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Gorleben und Atommüll: Die Gefahren von Plutonium und Co.

Atommüll in Deutschland: Wohin mit den Abfällen die eine Million Jahre strahlen?


Atommüll
fällt bei der Nutzung der Atomenergie zur Stromerzeugung, bei der Forschung, in der Industrie und in der Medizin an. Mehr als 90 Prozent des Atommülls in Deutschland ist schwach- oder mittelradioaktiv. Dies sind nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) etwa 120 000 Kubikmeter. Hinzu kommen rund 2000 Kubikmeter hochradioaktive und extrem gefährliche Abfälle, was etwa 12 500 Tonnen abgebrannten Brennelementen entspricht. Wenn die 9 trotz Fukushima immer noch laufenden Atommeiler bis etwa 2022 schrittweise vom Netz gehen, wird sich die Menge des eine Million Jahre strahlenden Mülls immer noch erhöhen.


Atommüll = e.on, RWE, Vattenfall, EnBW

Zwischenlager
Seit Beginn der Kernspaltung im ersten deutschen Atomreaktor FRM I im Jahr 1957 wurden bis Ende 2007 rund 12.500.000 Kilogramm tödlich strahlender Brennelementmüll erzeugt. Noch kein Kilo Kernbrennstoff wurde entsorgt. Alles wurde und wird in drei zentralen oberirdischen (!) Zwischenlagern in Gorleben, Ahaus und Rubenow (auch unter den Namen Lubmin oder Greifswald oder Nord geführt) und in dreizehn AKW-Standort-Zwischenlagern (Brunsbüttel, Brokdorf, Krümmel, Esenshamm/Unterweser, Lingen/Emsland, Grohnde, Biblis, Philippsburg, Neckarwestheim, Obrigheim ((erst beantragt)), Gundremmingen, Ohu/Isar, Grafenrheinfeld) abgestellt.
Diese Zwischenlager sind nicht als Bunker sondern als einfache Hallen gebaut, da im Falle eines Einsturzes die Luftkühlung der sich infolge anhaltenden Kernzerfalls gefährlich erwärmenden Castoren noch funktionieren soll und dies bei leichten Hallentrümmern eher gewährleistet ist.
Jeder Castor in diesen Zwischenlagern enthält etwa soviel mittel- und langdauernde Radioaktivität wie insgesamt in Tschernobyl frei gesetzt wurde. Nach dem derzeitigen Atomgesetz müssen die Zwischenlager nach vierzig Jahren wieder geräumt werden. Aber es gibt kein Endlager...

Knapp 47 000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktiver Atommüll
lagern unsachgemäß in der niedersächsischen Schachtanlage Asse bei Wolfenbüttel, in die Wasser eindringt. Das ehemalige Eisenerzbergwerk Schacht Konrad bei Salzgitter (ebenfalls Niedersachsen) soll bis 2013 als Endlager für solchen Atommüll in Betrieb gehen und bis zu 270 000 Kubikmeter aufnehmen. In einem einsturzgefährdeten Salzstock in Morsleben (Sachsen-Anhalt) liegen weitere knapp 37 000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktiver Abfall, der vor 1998 eingelagert wurde. Quelle: dpa 22.8.08


Atommüll & Kosten: Das marode Endlager Asse
„Das Endlager Asse ist nicht nur das größte radioaktive Problem Deutschlands, es ist mit Blick auf seine Betriebsführung und wohl auch Mauscheleien bei der Mülleinlagerung auch der größte Skandal auf diesem Gebiet. Einst ein Steinsalz(Speisesalz)- und Kalidünger-Bergwerk, dann als Versuchsendlager angelegt, wurden in Asse zwischen 1967 und 1978 knapp 130 000 Fässer (50 000 Kubikmeter) schwach- und mittelradioaktiven Mülls eingelagert. Der Großteil stammt von deutschen Kernkraftwerken, die den Müll über die damalige Wiederaufbereitungsanlage des Kernforschungszentrums Karlsruhe in "Forschungsmüll" verwandelten.
Von 1967 bis 1975 war die Einlagerung für die Kernkraftwerksbetreiber gebührenfrei, erst in den letzten zwei Jahren bezahlten sie 900 000 Euro - der Betrieb der Asse kostete alleine 1993 bis 2008 über 300 Millionen Euro, die Schließung wird über zwei Milliarden Euro kosten. Zurzeit zahlt die Atomindustrie keinen Cent. Sie wird es wohl auch in Zukunft nicht, denn Asse ist Sache des Bundes, also des Steuerzahlers.”
Quelle: Die Welt 13.Juni 2009


Nach dem Atomgesetz
ist der Bund verpflichtet, ein Endlager für hochradioaktive Abfälle zu schaffen, das bis 2030 betriebsbereit sein soll. Wo dieses Lager sein wird, ist noch nicht entschieden, doch die Atomindustrie und ihre Lobbyisten in den Parlamenten würden den Atommüll gerne in Gorleben einlagern.

