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Ölpreis & Öl, Uran, Gas, Kohle: Weltweite Energievorräte / Energiereserven / Energieressourcen -Wie lange reichen die Energievorräte ?

Weltweite Energievorräte / Energiereserven / Energieressourcen
Wie lange reichen die weltweiten Energievorräte?




Benzinpreis: Diesel, Super
Im Internet und den Medien

finden sich zum Thema weltweite Energievorräte (Uran, Erdöl, Erdgas, Kohle, Sonne, Wind, Biomasse, Geothermie) die unterschiedlichsten, häufig interessengeleiteten Angaben. Wir versuchen hier einige Infos zum Thema weltweite Energievorräte zusammenzutragen. Die aufgeführten Studien über die Endlichkeit von Uran, Erdöl, Erdgas und Kohle zeigen die Dimension der kommenden Energiekrise. Sie berücksichtigen häufig nicht ausreichend, dass bei Ressourcenverknappung auf andere Technologien umgestiegen wird, weil die Verknappung zu einem massiven Preisanstieg führt. Dies kann dazu führen, dass einige der alten Energieträger, bei massiv erhöhten Preisen einige Jahre länger vorhanden sind als in den Prognosen erwartet wird. Das ändert aber aber nicht am Grundproblem einer in Kürze drohenden weltweiten Energiekrise. Steigende Preise für Öl (Benzin) und Uran und Kriege um Öl und Ressourcen sind die ersten Hinweise auf kommende Kriege und Konflikte.

Die Atommlobby,
u.a. organisiert im Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen, fasst auf ihrer Homepage (am 7. Sept.2005) die heutigen Erkenntnisse zusammen, allerdings ohne die Steigerungsraten des Verbrauchs einzubeziehen.

„Wie lange reichen die Energievorräte der Welt?
Teilt man die aus heutiger Sicht technisch und wirtschaftlich abbaubaren Reserven durch den jetzigen Verbrauch, erhält man die so genannte statische Reichweite. Diese beträgt für Erdöl rund 41, für Erdgas 67, für Kohle 192 und für Uran (ohne Brutreaktoren) rund 50 Jahre.“ Zitatende

Nach den realen Zahlen fließen dann die Zukunftshoffnungen der Atomlobby in den Text der Homepage ein:
„Die statische Reichweite ist aber nur bedingt aussagekräftig, da sich einerseits der Verbrauch ständig ändert und andererseits immer noch neue Vorkommen entdeckt werden. Bei steigenden Energiepreisen lohnt sich auch der heute noch nicht wirtschaftliche Abbau von Vorräten.“ Zitatende

Die Umweltorganisation Greenpeace
hat im Jahr 2006 eine Studie über die Reichweite der Uranvorräte der Welt erstellt. Nach dieser Studie können die heute bekannten Uranvorräte einen steigenden Bedarf nicht decken. "Unter Berücksichtigung verschiedener Szenarien zur weltweiten Entwicklung des Kraftwerkbestandes, scheinen die Uranvorräte etwa zwischen 2026 und 2070 erschöpft. Geht man davon aus, dass Atomkraft tendenziell rückläufig ist, mit Ausbaubemühungen nur weniger Länder, werden die Vorräte nach realistischen Schätzungen bis circa 2050 reichen."

"Selbst wenn wir kalkulieren, dass die Preise für Uran enorm steigen und damit die Ausbeutung bislang unwirtschaftlicher Minen interessant wird, sind die Uranlager in spätestens 70 Jahren erschöpft", sagt Dr. Werner Zittel, Energieexperte bei der Ludwig Bölkow Systemtechnik GmbH in Ottobrunn. Alle Vorschläge, die Atomenergie auszubauen, vernachlässigen die Tatsache, dass die Rohstoffbasis für diese Technologie erheblich schrumpft und keinen weiteren Ausbau mehr zulässt."

Die Forscher der Energy Watch Group

haben errechnet, dass selbst bei hohen Uranpreise der Höhepunkt der Uranförderung etwa 2035 erreicht sein wird und maximal bis dahin der Brennstoffbedarf der Atomkraftwerke abgedeckt werden könnte. Sollte es – wie von der IEA empfohlen – zu einem Ausbau der Atomenergie kommen, würde bereits vor 2030 der Uranbrennstoff knapp werden. "Die Atomausbauziele der IEA sind auf Uransand gebaut, der gar nicht da ist", so Zittel.

Auch die Streckung der Uranreserven mit Schnellen Brütern ist bisher weltweit trotz massiver Forschungsunterstützung gescheitert. Es sind zurzeit keine Erkenntnisse bekannt, dass sich Schnelle Brüter technologisch oder gar kommerziell im notwendigen großen Stile verwirklichen lassen.

Der Schnelle Brüter: Ewig Strom - Dank Atom?
Die Technologie des “Schnellen Brüters” wird von der Atomindustrie gerne als eine der wichtigsten Energiequellen der Zukunft dargestellt. So schreibt der Industrielobbyist Michael Miersch in der Zeitschrift -Die Welt-: “Der Einsatz von Wiederaufarbeitungsanlagen und der Brütertechnologie kann die Reichweite der bekannten Uranvorkommen um das 30- bis 60-Fache verlängern.” Was er nicht beschreibt sind die Gefahren der Brutreaktoren.
Ein schwerer Atomunfall in einem Druckwasserreaktor oder Siedewasserreaktor kann große Landstriche dauerhaft unbewohnbar machen und viele Opfer fordern. Explodieren wie eine Atombombe können diese Atomkraftwerke aber nicht. Atomexplosionen sind "nur" bei einem Plutoniumreaktor vom Typ "Schneller Brüter" möglich.” Die Folgen eines schweren Unfalls, der sich alle ca. 100000 Reaktorjahre ereignen kann, berechnet für den nie fertiggestellten Brutreaktor in Kalkar: 1.400 Soforttote, 52000 bis 2,7 Million Folgetote; etwa eine Million Menschen müssen umgesiedelt werden, auf einer Fläche von 260 km mal 260 km ist Jahrhunderte lang keine Landwirtschaft mehr möglich, eine Fläche von 90 km mal 90 km muss oberflächlich abgetragen werden. Die Auswirkungen liegen um das 2 bis 5 Fache höher als beim Super-Gau eines LWR.” Quelle: KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung e. V.

