.bund-freiburg.de


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Dieser Artikel wurde 84 mal gelesen und am 23.7.2008 zuletzt geändert.