Woher kommt der hochradioaktive deutsche Atommüll?
Hochradioaktiver Müll, der eine Million Jahre strahlt, entsteht insbesondere in Atomkraftwerken.



Gorleben im Wendland
ist Standort für das geplantes Endlager für radioaktiven Abfall. Seit der Standortentscheidung im Jahr 1977 werden die Endlagerpläne von Anwohnern und Mitgliedern der Anti-Atomkraft-Bewegung erfolgreich verhindert. Das Zwischenlager in Gorleben konnte nicht verhindert werden, die jährlichen Atomtransporte, die „Castor-Transporte“ allerdings werden jedes Jahr von vielfältigen Aktionen und massiven Protesten begleitet.

!Dank!
Wir bedanken uns bei den Aktiven in und um Gorleben, für ihren jahrzehntelangen, kreativen und gewaltfreien Protest. Sie stoppen nicht nur die „Castor-Transporte“ sondern auch die bundesweiten Pläne der reichen und einflussreichen Atomkonzerne e.on, RWE, Vattenfall, EnBW und ihrer Vertreter in den Parlamenten, die mit Atomanlagen unser aller Leben bedrohen.


Entgegen der weit verbreiteten Meinung ist das Ziel
der Atomtransporte aus dem nordfranzösischen La Hague, nicht der unterirdische Salzstock von Gorleben, sondern das oberirdische Transportbehälterlager Gorleben. Die Brennelemente der deutschen Atomanlagen werden in Cap la Hague "wiederaufbereitet". Zusätzlich zu den gefährlichen Atomtransporten kam es in den dortigen Wiederaufarbeitungsanlagen zu einer radioaktiven Vergiftung des Meeres und der Luft.

Atommüll, Castor Transporte, Laufzeitverlängerung und Widerstand
Der heftige und gewaltfreie Widerstand gegen den Castortransport im November 2008 steht auch im Zusammenhang mit dem Versuch der Konzerne die Gefahrzeit für AKW zu verlängern. Der gut gemeinte, politisch und juristisch aber schlecht gemachte Atomausstieg von Rot-GRÜN hat auch eine politische Dimension, die mit zum aktiven Widerstand beiträgt. Der Ausstieg sollte die Anti-Atom Bewegung, einen wichtigen Teil der Gesellschaft, befrieden. Der "Ausstieg aus dem Ausstieg" zeigt die Machtverhältnisse in unserem Land überdeutlich.

Dieses Land wird (auch) von als Volksvertretern getarnten Industrievertretern regiert.


Die politisch nicht legitimierten Atomkonzerne e.on, RWE, Vattenfall, EnBW und Siemens
regieren über die Lobbyisten der Atomparteien CDU, CSU und FDP , aber auch über Menschen wie Herr Wolfgang Clement von der SPD heftig mit. Der Ausstieg aus dem Ausstieg lässt in einem Teil der Bevölkerung den Glauben an demokratische Veränderungen schwinden. Dies kann, in letzter Konsequenz, auch zu einer Entfriedung führen, die politisch niemand wollen kann.

Die Atomkonzerne EnBW, RWE, E.ON und Vattenfall und die Atomparteien brauchen unbedingt eine "vorzeigbaren" Deponie um endlich Akzeptanz für Laufzeitverlängerung und für alte und neue AKW zu schaffen.


Atommüll & e.on, RWE, Vattenfall, EnBW


Wie gefährlich ist Atommüll?
In einem AKW entsteht in einem Jahr pro Megawatt Leistung ungefähr die kurz- und langlebige Radioaktivität einer Hiroshimabombe. Das heißt, allein im RWE - AKW Biblis mit seinen beiden schon im so genannten "Normalbetrieb" gefährlichen Reaktoren entsteht jährlich die Radioaktivität von ca. 2525 Hiroshimabomben. Ein Teil dieser Radioaktivität zerfällt nach relativ kurzer Zeit. Manche radioaktiven Abfälle haben eine kurze Halbwertszeit von wenigen Jahren, z.B. Krypton-85: 10,76 Jahre. Andere radioaktive Gifte haben extrem lange Halbwertszeiten, z.B. Jod-129: 17 000 000 Jahre. Ins Endlager kommt ein "Cocktail" aus vielen gefährlichen Abfallstoffen. Ein atomares Endlager muss also Sicherheit über mindestens eine Million Jahre geben, über Zeiträume, die unser Vorstellungsvermögen sprengen. Es fällt schwer, sich die Gefahren und Gefährdungszeiträume von Atommüll vorzustellen.