Die Fachzeitschrift Politische Ökologie schreibt in ihrer Ausgabe vom März 2004:

Bei den Steigerungsraten des Verbrauchs, welche die Internationale Agentur des OECD (International Energy Agency, IEA) berechnete, ergibt sich:
• ein Ende des Erdöls um 2035,
• von Erdgas vermutlich vor 2040,
• Kohle reicht bis maximal 2100. Dabei ist jedoch nicht berücksichtigt, dass sie die anderen Energieträger ersetzen muss
und gleichzeitig zu einem gesteigerten CO2- Ausstoß führt.
• Uran reicht bei der heutigen Förderung nur bis 2040.
• Schon 2010 produzieren die OPEC des Nahen Ostens 50 Prozent des Öls. Das verschafft diesen, teilweise politisch
instabilen Ländern eine bedeutende Machtposition - nicht nur über die Preise. Ähnlich sieht es beim Erdgas aus, das
Deutschland im Jahr 2010 vermutlich zu 90 Prozent aus Russland importieren wird.

Quelle: Zeitschrift "Politische Ökologie 87 - 88" / März 2004

Die teilweise sehr unterschiedlichen,
häufig stark interessengeleiteten Zahlen zu den Energievorräten der Welt zeigen deutlich die Endlichkeit dieser Ressourcen an. Ein plötzliches, abruptes Ende der Förderung von Gas, Öl, Uran und Kohle ist dennoch nicht zu erwarten, eher ein langsames Auslaufen, begleitet von einer massiven Preiserhöhung und damit verbundenen sozialen Verwerfungen. Doch das unlösbare Grundproblem der nicht regenerativen Energiequellen wie Uran, Gas, Öl und Kohle sind nach Ansicht von BUND Geschäftsführer Axel Mayer die Probleme eines unbegrenzten Wachstums und der damit verbunden ständig steigenden Nachfrage nach Energie.


Bei einem anhaltenden Wachstum des Energieverbrauchs
von 3% verdoppelt sich dieser alle 23 Jahre, bei 5% sogar bereits alle 14 Jahre. Und eine Menge, die exponentiell wächst, vertausendfacht sich jeweils nach der zehnfachen Verdoppelungszeit. Dauerhaftes exponentielles Wachstum des Energieverbrauchs ist nicht möglich, auch wenn die Kohle, Öl- und Atomlobby anderes verkünden.


Unser Wirtschaftswachstum und die damit verbundene Raubbauwirtschfaft
ist immer noch nicht abgekoppelt von einem überhöhten Energie- und Rohstoffverbrauch. Das Ende des Öl- und Uranzeitalters ist absehbar und rückt durch den bejubelten Export unseres Verschwendungssystems nach China und Indien noch näher. Ein Teil des bisher „unterentwickelten“ Rests der Welt (insbesondere China und Indien) ist gerade gerade dabei, unser zerstörerisches Modell einer Raubbauwirtschaft nachzuahmen und ähnlich Energie zu verschwenden wir wir. Der beginnende Autoboom in diesen Ländern wird in unseren Medien zumeist noch unkritisch bejubelt. Die Folgen dieses Booms für Energievorräte, Ökologie und Weltklima sind kein Thema. In China und Indien läuft zur Zeit das "spannendste ökologische Belastungsexperiment" der Menschheitsgeschichte. Und ist es den Menschen in Asien zu verdenken, dass sie unserem schlechten Beispiel nacheifern?

Das weltweit knapper werdende Öl
löst beim abhängigen Patienten Mensch klassische Suchtsymptome aus. Wir haben, so war in einer Anzeige in der "Financial Times" zu lesen, die erste Hälfte unseres Öls, nämlich 1000 Milliarden Barrel, in hundertdreißig Jahren verbraucht, für die zweite Hälfte, die zweiten tausend Milliarden Barrel, werden wir nur dreißig Jahre brauchen.

100-Dollar-Grenze für ein Barrel Erdöl überschritten
Am 2. Januar 2008 erreichte der Preis für ein Barrel Erdöl erstmals die 100-Dollar-Grenze. Der Erdölhändler Richard Arens hatte für 100’000 Dollar 1000 Barrel gekauft. Arens tat es offenbar, um in die Geschichte einzugehen, damit er einst "seinen Enkeln erzählen kann, er sei der Erste gewesen, der soviel zahlte", wie die Medien berichteten. Ende Januar 2008 fiel der Preis wieder unter 90 Dollar. Doch Ende Februar ging er wieder über die 100-Dollar Grenze, das 100-Dollar-Ereignis war also nichts Einmaliges. Plötzlich ist es für AnalystInnen vorstellbar, dass das Barrel bald 150 oder 200 Dollar kosten könnte.

