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Bioscope - Ja, aber...!

25.06.1999
In dieser Woche ging ein gemeinsamer Brief von Jean Marc Arnot von Alsace Nature und von BUND Regionalgeschäftsführer Axel Mayer an die französischen Medien. In diesem Brief sprechen sich beide Umweltorganisationen gegen den Standort Kunheim für den neuen Freizeitpark "Bio"scope aus.

Wir wollen die Haltung des BUND zu diesem Thema kurz erläutern. Seit vielen Jahren arbeiten wir mit Alsace Nature in Sachen Umwelt- und Naturschutz eng zusammen. Es kann aber nicht Aufgabe eines Umweltverbandes sein, im Nachbarland einen neuen Freizeitpark generell abzulehnen. Dennoch gibt es Aspekte, die nach unserer Ansicht berücksichtigt werden sollten:

Der Standort Kunheim, der elsässische und badische Rheinauewälder (Breisach-Burkheim) massiv tangiert wird von Alsace Nature und dem BUND abgelehnt. Die winzigen verbliebenen Rheinauewälder sind für derartige Planungen tabu. Gegen diesen Standort spricht auch der geplante Hochwasserschutz. Naturschutzargumente sprechen auch gegen zwei der drei anderen vorgesehenen Standorte.

Der geplante Freizeitpark sollte stadtnah und verkehrstechnisch gut erschlossen sein. Die vom Massenverkehr geplagte Bevölkerung um den Europapark Rust ist ein warnendes Beispiel wie Planung nicht sein sollte.

In der Öffentlichkeit wird der neue Park häufig als "Gesundheitspark" verkauft. In internen Projektbeschreibungen werden andere Ziele aufgezeigt: "Das Bioscope ist ein mit dem Biovalley zusammenhängendes Vorhaben. Um seine Ziele zu erreichen, muß Biovalley gleichzeitig internationale Promotion-Aktivitäten entfalten und die Sorgen der Bürger über die Fortschritte im Biotechbereich aus dem Weg räumen (wachsende Angst vor Genmanipulation). Das Bioscope wird sowohl das Wahrzeichen von Biovalley darstellen, als auch ein transparenter Informationsraum über Forschungs- und Industrie-Aktivitäten in diesem Bereich."(Zitat) Mit viel Öko und Bio geschickt verpackt, sollen die Ängste der Bevölkerung aus dem Weg geräumt werden. Nach Ansicht des BUND braucht es zu Chancen und Risiken der Gentechnik eine öffentliche Diskussion und einen konstruktiven Streit. Manipulation ist abzulehnen.

Unser letztes Argument hat mit Umwelt nicht direkt zu tun. dennoch sollte es berücksichtigt werden. Auch wenn es zwischen dem "Bio"scope und dem Europark nur wenige inhaltliche Überschneidungen gibt, sollten beide großen Freizeitparks doch räumlich so weit als möglich getrennt werden, um nicht bei beiden Parks Arbeitsplätze zu gefährden. Im Elsass gibt es einige stadtnahe, verkehrsmäßig gut erschlossene Gebiete die als Standort auch für Umweltverbände akzeptabel wären. Wir denken beispielsweise an das Kalibecken bei Mulhouse. Eine faszinierende, durchaus auch exotische, alte Industrielandschaft, verkehrstechnisch gut erschlossen, ein Gebiet in dem Arbeitsplätze dringend gebraucht werden und weit entfernt von Rust.

Axel Mayer
hier: Gentechnik Information des BUND

Eine Presseerklärung des BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein, Wilhelmstraße 24a, 79098 Freiburg

www.bund-freiburg.de

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Dieser Artikel wurde 293 mal gelesen und am 8.7.2008 zuletzt geändert.