Das Beispiel Plutonium
Beim Betrieb eines AKW mit 1000 MW Leistung entstehen pro Jahr ca. 200 - 250 kg Plutonium.

Der giftigste Stoff der Welt
"Plutonium - sinnigerweise benannt nach Pluto, dem griechischen Gott des Totenreiches - ist der giftigste Stoff, den es gibt. Seine kurzreichende Alpha-Strahlung reißt gewissermaßen tiefe Schneisen in jedes lebende Gewebe und zerstört es. Dabei kann es nur schwer oder gar nicht ausgeschieden werden, es setzt sich fest, reichert sich sogar an, die Strahlung ist bei einer Halbwertszeit von 24 000 Jahren faktisch dauerhaft vorhanden. Bereits wenige Millionstel Gramm (Mikrogramm) können sofort, sogar nur etliche Milliardstel Gramm (Nanogramm) langfristig tödlich wirken..."
Zitat: Frankfurter Rundschau


Plutonium und der Pharao
Wenn der bekannte ägyptische Pharao Cheops vor 4550 Jahren nicht die berühmte Pyramide gebaut, sondern ein AKW 4 Jahre lang betrieben hätte, dann wären neben vielen anderen Abfällen ca. 1000 kg Plutonium zusammengekommen. Bei einer Halbwertszeit von 24 110 Jahren (Plutonium 239) wären heute noch 877 kg vorhanden. Nach 10 Halbwertszeiten, also nach 241 100 Jahren, müssten immer noch ca. 0,1 % der Ausgangsmenge, also 1 kg Plutonium, dauerhaft sicher gelagert werden. Mit der schon im Normalbetrieb krebserzeugenden, gefährlichen Nutzung der Atomenergie (Harrisburg, Tschernobyl) hat die Atomindustrie weltweit ein unglaubliches Gefahrenpotential für die nachfolgenden Generationen geschaffen.

(Wenn Sie bei den Atomkonzernen oder ihren so genannten "Umwelttöchtern" Ihren Strom beziehen, dann sollten Sie dies schleunigst ändern!)


Halbwertszeiten einiger anderer radioaktiver Nuklide:
ElementFormelzeichenHalbwertszeit
Tellur128Teca. 7·10^24 Jahre (7 Quadrillionen Jahre)
Bismut209Bica. 1,9·10^19 Jahre (19 Trillionen Jahre)
Thorium232Th14,05 Mrd. Jahre
Uran238U4,468 Mrd. Jahre
Uran235U704 Mio. Jahre
Plutonium239Pu24.110 Jahre
Kohlenstoff14C5.730 Jahre
Radium226Ra1.602 Jahre
Plutonium238Pu87,74 Jahre
Caesium137Cs30,2 Jahre
Tritium3H12,36 Jahre
Kobalt60Co5,3 Jahre
Schwefel35S87,5 Tage
Radon222Rn3,8 Tage
Francium223Fr22 Minuten
Thorium223Th0,6 Sekunden
Polonium212Po0,3 µs
Beryllium8Be9 · 10-17 s (90 Trillionstelsekunden)


Atommüll: Pleiten, Pech, Pannen, Lügen und Gefahren

Das von Ingenieuren, Technikern und Politikern für hunderttausende von Jahren absolut sicher gehaltene atomare Endlager in Morsleben droht bereits wenige Jahrzehnte nach der Inbetriebnahme zusammenzustürzen. In das Atommülllager Asse dringt Wasser ein. Die von allen Experten "für absolut sicher" erklärte Giftmülldeponie Stocamine im Elsass brannte aus und musste geschlossen werden.

Wann wurde jemals ein Verantwortlicher
für diese Umweltverbrechen hart bestraft? Uns ist bisher keine angemessene Verurteilung bekanntgeworden.


Wem kann die Bevölkerung glauben?

Den teuren, psychologisch geschickten Werbekampagnen der Atomlobby und der Atomkonzerne? Oder den kritischen Fachleuten und den Umweltschützern? Und wo geht bei Prognosen über derart lange Zeiträume Ingenieurwissen in Glauben und Hoffnung über?