Exkurs: Kriege um Öl
«Dank» dem Irakkrieg sitzen die US-Truppen heute (2008) auf einem Viertel der globalen Ölreserven, geschätzte 115 Milliarden Barrel Öl. Bei einem Ölpreis von 100 Dollar pro Fass ergibt dies eine Beute im Wert von 11’500’000’000’000 Dollar, oder 11,5 Billionen Dollar! Wer diese Beute kontrolliert, gehört zu den Gewin­nern. Die wenigsten Menschen können so grosse Zah­len überhaupt noch aussprechen. Einer, der es kann, ist Alan Greenspan, der frühere Vorsitzende der US-Noten­bank. «Ich finde es bedauerlich», so Greenspan, «dass es politisch unkorrekt ist zuzugeben, was alle schon wis­sen: Beim Irak-Krieg geht es um das Erdöl». Paul Wolfo­witz, der frühere Vize-Verteidigungsminister der USA, erklärte es so: «Der wichtigste Unterschied zwischen Nordkorea und Irak liegt darin, dass wir beim Irak aus wirtschaftlicher Sicht einfach keine Wahl hatten. Das Land schwimmt auf einem See aus Erdöl.»
Zitat: Daniele Ganser Historiker und Friedensforscher


Statt Energie einzusparen und die vorhandenen Alternativen zu fördern,
rufen wachstumsgläubige Politiker nach einer intensiveren Ölförderung und nach der noch härteren und gefährlicheren Energiedroge Atomenergie. Die Forderung nach neuen Atomkraftwerken dient auch der psychologischen Entlastung viele Politiker der Atom- und Kohleparteien. Sie tragen die Hauptverantwortung für die bisherige und zukünftige Verschwendung von Energie, Rohstoffen und für die drohende Klimaveränderung. Die Werbeabteilungen der Atomkonzerne bieten Ihnen jetzt die Illussion sich aus der Verantwortung stehlen zu können. Aus Techinikoptimisten in Sachen Atomtechnologie werden Technikpessimisten, wenn es um Sonnenenergie, Windkraftwerke und Geothermie geht. Die Dauerregierungsmitglieder EnBW, e.on, RWE und Vattenfall verstärken ihren Einfluß auf Politik und Medien und gefährden die Demokratie.

Nur einen, zugegeben etwas makaberen,
positiven Effekt könnte das beginnende Auslaufen der fossilen Energievorräte haben. Die Klimaveränderungen würden langfristig weniger verheerend ausfallen als bisher angenommen, wenn Erdöl und Gas nicht durch Kohle ersetzt werden.

Das Wachstum im Bereich der Alternativen Energien,
gehört zu den wenigen hoffnungsvollen Zeichen der Zeit. Von 1995 bis 2005 haben sich die Preise für atomar-fossile Energien mehr als verdoppelt, während sie sich für erneuerbare Energien halbiert haben. Windstrom ist global die am schnellsten expandierende Energienutzung. In der EU gingen im Jahr 2005 alle zwei Monate 1000 MW neue Windenergie ans Netz. In Kilowatt (Leistung) entspricht dies einem neuen AKW Gösgen (CH), in Kilowattstunden (Produktion) wird damit ein Atomreaktor der Größe Beznau (CH) ersetzt - und dies alle 60 Tage. Im Jahr 2007 lieferten die deutschen Windkraftwerke 38,5 Milliarden Kilowattstunden Strom. Der Zubau von Windkraftanlagen (WKA) wie auch windiges Wetter führten zu 27,5 Prozent mehr Windstromeinspeisungen als im Vorjahr. Durch die gute Produktion der Windmühlen konnte nach Kilowattstunden der Ausfall der Atomreaktoren Biblis A, Biblis B, Brunsbüttel und Krümmel mehr als ausgeglichen werden. Seit 2001 stieg in Deutschland die Lieferung von Windstrom um 260 Prozent. "Seit 2004 ersetzt der Zubau erneuerbarer Energien in Deutschland jedes Jahr ein Atomkraftwerk" , sagt Milan Nitzschke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energien. Im Jahr 2007 nahm die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland sogar um fast 14 Milliarden Kilowattstunden zu, was der Erzeugung von anderthalb Atomkraftwerken entspricht. Bei etwa 140 Milliarden Kilowattstunden, die im vergangenen Jahr in Deutschland mittels Atomkraft erzeugt wurden, ließe sich bei unvermindert zügigem Ausbau der erneuerbaren Energien der Atomausstieg also binnen zehn Jahren kompensieren. Ende Juni 2008 waren in Deutschland Rotoren mit zusammen gut 23.000 Megawatt am Netz. Das teilten der Bundesverband Windenergie (BWE) und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mit. Die 17 deutschen Atommeiler kommen zusammen auf knapp 21.500 Megawatt
Allerdings muss man berücksichtigen, dass die Windräder nicht so kontinuierlich Strom liefern, wie wie Atomkraftwerke (wenn diese nicht durch Wartungsarbeiten, Stör- und Unfälle abgeschaltet sind).
“Trotz einer vermeintlichen Atom-Renaissance hat die Windkraft die Atomkraft auch international längst deklassiert, wenn man den Zubau betrachtet. Seit Anfang 2006 wurden weltweit rund 45.000 Megawatt Windkraft neu installiert, wie aus Zahlen der European Wind Energy Association (EWEA) hervorgeht. Zugleich lag die Leistung der neu in Betrieb genommenen Atomkraftwerke laut internationaler Atomenergiebebehörde IAEA bei lediglich 3.347 Megawatt. Rechnet man gegen, dass seither acht Atomreaktoren mit zusammen 2.236 Megawatt abgeschaltet wurden, so stieg die AKW-Leistung weltweit binnen zweieinhalb Jahren nur um 1.100 Megawatt. Im Vergleich dazu wurde 40-mal so viel Windkraft installiert.” berichtete die TAZ am 24.7.2008
Und genau dieses positive Wachstum der zukunftsfähigen Energien wird von den Anhängern der atomar-fossilen Energiegewinnung massiv bekämpft, denn jede neue Photovoltaikanlage und jedes neu gebaute, privat finanzierte Windrad nimmt den AKW - Betreibern und Atomkonzernen Anteile an der Stromproduktion weg. Widerstand gegen Windräder wegen Vögeln, Fledermäusen und Landschaftsschutz? It´s the money - stupid!


