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Fortschreibung Flächennutzungsplan Freiburg

07.07.2000
Massiver Angriff auf die Natur- und Landschaftsschutzgebiete in Freiburg

Am kommenden Dienstag fällt im Freiburger Stadtrat eine wichtige Vorentscheidung in Sachen Flächennutzungsplan 2010. Die Verwaltung schlägt dem Stadtrat das Scenario 3 mit einem Flächenbedarf von 263 Hektar bis zum Jahr 2010 vor. Das entspricht einer Fläche von 500 Fußballfeldern. Der BUND in Freiburg wird zu diesem wichtigen Thema noch eine Stellungnahme abgeben. Wir wollen uns aber auch schon jetzt, im Vorfeld der Entscheidung vom Dienstag, zu diesem wichtigen Thema äußern.

Wir sind, vorsichtig ausgedrückt, entsetzt, wie in der "Ökohauptstadt" mit Natur- und Landschaftsschutzgebieten umgegangen werden soll.

Von 263 ha zu bebauenden Flächen müßten 150 ha aus bestehenden Natur- und Landschaftsschutzgebieten herausgeschnitten werden. Natur- und Landschaftsschutzgebiete dienen nicht nur der Natur als Selbstzweck, sie dienen gerade auch dem Wohlbefinden der Menschen. Gerade das, was den Reiz und den Wohnwert Freiburgs und des Breisgaus ausmacht, würde durch eine solche Planung noch mehr zerstört. Aus Freiburg im Breisgau würde langsam tatsächlich "Breiburg im Breisgau". Die Zersiedelung ist in und um Freiburg nicht mehr zu übersehen.

Naturschutzgebiete sind tabu, und Landschaftsschutzgebiete sollten es nach Ansicht des BUND sein. "Der Flächenverbrauch soll gestoppt werden" sagen fast alle Politiker. Die politischen Sonntagsreden zu diesem Thema, auf allen politischen Ebenen, widersprechen der von uns hier im Breisgau jeden Tag erlebten Realität.

Leider wird auch in Freiburg in Sachen Landschaftsverbrauch und Zersiedelung nach dem Prinzip der Salamitaktik vorgegangen. Ein Teil wird bebaut, ein Teil wird Landschafts-schutzgebiet um Bürgerproteste zu verhindern, und einige Jahre nach der Fertigstellung der Bebauung wird dann das Landschaftsschutzgebiet erneut ins Visier der Planungen genommen.

So soll jetzt, in unnötiger Eile, die Grundsatzentscheidung für die zu bebauende Gesamtfläche festgezurrt werden, ohne diese Flächen im Detail zu benennen.

Geschickt werden ökologische, scheinökologische und soziale Argumente genutzt, um einen massiven Angriff auf Natur- und Landschaftsschutzgebiete zu begründen.

Nach Ansicht des BUND sollte für die Diskussion um die weitere Entwicklung der Stadt der bestehende Rahmen der Lokalen Agenda 21 genutzt werden. Die Diskussion um die weitere Entwicklung des Breisgaus ( siehe auch Infoblatt in der Anlage) muß auch die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen umfassen, und selbstverständlich auch soziale Aspekte einbeziehen.

Freiburg muß sich weiterentwickeln. Entwicklung heißt aber nicht unbedingt mehr Flächenverbrauch. Mit den jetzt diskutierten Plänen würden wir das, was den spezifischen Reiz Freiburgs ausmacht, weiter zerstören. Mit dem Ausbau des Rieselfeldes und des Vaubangeländes erreicht Freiburg langsam die natürlichen Grenzen des Wachstums. Unbegrenztes Wachstum aber zerstört begrenzte Systeme.

Mehr Infos:
hier:Transitland Oberrhein - Verkehr und Verkehrsprobleme
hier: Die Verscheußlichung des Breisgaus
hier:Flächenverbrauch und Zersiedelung am Oberrhein

Eine Presseerklärung des BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein, Wilhelmstraße 24a, 79098 Freiburg

www.bund-freiburg.de

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Dieser Artikel wurde 160 mal gelesen und am 9.7.2008 zuletzt geändert.