Atommüll, Laufzeitverlängerung und neue Atomkraftwerke
(Nicht nur) die deutsche Atomindustrie will endlich Tschernobyl vergessen machen und nach der geplanten Gefahrzeitverlängerung der AKW neue Atomkraftwerke bauen. Um diese psychologisch geschickt durchzusetzen, braucht es unbedingt ein "vorzeigbares" Endlager. Es geht dabei um ein hundert Milliarden Euro Geschäft. Kein Wunder also, dass Geld bei der Durchsetzung des Endlagers keine Rolle spielt.

Gefahren für Anwohner und Umwelt
Gefahren bringt ein Atomlager auf jeden Fall. Die Atommülltransporte und die konkrete Einlagerung wären unfallgefährdet, und jeder Castortransport ist ein ideales Angriffsziel für Terroristen. Unfallmöglichkeiten gibt es bei der Einlagerung der Abfälle, und ein schwerer Unfall heißt bei Plutonium und anderen radioaktiven Stoffen immer auch Katastrophe und langfristige Räumung von großen Gebieten.

Wohin mit dem Atommüll?
Da haben die Atomindustrie und ihre Paten in der Politik uns und den nachfolgenden Generationen ein schier unlösbares Problem beschert. Gute und einfache Lösungen gibt es nicht. Da gibt es gefährliche Utopien "ab in die Sonne" und kluge Überlegungen (Hütekonzept). Da setzen die einen auf Salzstöcke und andere auf Granit. Marcel Burri beschreibt ein altes Diskussionspapier der atomenergiefreundlichen US Atomic Energy Commission. Diese hatte die geologischen Bedingungen an ein Endlager für hochradioaktive Stoffe folgendermaßen beschrieben:

  • Mindesttiefe für das Lager 3000 Meter
  • in einer unbewohnte Region
  • ohne hohe Erhebungen (Berge) in der Nähe
  • ohne Verbindungen zwischen den unteren Gesteinsschichten und dem Wassersystem an der Oberfläche
  • Keine komplexen geologischen Strukturen (Falten, Spalten)
  • Keine Erdbebengefahr
  • Gewöhnliches Gestein, das wirtschaftlich bedeutungslos ist


Vergleichen Sie bitte selbst die geologische und geographische Situation in Gorleben mit diesen Anforderungen. Für ein solches Endlager müssten alle Bedingungen erfüllt sein.


Doch wer ein Endlager braucht, um neue AKW politisch durchsetzen zu können, dem sind solche Fragen egal.

Überlegungen und Diskussionsvorschläge
Wenn die (atomare) Badewanne überläuft, dann stellt man zuerst den Wasserhahn (AKW) ab, bevor man ans Aufwischen (Deponieren) geht. Angesichts der beschrieben Lagerprobleme und der Gefahren im so genannten Normalbetrieb müssen die deutschen AKW weltweit schnellstmöglich abgestellt werden. Dann müssen kritische und vor allem unabhängige Geologen in Deutschland und weltweit nach Endlagerstandorten suchen. In diesen möglichen Endlagerstandorten sollte der Atommüll rückholbar eingelagert werden (kontrolliertes Langzeitlager). Diese Atommülllager dürfen nicht der nationalen Souveränität eines einzelnen Staates unterliegen (UN - Hoheit).

Gutachten und Tricks der Atomindustrie
Gefährlich und gleichzeitig faszinierend sind die geschickten Durchsetzungsstrategien der Atomindustrie. Sie lässt sich ihre Aussagen und Studien gerne von scheinbar "unabhängigen und neutralen" Institutionen bestätigen. Doch wie neutral und unabhängig sind diese Institutionen?

Was tun?
Ein unsicheres Endlager in Gorleben bringt nicht nur dem Wendland ungeahnte Gefahren. Menschen, Umweltverbände und Bürgerinitiativen wehren sich gemeinsam gegen diese Gefahr. Nur massiver, gewaltfreier Widerstand kann die Gefahr abwenden. Wenn die bundesdeutschen AKW abgestellt sind, muss ein akzeptables Endlager gesucht werden.



Ein "käufliches" Klein-Banner für Euern Balkon



Wikipedia & AKW & Atommüll
Heftig sind die Einflussversuche der Atomlobby auf viele Wikipedia Seiten. Häufig gibt es keinerlei Infos zur Abgabe von Radioaktivität im "Normalbetrieb" zu Risiken oder zur Unfallgefahr. Ein Link zu unseren BUND AKW-Seiten oder Kritik auf den Wikipedia - Atom - Seiten wird schnell gelöscht, die einseitigen Links zur Betreiberseite bleiben stehen. Wir dürfen Wikipedia nicht den Werbeabteilungen der Atomkonzerne überlassen.