Die erneuerbare Energien sind Energiequellen,

die sich durch natürliche Prozesse laufend erneuern. Sie stehen nach menschlichen Zeitmaßstäben unendlich lange zur Verfügung. Erneuerbare Energien haben drei originäre Quellen: Strahlung der Sonne, Kraft der Gezeiten, Wärme des Erdinneren (Geothermie). Sonne, Mond und Erde stellen diese unerschöpflichen Energien umweltverträglich zur Verfügung. Die Sonne strahlt jährlich in Deutschland auf jeden Quadratmeter so viel Energie, wie in 100 Litern Öl enthalten ist. In der Sahara ist es sogar doppelt so viel. Ein Windrad hat sich nach einem halben Jahr (4- 7 Monate) Betrieb energetisch armortisiert, d.h. nach diesem halben Jahr erzeugt es „netto“ Strom. 130.000 Arbeitsplätze waren im Jahr 2004 in Deutschland direkt oder indirekt auf die Nutzung der regenerativen Energien zurückzuführen.


Der derzeitige Weltenergiebedarf

liegt bei etwa 400 Exajoule (400 Milliarden Milliarden Joule) pro Jahr. Ein Exajoule entspricht der energetischen Menge, welche die Erde in 6 Sekunden von der Sonne empfängt und den Weltverbrauch an Primärenergie im Jahr 2000 innerhalb von 21 Stunden deckt. In einer Studie aus dem Jahr 2003 mit dem Titel "Energiewandel zur Nachhaltigkeit" prognostiziert der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung zu globalen Umweltveränderungen (WGBU) die Potenziale der erneuerbaren Energien für das Jahr 2100 folgendermaßen:

weltweite Wasserkraft: Der Wert des Potenzials für Wasserkraft könnte sich bis 2100 auf ca. 15 EJ pro Jahr steigern lassen.

weltweite Bioenergie / nachwachsende Rohstoffe: "Der Beirat schätzt das globale moderne Bioenergiepotenzial auf etwa 100 EJ pro Jahr, die sich zu 20% aus der Nutzung landwirtschaftlicher Reststoffe sowie zu jeweils etwa 40% aus forstwirtschaftlichen Reststoffen und Energiepflanzen ergeben. Ein derartiger Ausbau ist aber nur innerhalb von Jahrzehnten erreichbar." Nach Ansicht des BUND darf dies aber nicht dazu führen, dass Menschen hungern müssen und dass weitere Wälder zur Biospritgewinnung abgeholzt werden.

weltweite Windkraft:
"Bei der Windenergie kann nur ein gewisser Anteil des berechneten globalen technischen Potenzials als nachhaltig nutzbar angesehen werden. Der Beirat empfiehlt daher global etwa 140 EJ pro Jahr als langfristig erreichbaren Beitrag der Windenergie zu einer nachhaltigen Energieversorgung." Andere Experten sehen hier noch mehr Potentiale.

weltweite Solarenergie: "Im Gegensatz zu allen anderen Formen erneuerbarer Energien sind die technischen und auch die nachhaltig nutzbaren Potenziale der Sonnenenergie vor dem Hintergrund aller Zukunftsprojektionen menschlichen Energieeinsatzes praktisch unbegrenzt."

weltweite Erdwärme: "Erdwärme hat ein großes technisches Potenzial und steht im Gegensatz zu Sonnen- und Windenergie kontinuierlich zur Verfügung. Das nachhaltig nutzbare Potenzial wird vom Beirat dennoch bis 2100 nur sehr vorsichtig auf 30 EJ pro Jahr eingeschätzt." Quelle: http://www.wbgu.de/wbgu_jg2003.pdf

Den zerstörerischen Traum
von dauerhaftem, unbegrenzten Wachstum im begrenzten System Erde können allerdings auch die Alternativenergien nicht erfüllen. Wer den American Way of Life mit Energie- und Rohstoffverschwendung, mit Umwelt- und Innenweltverschmutzung auf den Rest der Welt übertragen will, der fährt diesen Planeten mit und ohne regenerative Energiequellen gegen die Wand. Mit Wind- und Sonnenenergie geht das dann nur ein wenig langsamer.

Axel Mayer / BUND Geschäftsführer / Vizepräsident Trinationaler Atomschutzverband TRAS


Nachtrag:


Das alternative Potenzial im Überblick
Europa und seine Nachbarn können sich vollständig ohne fossile und atomare Stromerzeugung versorgen.

In einem großräumigen Netz werden Schwankungen leicht kompensiert.


Von Island bis nach Saudi-Arabien und von der Ostseeküste bis nach Nordafrika stehen ganz unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung: Norwegen hat schon heute in seinen Speicherseen so viel Wasserkraft gespeichert, dass damit Deutschland drei Monate lang komplett mit Strom versorgt werden könnte. Mit der Schneeschmelze füllen sich die Seen jedes Frühjahr. Vor Marokko bläst der Nordwestpassat kontinuierlich, mit besonderer Stärke aber in den Sommermonaten – gerade dann, wenn an Nord- und Ostsee, vor England und der Bretagne Flaute angesagt ist. Dort wiederum ist im Herbst und Winter ein besonders hoher Windstromertrag zu erwarten. Das gesamte nördliche Afrika, Südspanien, Sizilien und Griechenland zählen zum so genannten Sonnengürtel der Erde. Dort lohnt es sich, mit solarthermischen Kraftwerken Strom zu erzeugen – und ins Zentrum Europas zu leiten. Biomasse kann vor allem in Zentral- und Osteuropa einen Beitrag zur Energieversorgung leisten. Photovoltaik deckt in Deutschland derzeit nur 0,3 Prozent des Strombedarfs. Geothermie ist eine Option für die Zukunft, die momentan intensiv erforscht und gefördert wird.

Quelle: Natur und Kosmos



Nachtrag:



Mit neuen Elektroheizungen wird der Strombedarf und die Ressourcenverschwendung gezielt in die Höhe getrieben
„Mit neuen Atom- und Kohlekraftkraftwerken decken wir nur den wachsenden Bedarf“ sagen die Energieversorgungsunternehmen EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall. Gleichzeitig läuft eine bundesweite Werbekampagne für elektrische Direktheizungen und Nachtspeicheröfen.
Für diese teuere, umweltschädliche, für die Konzerne aber gewinnbringende Form der elektrischen Energie- und Rohstoffverschwendung wird zur Zeit massiv geworben. So wird gezielt Energie verschwendet und „Bedarf“ für neue Kraftwerke geschaffen, während öffentlich über Energiesparlampen diskutiert wird.


Nachtrag:


Energy Watch Group warnt vor steigenden Atomstrom-Kosten
+ 29.06.2007 + Weltmarktpreis für Uran ist in den vergangenen Monaten rasant gestiegen.
Angesichts steigender Preise für Uran warnt die Energy Watch Group davor, den Mythos vom billigen oder wenigstens preisstabilen Atomstrom aufrecht zu erhalten. Seit dem Jahr 2000 ist der Weltmarktpreis von Uran auf das 20-fache gestiegen - von 7 US-Dollar auf 136 US-Dollar pro Pfund (Britisch Pound lb Uranoxid; Stand 25. Juni 2007).

Oft wurde behauptet, dass Veränderungen beim Uranpreis praktisch keine Auswirkungen auf die Herstellkosten für Strom aus Atomkraftwerken hätten. Die derzeitigen und absehbare weitere Preissteigerungen zerschlagen diese Hoffnung, wie die Berechnungen der Energy Watch Group ergeben.

Demnach muss sich der aktuelle Uranpreis bereits mit einen Plus von 0,67 Eurocent je erzeugter Kilowattstunde auf den Erzeugungspreis niederschlagen, den die Kraftwerksbetreibern bisher mit 3 bis 4 Eurocent kalkulieren. Ein weiterer Uranpreisanstieg wird je 100 US Dollar pro Pfund die Stromerzeugungskosten um 0,5 Eurocent je Kilowattstunde verteuern.

Die Wissenschaftler der Energy Watch Group halten Preissteigerungen auf mehrere Hundert Dollar je Pfund Uranoxid für realistisch, weil etwa ein Drittel des derzeit benötigten Urans aus Lagerbeständen stammen. Diese werden in den kommenden Jahren aufgebraucht sein. Die dann notwendige dramatische Erhöhung der weltweiten Uranförderung sei nicht realisierbar, da selbst bei hohen Uranpreisen der Höhepunkt der Uranförderung schon um das Jahr 2035 überschritten werde. Sollte es zu einem Ausbau der Atomenergie kommen, wie ihn die IEA empfiehlt, würde der Brennstoff bereits deutlich früher knapp werden.

Eine detaillierte Analyse dieser Zahlen findet sich in der Studie "Uranresources" der Energy Watch Group (November 2006) - die genauen Berechnungsgrundlagen für den Einfluss des Uranpreises auf den Atomstrompreis im aktuellen Hintergrundpapier (Anhang).

Auch beim Energiegipfel im Kanzleramt am kommenden Dienstag beraten Vertreter von Regierung, Industrie und Energiewirtschaft über die langfristige Energieversorgung. Im Mittelpunkt steht diesmal der künftige Energiemix. Die Betreiber der deutschen Atomkraftwerke hoffen dabei insbesondere, ihrer Forderung nach längeren Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke Nachdruck verleihen zu können, um letztlich dass Atomgesetz zu ändern, wie sie selbst erklären.

Die tatsächliche Verfügbarkeit des Uranbrennstoffs wurde dort bislang offenbar nicht ausreichend gewürdigt. Dabei sind die Uranressourcen kein Einzelfall innerhalb der ressourcen-abhängigen Energiequellen, wie sich u.a. in der zuletzt veröffentlichten Studie über Kohlevorräte zeigt.