Informieren Sie sich, engagieren Sie sich!
Dieses Papier und insbesondere die Diskussionsvorschläge zu Möglichkeiten der Endlagerung sollen dem Einstieg in die Diskussion dienen. Endgültige Wahrheiten gibt es hier nicht. Die Initiativen vor Ort und der BUND brauchen Unterstützung bei Ihrer Arbeit.

Wenn Sie sich diese Atom – Infos lesen, sich heftig über die Atomkonzerne und die Atomparteien ärgern, "die Faust im Sack ballen", nachts mit den Zähnen knirschen, aber ansonsten nichts tun, dann nützt das recht wenig.

  • Engagieren Sie sich! Gegen unsichere Endlager, Castor Transporte, für die Stilllegung der Atomkraftwerke und gegen die geplante Gefahrzeitverlängerung und neue AKW.
  • Leben Sie energischer. Werden Sie aktiv beim BUND in Deutschland, oder bei den Bürgerinitiativen und der Anti-Atom-Bewegung vor Ort.
  • Wichtig: Wenn Sie eine Homepage haben, dann legen Sie doch bitte einen Link zu dieser Seite
  • Wenn Ihr Energieversorgungsunternehmen Sie mit Atomanlagen bedroht, dann lassen Sie sich das nicht gefallen. Wechseln Sie zu einem „echten“ Ökostromanbieter, wie z. B. dem BUND Regionalstrom von den EWS Schönau
  • Bringen Sie das Atomthema zur Sprache: Bei der Arbeit, im Verein, dort wo Sie leben, arbeiten und aktiv sind.
  • Setzen Sie sich ein, für Mensch, Natur, Umwelt und für eine nachhaltige, erdverträgliche Entwicklung.
  • Engagieren Sie sich für die Demokratie. Die Dauerregierungsmitglieder der Energiekonzerne verstärken ihren Einfluss auf Politik und Medien und gefährden die Demokratie... Gekaufte Demokratie?
  • Bekennen Sie sich zu Ihrem Engagement. Mit einem Leserbrief, einem Aufkleber im Fenster, am Rad, an der Mülltonne, am Auto oder mit einem Plakat am Hoftor (Materialien gibt's beim BUND: Onlineshop ).
  • Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende Werden Sie aktiv beim BUND in Deutschland. Flugblätter und Infoarbeit kosten Geld.
  • Sparen Sie Energie und gehen Sie mit uns den Weg ins Solarzeitalter.
  • Elektrisches Heizen ist umweltfeindlich. Die Energiekonzerne werben massiv für diese Form der Energieverschwendung
  • Schreiben Sie mal wieder einen Leserbrief

Axel Mayer



Aktueller Einschub: Nuclear Pride Coalition & geschickte neue Atom-Propaganda



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Eine umfassende Information zu den Gefahren der Atomenergie finden Sie hier:
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TELEPOLIS: Unglaubliche Zustände in deutschen Atomendlagern


von Ralf Streck 15.07.2009
Asse säuft ab und neue strahlende Laugensümpfe wurden gefunden,
Notabschaltung von Krümmel führte zum Blackout in Gorleben


Bei einem Kontrollgang wurde am Montag in dem maroden Salzbergwerk in mehr als 900 Metern Tiefe an zwei Stellen erneut radioaktiv kontaminierte Lauge
gefunden. Es handelt sich um Lösungen, die mit Cäsium 137 sowie mit Tritium verseucht sind. Zudem fließen täglich 12 Kubikmeter Wasser in das absaufende
und einstürzende "Versuchsendlager", das die Atomkraftwerksbetreiber als billiges Endlager benutzt haben, in das aber auch Giftmüll eingelagert wurde ( Wer zahlt für Sanierung von Asse II? (1)). Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, stellt nun die Sicherheit des Atommülllagers Asse infrage. Doch auch in Gorleben ist ein Skandal bekannt geworden, denn die Notabschaltung des Atomkraftwerks Krümmel führte zum dreitägigen Blackout im geplanten Endlager.