Diese Erkenntnisse verdeutlichen aus Sicht der Energy Watch Group die Notwendigkeit, die volkswirtschaftlichen Risiken der Abhängigkeit von Energierohstoffen zu minimieren. Die in Kürze erscheinende nächste Studie der Wissenschaftlergruppe beschäftigt sich deshalb mit dem Wachstumspotenzial der regenerativen Energien.
Quelle: Energy Watch Group 2007


Mangelware Uran



Die Fördermenge liegt weit unter dem tatsächlichen Bedarf. Seit dem Jahr 2000, als der Preis für Uranoxid U3O8 zwischen sieben und acht Dollar lag, hat er sich fast verzwanzigfacht.
Wachsender Bedarf
„In den nächsten Monaten sollte sich die Korrektur noch fortsetzen, für die nächsten Jahre ist mit einem weiterhin hohen Preisniveau zu rechnen“, schreibt Eugen Weinberg in dem Rohstoff-Bulletin der Commerzbank. Seit dem Jahr 2000, als der Preis für Uranoxid U3O8 zwischen sieben und acht Dollar lag, hat er sich fast verzwanzigfacht. Allein seit Januar zogen die Notierungen von 75 auf über 135 Dollar. Laut Weinberg ist der Preisrückgang eine „gesunde Korrektur in diesem Uranbullenmarkt“. Allerdings rechnen er wegen des anhaltenden Defizits am Uranmarkt „mindestens bis 2010 mit einem Preis von über 100 US-Dollar je Pfund“. Längerfristig könne der Preis wieder Richtung 150 Dollar oder noch höher klettern.

Die Lücke zwischen Minenproduktion und Bedarf wird noch länger anhalten und ist ein Grund für den Preisanstieg. Auf dem Spotmarkt werden aber nur etwa zehn Prozent des Urans gehandelt. Der größte Teil des Urans wird durch langfristige Lieferverträge – bis zu zehn Jahren Laufzeit – zwischen Produzenten und Kraftwerksbetreibern abgedeckt. So liegt der aktuelle Durchschnittspreis, den die kanadische Cameco in Saskatoon, der weltweit größte Produzent, im zweiten Quartal 2007 realisierte, nur bei 34,69 Dollar je Pfund. In der Vorjahreszeit waren es 20,21 Dollar. Doch der Spotpreis, den die Marktbeobachter Ux Consulting und TradeTech ermitteln, bestimmt, zu welchen Konditionen heute Lieferverträge abgeschlossen werden. Daher müssen AKW-Betreiber derzeit mit einem Preis von etwa 95 US-Dollar rechnen.

Der Preisanstieg, der sich Mitte 2006 beschleunigt hatte, war laut Analysten zunächst von Sorgen über das Urandefizit geprägt. Die Produktionsprognosen, die zu Jahresbeginn 2006 bei 51 000 Tonnen Uranoxid standen, mussten mehrfach nach unten korrigiert werden. Am Ende waren es nur 46 500 Tonnen. Grund waren laut Ux Consulting „beträchtliche Produktionsdefizite“ in mehreren Minen. So verfehlten kanadische Minen wie McLean Lake von Areva und Cameco sowie Rabbit Lake von Cameco, die Rössing-Mine von Rio Tinto in Namibia und die australischen Minen Olympic Dam (BHP Billiton) und Ranger (Energy Resources of Australia) ihre Produktionsziele.

Mit dem Preisanstieg wurde Uran zudem für Investment- und Hedge-Fonds interessant. Auf einem ohnehin angespannten Markt seien die Preise so noch höher getrieben worden, meint Ux Consulting. Die Hiobs-Nachricht aber war der Wassereinbruch im Minenprojekt Cigar Lake in Saskatchewan im Oktober 2006. Die Mine gehört mehrheitlich Cameco und sollte 2008 in Betrieb gehen. Nun wird das weltweit wichtigste Entwicklungsprojekt wohl erst 2011 starten.

Auch in diesem Jahr werden bedeutende Minen die Produktionsziele verfehlen. Bis zur Jahresmitte wurden die Prognosen bereits von 117 auf 112 Mill. Pfund (knapp 51 000 Tonnen) gesenkt. Damit verschärft Cigar Lake die Sorge, dass der Uranmarkt mehrere Jahre im Defizit sein werde. Jede Verzögerung bei Cigar Lake werde „wahrscheinlich angesichts der schieren Größe dieses Mega-Projekts weitere Preisvolatilität verursachen“, schreibt Ux Consulting. Cameco-Sprecher Gord Struther beruhigte indes: „Cameco hat niemals überlegt, das Cigar-Lake-Projekt aufzugeben. Nach der McArthur-Mine ist Cigar Lake die zweitreichste Lagerstätte und wir planen sie abzubauen.“

Dass der Preis trotz der angespannten Lage zurückging, erklären Analysten wie Adam Schatzker von RBC Capital Markets damit, dass sich die wenigen Käufer auf dem Spotmarkt angesichts mangelnder Liquidität zurückgehalten haben. Nick Carter von Ux Consulting verweist auf generell schwächere Aktivitäten in den Sommermonaten und „viele Betreiber haben ihren Bedarf gedeckt und müssen nun nicht kaufen“. Er glaubt zudem, dass Investmentfonds Uran verkauft haben. Carter schätzt, dass diese Fonds 7 000 bis 8 000 Tonnen Uran hielten. Laut Ux könnte der Preis bis in den Bereich von 80 bis 85 Dollar absinken, bevor er sich durch größeres Käuferinteresse stabilisiert oder wieder nach oben zeigt.

Verwendung: Die wichtigste Verwendung von Uran in Form von Uranoxid U3O8 ist die Kernkraft. Beliefert werden müssen laut World Nuclear Association etwa 350 Reaktoren in 31 Ländern, die eine Kapazität von etwa 370 000 Megawatt haben.

Zuwachs: Nach Angaben der Nuklearindustrie befinden sich weltweit 30 Reaktoren im Bau, 55 sind in der Planung.

Angebot: Die produzierenden Reaktoren benötigen pro Jahr 78 500 Tonnen Uranoxid, die aus etwa 66 500 Tonnen Uran hergestellt werden. Etwa 65 Prozent der Uranoxid-Bedarfs wird aus Uran-Minen gedeckt, 20 bis 25 Prozent aus früher militärisch genutztem Uran. Im vergangenen Jahr kamen aus den Minen 46 500 Tonnen Uranoxid. Größter Uranlieferant ist Kanada mit einem Marktanteil von 25 Prozent der globalen Minenproduktion.

Marktführer: Auf die kanadische Cameco entfallen knapp insgesamt 21 Prozent der Uranproduktion. Auf Platz zwei liegt die britische Rio Tinto mit 18 Prozent.

Quelle:
oekonews.at - Robert Willfurth 2007



Nachtrag:


Neues vom Peak-Oil und Ölpreis
Auszug aus einem längeren Beitrag in Telepolis von Wolfgang Pomrehn vom 23.10.2007
Langsam spricht sich es herum, dass das Erdöl nicht ewig reichen wird. Die jüngste Abschätzung (12) des Öl Peaks, das heißt, der Förderhöchstmenge, wurde am Montag von der hauptsächlich deutschen Energy Watch Group (13) in London veröffentlicht und auf das Jahr 2006 datiert. Von nun an würde es jährlich um einige Prozentpunkte bergab gehen. Demnach wären jüngste Ankündigungen (14) Saudi Arabiens, die Förderung zu erhöhen, um den Höhenflug des Ölpreises aufzuhalten, kaum mehr als ein Pfeifen im Walde.

Die Energy Watch Gruppe geht auf eine Initiative des grünen Bundestagsabgeordneten Hans-Josef Fell zurück. Im wissenschaftlichen Beirat sitzen unter anderem der Vizepräsident von Eurosolar Harry Lehmann, der zugleich Fachbereichsleiter im Umweltbundesamt ist, Jürgen Schmid vom Institut für Solare Energietechnik in Kassel, Volker Quaschning von der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin und Lee Pil-Ryul vom Centre for Energy Alternative Korea (15). An den Studien der Energy Watch Group haben Werner Zittel und Jörg Schindler von der Ludwig Bölkow Systemtechnik GmbH sowie Stefan Peter vom Institute for Sustainable Solution and Innovations mit geschrieben.

Noch im Juni 2005 hatte der seinerzeitige Präsident der saudischen Ölgesellschaft Saudi Aramco, Abdallah S. Jumah, behauptet (16), sein Land könne ohne weiteres die Produktion von elf auf 23 Millionen Barrels (Fass) pro Tag steigern, um den wachsenden Bedarf zu befriedigen. Doch davon hat man trotz kräftig wachsender Nachfrage bisher wenig gesehen. Die saudische Förderung ist vielmehr leicht gefallen, wie man den bereits in der letzten Wochenschau zitierten Grafiken (17) entnehmen konnte.

Entsprechend gibt man bei der Energy Watch Group nicht viel auf die Verlautbarungen der Förderländer und Ölkonzerne. Zu groß ist bei diesen offensichtlich die Versuchung, mit ihren Angaben über die vorhandenen Reserven den Markt, die Preise und die innerhalb der OPEC zugestandenen Quoten zu manipulieren. Die Wissenschaftler halten sich lieber an die Förderzahlen und die Geschichte der Entdeckung neuer Lagerstätten, um zu einer Prognose zu kommen. So verweisen sie darauf, dass die Entdeckungen bereits in den 1960er Jahren ihren Höhepunkt überschritten hätten. Zwischen 1960 und 1970 habe die Kapazität eines neuentdeckten Ölfeldes durchschnittlich 572 Millionen Barrel betragen, zwischen 2000 und 2005 war dieser Wert auf 20 Millionen Barrel gefallen. Die Energy Watch Group gelangt daher zu der Einschätzung, dass die vorhandenen Weltölreserven nicht 1.255 Milliarden Barrel betragen, wie es den Angaben der Produzenten entspräche, sondern eher 854 Milliarden Barrel.

Die Abnahme der Größen der Erdölfelder hat weit reichende Folgen für die Erdölförderung. Jedes Land und jede Gesellschaft wird zuerst die größten Felder erschließen und ausbeuten. Sobald die ersten von diesen ihren Förderhöhepunkt überschritten haben, werden in zunehmendem Maße auch kleinere Felder erschlossen. Denn in jedem Feld kommt nach dem Höhepunkt, dem Peak, ziemlich schnell der Niedergang. Neue Felder müssen also her, um die Fördermenge der Gesellschaft bzw. der Region konstant zu halten. Mit abnehmender Feldgröße wird das jedoch zunehmend aufwändiger und damit teurer. Ab einem bestimmten Punkt kann der Rückgang nicht mehr kompensiert werden, und da sich die älteren Felder immer mehr erschöpfen und besten Falls nur noch sehr kleine als zusätzliche Quellen zur Verfügung stehen, ist der Niedergang relativ rasch.

Viele Länder wie die USA, Großbritannien, eventuell auch China haben bereits ihren Peak überschritten. Bis 2020, so die Autoren, würden alle großen Regionen außer Afrika das Fördermaximum erreicht haben. Entsprechend düster sieht die Prognose für die künftige Förderung aus. Während die Internationale Energie Agentur für 2020 eine Förderung von 105 Millionen Barrel pro Tag (Mb/d) ausrechnet, geht die EWG von nur noch 58 Mb/d aus (derzeit sind es noch 86 Mb/d). Für 2030 rechnet die IEA mit 116 Mb/d und die EWG mit nur noch 39 Mb/d.