Schon vor einem Jahr wurde über die Asse als Supergau in der Endlagerfrage gesprochen ( Supergau der Endlagerfrage (2)). Doch offensichtlich ist auch ein Supergau noch steigerbar, wenn man sich die Entwicklungen in dem "Versuchsendlager" anschaut. In den letzten Monaten sind immer wieder obskure Funde gemacht worden: Von hochradiaktivem Müll über Giftmüll (3) bis zu Tierkadavern wurde alles Mögliche in dem einstürzenden niedersächsischen Salzbergwerk versenkt (4).
In dem maroden Salzstock ist erneut an zwei Stellen radioaktive Lauge (5) entdeckt worden. Das teilte (6) das BfS auf seiner Internetseite mit: Bei einem Kontrollgang der Schachtanlage Asse II ist an der tiefsten Stelle des Schachtes 2 in 950 m Tiefe eine Ansammlung von neuen Salzlösungen festgestellt worden. Eine weitere Stelle wurde auf der 925-m-Sohle gefunden.
Festgestellt wurden in den Lösungen Werte für Cäsium 137 von 121 Bq pro Liter und für Tritium von 27 000 Bq/Liter, heißt es in der Erklärung des Bundesamts. Wieder einmal lässt das BfS verlauten, eine Gefährdung des Betriebspersonals und der Umgebung sei ausgeschlossen. Die im Salzbergwerk bei Wolfenbüttel gemessenen Werte lägen unterhalb der Freigrenzen der Strahlenschutzverordnung. Das BfS hat nach eigenen Angaben Strahlenschutzmaßnahmen veranlasst.

Der BfS-Präsident Wolfram König hat allerdings in einem Interview (7) im Deutschlandfunk den Zustand des Lagers als "unzumutbar" bezeichnet. Er zweifelt auch die Sicherheit an, weshalb er die "sichere Schließung" anmahnte. "Täglich dringt 12 Kubikmeter Grundwasser in das Bergwerk ein und das ist die eigentliche große Gefährdungssituation und wir können nicht sagen, wie lange die Standsicherheit für dieses Bergwerk noch gegeben ist."Man müsse auf "Überraschungen" vorbereitet sein.

Die radioaktiv verseuchten Laugen stammten daher, dass der frühere Betreiber, das Helmholtz-Zentrum, neben den 126.000 Fässern Atommüll auch Abfälle aus dem Betrieb ohne Genehmigung in anderen Bereichen eingelagert habe. Darunter seien auch die kontaminierten Laugen. Man müsse im "Bergwerk an verschiedenen Stellen auch mit Kontaminationen rechnen". Der Berg drücke diese wieder heraus, erklärte König. "Es ist nicht möglich, so etwas zu verhindern", bekräftigt er.

Vorfälle, die zur Gefährdung der Beschäftigten und der Umgebung führen können, schloss König aber nicht aus. Er verwies auf "Störfallszenarien" zu denen auch das "unkontrollierte Absaufen" gehöre. "Derzeit, ich sag das mal salopp, fahren wir auf Kante genäht, weil wir keine Sicherheitsreserven mehr haben." Es sei ein Bergwerk für ein Endlager gewählt worden, das nicht die Vorraussetzung erfülle, die Abfälle dauerhaft von der Biosphäre abzuschotten. Ob das grundsätzlich in Salzstöcken möglich ist, wurde in dem Gespräch nicht hinterfragt. Derzeit würden drei Varianten einer Verschlusskonzeption geprüft: Die vollständige Rückholung der Abfälle, ihre Verlagerung im Bergwerk und das Verfüllen des Salzstocks mit Beton. Unter den derzeitigen Vorrausetzung sei die Standsicherung bis 2020 gegeben, doch nur, wenn es nicht zu einer Erhöhung des Wasserzuflusses komme: "Wir müssen uns eben aber auch auf Situationen einstellen, dass es tagtäglich zu einer Erhöhung dieses Zuflusses kommen kann", gab der BfS-Chef auch kein positive Prognose für die Zukunft ab.

"So steht es um unsere Sicherheit bei der Endlagerung"

Auch im geplanten Endlager für hochradioaktive Abfälle in Gorleben kam es zu einem Störfall. Der war offenbar eine Reaktion auf die letzte Schnellabschaltung im Atomkraftwerk Krümmel (8). Nach einem heutigen Bericht (9) der Frankfurter Rundschau war drei Tage "Schicht im Schacht". Es habe einen elektrischen Blackout gegeben, weil die Schnellabschaltung von Krümmel zu einem jähen Spannungsabfall im Umspannwerk Lüchow führte. Das versorgt den Erkundungssalzstock mit Strom, in dem längst mit Vorbereitungen für die reale Endlagerung begonnen wurde (10).

Das Ergebnis, so die Zeitung: "Zwei Seilfahrtanlagen gingen außer Betrieb, weil die Steuerungselektronik beschädigt war." Dabei seien die Steuerungsdaten für die Aufzüge gelöscht worden, die Höhe des Schadens lasse sich bislang nicht beziffern. Im benachbarten Zwischenlager Gorleben sei der Strom hingegen nicht ausgefallen.