"In der Diskussion mit der Ölindustrie habe ich die Erfahrung gemacht, dass der Peak Oil dort wie auch in der Regierung ein Tabuthema ist. Je offensichtlicher die Förderspitze ist, umso weniger wird verstanden, was das bedeutet", sagt Jeremy Leggett, Chef von Solarcentury und früherer Berater der britischen Regierung zu Fragen erneuerbarer Energien laut einer Pressemitteilung (18) der Gruppe.

Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass die Entwicklung eine ernsthafte Bedrohung für die Gesellschaft darstellt, womit ihnen wohl recht zu geben ist. Denn so lange kein bezahlbarer Ersatz existiert und das ganze Transportsystem nicht von seiner Öl-Abhängigkeit kuriert wird, wird die zunehmende Knappheit die Preise hochtreiben (auch für viele Konsumgüter).



Das Ende des Ölzeitalters ist der Beginn des Solarzeitalters – Die Chance der Krise / von Franz Alt
Lange Zeit waren wir so naiv und glaubten, das Öl ginge nie zu Ende und Benzin wäre billig für alle Zeit. Inzwischen wissen wir es besser: Der Liter Benzin kostet bald zwei Euro und mittelfristig gar drei Euro oder mehr.
Die Preise für die alten Energieträger Kohle, Gas, Öl und Uran kennen nur eine Richtung: Nach oben! ("Ölpreis steigt – Klimaschutz gewinnt")

Die Ursache sind nicht in erster Linie Spekulanten wie jetzt wieder überall vermutet wird, sondern hauptsächlich die rasch zu Ende gehenden Ölreserven. Wir verbrennen heute an einem Tag soviel Kohle, Gas und Öl wie die Natur in 500.000 Tagen angesammelt hat. Dieser Energie-Wahnsinn hat nicht nur immer höhere Preise zur Folge, sondern auch den Klimawandel mit heute noch unvorstellbaren Naturkatastrophen und höheren Schäden als die zwei Weltkriege im letzten Jahrhundert zusammen. Wir führen mit unseren Ölheizungen und Autos einen dritten Weltkrieg gegen die Natur und die Natur reagiert.

Wenn die Menschen so tun als gäbe es die Natur nicht, wird die Natur bald so tun als gäbe es uns Menschen nicht. Der Dalai Lama sagte in meiner letzten Fernsehsendung: “Ohne Menschen ginge es der Erde besser“

Wir Pyromanen sind die Ursache dafür, dass sich der Ölpreis seit 2006 verdoppelt hat. Und hinzu kommt noch: Während das Öl zu Ende geht, steigt hauptsächlich in China, Indien, Südafrika, Mexiko und Brasilien der Ölverbrauch. Das Lebensblut der Zivilisation – wie das Öl auch genannt wird - kann nur teurer werden. Alles andere ist schiere Illusion, die wir uns nicht mehr länger leisten sollten.

Sind wir dem Ende des Ölzeitalters und den steigenden Öl- und Benzinpreisen hilflos ausgesetzt? Überhaupt nicht. Jede und jeder von uns kann schon heute ein kleineres Auto fahren, weniger Auto fahren, mehr öffentliche Verkehrsmittel benutzen, Pellets statt Öl verbrennen und sein Haus besser dämmen und dadurch seinen Heizölverbrauch mindestens halbieren. Und wer hindert uns eigentlich daran, Solarwärmeanlagen und Solarstromanlagen auf unseren Dächern zu installieren?

Die Alternativen sind schon lange bekannt und einige wenige nutzen sie ja auch schon. Jetzt aber sollten wir im großen Stil auf preiswertere und umweltfreundliche Technologien umsteigen. Wann, wenn nicht jetzt? Selbst in den USA unter George W. Bush ist „öko“ bald nicht mehr die belächelte Ausnahme, sondern allgemeiner Trend. Die Ökologisierung begann an einem Ort, an dem es die wenigsten vermutet hätten: In Hollywood. Wer heute dort kein Öko-Auto wie zum Beispiel den spritsparenden“ Prius“ von Toyota fährt, hat keine Chance mehr auf den Roten Teppich. „Öko“ ist sexy in Hollywood.

Jede Krise hat ihre Chance. Man muss sie freilich erkennen und konsequent nutzen. Worauf warten wir eigentlich noch? Handeln ist intelligenter als Jammern. Die Sonne schickt uns jeden Tag 15.000-mal mehr Energie auf unseren schönen Planeten wie alle Menschen verbrauchen. Die Lösung des Energieproblems steht am Himmel. Und diese Lösung ist gut für unseren Geldbeutel, für die Umwelt und für viele neue, zukunftsfähige Jobs.

Wir haben auf unserem Hausdach in Baden-Baden seit 15 Jahren zwei Solaranlagen und ich kann Ihnen versichern, dass wir in dieser Zeit von der Sonne noch nie eine Rechnung bekommen haben. Über höhere Energiepreise können wir nur lächeln. Oder die klugen Benediktiner in Münsterschwarzach. Auch sie sind in den letzten sieben Jahren zu beinahe 100% auf erneuerbare Energien umgestiegen. Es geht, wenn wir es nur wirklich, wirklich wollen.
Quelle:
Franz Alt 2007


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Dieser Artikel wurde 2797 mal gelesen und am 10.9.2008 zuletzt geändert.