Bereits am Sonntag hatte der Umweltjournalist Gerd Rosenkranz im WDR-Presseclub auf diesen Vorfall hingewiesen. Er habe im Zug mit dem BfS-Präsidenten gesessen und König habe ihm von dem Vorgang erzählt. Nach Rosenkranz habe König dabei gesagt: "Die konnten nicht einmal mit dem Aufzug in den Schacht fahren. So steht es um unsere Sicherheit bei der Endlagerung."

Die Bürgerinitiative gegen das Endlager in Gorleben spöttelt. Der Vorfall zeige, dass sich Bahnfahren lohnt. Die BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (11) erinnert an ein Gespräch in einem Intercity Anfang der 80er Jahre, als Vertreter der Genehmigungsbehörde, einem Vorläufer des BfS, lautstark über die nötige Schachtbreite für Gorleben diskutierten, um den Ausbau zum Endlager als "Erkundung" tarnen zu können.

Der BI-Sprecher Wolfgang Ehmke kritisiert erneut die Informationspolitik des Bundesamtes: "Warum macht das BfS nicht von sich aus auf diesen ernsten Zwischenfall aufmerksam?" Das Image der Atomkraftbranche sei durch Vorfälle in Krümmel nachhaltig geschädigt und "nun ist ironischerweise auch der Schwarzbau Gorleben direkt betroffen". Tatsächlich ist es mehr als peinlich, dass es in dem Salzstock offenbar keine Notstromversorgung gibt. Die BI sieht sich angesichts der Vorfälle in Krümmel, Gorleben und Asse bestärkt und mobilisiert unter "Hochspannung" für die zentrale Anti-Atom-Demonstration (12) am 5.9. in Berlin.

Links und Quellen finden sich im Telepolis Artikel-URL: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30730/1.html


Walter Mossmann
LIED VOM LEBENSVOGEL
Das alte Gorleben Lied
Gorleben Lied auf You Tube

Da, wo die Elbe raus kommt aus dem Zaun, der unter Strom steht und schießt,
da, wo die Elbe n’Zaun lang durch die grüne Stille fließt,
wo hinterm Deich der Wald liegt, auf Wiesen stehn ein paar
Kühe rum mit Milchgesicht, auch Vögel sind noch da,
der Wiedehopf, der Kranich und Familie Adebar –
dort fahr ich hin und bin doch kein Tourist.
Ich bin auch nicht der erste, vor mir ist dort eine Bande zugereist,
die auf die grüne Stille und die bunten Vögel scheißt,
sehr feine Herrn im Anzug mit Computerblick,
für die ist alles Leben ein unbehaunes Stück,
aus dem man blanke Münze schlägt, Zerstörung bleibt zurück,
der Tod, der heutzutag ENTSORGUNG heißt.
So sing doch, Vogel sing,
dass Gorleben lebt,
dass dort der Totengräber
seine eigne Grube gräbt.

Ein Giftmüll soll versteckt werden im Salz der Erde unter dem Land,
und für die Giftfabrik braucht es ein leeres Land am Rand.
Die Mafia hat gebetet um ein’ Boden ohne Wert,
der liebe Gott hat das Gebet der Mafia erhört,
sein Feuer hat paar Wälder hinter Gorleben zerstört –
mein Gott, kam der gelegen, dieser Brand!
Der Rauch hat sich verzogen, kein Kläger und kein Richter war nicht da,
so geht es eben, wenn der Biedermann Brandstifter war ...
Doch viele Leute haben den Zusammenhang geschnallt,
wir trafen uns zum ersten Mal im verbrannten Wald
und haben angeklagt die herrschende Gewalt,
und Asche trug da jeder heim im Haar.
So sing doch, Vogel, sing ...

Schaut euch mal zwischen Gorleben und Gartow diesen Platz heute an:
Mensch, tut das gut, zu sehn, was unsereins aufbaun kann!
Da lag verkohltes Holz, wo jetzt die kleinen Bäumchen sind,
schau in der Luft die Räder, die fangen sich den Wind,
und auf dem großen Spielplatz spürt ein jedes Kind:
Die Lebenslust ist Grund für Widerstand.
Ein Paragrafenreiter, so eine Lügensau sagt und jetzt,
wir hätten ein Gesetz von wegen «Landschaftsschutz» verletzt! Ein Spielplatz für die Kinder stört die Landschaftsharmonie,
hingegen passt «harmonisch» die Plutoniumsindustrie
in das geschützte Land ... – so redet die Bürokratie
und macht aus den Gesetzen ein Geschwätz.
So sing doch, Vogel, sing ...

Sie trommeln uns die Ohren voll, sie wären unaufhaltsam,
und trotzdem, mein ich, kommt es auch auf unser Zutun an ...
Wann explodiert im DWK-Büro ein Wespennest?
Wann kommt bei Nacht abhanden, was nicht niet- und nagelfest
auf der Baustelle rumliegt – alles schon mal dagewest,
mit Witzen fängt die Sabotage an.
Ach ja, wir sehn seit Kalkar, wie sie ihren Polizeistaat probieren,
und trotzdem werden wir, sobald es losgeht, demonstriern,
wir schreien unsre Lieder in die Friedhofsruh,
bald braucht es warme Kleider und feste, schnelle Schuh,
noch sind die Straßen offen, bald stopfen wir sie zu:
Wenn wir’s nur wollen, wir können sie blockiern.
So sing doch, Vogel, sing ...

Da, wo die Elbe rauskommt aus dem Zaun, der unter Strom steht und schießt,
da, wo die Elbe n’Zaun lang durch die grüne Stille fließt,
steht dreiunddreißig Jahre, viel zu lange schon,
eine zerbrochne Brücke als Sinnbild der Region,
wo rechts und links vom Wasser verwandte Menschen wohn’,
für die der Fluss so breit wie n’Weltmeer ist.
Da denk ich an den Oberrhein, die Grenze zwischen Wyhl und Marckolsheim –
Warum soll so’n Zusammenschluss hier ausgeschlossen sein?
Die Herrn in Ost und West spielen mit uns ein schlimmes Spiel,
schau, unter unsern Füßen brennt derselbe heiße Müll,
und doch sind uns die Nachbarn drüben fremd, «das Land ist still»
noch ist es still, noch ...
So sing doch, Vogel, sing ...






http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2010/panoramaatom104.html

ARD - 22.07.2010
Panorama
Endlager: Atom-Multis verdienen am eigenen Müll


Trotz jahrzehntelanger Proteste und andauernder Diskussionen wird Gorleben als einziger Endlagerstandort für hochradioaktiven Müll weiter erkundet. Das freut die Atomwirtschaft. Nicht nur, weil sie einen Platz für ihren strahlenden Abfall braucht, sondern weil sie schon jetzt mit der Suche danach Geld verdient. Denn verantwortlich für die Erkundungsarbeiten in Gorleben ist die kaum bekannte Firma DBE. Und diese 'Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern' (DBE) ist zu 75% im Eigentum der vier großen Atomkonzerne.

Seit Jahrzehnten führt die DBE alle Bergarbeiten zur Vorbereitung von Endlagern aus - nicht nur in Gorleben, auch im Schacht Konrad bei Salzgitter und im ehemaligen DDR-Lager Morsleben. So holt sich die Atomindustrie einen Teil ihrer Abfallgebühren, die sie für die Einlagerung bezahlen, wieder zurück - und verdient im Fall Morsleben sogar reines Steuergeld.

Die Grundlage sind Verträge aus Zeiten, in denen die DBE ein Staatsunternehmen war. Doch 1984 stiegen die Konzerne in die Gesellschaft ein. Und trotz Warnungen von Experten vor einer zu großen Nähe zu den Energieunternehmen schaffte niemand die vertraglich zugesicherten Privilegien der DBE ab: sichere Umsätze, garantierte Gewinne, faktische Unkündbarkeit und Stillschweige-Klausel. Ein Traumgeschäft.

Jahrzehntelang hat die Bundesregierung vor diesem absurden Selbstbedienungskreislauf die Augen verschlossen - bis der Bundesrechnungshof 2008 eine Finanzkontrolle einforderte. Doch der politische Wille, die DBE wirklich zu kontrollieren, ist bis heute nicht zu erkennen. Das Bundesumweltministerium hält eine Neuverhandlung des Vertrages bisher offenbar nicht für nötig.

VIDEO
Endlager: Wie Atom-Multis verdienen. Gorleben als Endlagerstandort - die Atomwirtschaft freut es
Länge: 6:06 Minuten hier

DOWNLOAD
Endlager: Atom-Multis verdienen am eigenen Müll
Der Panorama-Beitrag vom 22. Juli 2010 als Manuskript zum Download hier
Quelle: Panorama











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Dieser Artikel wurde 9814 mal gelesen und am 26.10.2018 zuletzt geändert.